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wenn aus filmen leidenschaft wird

Ailos Reise

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© 2019 NFP marketing & distribution | Ascot Elite Entertainment

Unglaublich schön! Was Regisseur Guillaume Maidatchevsky hier auf die Füße gestellt hat, zerbirst förmlich vor professioneller Vorbereitung, die selbst Kenner und Techniker in Staunen versetzt: Ailos Reise fährt einfach so mal den Großteil aller anderen Tierdokumentationen gnadenlos aus dem Rennen und positioniert sich nahe am Genre-Mogul BBC: Das Teil ist großartig und erzählt die Geschichte von Tierchen, die eben nicht die “üblichen Verdächtigen” darstellen, sondern zieht ganz andere Register.

Dabei hat man tief in die Wühlkiste aller Lebewesen gegriffen und Erstaunliches zu Tage gefördert. Genau das hat mir unglaublich an diesem Film gefallen: Man möchte nicht einfach nur wiederholen, den Bürger zu mehr Naturnähe und Planetenbedachtsein aufrufen, sondern liefert ein Abbild der Natur aus entlegenen Winkeln mit Beispielen, die sich selbst aus dem Sumpf aller Dokumentationen freikämpfen und damit etwas völlig Eigenständiges werden.

Dazu gesellt sich technisches Know-How, dass den Kamera-Freak in mir wieder in Wallung bringt: Die Aufnahmen sind derart meisterhaft, dass man es manchmal gar nicht glauben kann und sich die ganze Zeit fragt: Wie zur Hölle haben die das gemacht?

Wie sind die so nah an die Viecher ran? Wie haben die solche Aufnahmen herstellen können ohne die Tierchen zu verschrecken? Und dann die Qualität der Aufnahmen auf solch hohem Niveau setzt auch voraus, dass man in Technik investiert hat, um hier einen so nischigen Film abzuliefern… Perle vor die … Ihr wisst schon und sorgt hoffentlich dafür, dass dem nicht so ist, sondern möglichst viele in den Genuss dieses Streifens kommen, der seit gestern in diversen Independent-Kinos zu finden ist.

.kinoticket-Empfehlung: Nein, it isn’t just another one … es ist besser! Viel besser!

Hier steckt Vorbereitung, Planung, unfassbar viel Zeit und Geduld und vor allem ein geniales Konzept dahinter, dass es allein wert macht, diesen Film zu sehen. Darum gehört er auch ins Kino: Freigesprengt von allen anderen Dokumentationen über Tierwelten liefert man hier Beispiele, die man so eben noch nicht gesehen hat – und damit zeitgleich den Zuschauern einen Grund, doch ins Kino zu gehen und gemeinsam zu staunen.

Die Konzeption hinter der Kulisse ist wahnsinnig aufwendig und professionell und raus kommt ein super Werk für groß und klein, dass man sich definitiv besehen kann. Daumen hoch!

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, rausgehen erlaubt.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Aïlo: Und odyssee en Laponie
Length: 86 Min.
Rated: FSK 0

Sweethearts

Sweethearts

© 2019 Warner Bros. Ent.

Karoline Herfurth – manchen bekannt aus Türkisch für Anfänger – den meisten spätestens durch die Fack Ju Göhte-Trilogie, hat nun ihre zweite Regiearbeit angenommen und uns im Rahmen der Ladies Night im CinemaxX München gebeichtet, dass dies gar nicht so einfach war, da sie zeitgleich auch noch die Hauptrolle in ihrem eigenen Film spielte und beide Persönlichkeiten unterschiedlicher nicht sein könnten: Hauptdarstellerin und Regisseurin.

Tatsächlich erwägt der .trailer auch beim Publikum nicht so großes Interesse, sondern sorgte teils sogar für verhaltene Reaktionen, was wohl auch der Grund dafür ist, dass sich die Meute nicht zwingend auf den Film stürzt und die Säle aus allen Nähten platzen lässt. Großer Fehler!

Ihr kennt meine Affinität zu deutscher Kultur, was Filme angeht und wisst, dass ich regelmäßigen Brechreizen erliege, wenn ich die Klientel da drin so “sprechen” höre. Dazu kommt dann noch der “Blödplot” bekannt aus Sat.1 und fertig ist das Fremdschämprodukt… WAS?

NEIN! Herfurth zeigt endlich, wie man es richtig macht und sorgt im Saal für dermaßen Humor, wie ich es in meiner Karriere in deutschen Filmen bislang noch nie erlebt habe! ENDLICH hat’s jemand verstanden und bringt einen Plot, ausgereifte Charaktere und empfehlenswerten Witz auf die Leinwand, bei dem der Spaß im Saal mal sicher ist. Ganz ehrlich? Beste Unterhaltung ist hier garantiert!

Frederic Linkemann (ganz links) und Karoline Herfurth (ganz rechts) in der Ladies Night im CinemaxX München

© Petra Schönberger

Die beschwingte Leichtigkeit, die präsenten Darsteller, der exquisite Humor und ein Drehbuch, das am Ende leicht melancholisch wird und vielleicht etwas an Geschwindigkeit einbüßt, formen hier einen Film, den man sich definitiv mit Freundesschaft und Familie im Kino besehen sollte – denn auch das Publikum tut sein übriges und zählt an dieser Stelle für mich mit zum Film dazu.

Herfurth selbst sorgte nach dem Film zusätzlich mit Frederic Linkemann nochmal für bombastische Stimmung im Kino und stand anschließend Rede und Antwort auf die Fragen zum Film … und bewies einmal mehr, dass ihr schauspielerisches Talent tatsächlich auch außerhalb von Kamera und Set perfekt zur Unterhaltung taugt und sie die “müden Deutschen” trotzdem dazu animieren kann, Spaß zu haben und einen tollen Abend zu erleben.

Vielen Dank an dieser Stelle für die sensationelle Show – und danke, dass es nun endlich wieder eine deutsche Regisseurin gibt, deren Arbeit man anderen empfehlen kann – besucht ihren Film und habt viel Vergnügen!

.kinoticket-Empfehlung: Deutsches Kino mit Lachern und einem vergnüglichen Plot, dass tatsächlich empfehlenswert ist?

Karoline Herfurth hat genau dies geschafft und den Monster-Zweifler überzeugt: Dieser Film taugt bestens für eine absolut lustige, unterhaltsame und erfrischende Show – besser könnte man einen Tag nicht ausklingen lassen.

Also besorgt euch .kinotickets, schnappt ein paar Jungs und Mädels von der Straße dazu und geht gemeinsam in diesem Film – ihr werdet es hinterher nicht bereuen!

Nachspann
❌ muss nicht ausgesessen werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Sweethearts
Length: 107 Min.
Rated: FSK 12

Happy Deathday 2U

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© 2019 Universal Pictures International

Zum Geburtstag gibt’s bekanntlich ja für das Geburtstagskind immer Überraschungen. Und wie wir in Zeiten der Kapitalisierung schon lange von Großkonzernen beigebracht bekommen haben: “Wir feiern Geburtstag, Sie kriegen die Geschenke!”.

Eure Überraschung diesmal: Blumhouse kanns doch!

Ja, wir sprechen von dem Label, das uns in den vergangenen Jahren mit dem Instant-Horror-Bockmist die Kanäle vollgepumpt hat und das immer nach dem gleichen Schema arbeitet: Bauklötzchen durchschütteln, Titel dazu, fertig ist der neue Film, der entweder 100% ein Erfolg wird oder 100% scheitert – die Budgets sind derart irrelevant, dass das eine das andere mit subventioniert. Strategischer Plan geht auf. Der einzige, der auf der Strecke bleibt: Der Kunde, denn der kriegt Scheißdreck vorgesetzt und ihm wird beigebracht, dass das “Horror” ist.

Falsch. Der wahre Horror ist, dass dieses Kino geschlossen werden soll, weswegen an dieser Stelle einfach mal jeder diese Petition unterzeichnen sollte, und zwar unabhängig davon, ob er Münchner|in ist oder nicht und das Kino kennt oder nicht – hier geht Kultur verloren und den finanzversessenen Medien scheint es vollkommen egal zu sein. DAS ist Horror.

Aber zurück zu Blumhouse und deren Gebaren, dem ich in der Vergangenheit immer mit Unwohlwollen begegnet bin: Sie können’s doch! Sie übertreffen sich in einem Maße, dass mir (!) (jaahaaa) der Mund offen stehen bleibt !!! Was ist auf einmal los?

Ich hab nun irgendwie verstanden, warum zweite Teile immer so mies sind, wie zweite Teile immer sind. Man fährt irgendwas geiles hoch, stellt unglaublich sympathische Charaktere dazu, lässt eine bombastische Geschichte auf sie nieder, regnet mit sensationellen Twists auf die Zuschauer runter und gipfelt in einem Finale, das jeder feiern muss.

Zweiter Teil? Bedeutet für die meisten einfach: “Okay, nochmal.” Also: Kuchenform raus, wieder mit Teig füllen, wieder mit gleichen Zutaten bestücken, wieder mit dem selben Bockmist in den Ofen, garen und fertig ist … langweilige Sülze, denn Kinofilme funktionieren immer nur einmal. Und die Hauptdarsteller von Teil 1 sind ja bereits “gegessen” – ergo lässt man das Ganze jetzt – auch aus Kostengründen – mit dermaßen unsympathischen Arschlöchern nachstellen, damit man a) verdient (rennt ja eh jeder rein, weil man wissen will, wie’s geworden ist) und b) niemandem höhere Gagen zahlen muss, weil sie durch Bekanntheit und Erfolg diese auch verlangen könnten und verdient hätten.

Raus kommt ein dermaßen mieser Abklatsch, der nicht selten das Wort “Cash Cow” nicht verdient hätte, denn Kühe sind etwas wunderbares und dieser Beleidigung eigentlich absolut unwürdig.

Nun zurück zu Blumhouse: Die Jungs können’s doch!!!

Hier wird uns eben nicht ein zweiter Teil vorgesetzt, sondern eine FORTSETZUNG der Geschichte, die mit dermaßen viel Selbstironie und Marvelscher Eigenverarsche vollgepackt ist, dass du während der Vorstellung lachst, klatschst und es so dermaßen feierst, wie du sonst eigentlich nur Tony Stark feierst! Blumhouse… Dieses Label … wirklich!

Was ich da in der Pressevorführung gesehen habe, hat meine Pupillen rausgewaschen! Der .trailer hat sanfte Andeutungen gemacht, dass hier mal so in Nebelbuchstaben ganz unscheinbar das Wörtchen “Konzept” ins Räumchen schwebt und man sich womöglich tatsächlich mal Gedanken gemacht hat, BEVOR man die Kamera anschmeißt … und der Film lässt diese Letter in Beton gießen und mit harter Wucht auf den Boden krachen: Es ist da! Ein Konzept! Ein Drehbuch! Eine Geschichte, die mit so viel Genialität begeistert und damit auf Teil 1 aufbaut, OHNE uns zu erklären, wie dumme Lämmchen, was wir nicht wissen können, weil ja eh niemand Teil 1 gesehen hat.

Also: Hausaufgabe: Happy Deathday schauen! Pflicht! Ohne das Ding funktionieren 67% der Gags nicht und das ist gut so. Und dann raus aus dem miefigen Zimmer und rein ins Kino – Popcorn in großen Eimern auf den Schoß, Handys aus und Happy Deathday 2U auf die Leinwand: Es gibt endlich wieder etwas zu feiern: Mein Hasslabel kann’s doch!!!

Es ist unglaublich! Erstmal eine Idee nach der anderen, die sensationelle fortsetzende Umsetzung, die nicht einfach stupide wiederholt, sondern anknüpft und so großartig weitermacht, dass es einfach zum Schreien geil ist und dann: Comedy! Horror ist Comedy. Das wissen wir spätestens seit den 90ern und wer das in seinem Masterplan nicht bedenkt, der macht Grundsatzfehler.

Blumhouse macht keinen Grundsatzfehler, sondern setzt zum ersten Mal, seit ich sie kenne, auf die vollkommen richtigen Karten und liefert ein Fest von einem Film ab, bei dem manchmal keine Zeit zum Lachen bleibt, denn die Show ist dermaßen leinwandwürdig, dass ich’s auf den Pflichtunterricht setzen muss und es keine freiwillige Option mehr sein darf: Schaut diesen Film! Bitte! Ihr krieg auch Kuchen dafür!

Etwas besseres hat dieses Label in meinen Augen bislang noch nicht geliefert – und ich hoffe schwer, dass sie kapiert haben, was sie da getan haben und es nicht einfach nur Zufall war, der später kläglich reproduziert werden will.

Happy Deathday 2U funktioniert sowas von und ich hoffe, ihr haltet euch an die Spielregeln:

  1. Happy Deathday schauen.
  2. kinoticket für Teil 2 lösen.
  3. Spaß haben und alle Gags verstehen!

Geiler kann’s eigentlich kaum noch werden!

.kinoticket-Empfehlung: Whoah!

Muss ich mehr sagen? REIN! Und zwar sofort! Jeder, der Happy Deathday schon gesehen hat.

Alle anderen: Ab auf die Couch, 1. Teil schauen und dann: REIN! Kapiert?

Nachspann
✅ Ja, es lohnt sich mal wieder, nicht gleich aufzuspringen, hier kommt noch eine mächtige Sequenz, bevor es dann in den endlos langen Abspann geht, der nichts weiter bringt.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Happy Death Day 2U
Length: 100 Min.
Rated: FSK 12

Club der Roten Bänder – Wie alles begann

© 2019 Universum Film GmbH

Warum tut ihr uns das an?

Der Club der Roten Bänder feierte auf VOX bereits einen Sensationserfolg nach dem anderen und heimste genügend Preise ein, um sich einen Namen im Business der Bewegtbilder zu machen und eine breite Kennerschaft heran zu züchten. Und das Konzept ging auf: Man erzählte die wahre Geschichte von Albert Espinosa, der grundlegende Dinge an die Öffentlichkeit trug und mit seinem Wirken für Vorbildcharakter im Bereich der Krankengeschichten sorgte, die weltweit eine große Fangemeinde erschuf.

Nach insgesamt drei Staffeln und dem “Final”-Aufdruck auf dem Cover der letzten war das Ende dieser Ära besiegelt. Entweder man war dabei und kennt sie nun – oder man kann auf die Archive zugreifen und sich gewissermaßen “nachbilden”. Genau das ist auch der Punkt, an dem viele Fans der Serie nun scheitern werden: Man kennt einfach die Storyline, man weiß über alles Bescheid und bekommt inhaltlich keine Wucht mehr aufs Tablett. An dieser Stelle kommt nicht selten die Frage auf, wieso man etwas irgendwo erfolgreiches nun nochmal zwingend in die Kinos bringen muss, um die Kuh nun vollständig zu melken und nochmal Kapital aus dem vergangenen Erfolg schlagen zu müssen.

Ganz so hart würde ich an dieser Stelle gar nicht mehr ins Gericht gehen, denn: Wer die Serie nicht gesehen hat, bekommt nun einen saftigen Einstieg, der dafür sorgt, dass man das Verpasste möglichst schnell nachholen möchte. Und ich möchte fast sagen, es ist besser, sich erst den Kinofilm anzusehen und dann mit Staffel 1 zu starten, denn die Storyline geht auf und der Film punktet mit etwas, das die Serie nicht bringen durfte: Jürgen Vogel.

Im Ernst? Man hockt im Kino und flennt.

Wer hier schon etwas länger mitliest, kennt meine Allüren mit deutschen Kinomachern – dem Theatersprech-Hass und der absurden Charakterbildung, die das deutsche TV gerne als “normal” abstempelt, was in meinen Augen eigentlich einfach nur krank ist. Und davon gibt’s hier reichlich. Ganze Parts wurden mit solchen Persönlichkeiten besetzt, denen man – nüchtern betrachtet – gerne ins Gesicht schlagen möchte ob ihrer Realitätsfremdheit.

Und dennoch packt der Film jeden Zuschauer bei den Eiern und erreicht diesen Punkt, an dem das alles einfach nur noch egal ist und man von einem Emotionsbombardement zerschlagen wird, das niemandes Augen trocken lässt. Man leidet mit. Man fühlt. Und geht’s nicht genau darum, wenn man in einem Kinosaal sitzt? Um Gefühle?

Und da kommt Jürgen Vogel ins Spiel. Ein großartiger deutscher Schauspieler, der zwar nie sein “Alleinstellungsmerkmal” im Blockbuster-Segment gefeiert hat, jedoch so viele Stücke und Werke vollzogen, dass man ihn längst als feste Größe im Filmbusiness etabliert hat. Und seine Rolle hier: Grandios! Nicht nur im Plot, auch im Schauspiel und der “Begeisterung” – für mich eine seiner Paraderollen, die dem Film das gewisse Etwas geben und eben doch ein Grund sind, sich nochmal ins Kino zu setzen, auch wenn man den Ausgang längst kennt.

Genauso hat man meiner Meinung nach an den Seriencharakteren gefeilt und ihnen etwas mehr “Cineasmus” verpasst, um sie aus der trockenen TV-Ebene ins Kino zu bringen, auch wenn man die Fernsehherkunft kaum leugnen kann und deutlich spürt, aus welchem Boden sie gewachsen sind. Setzt man sich nach dem Kinobesuch hin und kramt die alten Blu-rays wieder raus, stellt man die spürbare Steigerung zum “Beginn” der ersten Staffel fest und merkt, wie “gereift” das ganze nun ist.

.kinoticket-Empfehlung: Serienkenner: Setzt euch ins Kino und schaut euch den Film an – Jürgen Vogel zuliebe.

Der reißt es wirklich raus und liefert genügend Grund, das .kinoticket zu lösen.

Alle anderen: Euch ist der Segen vergönnt, den besten Serienstart ever zu erhalten: Dieser Film ist ein grandioser Auftakt, wenn man die Serie noch nicht kennt und liefert Gründe genug, um anschließend die Läden, VoD-Shops und Streamingportale zu stürmen und sich die Serie endlich anzusehen.

Und vergesst die Tempo-Box nicht auf dem Schoß – ihr werdet sie brauchen!

Nachspann
✅ Sitzen bleiben, hier folgt noch ein bisschen was.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Club der Roten Bänder – Wie alles begann
Length: 113 Min.
Rated: FSK 6

Alita: Battle Angel (3D) (inkl. Gewinnspiel)

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© 2019 Twentieth Century Fox

So, und nun fehlen mir mal wieder die Worte und ich fürchte, dass dies einer der nächsten “langen” Beiträge werden wird, die einen ganz vergessen lassen, dass Twentieth Century Fox mal wieder ein gewaltiges Paket geschnürt hat, das ich an euch weiter verlosen darf. Mehr dazu findet ihr am Ende des Beitrags!

Beginnen wir mal mit dem Plakat und damit mit einer der wenigen Ausnahmen, wo es tatsächlich mal wichtig ist, zu schauen, von wem das hier alles eigentlich stammt: James Cameron.

Cameron zählt schon seit Jahren zu meinen Lieblingsregisseuren und ich schätze nicht nur, welche Geschichten er zu erzählen hat, wie er sie erzählt, sondern auch, was er im Hintergrund alles für Kino getan hat und immer noch tut. Dieser Mann liebt Kino und verdient damit nicht nur sein Geld.

Schaut man sich seine vergangenen Werke an, findet man Filme, die weltweit und zeitlos in den Top-Rängen der besten Filme aller Zeiten rangieren. Cameron hat die zwei erfolgreichsten kommerziellen Filme überhaupt verbrochen, ist Erfinder bahnbrechender Techniken und Möglichkeiten, die das Gefühl auf der Leinwand mehrfach revolutionierten und ist damit einer der “ganz großen”.

Auch in Sachen 3D haben wir ihm viel zu verdanken: Mit Avatar – Aufbruch nach Pandora hat er 3D quasi für die Kinos “erschaffen” und extrem viel in die Verbreitung und Weiterentwicklung gesteckt, die mehr oder weniger dieses Feature überhaupt für Kinos interessant gemacht hat. Wenn 3D, dann James Cameron-3D – und ja, ich habe bereits die .trailer mit einer derart heißen Vorliebe erschnüffelt und immer wieder genossen, wenn er dann endlich mal wieder im Vorprogramm gezeigt wurde, denn das 3D ist brachial und lässt alles andere wieder weit hinter sich.

Hier spürt man das Echte, das Tiefe, das Wahrhaftige… kein gerendertes Nachgeäffe oder Möchtegern-“Aber-das-ist-doch”-3D, sondern PS unterm Arsch, dass es nur so kracht.

Und ja, setzt euch nach vorne! Je weiter ihr an der Leinwand hockt, umso granatenmäßiger fliegen euch die Gegenstände um die Ohren und je größer die Leinwand ist, umso besser!

Und der Film macht den Versprechungen wieder mal alle Ehre! Hier kracht, was das Zeug hält und man landet in einer Steampunk-Welt, die den Wunderwerken, die man von Cameron gewöhnt ist, in nichts nachsteht.

Man findet wirklich alles, was man sich nur erträumen kann: Einfälle, Ideen, Detailreichtum, ausgearbeitete Kulissen, fertige Kreaturen, Charaktere, die nicht im Vorbeigehen gezeichnet wurden, eine Story, die laut nach mehr schreit und Schauspieler, die man nicht zwingend alle kennt: Auch hier wurde alten Traditionen Ehre gemacht und frisches Blut auf die Leinwände gebracht, die damit eine Chance für eine wundervolle Karriere vor sich haben.

Und nun paart sich dieser westliche Regisseur mit der amerikanisierten Verfilmung eines Themas, das östlicher nicht sein könnte: Mangas. Alita: Battle Angel ist im Anime-Sektor zu Hause und dort auch nicht unbekannt. Das ist der Punkt, an dem Autoreifen im Gullideckel hängen bleiben können: Hier kommen die Kritiker und Manga-Fans zum Einsatz und schreien normalerweise nach “Geht gar nicht” und so weiter … aber auch hier kann ich wenig entdecken, das diesen Film weniger interessant machen würde. Die Umsetzung ist mega durchchoreografiert, man hat sich so viel Mühe gegeben, hier etwas von Belang an die Kundschaft weiterzureichen, das mir eher Respekt abverlangt statt Kritik über die Tische rollen zu lassen.

Im .trailer haben wir bereits einen guten Einblick bekommen, was auf einen wartet – und auch, wenn man das Ding auswendig mitbeten kann: Der Film wird deshalb nicht langweiliger oder zerstört, sondern erhebt sich als Epos am Himmel der Kinos, als gäbe es kein Morgen.

Glaubt mir: Wenn ihr diesen Titel auf euren .kinotickets stehen habt, dann war euer Abend ein berauschendes Event, dass nicht nächste Woche wieder vergessen ist, sondern von dem ihr auch nächstes Jahr noch erzählen werdet.

Fanschwarm, weil ich hier verlose und irgendwie von Twentieth Century Fox gekauft wurde?

Nope – ich schreibe weiterhin aus freien Stücken und verdiene hieran keinen Cent, damit genau das niemals passiert. Im Gegenteil: Das kostet mich sogar ne Menge Geld und ich gebe es gerne aus, weil ich – genau wie James – Kino liebe und es jedem von euch wünsche, solch ein Event endlich mal wieder zu erleben.

Producer James Cameron and Director Robert Rodriguez on the set of ALITA: BATTLE ANGEL. Photo Credit: Rico Torres.

© 2018 Twentieth Century Fox

G E W I N N S P I E L

Und damit das meine Leser können, ohne tief in die Taschen greifen zu müssen, gibt’s nun wieder ein fettes Fanpaket zu gewinnen: Twentieth Century Fox hat für euch nämlich 5x 2 Freitickets für Alita: Battle Angel (3D) ausgemacht und obendrein gibt’s noch 2 megacoole Poster zum Film dazu, die ihr euch in eure Zimmer hängen könnt, um das Kinoerlebnis wie im Fotoalbum früh beim Aufwachen nochmal zu erleben.

Und das beste ist: Die Kinos sucht ihr aus! Einfach mit den Verleih-Gutscheinen an die Kinokasse gehen und diese dort gegen 2 Freitickets für Alita: Battle Angel (3D) tauschen. Damit seht ihr das 3D-Spektakel auf Kosten von Twentieth Century Fox und werdet quasi indirekt von ihnen ins Kino eingeladen! Was will man mehr?

Wie ihr gewinnen könnt?

Kommentiert unter diesem Beitrag, ob ihr Filme grundsätzlich lieber in 3D oder in 2D seht und warum. Was gefällt euch an dieser Technik und welche Filme habt ihr evtl. schon in 3D gesehen und wie fandet ihr diese?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich Sonntag, den 17. Februar 2019 eingehen, entscheidet das Los und der Gewinner / die Gewinnerin wird von mir per E-Mail benachrichtigt. Bitte gebt also zwingend eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann, damit die Karten und Poster rechtzeitig bei euch eingehen.

Das Gewinnspiel wird von www.kinoticket-blog.de veranstaltet und die Preise wurden von Twentieth Century Fox gestiftet. Es gelten die üblichen Bedingungen. Die Auswertung findet von mir persönlich statt und keinerlei Daten werden an fremde Institutionen oder ähnliches weitergegeben, sondern alles händisch von mir ausgewertet und nach dem Versand gelöscht.

Nun wünsch ich euch viel Glück, freue mich auf eure Kommentare und kann es kaum erwarten, bis der Film endlich in den Kinos startet: Ich werde definitiv wieder reingehen. Und ihr?

.kinoticket-Empfehlung: Vom Quasi-Schöpfer des 3D aus der japanischen Manga-Szene aufgeschnappt und als Leinwand-Epos mit neuem Leben versehen entdeckt man hier einmal völlig neu, wozu Kino überhaupt fähig ist!

Dieser Film macht einen Heidenspaß, liefert eine bombastische Welt und sorgt schon jetzt für mächtig Furore.

Die Steampunk-Welt ist großartig und detailverliebt gestaltet, die Action kracht gewaltig und das 3D ist so, wie es sein soll: Makellos! Wer den nicht im Kino sieht, macht einen gewaltigen Fehler – und Twentieth Century Fox spendiert sogar die Karten – einfach beim Gewinnspiel teilnehmen und etwas Glück haben!

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Alita: Battle Angel
Length: 122 Min.
Rated: FSK 12

Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt (3D)

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© 2019 Universal Pictures International

Nachdem der 3D-.trailer in den Sälen mit Brille auf dem Kopf schonmal richtig gezeigt hat, wo es demnächst langgeht, war auch bei mir die Lust geweckt, endlich die beiden Vorgänger zu sichten und mit vollem Karacho in den neuen Teil dieser Story einzutauchen: How to Train Your Dragon hat Erfolgsgeschichte geschrieben und ist nicht umsonst jetzt schon bei der Trilogie angelangt.

In Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt stürzen die Protagonisten erneut in ein Abenteuer, indem es um Mut, Kraft, Kampfgeist und Stärke geht. Und dabei fährt man allerhand optische Hochgenüsse auf, die dem Kino wieder mal seine besten Reserven entlocken und auf der Leinwand sowie im Saal für richtig Krach und Gaudi sorgen. Das Zusammenspiel zwischen den Hochglanzfarben, der gestochen scharfen Optik und dem bildschönen 3D sorgt in Verbindung mit einem super Soundtrack und eindrucksvollen Szenerien allein schon für ein Erlebnis, dass sich sehen lassen kann.

Und da ist wirklich für jedermann etwas dabei. Klar mögen die Dialoge hier und da etwas kindlich erscheinen und das Zielpublikum mit zwei schielenden Augen auch der jüngeren Riege angehören, dennoch ist ebenfalls für Erwachsene ein Event geboten, dass eines Kinos würdig ist und bei dem man nicht zwingend auf die Heimkinoveröffentlichung warten sollte.

Ich vertrete immer noch die Ansicht, 3D gehört ausschließlich in die Säle und niemals nach Hause, weil dort definitiv nicht die Atmosphäre und das Momentum erzeugt werden kann, wie auf dem richtigen Sitzplatz im Kino. Schon allein deshalb sollte man zum .kinoticket greifen und die Chance wahrnehmen.

Doch auch der Plot hat es in sich und weist eine gewisse “Süßheit” auf, die nicht von der Hand zu weisen ist und die sich damit in das Protegé der Vorgänger nahtlos einfügt. Auch hier sollte man die “3” im Titel etwas ignorieren und sich keine falschen Vorurteile in den Schädel setzen: Enttäuschungen bleiben auch an dieser Stelle sicher aus.

.kinoticket-Empfehlung: Der Gang ins Kino lohnt sich definitiv: Die Optik, 3D, der Sound und das Inhaltspaket passen derart stimmig zueinander, dass einem auch als Erwachsener hier ein Event geboten wird, dem sich niemand verweigern sollte.

Süß erzählt, ergreifend bebildert und majestätisch inszeniert setzt man die Erfolgsreihe fort und liefert nun den dritten Teil dieser Saga in technisch einwandfreiem Zustand für die Großbildleinwand ab.

Setzt eure Heimkinos auf Pause, verzichtet auf den “Ich warte, bis er …”-Satz und pflanzt euch mit Groß und Klein ins Kino und genießt den Film dort, wo er hingehört: Auf dem Big Screen!

Nachspann
❌ braucht man nicht ausharren, am Schluss folgt nichts weiter.

Kinostart: 7. Februar 2019

Original Title: How to Train Your Dragon: The Hidden World
Length: 104 Min.
Rated: FSK 6

Frühes Versprechen

© 2019 Camino Filmverleih

Romain Gary mag für viele ein völlig neuer Name sein, mit dem man erstmal nichts weiter verbindet. Ich kannte ihn auch nicht … saß aber völlig gebannt im Kino und habe den Film, der das autobiografische Werk seines Lebens nacherzählt, mit Erstaunen und Entsetzen betrachtet! Eric Barbier hat sich der Aufgabe angenommen, sein Meisterwerk zu verfilmen und ihm damit die würdige Ehre zu erweisen, die er durchaus verdient hat!

Frühes Versprechen tischt also französische Eloquenz, Durchsetzungsvermögen, Lebensstärke, Gerissenheit, Witz und Humor, Tragik und viel Erzählkraft auf und versetzt so den Zuschauer mit wahren Tatsachen in Erstaunen. Und die Verfilmung wurde von der Presse vorwiegend positiv aufgenommen und hat auch bei mir seine Spuren hinterlassen.

Selbst, wenn man kein so historischer Mensch ist, einem die Schnörkel an Schlössern egal sind und man dem nostalgischen Touch französischer Romantik nichts abgewinnen möchte: Frühes Versprechen schafft es trotzdem, die Kritiker gefangen zu nehmen und ihnen Kurzweil zu bieten. Dies liegt nicht zuletzt an den Schauspielern, die es auch hier wieder einmal schaffen, in ihren Rollen völlig aufzugehen und glaubhaft dazustellen, was sich damals abgespielt hat. Man zeichnet auch ein sehr authentisches Bild von damals und liefert eine Arbeit ab, die in sich vollkommen stimmig ist und keine nennenswerten Mängel aufweist.

Doch nicht nur die Technik und Kulisse stimmt, sondern die Inhalte reißen so sehr in seinen Bann, dass man den Rest geflissentlich ignorieren könnte, um ein wunderschönes Kinoerlebnis zu genießen … und wenn der dann auch noch stimmt, dann ist der Abend quasi fast schon perfekt.

.kinoticket-Empfehlung: Ansehen, Ansehen, Ansehen!

Eine wunderschön erzählte, mitreißende Geschichte eines Jungen, dessen Leben so bewegt ist, dass nicht nur seine Biografie ein voller Erfolg wurde, sondern die Verfilmung derselben ebenfalls höchste Aufmerksamkeit verdient hat.

Hier ist Bild, Zeitalter, Kulisse, Klamotten und Plot in sich stimmig und vereint zu einem Ensemble, dass Kurzweil garantiert und zumindest auf der Leinwand schonmal für einen gelungenen Abend sorgt.

Daumen hoch!

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, es kommt nichts weiter.

Kinostart: 7. Februar 2019

Original Title: La Promesse de l’aube
Length: 131 Min.
Rated: FSK 6

The LEGO® Movie 2

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© 2019 Warner Bros. Ent.

Die Idee ist eigentlich grandios: Im Zuge des Erfolgs von Minecraft und der Pixel-Verblödung im Zeitalter von UHD und Co. einfach beides miteinander zu verbinden und “Pixel-Typen” in UHD auf die Leinwand zu werfen und damit gleichermaßen beide Fraktionen zu befriedigen.

Und was keiner merkt: Das Teil müsste mehr oder weniger als “Dauerwerbesendung” markiert werden und ist somit noch ein geniales Product-Placement, das offensichtlicher nicht sein könnte, aber rein gar keinen Wert darauf legt und sich somit so unterschwellig wie nur irgend möglich verhält… sensationell. Mit Augenmerk auf die hollywoodösen Anspielungen, die mehr nicht mehr sein könnten, zollt man als Unternehmen der Kinogemeinde Respekt und würdigt sie in ihrem eigenen Terrain. Großartig!

Das beweist nicht nur die bislang existente TV-Serie, sondern auch die vergangenen Kinofilme The LEGO® Movie, The LEGO® Batman® Movie sowie The LEGO® Ninjago® Movie. Jetzt führt man das Original eben in die Fortsetzung und ertüchtigt sich dabei an der Hürde des berühmten “zweiten Teils”.

Und ein Kinderfilm ist das schon lange nicht mehr. Ja, die Kids mögen vielleicht da rein rennen und sich ob der Situationskomik unterhalten fühlen, die Anspielungen gehören mittlerweile aber definitiv in die FSK-18-Riege, denn Kinder und Jugendliche können die Film-Sidekicks überhaupt nicht verstehen, sofern man sich im Jugendschutzgesetz-Rahmen bewegt. Das Ding gehört nicht nur in die 14:00 Uhr-Schienen, sondern darf gerne auch in den Nachtvorstellungen laufen, denn zum ersten Mal haben Erwachsene in einem als Kinderfilm vermarktetem Etwas mal wieder immens viel Gaudi!

Apropos “Zweiter Teil-Hürde” => Mit Bravour gemeistert und meiner Meinung nach einer der besten LEGO®-Movies aller Zeiten! Die Gags sind mit den Zuschauern erwachsen geworden, die Story ist nicht mehr dämlich, sondern fast schon tiefgründig, es gibt eine Pointe und man fühlt sich über alle Maßen unterhalten und bespaßt.

Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass ihr diesem Film den gewünschten Erfolg bringt und den Lieferanten die Besucherzahlen schenkt, die sie sich erhoffen, damit diese genügend Anreize haben, damit weiterzumachen und uns auch in Zukunft mit derlei geilem Entertainment beglücken!

.kinoticket-Empfehlung: Best LEGO® Movie eva!

Mit mehrfach-eindeutigen FSK-18-Anspielungen längst nicht mehr die Kids als Focuspoint, sondern auf ein erwachseneres Publikum ausgerichtet. Man liefert wahnsinnig kurzweilige Unterhaltung, Mörder-Gags und eine Story, die fast schon das Attribut “tiefgründig” verdient.

Mega Leistung, gerne mehr davon. Die Entwicklung ist definitiv die richtige!

Nachspann
✅ Anfangs darf man getrost sitzen bleiben, beim “Roll Over” darf dann raus spaziert werden – das ist ewig lang und hält keine weiteren Szenen mehr parat.

Kinostart: 7. Februar 2019

Original Title: The LEGO® Movie 2: The Second Part
Length: 107 Min.
Rated: FSK (tba)

Belleville Cop

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© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Omar Sy ist seit spätestens Ziemlich beste Freunde als Schauspieler bekannt und in aller Munde: Damit steht er für qualitatives, hochwertiges Kino und sollte eigentlich ein Garant für den Erfolg eines Filmes sein, in dem er mitspielt.

Belleville Cop versucht, Miami Vice in die Neuzeit zu portieren und damit den Generationswechsel, der inzwischen stattgefunden hat, zu übertünchen und den Frischlingen das zu bieten, was unsere Eltern und Großeltern damals gefeiert haben.

Doch irgendwie geht die Rechnung nicht ganz auf. Der Plot hat zwar ansatzweise Reißer drin, aus denen man etwas Berührendes erschaffen hätte können, die Art und Weise der Umsetzung kommt – zumindest in der deutschen Synchronfassung – aber nicht wirklich beim Publikum an: Irgendwas fehlt, um die Story generell ernstnehmen zu können. Man driftet leicht in die Belanglosigkeit ab und reiht sich damit eher in die Kategorie “Filme, die keiner braucht und die mit allen Mitteln versuchen, witzig zu sein” ein. Damit schaufelt man sich selbst gewissermaßen sein eigenes Grab, obwohl eine gewisse nostalgische Note im Bezug auf Miami Vice unverkennbar ist.

Vielleicht hat man sich aber auch verkalkuliert und verkannt, dass Sy einen Film allein nicht tragen kann, sondern eben “nur” als Sidekick bestens funktioniert und es eben bei Ziemlich beste Freunde nicht sein Schauspiel allein, sondern die Kombination der Konstellationen gewesen ist, die den Erfolg ausmachten. Das fehlt hier und wird allein durch wenige Lacher etwas entschärft und aufgelockert. Dies reicht jedoch nicht, um den Film als Gesamtes rauszureißen und das Publikum mit einem Wohlgefühl zurück nach Hause zu schicken.

.kinoticket-Empfehlung: In Ansätzen gut gemacht, der gewünschte Knalleffekt bleibt aber aus: Der Generationenwechsel von Miami Vice in die Neuzeit funktioniert nicht so recht, dafür sind die Charaktere evtl. auch etwas zu überzeichnet.

Der Film hat seine Momente, das Gesamtkonstrukt krankt aber an mangelhafter Umsetzung und persifliert sich damit eher selbst, als in die würdigen Fußstapfen vergangener Tage zu treten. Schade, denn die Idee ist sicherlich nicht von schlechten Eltern.

Nachspann
❌ enthält keine weiteren Szenen, rausgehen erlaubt.

Kinostart: 31. Januar 2019

Original Title: Le Flic de Belleville
Length: 111 Min.
Rated: FSK 12

Fahrenheit 11/9

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Nun ist die Verwirrung perfekt: Bowling for Columbine konnte man von Fahrenheit 9/11 noch unterscheiden. Aber Fahrenheit 9/11 von Fahrenheit 11/9? Warum bringt Michael Moore den alten Schinken jetzt wieder ins Kino?

Äh … das ist der neue von ihm … und er handelt nicht vom 11. September (wie war das nochmal mit dem umgekehrten Monats-Tags-Dingens bei den Amis?), sondern ist sein aktuelles Werk über den amerikanischen Präsidenten Donald Trump, dessen Machenschaften, Ehrgeiz und Handhabe er in seiner neuesten Dokumentation leicht verständlich, aber dennoch impulsiv, inhaltsmächtig und provokant offenlegt.

Dass es Moore schon seit jeher auf die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika abgesehen hat (“Shame on you, Mr. Bush, shame on you!” [Zitat Michael Moore auf den 75th Academy Awards beim Gewinn des Oscars für Bowling for Columbine]), wissen wir seitdem ja. Ironischerweise sagte Trump damals, dass er sich wünscht, Moore würde nie einen Film über ihn machen … und voilà – da ist er.

Ich weiß, es ist sehr spät dafür, und ich weiß, der Film läuft quasi nirgends. Womöglich haben die Kinobetreiber selbst nicht gerafft, dass dies keine Wiederholung ist, sondern ein brandheißes neues Eisen, dass zwingend auf die Leinwand gehört und dort von so vielen wie nur irgend möglich gesehen werden sollte.

Umso genialer zu erfahren, dass es diverse Schulklassen in Sondervorstellungen davon schaffen und ich im Rahmen einer dieser Vorstellungen doch noch an dieses Werk gelangt bin. Und noch genialer ist, dass mir hunderte dieser Schüler am Ausgang gesagt haben, sie würden:

a) wieder in diesen Film gehen
b) nochmal Geld bezahlen, um ihre Freunde auch mit reinzunehmen und ihn nochmal anschauen
c) es weitererzählen und Werbung für den Film machen, da er grenzgenial ist

Und ja, das Ding ist Bombe und sprengt sich mit so viel Durchschlagskraft den Weg zur Wahrheit frei, dass selbst Moore, dem viele ja intensive Selbstinszenierung vorhalten (wo auch in der Vergangenheit tatsächlich etwas dran war) sehr in den Hintergrund rückt und es hier tatsächlich um die Inhalte geht und nicht um ihn.

Und was dort preisgegeben wird, mit welcher sarkastischen, zynischen und bitterbösen Wahrheit man hier auf unausgesprochene Fakten losgeht und diese belegt, schreit förmlich zum Himmel.

Gerade deshalb sind Filme wie dieser enorm wichtig, weil selbst die Medien mantraartig nachbeten, was man ihnen vorgibt und von “Pressefreiheit” schon lange keine Rede mehr sein kann. Wer kontrolliert also die Mächtigen? Wer legt offen, was keiner mehr recherchiert? Wer kümmert sich darum, wenn ganze Bevölkerungsgruppen verarscht werden?

Das Separieren in Gruppen von Unwissenden ist seit jeher ein Mittel zum Machterhalt, bloß nicht zu viele Informationen, bloß keine Zusammenhänge herstellen, bloß nicht das ganze Gesamtbild betrachten lassen, sondern immer nur schön unwichtige Brocken, die für sich selbst dann auch gar nicht so schlimm aussehen.

Das, was Moore hier macht, ist genau das Gegenteil davon: Er schöpft so viele Informationen wie möglich, packt sie in verständliche Worte und bringt sie dem Zuschauer auf einem Tablett so angeordnet, dass dieser sie trotz seiner Komplexität versteht und sich anschließend seine eigene Meinung zu den Dingen bilden kann.

Es werden genug Fragen gestellt, die man sich selbst beantworten darf. Es werden Verbrechen aufgezeigt, die so groß und unfassbar sind, dass sie selbst hier in Deutschland in den Medien präsent waren, aber doch irgendwie im Trubel des eigenen Alltags untergegangen sind … und wenigstens einer schert sich darum und zeigt, wie es tatsächlich aussieht mit dem Land, was hierzulande oft nur von Hörensagen-Märchen geprägt ist.

.kinoticket-Empfehlung: Auch, wenn er kaum zu finden ist: Stürzt euch auf die Screenings, die noch angeboten werden, fragt in den Kinos nach, fordert es ein und bittet, dass möglichst viele Säle den Film wieder ins Programm zurückholen, denn seine Mächtigkeit ist überragend und gesehen haben ihn viel zu wenige.

Und wer irgendwo die Chance hat, ihn zu sehen – ganz gleich, wo – ergreift sie! Das Ding ist wichtig … und den erschütternden Blicken der Kids nach zu urteilen auch inhaltsgewaltig und extrem sehenswert.

Also sucht sie, findet sie und bevölkert sie: Die wenigen Vorstellungen, die es vielleicht irgendwo noch gibt!

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, es kommt nichts weiter.

Kinostart: 17. Januar 2019

Original Title: Fahrenheit 11/9
Length: 128 Min.
Rated: FSK 12

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