Mortal Engines Movie Poster

© 2018 Universal Pictures International

Peter Jackson… was kommt euch in den Sinn, wenn ihr diesen Namen lest? Richtig: Der Herr der Ringe gefolgt von Der Hobbit. Mittelerde – das ist sein Ding, war es und wird es immer bleiben.

Eigentlich ja nur HdR, weil schon die Hobbit-Trilogie bei vielen Fans für angehende Antipathie sorgte und sich der eingeschworene Fankreis langsam begann, aufzulösen und in alle Winde zu verstreuen. Selbst jetzt, wenn man sich geschlagene 17 Jahre (!!!) nach dem Kinostart von Der Herr der Ringe – Die Gefährten wieder dazu entschließt, eben jenen zurück auf die Leinwand zu bringen und man beim Buchen der Tickets auf einmal auf ausverkaufte Säle stößt, merkt man, dass Jackson damals alles richtig gemacht und sich einen unvergessenen Namen damit erschaffen hat.

Wenn ich also Mortal Engines – Krieg der Städte lese, dazu Peter Jackson präsentiert-.trailer vor die Nase gesetzt kriege und feststelle, dass es hierbei um SciFi geht, dann schlackern meine Ohren und ich bekomme Kopfweh.

Serious? Jackson im Zukunftsfilm-Fieber? Gut, er ist nicht der Regisseur und fungiert “nur” als Produzent, allerdings weiß doch eh kein Schwein, wer den Film nun letztendlich gemacht hat, weil man unterbewusst ihm das Werk zuschreibt. Und überhaupt, wer ist Christian Rivers eigentlich?

Unsereiner dürfte ihn hierzulande allerhöchstens von King Kong kennen, den allerdings Jackson mit dem Regisseurs-Part besetzt … ergo: Unbekannt. Und genau das wird diesem Film wohl zum Verhängnis.

Mortal Engines strotzt geradezu vor Jackson‘schen Merkmalen: Man spürt eben jene Elemente, die man aus den beiden alten Trilogien bereits tief verwurzelt hat und da passt das Zukunfts-Element überhaupt nicht dazu, sondern wirkt irgendwie albern.

Yes, das 3D des Films ist überragend und spielt auf Avatar-Liga und auch die Weta-Optik strotzt vor Professionalität und Würde, die ganzen Welten wirken, als ob jemand, der Ahnung hat, im Hintergrund sitzt und das produziert hat, jedoch stolpert der Erfolg über eine ganz miese Kiste: Das Dialogdrehbuch.

Ich sollte langsam mal eine Strichliste anfangen, damit in Zukunft nur noch “|” hingemalt werden muss und ich mir den ganzen Schabernack sparen kann, aber ja: Die Dialoge sind dermaßen mies, dass damit der komplette Filmspaß in die Tonne gekloppt wird.

Was hier als Pluspunkt an Optik, Räumlichkeit und dem verheerend geilen Soundtrack von Mad Max: Fury Road-Legende Tom Holkenborg auf den Screen befeuert wird, gepaart mit den Einfällen der Städte sowie deren technischer Umsetzung, wirkt im Gegenlicht dieses absolut dämlichen, unausgereiften und albernen Sprech-Plots nahezu wie ein gigantisch verschenktes Versagensbeispiel: Man kauft keiner der Figuren wirklich ab, was sie da darstellen wollen und auch bekannte Gesichter wie Hugo Weaving reißen hier den Riegel nicht rum: Früher gab es schon mal so seltsame Titel, die Mortal Kombat hießen und den unrühmlichen Schadensruf einer Computerspieleverfilmung in sich trugen – und in eben jenes Versagen reiht man auf pompöse Weise nun auch Mortal Engines ein.

Liest man dazu noch ein paar Hintergrundinfos des Films (gedreht in Neuseeland, mit einheimischen Personen, den gleichen Studios und Produktionswerkstätten im Hintergrund), könnte man meinen, Jackson hatte einfach nochmal Lust, etwas mörderisch großes zu generieren und Herr der Ringe zu wiederholen, nur dass diesmal eben nicht Fantasy und Mittelalteranschein den Reigen anführt, sondern man diese gewaltige Wucht mit Stargate: Atlantis gepaart hätte – und diese Kombination geht einfach nicht auf.

Die Frage, die euch nun alle quält (sofern ihr nicht sowieso schon drin gewesen seid – wenn ja, kommentiert mir doch mal eure Meinungen hier drunter): Sollte man nun jetzt in den Film gehen oder nicht?

Definitiv ja!

Denn jetzt ist die Chance, das ganze Schauspiel auf der großen Leinwand zu entdecken und dabei hoffentlich (!) weit vorne im Saal zu sitzen vor einer hoffentlich (!) großen Leinwand in einem Kino, auf dessen Außentüren hoffentlich (!) dick und fett Dolby Atmos steht, was man grade noch so erkennt, während man hoffentlich (!) seine 3D-Brille auspackt und vorsichtig versucht, auf dem Weg zum Sitzplatz nicht das Popcorn zu verschütten, weil man über jemandes Tasche gestolpert ist.

Alles andere würde dazu führen, dass man ne ziemlich langatmige To-Do-Liste hätte, weil man wieder 17 Jahre warten muss, bis jemand auf die Idee kommt, diesen Film zurück auf die Leinwand zu bringen.

Solltet ihr nämlich nicht zufälligerweise ein Kino euer eigenen nennen und in der Lage sein, die Verleih-Codes so zu knacken, dass ihr euch das Ding außer der Reihe anschauen könntet, dann hättet ihr keine Chance mehr, dem Film das abzugewinnen, was ihn großartig macht: Das wuchtige Brüllen gigantischer Optik und ein mega faszinierendes und sau-räumliches 3D!

Alle anderen Screens, die diese Welt ansonsten zu bieten hat, reißen es nicht raus und legen viel zu viel Wert auf das Geschehen im Film … und selbst mit nem guten 3D-Fernseher zu Hause wäre es enttäuschend.

Ihr spürt: Man kann heftig viele Fehler machen und ich verspreche euch: Jeder einzelne “hoffentlich”-Punkt ist enorm wichtig dabei! Dann wird’s ne gigantische Optik-Schlacht, die das alte Mittelerde-Gefühl ansatzweise nochmal hochreißt und ob der ganzen guten Restfaktoren ist der Plot leichter vernachlässigbar und reißt nicht solche Kerben in das Enttäuschungsholz im Kopf.

Und wenn ich euch jetzt verrate, dass in den Regalen jedes gut bestückten Zeitungsladens bereits die nächsten Romane von Mortal Engines stehen, dann wisst ihr, was in den nächsten Jahren auf euch zukommen wird:

Mortal Engines: Jagd durchs Eis
Mortal Engines: Der Grüne Sturm
Mortal Engines: Die verlorene Stadt

Und wer auf einem bekannten Buchverkaufsportal in den Rezensionen nachschlägt und gleich als erstes etwas von “Plattes Kinderbuch mit eindimensionalen Charakteren und einem Leichenberg” (Quelle: BücherKriegerin via Amazon.de) liest, der weiß, wo die Reise hingeht.

Und nun sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt …

.kinoticket-Empfehlung: Man entferne das Fantasy-Gen aus den alten Herr der Ringe-Erfolgen und werfe es einige tausend Jahre weiter in die Zukunft.

Was dabei rauskommt, wirkt grafisch, optisch, akustisch und technisch wie der alte Ruhm von Peter Jackson, birgt aber eine absolut dümmliche Story und zweibeinige Wesen, denen man keinen Deut abkauft, was sie einem vorsetzen wollen.

Wer das sehen will, sollte ins Kino und sich vollständig auf die Special Effects und das 3D fokussieren, das ist nämlich tatsächlich so gut wie lange kein Konkurrenzfilm mehr, die Story und “Buchvorlage” kann man aber vollständig vergessen.

Nachspann
❌ braucht man nicht zwingend mitnehmen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 13. Dezember 2018

Original Title: Mortal Engines
Length: 129 Min.
Rate: FSK 12

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© 2018 Filmperlen

Die Erscheinung, nicht gleichbedeutend mit “Die Erleuchtung” oder “Das Maß aller Dinge”, das sich Gläubige im Zuge dessen gern mal selbst auf die Stirn tätowieren und per se den kompletten Rest der Welt kategorisch ausschließen, ohne deren Richtungen und Lebensweisen überhaupt wirklich zu kennen… Ein Phänomen, das mir die Religion zusätzlich ziemlich verdorben hat.

Dazu kommen all die verdammten Kriege, Hasspredigten, tief verwurzelte Geistesirrungen, wie man sie z.B. von einem Herr Sarrazin bundesweit in den Spiegel-Bestsellerlisten lesen kann, die ganze Völker systematisch mit unbegründetem Hass vergiften. Religion ist und war schon immer Streitpunkt, der Anlass dazu gab, dass man sich gegenseitig die Schädel einrannte und – wenn man nicht damit beschäftigt war, blutigen Horror auf der Leinwand und dem Papier zu verdammen – selbst die schlimmsten aller Horrorvorstellungen zu erschaffen und in weiter Welt auszuleben.

Ich gehöre zu den “Kindern”, die darunter heute immer noch leiden und darum eine sehr … sagen wir “eigenwillige” Einstellung zu diesem Thema mit sich rumtragen.

Blickt man ganz nüchtern in die Geschichte der Menschheit zurück, erkennt man klar und deutlich, dass sich Religion oft als ein Stellmaß für systemweite Kontrolle über ganze Bevölkerungsschichten dargestellt hat, ohne dass diese es auch je bemerkt hätten: Klar, der Gläubige definiert sich selbst gerne als “wissend” und “mündig” und merkt dabei gar nicht, dass seine Hirnwindungen vielleicht längst gewaschen wurden und er einer Lüge aufgesessen ist, die man ihm als Wahrheit verkauft hat. Natürlich möchte er ein guter Gläubiger sein, der frei von Zweifeln einen anständigen Glauben lebt und darum nichts in Frage stellt.

Ist euch schon mal aufgefallen, dass dieses “Infragestellen” von den Anführern solcher Religionsgemeinschaften oft genauso beantwortet wird, als würde man ihnen eine Suppe mit toten Ratten vor die Nase setzen?

“Tz tz tz, bist du etwa vom rechten Weg abgekommen und vertraust nicht auf die Schrift, die Gott der Heilige selbst verfasst hat? Tz tz tz … Geh hin und tue Buße!”

Und dabei definieren sich die wahrhaftigen und beständigen und vor allem wahren Dinge doch gerade dadurch, dass man sie prüfen und untersuchen kann und sie jedweder Untersuchung standhalten. Jesus sprach auch im neuen Testament zu Johannes, dass dieser ihn berühren und es am eigenen Leib prüfen sollte, ob er wahrhaftig der Messias ist. Er sagte nicht “Du Idiot, glaub einfach und halt deine Fresse”, sondern er hielt ihm seine Hände hin und ließ sie auf Herz und Nieren testen. So zumindest steht es in der Bibel, die für die christliche Glaubensgemeinschaft ja irgendwie eine Art “Fundament” darstellt, auf der all das gegründet zu sein scheint und nach der man sein eigenes Leben ausrichten sollte und es gleichtun.

Warum also möchten die Führer solcher Legionen nicht, dass man selbstständig nachdenkt und einfache Überprüfungen anstellt, die es einem wieder und wieder beweisen, dass man noch auf der richtigen Fährte ist und nicht irgendwelchen Mumpitz auf einmal für wahr anerkennt?

Warum möchte der politische Staat nicht, dass der Soldat an der Front nachdenkt, bevor er seine Waffe zückt und fremdes Leben eigenmächtig beendet?

Warum möchten religiöse Führer nicht, dass man sich exakt an die Schrift hält, sondern dichten immer wieder neue Verhaltensweisen dazu und begründen sie damit, dass sie selbst sie gesagt haben und sie deshalb wahr sind?

Fragen über Fragen, deren Antworten wir wohl niemals erfahren werden … wenn wir nicht selbst unsere Rübe anstrengen und unseren mächtigen Geist benutzen und darüber ausfragen, was gut und richtig ist und was nicht.

Die Erscheinung verblüfft mit einer famosen Infragestellung des katholischen Glaubens und deren Macht-Ideologien und gründet sich dabei nicht auf die sonst übliche “Pro-Kontra”-Kultur, mit der man Glauben in der Regel außerhalb und innerhalb der Kirche begegnet, sondern setzt hier eine fast schon nahezu wissenschaftliche Betrachtungsweise in Gang, die gelinde gesagt faszinierend ist.

Das Bild, dass man sich hier zeichnen möchte, ist frei von jedweden geistigen Kontaminationen und rollt die Kunstprojektionsfläche vollständig von vorne auf. Keine Katapulte aus der Vergangenheit, keine Klischees, kein Voranstellen irgendwelcher geistigen Eigenschaften, sondern die Leinwand weiß machen, drauf träufeln, was einem von der Kirche geliefert wird und dann schön systematisch und analytisch durchexerzieren, bis am Ende nur noch die Wahrheit übrig bleibt.

Und das bedeutet: Arbeit! Einen riesigen, langwierigen, zähflüssigen, beschwerlichen und ärgerlichen Misthaufen an Arbeit, durch den man sich wühlen muss und Konventionen brechen, Menschen bis auf die seelische Haut ausziehen und mühselig herausfinden, was nun wahr ist und was nicht.

Klar: Darum heulen heut auch viel lieber die Sarrazin-Kinder auf Facebook rum, wie durchmuselmant unsere Gesellschaft ist, ohne Nachforschungen anzustellen und Strichlisten zu führen, wie viele christliche Geistige durch die Popup-Bekehrungs-Waffenüberfälle sonntags vor der Kirche gewaltbereit konvertiert wurden … logisch, da würde nämlich “0” rauskommen und das ist ja nunmal keine Zahl, um sich großflächig drüber aufzuregen und ein ganzes Land in Angst und Schrecken zu versetzen, dass “endlich etwas getan werden muss”.

Die mühsame Arbeit der Recherche und der faktischen Überprüfung von Behauptungen auf sich zu nehmen und durchzugehen ist eine Tätigkeit, die heute kaum noch jemand tut – man liest irgendwo etwas und kauft es für bare Münze ab. Selbst eine Quelle hat keine Bedeutung mehr, sondern es stand ja hier und da, also ist es auch wahr.

Dass gerade in so einem Zeitalter, in der Worte wie Dreck um einen herum fliegen und dermaßen inflationär überall gepostet werden kann, umso mehr Scheißdreck wiedergegeben wird, ist bislang noch niemandem aufgefallen? Nein?

Zurück zum Film: Der zähfließt am Anfang auch erstmal durch einen mühseligen Prozess, der einen tatsächlich auf den Boden der Tatsachen holt und der – in der OmU-Fassung erst recht – erstmal ziemlich anstrengt. Begrifflichkeiten, Formalitäten, Behauptungen, Zusammenkünfte. Aus diesem Grund arbeite ich nicht in irgendeiner Kirche.

Und doch steht dieser Streifen diese Woche auf Platz 1 meiner Wochen-Empfehlungen. Warum?

Was hier nämlich kommt, ist einfach sagenhaft. Ist man einmal drin, lässt einen der Film kaum mehr los. Die Nachforschungen werden immer spannender, die Behauptungen immer durchschaubarer und das Konzept, mit dem man all das hier aufgezogen hat, feiere ich beständig: Noch nie hat es eine so geniale Konstellation an Interessen gegeben, die hier aufeinander losgelassen werden und sich tatsächlich der Materie widmen und dabei alle niederen Instinkte vollkommen außen vor lassen und sich wahrhaftig auf hohes Niveau begeben.

Und das beim Thema Religion! Der Hammer!

Begleitet von einer absolut einfühlsamen Kamera, sporadisch eingesetzten Musik-Elementen, die einen tatsächlich innerhalb des kirchlichen Themas lassen und einer persönlichen Story, die mal nicht den üblichen “… und jetzt noch die Liebe dazu”-Beigeschmack hat, sondern sich am Schluss tatsächlich zu meinem persönlichen Höhepunkt entwickelt und mir Tränen in die Augen getrieben hat, entpuppt sich der Film als eine grandiose Entdeckung am Sternenhimmel aller bisherigen Filme rund um Religion und als einer der wahrhaftigsten.

Und glaubt mir: Allein die Thematik reicht oft schon aus, um mich mit Zornesröte im Gesicht zu erleben. Die Aufgabe, mich hier auf einen positiven Standpunkt stellen zu können, ist also ungleich schwieriger und der Weg dahin um einiges länger, als es anfangs den Anschein hat. Wie gesagt: Der Titel steht auf der Top 1 diese Woche … und dazu stehe ich.

Auch, wenn man hier anfangs viel Geduld und Zeit mitbringen muss und wirklich den Wunsch haben, diesen Film zu sehen: Die Anspannung löst sich hinterher nicht nur selbst in Wohlgefallen auf, sondern führt einen zu einem geistigen Punkt, der großartig ist und den ich in dieser Konstellation so noch nie erlebt habe – was mich wirklich vom Hocker geschmissen hat.

.kinoticket-Empfehlung: Religion ohne Vorurteile und inklusive eigenes Hirn einschalten – funktioniert das?

Ja, wenn man Die Erscheinung anschaut und feststellt, dass hier tatsächlich meisterhafte Fragen gestellt und mit dem Zuschauer gemeinsam erörtert werden. Xavier Giannoli wirft den Hunden also nicht nur einfach irgendwelchen Fraß vor, sondern eröffnet die Chance, selbst auf Spurensuche zu gehen und in ein tiefgreifendes Geflecht einer Welt vorzudringen, die vermint wie nochmal was ist und dabei die größte Entdeckung aller Zeit herauszufinden.

Das Niveau, mit dem man sich hier nähert und welches zum Ende beständig gesteigert wird, lässt diesen Film für mich zu einem wahren Leckerbissen werden, den man sich nicht nur beschauen sollte, sondern freiwillig verschlingt.

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, Saal freigeben und nach draußen.

Kinostart: 13. Dezember 2018

Original Title: L’Apparition
Length: 137 Min.
Rate: FSK 12

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© 2018 Warner Bros. Ent.

Florian David Fitz ist ja eher für nachdenklichen Stoff bekannt, während Matthias Schweighöfer der Garant für deutsches Fremdschämen mit Ausnahmefällen ist: Seine viel zu kurze Rolle in Vielmachglas werde ich ihm nie vergessen.

100 Dinge hat bei mir schon im Vorfeld große Brechreize ausgelöst, da ich zum ersten Mal das Original aus Finnland wirklich kannte und dessen Bedeutsamkeit durch die schonungslose Komödienvergewaltigung Schweighöfers zu Grabe getragen sah.

Der Mensch, der diese Sache nämlich wirklich vollzogen hat und ganz andere Absichten dabei im Kopf hatte, hat dazu auch eine Doku gedreht, die man sich unter dem Namen My Stuff raussuchen und anschauen kann. Hier hat bereits der .trailer zu 100 Dinge ordentlich draufgehauen und prophezeit, dass das nichts gutes werden kann.

Tatsächlich liefert Warner Bros. Ent. hier aber keinen vollständigen Rohrkrepierer ab, sondern mischt das Gute mit dem Nützlichen: Man holt über nackte Ärsche und Fitz‘ sowie Schweighöfers Schwanz die Klientel in die Säle und setzt ihnen dann unterschwellige Nachdenk-Botschaften ins Hirn, die bei mir tatsächlich krampfartige Zwiespältigkeit auslösen. Man könnte sagen: Die Idee (geklaut?) ist gut genug, um sie durch einen Film zu zelebrieren und darüber wieder in den Köpfen zu bewegen, die Umsetzung und komödiante Ablenkung davon ist zu schlecht, als dass man hier von einem gelungenen Werk sprechen könnte: Es ist einfach gleichermaßen beides.

Fitz streut auch hier wieder viel von seiner unstillbaren Intelligenz ins Feld, die ihm viele aberkennen, weil er in meinen Augen im Schatten Schweighöfers immer ein wenig untergeht und etwas zu defensiv wirkt. Dabei sind seine Absichten und Denkweisen nahezu vorbildlich und liefern viel Tiefgründigkeit und Wissen verpackt in Herzensgeschichten an den Zuschauer ab.

Schweighöfer macht stattdessen weiter sein Ding und basht unterschwellig weiter auf der Werbeschiene rum, die ihm Til Schweiger ins Ohr gepflanzt hat und ist einfach wie er ist: Die meisten werden sowieso wegen ihm in den Film gehen und nicht, weil sie mehr über die Sache wissen wollen.

Und damit geht die eigentlich wichtige Botschaft halt gutbürgerlich den Bach runter und wird zwischen dämlichen Einwürfen und dümmlichen Liebesgeschichten am Ende nahezu vergessen, was mich wieder zurück auf My Stuff bringt: Wenn euch das Thema interessiert, dann schaut euch lieber das Original an und vergesst, was euch hier vorgesetzt wurde.

.kinoticket-Empfehlung: Stand von Beginn an unter einem schlechten Omen: Das Original hat hier ganz klar die Nase vorn: My Stuff.

Fitz gibt sich Mühe, eine Botschaft zu vermitteln und es fallen genügend intelligente Sätze, die es wert sind, dass man sich diesen Film anschaut, Schweighöfer und Co. tragen aber dazu bei, dass die Brisanz dabei völlig gekillt und am Schluss einfach nur ein dumm-herrlicher Film auf der Bühne steht und von der eigentlichen Intention niemand mehr etwas wissen will.

Ob das nun ein Gewinn für die Menschheit ist, oder man den Grundgedanken damit brachial zu Grabe trägt, mag jeder für sich entscheiden.

Nachspann
❌ lohnt sich nicht, sitzen zu bleiben, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: 100 Dinge
Length: 110 Min.
Rate: FSK 6

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© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Spider-Man beseelt seit 1962 unseren Planeten und wurde von Marvel-Ikone Stan Lee in Zusammenarbeit erschaffen. 1962 … der Junge ist jetzt also 56 Jahre alt und hat bereits einiges hinter sich: Eine megagroße Fanbase im Comic-Verein aufgebaut, tausende Anhänger, die ihn als Kinder vergöttern und mit ihm großgeworden sind und eine ellenlange Story von Misserfolgen, wenn es um großartige Leinwandkunst geht.

In meinen Augen hat man mit Tom Holland endlich einen vögelbaren Kerl auf die Menschheit losgelassen, der an der Hundeleine von Superstar Iron Man endlich einen vertretbaren Platz in der Arena der Superfighter bekommen hat, die ihn als „Kid“ in der Hero-Szene klar macht und das fiasköse Desaster beendet, was man da bislang angerichtet hat.

Als Musterknabe an den Händen der Avengers versucht man ihn ja seitdem irgendwie zu etablieren, denn: Marvel steht erstmalig vor dem großen Problem, die Scheiße ausbaden zu müssen, die andere angerichtet haben und einen Charakter auf der Leinwand und in den Köpfen der Menschheit zu reseten. Spider-Man ist somit die erste Figur, die man nicht vollkommen aus eigener Herrschaft heraus filmisiert, sondern quasi “eingekauft” hat, um daraus jetzt etwas episches zu gestalten und ihn endlich mit vielen anderen gemeinsam antreten zu sehen.

Und da der Mensch als Spezies dafür bislang einfach zu ungeschickt war, radiert man nun die letzte, störende Komponente noch aus der Rechnung aus: Alle Schauspieler => man gibt den Traum, daraus irgendwann tatsächlich Profit schlagen zu können, nun endgültig auf und versucht sich an den Wurzeln, aus denen Marvel heraus entstanden ist: Comics.

Oder – als Film gesehen – eben Animation. Lego Movie-Gestalter Phil Lord und Chris Miller stehen als kreative Köpfe hinter der Entscheidung, hier einen komplett neuen Animationsstil zu verewigen, der mir in der 2D-Fassung unendlich viel Sorgen bereitet.

Ganz ehrlich? Ich saß in der Pressevorführung und habe mit mir selbst gerungen, wenige Sekunden dieses wahnsinnig fesselnden Plots zu opfern für die Tatsache, nach draußen zu gehen und zu fragen, ob man für die Vorführung die 3D-Brillen vergessen hätte: Die Ränder sind teilweise so unscharf und seltsam gezeichnet, dass man meint, es handele sich hier um 3D – ohne Brille.

Fakt 2: Die Presseveranstalter haben auf die Plot-Sekunden verzichtet und 3D-Brillen ausprobiert und sagten mir hinterher, dass dies auch keinen Unterschied machen würde, was mich zu der dringenden Bitte führt: Verzichtet einheitlich auf die 2D-Fassungen des Films und schaut ihn euch ausschließlich in 3D an, alles andere ist in diesem Niveau eine einzige Zumutung! Dies sahen übrigens auch andere Teilnehmer der Veranstaltung so.

Aber mal davon ab: Der Film bügelt nun die unzähligen Fehler amüsant fröhlich und mit einer völlig neuen Form aus und bringt nun endlich mal charakteristische Ordnung in die verkümmerten Ansichten, die da bislang produziert wurden: Wer sich die unendliche Liste an möglichen Möglichkeiten (spoilerfrei zu bleiben ist manchmal gar nicht so leicht ;-)) auf Wikipedia mal so durchliest, der entdeckt auf einmal ein Potenzial an neuen Film-Chancen, die in mir leichtes Kribbeln hervorrufen und mich leise “Wann? Wann???” schreien lassen.

Die Ideen, mit denen man hier nun endlich mal auf den Tisch haut und Klarheit liefert, sind irgendwie grandios und – besonders hervorzuheben – die düsteren Elemente durch die Bank weg ein einziger Erfolg: Es hat in meiner Filmkarriere bisher noch NIEMALS existiert, dass ein Charakter tatsächlich mit jeder einzelnen Silbe vollkommen ins Schwarze trifft!

Die süffisante Amüsement-Bombe, die man von Marvel sonst so kennt, wurde hier erneut Venom-geprägt wieder aufgegriffen und damit ein Näherungspakt gegründet, der die ansonsten recht eigenständigen Sony-Werke sanft ins Marvel-Universum einbettet und damit großartige Vorarbeit für zukünftige Aufeinandertreffen liefert.

Die Idee, von der Schauspielerei jetzt auf Animation umzuschwenken und damit erstmal überhaupt ein Rahmenkonstrukt zu liefern, damit klar ist: Hier existiert noch viel mehr, als ihr bisher dachtet – und somit auch die Comic-Fangemeinde wieder einzusammeln, finde ich großartig – nur die 2D-Optik war tatsächlich zum Kotzen.

.kinoticket-Empfehlung: Eine Entscheidung steht außer Frage ohne Diskussion im Raum: Nur in 3D und auf gar keinen Fall in 2D – die unbebrillte Version ist dermaßen zum Kotzen, dass jeder einzelne Cent dafür verschwendet wäre.

Die Großputzaktion, die Marvel als Hintergrundlabel hier durchführt, räumt endlich mit Halbwissen und irgendwelchen Seltsamkeiten rund um das Spider-Verse auf und beendet damit hoffentlich die Misserfolg-Ära dieser Superhelden-Epen und liefert ein amüsantes und vor allem unglaublich breites Feld an neuen Möglichkeiten für kommende Streifen.

Ich sag mal: Rein da, sich den Anfang besehen und hoffen, dass dieser Zug nun endlich vernünftig startet und nicht wieder mit vollem Karacho gegen die Wand fährt, wie es bisher mit Spider-Man-Filmen immer war.

Nachspann
✅ Auch wenn Sony drauf steht: Spider-Man ist ein Marvel-Produkt und ihr wisst, was das heißt: Ja, wirklich bis zum bitteren Schluss!

Kinostart: 13. Dezember 2018

Original Title: Spider-Man: Into the Spider-Verse
Length: 116 Min.
Rate: FSK 6

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Under the Silver Lake

© 2018 Weltkino Filmverleih

Under the Silver Lake, was an sich schon als Verschwörungsklausel gelten könnte, ist der neue Titel des It Follows-Regisseurs, der sich abermals in langatmiger Erzählweise ertüchtigen möchte.

Ich hatte mit dem viel gepriesenen Horror-Stück schon meine lieben Schwierigkeiten, weil die Spannung einfach viel zu früh aufgelöst und der Film damit bereits in den ersten Minuten jeglichen Sinn für Gänsehaut und authentische Momente aufgegeben hatte. Und ich verstehe bis heute nicht, wieso dieses Ding überhaupt jemand feiert. Zu deutsch: Es war das langweiligste und langatmigste, das mir je untergekommen ist.

Under the Silver Lake lässt deutlich spüren, dass hier der gleiche Kerl am Werk war, hat aber in vielen Punkten seine Hausaufgaben gemacht: Die Zeichnung und Optik des Films ist erstklassig und zerberstet fast vor unermesslichem Erzählpotenzial. Was hier grafisch aufgefahren wird, ist einfach viel zu schade, um an so einen Film verschwendet zu werden.

Das gleiche gilt für den Soundtrack: Technisch haben die Macher wahrhaftig Ehre verdient und einen Film gezaubert, der schöner kaum sein könnte.

Was mir – wieder einmal – mies aufstößt, ist die Undurchdachtheit des Plots, der zwar in allen Maßen seltsam und durch und durch verhangen ist, jedoch keine Brillanz aufweist, die ihn zum Meisterwerk emporsteigen ließe. David Robert Mitchell verheddert sich in seiner eigenen Abstrusität und erzählt somit ein Potpourri von verwegenen Verschwörungsfetzen, die zwar für sich interessant erscheinen, sich aber während der überlangen Laufzeit nicht zu einem Gesamtbild zusammenfügen lassen und somit Keime der “Sinn-Frage” durchscheinen lassen.

Und damit entblößt man sich als Luft-Heini, der nichts zu sagen hat und die Welt nur durch “komische Atmosphäre” unterhalten kann – das ging bei It Follows bereits schief und haben andere Regisseure vorher schon wesentlich besser auf die Reihe gekriegt.

Und dabei hätte man mit dieser Grafik so viel geiles anstellen lassen können … Und es bleibt mir weiterhin schleierhaft, warum das Publikum diesen Film jetzt erneut so abfeiert…

.kinoticket-Empfehlung: Grafisch und akustisch eine absolute Augen- und Ohrenweide 🙂

Der Plot mäkelt vor sich hin und macht das Werk zu einer genauso harten Zeitaufgabe, wie es schon bei It Follows der Fall war: Die Länge wird unerträglich, weil man einfach nicht aus der Hütte raus will, sondern immer nur den Kopf durchsteckt – und das für die endgültige Befreiung halt leider nicht reicht.

Nachspann
✅ ist animiert, darf man also gerne noch mitnehmen.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Under the Silver Lake
Length: 139 Min.
Rate: FSK 16

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Tabaluga

© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Peter Maffay zählt zu den Miterfindern der Zeichentrickfigur Tabaluga, die seit 1983 die Kinder begeistert und dadurch Generationen durch ihre Kindheit half.

Kein Wunder, dass diese Erfolgsgeschichte nun auch einen eigenen Kinofilm bekommt: Tabaluga – Der Film mit Michael Bully Herbig, Wincent Weiss, Rufus Beck, Heinz Hoenig, Yvonne Catterfeld und Rick Kavanian in den Hauptrollen.

Nun scheiden sich bei solchen Großprojekten, die so viele Generationen umfassen, meistens die Geister: Die älteren bejammern, dass nicht alles gleich ist wie damals, dass man auf neue Technik setzt oder verschiedene (elementare) Dinge anders ausgestaltet und eben vom Original abweicht, während jüngere eine oftmals weniger kritische Meinung äußern, oft wegen Nichtwissens älterer Fakten oder weil sie den Film eben einfach unvoreingenommener bewerten als die, die damit groß geworden sind.

Und das ist (und wird vermutlich) auch immer ein “Problem” bleiben, was ich aber gar nicht mal so dramatisch auffasse: Tatsache ist, dass Tabaluga – Der Film als eigenständiges Projekt eine tolle Geschichte erzählt, die Kinder als Neulinge gefangennehmen kann und trotzdem genügend Nostalgie-Essenz enthält, damit sich die Älteren nicht gänzlich verloren im Kino fühlen.

Dass dabei auch auf die Songs von Peter Maffay gebaut wird und man quasi das Musical verfilmt, ist für mich ein weiterer Meilenstein der “Andere-Kunstformen-auf-die-Leinwand”-Anstrengungen, die seit geraumer Zeit bemüht werden.

Die Animationen, auf die man hier gesetzt hat, sehen top aus und zeugen tatsächlich von Können und bereichern dadurch die Geschichte durch die Prise Professionalität, die anderen Kinderfilmen oft noch fehlt.

Lobenswert erwähnt werden muss auch: Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH und die Produzenten des Films spenden 10% der Leihmiete an die Peter Maffay Stiftung und setzen sich damit gemeinsam für Werte wie Freundschaft, Empathie und Respekt ein und fördern Kinder mit schwierigen Vergangenheiten, damit diese zu neuem Selbstwertgefühl finden.

Damit schafft man einen Kinofilm, der sowohl diese Werte präsentiert und gleichzeitig auch Taten im Hintergrund, die das Gesagte vorleben und jedem dabei helfen, aktiv etwas zu tun… einfach, indem man ins Kino geht und sich diesen Film anschaut.

Und so etwas ist großartig! Wer gerne mehr darüber wissen möchte, findet hier nähere Infos: https://petermaffaystiftung.de/.

.kinoticket-Empfehlung: Ein mittlerweile 35jähriges Projekt erhält seinen eigenen Kinofilm und begeistert damit die neuen Generationen.

10% der Leihmiete (Einnahmen durch die Kinos, die an den Verleih gehen) gehen via Sony & Produzenten an die Peter Maffay Stiftung und kommen somit Kindern erneut zugute – und damit tut der Film, was er auf der Leinwand selbst lehrt, direkt schon im Hintergrund – ein tolles Unternehmen, vor dem ich auf jeden Fall meinen Hut ziehe!

Nachspann
❌ ist zwar cool in 3D, braucht aber nicht ausgeharrt zu werden, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Tabaluga – Der Film
Length: 90 Min.
Rate: FSK 0

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Widows

© 2018 Twentieth Century Fox

Twentieth Century Fox hat euch für diesen Film wieder ein Gewinnerpaket geschnürt bestehend aus 3×2 Freikarten sowie 3x Kinoplakaten, die ich unter dem Beitrag an meine Leser weiterverlosen darf!

Der Rachefeldzug gegen die männliche Dominanz im Kino geht weiter – und erbt inzwischen ertragreiche Früchte, die nichts mehr mit Gender-Gerede zu tun, sondern den Absprung zum ernsthaften und wahnsinnig unterhaltsamen Kino-Entertainment-Abenteuer längst vollzogen haben.

Widows – Tödliche Witwen ist das geistige Erbe eines Fans der TV-Serie von damals, der die geballte inhaltliche Power auf die neuzeitliche Gegenwart und damit eine völlig andere Gesellschaft projizieren wollte und in meinen Augen einen großartigen Coup gelandet hat.

Gleichzeitig berührt der Film abseits der Action auch sensible Parts des Lebens und liefert übersetzbare Vorbildpraktiken für ein gemeinschaftlicheres Ziele-Erreichen, das jeder auf seine Art in den Alltag interpretieren und (ohne Waffen & Gewalt) umsetzen kann.

Steve McQueens Werk steht dabei aber in keinem Schatten und muss sich durch irgendetwas behaupten, sondern er wartet mit starken, überzeugenden und inhaltlich tragbaren Elementen auf, die am Ende einen unglaublich sehenswerten Streifen auf die Leinwand gebracht haben, der für einen gemeinschaftlichen Kinoabend lässig taugt.

Das Metier, in dem man sich hier bewusst bewegt, grenzt an das Plot-Genre des Actionkinos heran und trumpft hier und da mit ein paar tollen Überraschungen auf, die aus dem Gesehenen definitiv keine Enttäuschung werden lassen.

Damit schafft McQueen ein vorzeigbares Neuzeitelement von Lynda La Plantes Miniserie und liefert als Oscar-Gewinner für 12 Years A Slave erneut einen Titel für die große Leinwand ab, den man sich definitiv nicht entgehen lassen sollte.

G E W I N N S P I E L

Twentieth Century Fox hat wieder zugeschlagen und euch ein Bundle geschnürt, bestehend aus 3×2 Freikarten für den Film sowie insgesamt 3 Kinoplakaten, die ich hiermit an euch weiterverlosen möchte.

Beantwortet diesmal einfach folgende Frage:

Welche Filme mit starken Frauenrollen habt ihr bereits im Kino gesehen und welcher hat euch davon am besten gefallen?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich Sonntag, 16. Dezember 2018 unter diesem Beitrag im Blog eingehen, werden die Gewinne verlost. Bitte gebt hierfür bitte dringend eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann.

Nach Abfrage eurer Adresse wird euch im Falle des Gewinns dieser postalisch zugeschickt und alle Daten anschließend wieder gelöscht.

Ich wünsche euch viel Glück und natürlich – wie gehabt – mega viel Spaß in den gemütlichen Sesseln der Kinos.

.kinoticket-Empfehlung: Starke Geschichte über extrem starke Frauen!

Steve McQueens Filmwerk ist eine Hommage an die Londoner TV-Serie und trägt deren Inhalte ins moderne Chicago, was an der kraftvollen Aussage dieses Werks rein gar nichts ändert und definitiv für einen gelungenen Kinoabend steht.

Nutzt die Chance auf die Freikarten und bevölkert die Kinos – dieser Titel lohnt sich definitiv.

Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Widows
Length: 129 Min.
Rate: FSK 16 | R

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Anna und die Apokalypse

© 2018 Splendid Film GmbH

 

Ernsthaft? Die Idee ist großartig! Alljährlich wird man zugemüllt mit Weihnachtsmovies der immer gleichen Sorte und ertrinkt fast in Romantik und Kitsch! Anna und die Apokalypse wartet als Musical mit einer total verblödeten Story auf, die aber zusätzlich ein Genre ins Spiel bringt und damit als “Zombie-Weihnachts-Musical” auf dem Plan steht.

Dafür? Chapeu!

Zombiefilme sind inzwischen genauso Massen-Mainstream, den niemand mehr sehen will und kann und jetzt mit Konstrukten wie “Rom-Zom-Com” um sich werfen zu können ist derart verrückt, dass es fast schon wieder Spaß machen könnte.

Für meinen Teil dauerte es ein wenig zu lange, bis der Titel den roten Kleister ausgepackt hat und den letzten ernsthaften Zombie-Movie habe ich vor meiner Reinkarnation gesehen, ergo sollten die Erwartungen ebenfalls in Grabesnähe dümpeln und keineswegs emporsteigen.

Tatsache: Das Ding ist so dämlich, dass man tatsächlich mehrfach damit beschäftig ist, ob der Dummheit zu lachen und sich insgeheim richtig geil unterhalten fühlt. Dabei wartet man mit typischen La La Land-Manieren auf und bringt dabei den obskuren Witz eines 90er Jahre Zombieslashers mit ins Spiel, was absolut absurd wirkt und der Geschichte ein wenig Würze verleiht.

Dazu entwickelt der Streifen in den ersten Folgeminuten einen tiefschwarzen Humor, der förmliche Lachsalven in den Kinosaal wehte und sowohl jung als auch alt dazu zwang, Zwerchfelltraining zu betreiben! Diesen Humor hätte ich mir ausgebaut gewünscht und dabei noch ein zwei Spitzen mehr in den Plot eingebaut. Jedoch merkt man sehr schnell, dass die Luft ziemlich dünn wird und anschließend nicht mehr viel zu erwarten ist.

Damit pendelt sich das Niveau im ersten Teil schon ziemlich ein, was sich dann bis zum Schluss durchträgt und weder besser noch schlechter wird. Wer damit kein Problem hat, darf sich dieses Jahr zu Weihnachten mal über einen abnormalen Film freuen, der von Weihnachtskitsch nicht viel übrig lässt und eine völlig neue Humbug-Variante ins Spiel bringt, die als Idee – wie anfangs schon erwähnt – echt grandios ist.

 

.kinoticket-Empfehlung: Tolle Idee mit teils grandiosen Gags, die aber relativ schnell absacken und gegen Ende des Films nichts mehr wirklich vorhalten.

Man könnte meinen, es handelt sich um ein wahnsinnig professionell gestaltetes Studentenprojekt, zumindest, was das Plotniveau angeht, auch wenn die Optik dazu viel zu geil aussieht. Die Jokes sind neu und die Idee ist zum Abfeiern, jedoch hätte ich mir wesentlich mehr zynischen Humor gewünscht und vor allem zum Ende viel mehr Biss.

Als Weihnachts-Alternative auf jeden Fall zu gebrauchen, schraubt eure Erwartungen aber nicht höher als die Leichen in den Gräbern.

 

Nachspann
✅ ist animiert, man braucht also nicht gleich raus rennen.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Anna and The Apocalypse
Length: 92 Min.
Rate: FSK 16 | R

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Climax

Climax

© 2018 Alamodefilm

Climax – in einer Zeit der immer böseren Vorhersagen über das Klima, CO2 und Polkappenschmelzungen evtl. noch eine Doku über den Zerfall unseres Planeten?

Ja, aber völlig anders, als ich erwartet hatte – und zehntausendmal geiler!

Climax – dieser Begriff beschreibt nicht etwa das Klima oder irgendeinen Zenitpunkt im Erreichen eines bösartigen Zustands, sondern steht tatsächlich für die absolute Ekstase, in die man im Rausch gelangt: Der Moment des Abspritzens, der Moment, in dem man kommt, die unkontrollierbare und absolut hemmungslose Spitze eines Gefühls, dem man sich vorher intensiv hingegeben hat.

Richtiger Titel. Hammerharter Film.

Wenn du Kinder hast, geh zu ihnen und sag ihnen, dass du ein Leben lang finanziell dafür sorgst, dass ihnen niemals die Drogen und der Stoff ausgehen – wenn sie sich vorher diesen Film ansehen und verinnerlichen.

Ich persönlich glaube, danach rührt nie wieder jemand Rauschmittel an, der noch ganz bei Trost ist. Dieses Werk startet relativ harmlos und erliegt dann einem filmischen Rausch, wie ich ihn lange nicht mehr gesehen habe: Die Münder der Presse standen offen, ich selbst hatte meine großen Abnormitätsmomente und musste eigentlich während des gesamten Films nur noch mit offenen Mund grinsen und dachte mir: WTF! Richtig so! Einfach richtig so – direkt in die Fresse der konservativen Arschlöcher und immer schlimmer werden lassen. Mal sehen, wieviele rausrennen.

Und ja – das begann bereits bei den ersten Pressevorführungen. Die Menschen können Dinge wie diese nicht ertragen und brechen ihren Coolness-Status lieber, bevor sie sich das zu Ende ansehen und begreifen, worauf man eigentlich hinaus wollte.

Gaspar Noé ist bekannt dafür, die Dinge einfach zu zeigen und keine Wertungen in seinen Filmen zu präsentieren – eine Eigenschaft, von der sich viele Medien ein Stück abschneiden sollten. Diese Wertungsfreiheit macht aus diesem Movie ein einzigartiges Kunstwerk, das eine tatsächlich realisierbare Situation aufstellt und im Blutrausch zerpflückt: Die humanoide Spezies wird in ihre Einzelteile zerlegt, man nimmt ihnen Normalität und Alltag weg und schaut dann einfach, was übrig bleibt. Ein hemmungsloses Bild einer verwüsteten Krankheit in betörend schönen Bildern und einer absurd-geilen Kameraführung, die ebenfalls Blut geleckt hat und aus sich raus will. Und kommt.

Hier sind bereits zu Beginn unverwüstliche Hinweise vergraben, denen man Zeit gibt, sie zu entdecken, bevor es dann im big train auf die Reise geht und man schlussendlich in einer Hölle wieder zu sich kommt, die mehr Wahrheit beinhaltet, als man anfangs glauben mag.

Nach The House That Jack Built der nächste kranke krasse Film, der tiefe Aufrichtigkeit mit sich bringt und den Zuschauer komplett verstört, darum aber umso wichtiger ist und eine immens geile Botschaft beinhaltet.

Ja, ich hab es tierisch gefeiert und dachte mir: Wie kann man nur so etwas krankhaft geiles ins Kino bringen und keiner weiß davon? Es ist hammerhart, wie absurd, weltfremd, gestört, verherrlichend und abnorm die gezeigten Szenen hier sind und mit welcher grazil-evilenten Anmut man dabei an das Zerstörungswerk herantritt, um letztendlich alles bis auf die Knochen abzuschaben und den Menschen in seiner völlig entblößten Psycho-Nacktheit zu zeigen.

Ein Meisterwerk des Nischenkinos, das man gut genug verstecken sollte, damit nur diejenigen Zugriff darauf kriegen, die sich den Inhalt auch geistig verdient haben: Hier mit Unterhaltungswünschen reinzuspazieren wäre der völlig falsche Ansatz und wird mit bloßer Entrüstung bestraft.

.kinoticket-Empfehlung: Ein Blutrausch psychedelischer Ekstase, die keine Grenzen kennt und keine Wertungen aufstellt: Mit dieser Offenheit kann kaum jemand umgehen.

Gaspar Noé entführt die Menschen in eine durchaus reelle Situation und überlässt sie dann ihrem eigenen Schicksal, in das sie unweigerlich rennen, sobald man ihnen Normalität entreißt: Das Ergebnis ist ein filmischer Rausch, der extrem in seinen Bann zieht und mit Bildern verstört, die sich lange und dauerhaft ins Hirn einbrennen und einen nicht mehr loslassen.

Unbedingt ansehen, wenn man dazu in der Lage ist, diesen Film nicht als “Entertainment” abzutun, sondern sich ausgiebig damit befassen kann. Etwas geileres gibt es derzeit kaum!

Nachspann
❌ hält keine weiteren Szenen bereit.

Kinostart: 06. Dezember 2018

Original Title: Climax
Length: 95 Min.
Rate: FSK 16

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Astrid

Astrid
© 2018 DCM Film Distribution GmbH

 

Pippi Langstrumpf, Ronja RäubertochterAstrid Lindgren hat sich weltweit einen Namen gemacht und ist aus dem Kinderbuchsektor nicht mehr wegzudenken. Und da wir uns zur Zeit in der Phase von “Wir verfilmen, wie alles entstand” befinden, war es nur absehbar, dass über diese Koryphäe im Literatursegment auch früher oder später ein Film entstehen wird, der die “Geschichte dahinter” erzählt.

Und hier ist er: Astrid.

Das Movie zeigt das trostlose, erbitterte Leben der Schwedin und bringt eine zutiefst depressive Struktur zum Vorschein, die entgegen jeder Lebensfreude und all dem, was aus ihren Büchern bekannt ist, steht: Es ist nahezu ein Wunder, was diese Frau vollbracht hat und aus welchem Sumpf sie sich dafür gezogen hat. Wir kennen die bunten Bilderbücher, wir kennen das glückliche Leben, wir kennen das Streben nach vorn und die Lebensenergie – und der Film spendet von all dem … nichts.

Es ist beinahe eine Qual, sich durch die ermüdend lange Spielzeit zu kämpfen und die tristen Momente zu durchleben, durch die diese Frau exakt so gegangen ist. Das macht nicht den Film schlecht, sondern zeugt eher von der Kraft, die Astrid Lindgren auf die Bildfläche warf und damit ein Vorbild für viele wurde: Immerhin steht sie mit so vielen Projekten und Motivationen dafür ein, dass Kinder ein glücklicheres Leben auf Erden haben und aus all der Trostlosigkeit herauskommen.

Dafür hat sie selbst mit einer Gesellschaft brechen müssen, die Normen und Werte vorgegeben hat, denen sie sich nicht beugen wollte. Es war ein Kampf, der teils bis heute andauert und immer noch nicht zu Ende gekämpft ist. Was das alles für Kraft gekostet hat, davon ist dieser Streifen ein leuchtendes Beispiel: Der Zuschauer sieht nicht nur durch ein Fenster in die damalige Zeit, sondern spürt am eigenen Leib den Energieverlust, indem er sich durch den sehr langatmigen und traurigen Film durchkämpft.

Man kann dies als Motivation ansehen, für mich war es einfach nur beschwerlich.

 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film offenbart die Stärke einer Frau in einer trostlosen Dimension sondergleichen.

Der Zuschauer erlebt die gleichen Leiden wie diese Frau in einem langatmigen und tristen Ausmaß. Es ist ein Trauerspiel und gleichzeitig das größte Wunder, welche Werke daraus erwachsen sind. Diese Mutation auch im Kino zu erleben ist den Besuch durchaus wert, man sollte aber etwas eigene Kraft dafür mitbringen, um hier heil wieder raus zu kommen.

 

Nachspann
✅ liefert noch ein Liedchen, lasst den Rausgang aus dem Saal also gemütlich angehen.

Kinostart: 06. Dezember 2018

Original Title: Unga Astrid
Length: 123 Min.
Rate: FSK 6

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