| wenn aus filmen leidenschaft wird

Gloria – Das Leben wartet nicht

Gloria - Filmplakat
© 2019 SquareOne Entertainment GmbH

Time has come … time has gone bye … Gloria ist in erster Linie eine Vergötterung der 80er Jahre, was man gleich zu Beginn merkt. Hierbei habe ich in den vergangenen Wochen ein interessantes Phänomen beobachtet: Ich fand den Film ehrlich gesagt ziemlich doof (erklär ich gleich, warum), aber: Sämtliches Publikum älterer Generation feiert ihn ab, als gäbe es kein Morgen.

Dann schleppt man die nächsten in die Spotlight-Vorstellungen und führt den Film vor in Erwartung an gleichmeinigender Negativ-Kritik und hört: “Nö, fand ihn ehrlich gesagt ziemlich gut.”

What?

Ich weiß selbst, dass es im Kino eigentlich viel zu wenig solcher Filme gibt, die nicht mit einer dermaßen immensen Filmgeschwindigkeit auftrumpfen, sondern alternde Gemütlichkeit an den Tag legen. Der bestrebend erschwerte Vorwärtsdrang und immerwährende Lärm der letzten Jahre zehrt ungemerkt an vielen Nerven und es sollte eigentlich unfassbar gut tun, mal einen Film zu erleben, der sich wirklich in allem tragend Zeit lässt und niemanden großartig erschreckt.

Darin ist Gloria groß: Es passiert quasi kaum etwas und der ganze Plot wäre in einem kurzen Satz erzählt. Dennoch hat mich die Machart des Films gleich zu Beginn extrem gestört.

Ich selbst bin ein Kind der 80er – ich bin aufgewachsen in genau den Klängen, die man dort auflegt – und zwar dankenderweise mal nicht nur die üblichen Verdächtigen, sondern eben auch ein paar Klamotten aus den Nischenkisten dieses Jahrzehnts. Und das tat selbst mir richtig gut – zumindest so lange, bis alles von den üblen Cuts zerschnitten wurde. Ganz im Ernst: Hat da jemand einfach keinen Bock mehr gehabt und einfach gesagt: Schluss aus, weiter, nächste Szene? Die Schitte im ganzen Film sind derart wüst – kein einziger Fade oder mal sanfter Ausklang oder auch mal ein Songtitel noch in die nächste Szene reinklingen lassen … nein, immer abruptes Abbrechen und Sofortstopp ohne Gnade. Was bringt das? Gegenteilig zur sanften Ruhe und Ausgeglichenheit, die man offensichtlich ja eigentlich ausstrahlen wollte oder? Ich checks nicht.

Dazu gepaart die seelige Es-passiert-absolut-nichts-Stimmung, in denen Julianne Moore singt und singt und singt … ja, auch ich habe begriffen, dass sie die nächsten Plot-Teile immer durch ihre Songtexte vorher selbst spoilert, aber was zur Hölle soll das? ARD für Arme, damit auch ja keiner Herzinfarkt kriegt, weil mal irgendwas passiert?

Nichts gegen Moore oder auch Turturro: Letzteren kennt unsereiner eher aus Blockbuster-Krachern wie Transformers oder gar noch aus The Big Lebowski, aber auch er nervt in seiner Persönlichkeit hier eher, als dass man ihn “witzig” und unterhaltsam findet. Zumindest ging’s mir so: Die ganz Show war einfach armselig banal und langweilig und hat meiner Meinung nach eher im TV als im Kino etwas verloren, weil selbst der Zeitgeist dieses Jahrzehnts dadurch nur bedingt rüberkommt und man den rettenden Absprung ins “Ach scheiß drauf, lass einfach leben” eben im Film nicht wirklich zelebriert, sondern alles nur dröge dahin siecht.

Was also finden alle an dem Teil so geil, dass mir keiner mit negativer Kritik ankommt und sagt: “Naja, geht so?” Dass der Film realistisch ist? Dass das genau so passieren kann? Dass man im Alter träger wird und sich eine statische Langsamkeit einstellt, in der eben einfach nicht mehr wild getanzt werden muss, sondern man froh ist, wenn man morgens aufwacht und noch in normalen Zyklen atmet?

Sorry, wenn das grad alles etwas altersfeindlich klingt – auch ich bin nicht mehr der Jüngste und den “Boyz freaking Out”-Zeiten hat mein Körper ebenfalls bereits den Kampf angesagt, jedoch kann’s doch echt nicht sein, dass es so dermaßen gravierende Generationenunterschiede gibt, die einen so krass unterschiedlichen Geschmack an diesem Film kenntlich machen, wie ich es in den letzten Wochen so erlebt habe?

Tell me – was findet ihr an dem Teil so heiß? Kinopublikum übrigens vorwiegend ältere Frauen: Genau denen hätte ich das Werk jetzt auch zugeschrieben. Ändert nichts an meiner Meinung, Geschmäcker sind jedoch zum Glück immer verschieden. Transformers-Bubis sitzen hier aber definitiv im falschen Film.

.kinoticket-Empfehlung: Der Film hält, was der Trailer nicht verspricht: Hier werden wohl viele enttäuscht rausgehen, dafür punktet er mit mir unbegreiflichen Komponenten, die allernorts Gefallen auslösen, mich aber ehrlich enttäuscht haben: 80er Jahre Style kurz vorm seelischen Tod in einer höchst merkwürdigen Story, die kaum Bewegung liefert, aber das Volk begeistert. Dann bitte >> Genießt die Show.

Nachspann: Braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 22. August 2019

Original Title: Gloria Bell
Length: 102 Min.
Rated: FSK 0


Pets 2 (3D)

Pets 2 - Filmplakat
© 2019 Universal Pictures International

Auch schon längst wieder aus den Kinos verschwunden, aber dennoch nicht weniger sehenswert, ist der Nachfolger von Pets, der diesmal noch eine Schippe oben drauf legt und einmal mehr beweist, dass auch Illumination zu den Studios gehört, das man ungesehen den Kids vorsetzen kann, ohne irgendwelche boshaften oder langweiligen Überraschungen zu erleben.

Der Welterfolg mit den Minions hat sie berühmt gemacht und nicht etwa durch technische Rafinessen gepunktet, sondern vielmehr durch Fluffigkeit und Flauschigkeit, durch unglaublich knuffelige Süße, die sowohl von Kindern als auch Erwachsenen bislang immens angenommen wurde.

Dass marketingstrategisch dieser Erfolg nun kapitalistisch ausgeschlachtet gehört, ist eine Sache. Dass man dabei den Blick aufs Wesentliche nicht verliert und den Kindern trotzdem lehrreichen Stoff in den Plot packt, eine andere. Beides haben die Macher mit Bravour geleistet und zünden erneut die Rakete, die alt als auch jung mächtig Spaß im Kino (und demnächst zu Hause) garantiert.

Ich für meinen Teil fand den Nachfolger tatsächlich weitaus gelungener als den ersten Teil – und das soll etwas heißen.

Wer also das Unbeschreibliche noch nicht vollzogen und den Titel noch nicht im Kino gesehen hat: Sucht euch die letzten Schauplätze in irgendwelchen monströsen Multiplex-Kinos in den Kellerabteilen und zieht euch das Ding nochmal auf der großen Leinwand rein, bevor’s dann den Weg auf den heimischen Fernseher findet – beide Felder sind für diese Geschichten bestens geeignet.

.kinoticket-Empfehlung: Toppt den ersten Teil um Längen und produziert einmal mehr genialen Einfallsreichtum gepaart mit kindlicher Knuffigkeit in einer Story, die witziger nicht sein könnte. Reingehen!

Nachspann: Wer’s drauf anlegt, wird hier noch mit einer akustischen Überraschung belohnt.

Kinostart: 27. Juni 2019

Original Title: The Secret Life of Pets 2
Length: 86 Min.
Rated: FSK 0


Measure of a Man – Ein fetter Sommer

Measure of a Man - Filmplakat
© 2019 Kinostar Filmverleih GmbH

Dieser “Sommer” ist quasi fast untergegangen, zumindest hab ich mal keine großartigen Kinos gefunden, die diesen Film überhaupt plakatiert haben. Und das in meinen Augen völlig zu Unrecht.

Natürlich kann man jetzt anfangen mit dem großartigen Donald Sutherland, der hier auch wirklich wieder eine grandiose Rolle abliefert und seinem unterschwelligen Bombast nochmal einen Schippe drauf legt, ich finde jedoch, dass dieser Film durch ganz andere Paritäten glänzt.

Zum einen: Blake Cooper. Ja, es tut den ganzen Film über weh, zu sehen, wie diesem Kerl zugesetzt wird und wie er sich allen Widrigkeiten zum Trotz immer wieder auferhebt und über seine psychisch angeknackste Seele stolpert, um am Ende zu wahrer Größe zu finden. Klingt kitschig? Ist es aber nicht.

Was mich zu Punkt 2 führt: Genau dieses ausgequetschte Konzept von Versager und Held, von Loser und Gewinner, von “Ich helf dir, du hilfst mir” ist in der Filmgeschichte gefühlt in jedem Film zu finden. Measure of a Man konzipiert daraus aber ein vollkommen anderes Erlebnis und erzeugt Gefühle in einem, die man bis dato so nicht kannte – zumindest nicht in diesem Zusammenhang.

Diese Geschichte rührt von einem Bestseller aus der Bücherwelt – und das zu Recht – und hat in meinen Augen auf der Leinwand viel zu wenig Aufmerksamkeit erfahren, was man nun dringend nachholen sollte. Inzwischen dürfte der Titel ja auch in den VoD-Vorratsschränken aufgetaucht sein. Aus diesem Grund hab ich beschlossen, trotz meiner unfassbaren Langsamkeit gerade, diesen Titel doch noch ins Blog-Archiv zu integrieren: Er ist viel zu gut, als dass er irgendwo in Vergessenheit geraten dürfte.

.kinoticket-Empfehlung: Ein Plot, der aus bekannten Elementen etwas völlig neues zimmert und dabei die Emotionen der Seele aufs Tiefste anspricht: Dazu ein wundervoller Cast, rührselige Bilder und eine Geschichte, die von wahrer Größe erzählt.

Nachspann: Muss man nicht ausharren, es folgt nichts weiter.

Kinostart: 13. Juni 2019

Original Title: Measure of a Man
Length: 99 Min.
Rated: FSK 6


Back to Maracanã

Back to Maracana - Filmplakat
© 2019 jip Film & Verleih

Fußballfilme sind derzeit wieder aktuell, aus diesem Grund wird cineastisch alles vor die Kamera gezerrt, was sich nicht rechtzeitig sträubt.

Back to Maracanã ist allerdings kein Film über einen Fußballspieler oder eine Doku über einen Verein, auch wenn die Handlung an wahre Ereignisse anlehnt und sich quasi im Rahmen des Spielfeldes bewegt.

Jedoch blieb bei mir bei diesem Film die Begeisterung einigermaßen gebändigt. Das Problem ist, dass man nicht die euphorische Kraft und geballte Sehnsucht der Fans loslassen kann, sondern mit einem Plot an die Menschen heran tritt, der irgendwie nicht so richtig weiß, wohin er will.

Damit hat man zwar Fußball – ja – aber mit einer Story, die eben keine Richtung aufweist und am Ende auch irgendwie keinen Sinn macht. Wichtige Elemente der Geschichte muss man erraten oder sich selbst herleiten und fragt sich deshalb als Zuschauer des Öfteren einmal, was das alles überhaupt soll.

Dies ist insofern enttäuschend, als dass man in fremde Länder abgetaucht und hier tatsächlich die Chance hätte, andere Fußballkultur etwas besser kennen zu lernen und zu erleben.

Somit würde ich diesen Film als Mittelklasseevent einstufen, dass zwar nice anzusehen ist, aber eben nicht wirklich mit Power überzeugt.

.kinoticket-Empfehlung: Handelt im Rahmen von Fußball, ist aber keine Doku und lässt somit die pure Begeisterung der Fans auf der Strecke. Einige Punkte der Erzählung erschließen sich für den Zuschauer nur schwer.

Nachspann: Seichter Abgang, also rennt nicht gleich raus 😉

Kinostart: 18. Juli 2019

Original Title: Back to Maracanã
Length: 92 Min.
Rated: FSK 0


A Toy Story – Alles hört auf kein Kommando

Toy Story 4 - Filmplakat
© 2019 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Saftige 24 Jahre ist’s her, dass Regisseur John Lasseter für Pixar ein unsterbliches Werk der Filmgeschichte zauberte, von dem bis heute die Kinder zehren.

Vier Jahre später (unfassbar lange für die heutige Massenproduktion) verfasste man dann die Fortsetzung, ganze 11 Jahre (!) dauerte es erneut bis zu Teil 3 und weitere 9 Jahre sollten ins Land ziehen, damit am heutigen Tag endlich Teil 4 das Licht der Welt erblickt und auf den Kinoleinwänden die Zuschauer begeistert.

Was das alles bedeutet?

Nunja, Filme werden immer dann schlecht, wenn zwischen den Fortsetzungen maximal 12 Monate liegen … denn in dieser Phase lässt sich nichts so ausgereift durchwurschteln, dass wirklich Kreativität und Geist sprudeln und Macher auch mit Freiräumen beschenkt werden können, damit die Filme tatsächlich etwas taugen.

Gleichermaßen bedeutet es fast immer automatisch: Liegen so immens große Zeiträume zwischen den einzelnen Veröffentlichungen, garantiert das nahezu, dass der aktuelle Schinken grandios wird.

Exakt das ist mit Toy Story 4 (diesmal haben die Amis den mieseren Titel von beiden) passiert: Der Film ist viel zu geil, um ihn an die Kinder zu verschenken!

Ich war Mitte März diesen Jahres bereits zu einer Footage-Präsentation des kommenden Toy Story zum Frühstück im Kino geladen, wo uns u.a. der Entstehungsprozess von Disney vorgestellt wurde und Oscar®-Preisträger sowie Produzent Jonas Rivera jede Menge Spannendes aus dem Nähkästchen erzählte.

Glaubt mir, es fiel extrem schwer, solange den Rand zu halten, um nun endlich an alle Welt hinauszuschreien: Er ist fertig, er ist auf der Leinwand und ihr dürft ihn endlich in allen Formen und Varianten genießen und euch immer wieder reinziehen: Toy Story 4 – der geilste Film dieser Reihe!

Im Ernst? Schickt eure Kinder ins Bett, legt euch Wein und Sekt parat, schlagt die Beine übereinander und genießt die Bauchlachkrämpfe, zu denen euch dieser Streifen zwingen wird! Es wird brutal geil und enthält sowas von freakige, spaßige und intensive Momente, dass mir manchmal wahrhafte Zweifel kommen, inwieweit das wirklich noch für Kinder geeignet ist.

Toy Story ist erwachsen geworden” zu sagen wäre fad, aber irgendwie ist er aus der Baby-Kinder-Youth-Schiene tatsächlich raus und ein immenses Vorbild nicht nur in technischer Hinsicht: Die Natürlichkeit der Szenen ist atemberaubend, die Animationen technisch an absolut vorderster Front, der Cast VIP-mächtig bis oben hin, die Erfolgsgarantie von Pixar macht auch hiervor keinen Halt und das, was man zu sehen bekommt, begeistert absolut alle – nicht etwa “nur die Kids”.

Also bringt eure Kinder zu Bett, geht in die Stadt, besorgt euch Tickets und dann genießt die Show. Mit den Kids könnt ihr danach nochmal rein – ihr wollt ihn sowieso mindestens 2x sehen! :))

.kinoticket-Empfehlung: Megamäßig gut – der beste Teil der Reihe und die unglaublich lange Produktionsphase lässt wieder einen Garantieschein im Schaufenster stehen, der aus diesem Ding erneut einen ungeheuren Erfolg machen wird: Der Humor toppt alles und irgendwie stellt sich die Frage: “Ist das wirklich für Kinder oder eher für Erwachsene gemacht?” – Ich denke eher letzteres. Definitiv ansehen!

Nachspann: Unbedingt sitzen bleiben – bis ganz zum Schluss, denn es wird noch 2x witzig nachgelegt!

Kinostart: 15. August 2019

Original Title: Toy Story 4
Length: 100 Min.
Rated: FSK 0


Vox Lux

VOX Lux - Filmplakat
© 2019 Kinostar

Das Plakat wirbt mit einer “gewaltigen Provokation” und ich bin mir an dieser Stelle nicht sicher, ob der Zuschauer damit gemeint ist oder man – wie anzunehmen wäre – den Stoff anspricht. Provokativ ist es auf jeden Fall – und zwar für den Zuschauer, der sich seines Geldes beraubt sieht und nicht weiß, wie hoch die Verarsche noch sein kann, die einem da von der Leinwand aus entgegen schlägt.

In den USA hat dieser Titel sein Release bereits verjähren lassen und scheinbar hatte hierzulande keiner Lust, auf den aktuellen Zug mit aufzuspringen und den Streifen ins Programm aufzunehmen, weil er dort zu schlecht ankam?

Warum produziert man so etwas nicht als Direct-to-DVD-Option und lässt die Kinoauswertung aussen vor? Dann besinnt man sich automatisch bloß auf die Fan-Anhängerschaft und belässt es als Nischenprodukt ohne “gewaltige Wirkung”. Das hätte wohl so manche Peinlichkeit erspart.

Nichts gegen Natalie Portman oder Jude Law – beides herausragende Darsteller, die in der Vergangenheit wunderbare Werke abgeliefert und sich ihre Titel und Anerkennungen damit redlich verdient haben – doch in diesem Plot?

All das ist absolut übertrieben, driftet mit Vollkaracho in die “In den USA ist jeder behindert”-Klischeewand und reißt dann mit unübersichtlichen Besetzungsproblemen und irgendwelchen lapidaren Annahmen absolut nichts mehr aus dem Häuschen.

Singen? Irgendwo wirbt man mit Sia, die tatsächlich ein zwei Songs rausgebracht hat und tatsächlich singen kann – aber auf der Leinwand geht’s darum irgendwie überhaupt nicht, sondern man macht einfach was, dann wieder nicht, dann wieder doch, dann zusammenhanglos irgendwas, vielleicht ist’s ein Rückblick – vielleicht aber auch einfach nur – ach nee, das ist .. hä? Warum ist die jetzt in der Vergangenheit die andere und die andere auf einmal wieder ne andere? Was war das nochmal? Nee … ach egal.

Genau das ist das breitflächige Gefühl gewesen, nach dem sich die Presse samt mir einig darüber war, dass Vox Lux (der Titel hat übrigens auch überhaupt nix mit dem Film zu tun komischerweise) der schlechteste Film des Jahres überhaupt ist.

Und diesen Titel muss man sich auch bei mir toleranter Sau erst einmal redlich verdienen.

Schade drum. Potenzial hat das Ding nämlich.

.kinoticket-Empfehlung: Ein absoluter Schuss, für den noch nicht mal ein Ofen herhalten will: Grausam zusammengestellt, absolut null kuratiert und für den Zuschauer eine reine Langeweile.

Nachspann: Hat noch zwei Hintergrundbilder … muss man aber nicht zwingend abwarten.

Kinostart: 25. Juli 2019

Original Title: Vox Lux
Length: 110 Min.
Rated: FSK 12


Leberkäsjunkie

Leberkaesjunkie - Filmplakat
© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Inzwischen hat’s ganz Deutschland infiziert und wir haben die gute Kunde: Ja, der alljährliche Eberhofer ist wieder im Kino … und es ist Zeit, einmal zwei Blicke auf die Eberhofer-Timeline zu werfen:

Dampfnudelblues (2013)
Winterkartoffelknödel (2014)
Schweinskopf al dente (2016)
Griessnockerlaffäre (2017)
Sauerkrautkoma (2018)

Und ich hoffe, ihr habt alle eure Hausaufgaben gemacht und euch die vorherigen Teile brav in Reihenfolge angeschaut … Derzeit spielen’s die Medien ja wieder rauf und runter: Klar, es ist ein bayerisches Gen, mit dem man klar kommen muss, ändert aber nix daran, dass die Nachfrage danach inzwischen in ganz Deutschland vorhanden ist, was zwei Dinge beweisen:

  1. Eure zahlreichen Feedbacks in den letzten Jahren aus den nordischen Gefilden, wann der Film dort startet…
  2. Die Tatsache, dass Constantin Film sich tatsächlich dazu entschieden hat, den Leberkäse dieses Jahr nicht nur in Bayern und Baden-Württemberg, sondern landesweit zu verteilen: Ja, auch der Norden hat seine Releases bekommen und man gibt der Nachfrage nun endlich statt. Thx 4 that an dieser Stelle.

Und wenn man jetzt nochmal ganz an den Anfang zurückspringt und sich an die bissige Bösartigkeit zynischen Humors zurückerinnert, mit denen Teil 1 und 2 so wunderbar gepunktet haben, dann kommt bei so manchem vielleicht wehmütiges Sehnen nach mehr Spaß, nachdem die letzten Jahre die Handbremse ein wenig angezogen wurde.

Die gute Nachricht an dieser Stelle: Man zieht wieder an! Und zwar richtig gaudig mit jeder Menge Spaß, Heiterkeit und bayerischem Lebensgefühl, das man unverblümt und ohne Stolpersteine nun wieder nach Herzenslust auslebt.

Ja, Leberkäsjunkie macht extrem Lust auf mehr und ich freue mich schon auf die kommenden Teile … aber so lange: Kinoticket lösen und den aktuellen Part genießen. Und dazu am besten ein ganz fettes Stück Leberkäse. Ganz nach Eberhofer-Vorbild.

Und damit euch nicht langweilig wird, bis das Kino endlich anfängt: Hier noch ein paar Einblicke auf den Red Carpet in München zur Deutschlandpremiere von Leberkäsjunkie – mit jeder Menge Prominenz im Schlepptau. Have fun!

.kinoticket-Empfehlung: Legt wieder ordentlich los und macht richtig Laune – und vor allem Lust auf mehr. Go 4 it!

Nachspann: Nicht gleich aufspringen, hier kommt nochmal etwas …

Kinostart: 01. August 2019

Original Title: Leberkäsjunkie
Length: 96 Min.
Rated: FSK 12


Fisherman’s Friends – Vom Kutter in die Charts

Fishermans Friends - Filmplakat
© 2019 Splendid Film GmbH

Unter britischem Humor mag jeder verstehen, was er möchte: Oftmals eine zynische, an den Haaren herbeigezogene, satirische Unwirklichkeit, die mit Biss und viel Kraft punktet und die Menschen aus tiefster Seele zum Lachen bringt.

Fisherman’s Friends wird zwar als britische Komödie beschrieben, ähnelt aber eher einer herzlichen Nacherzählung der wahren Begebenheit, auf der dieser Plot tatsächlich beruht und die das auch durch Bildmaterial im Abspann beweist.

Damit ist das Geschehen nicht mehr all zu absurd, wie man es sonst aus britischen Komödien kennt, sondern haftet durchaus etwas Ernsthaftigkeit an die Sache, die dem Attribut “britische Feel-Good-Komödie” jedoch keinerlei Konkurrenz macht.

Sommer, Sonne, gute Laune – und ein Vorfall, der zwar recht seltsam anmutet, diese Truppe aber zu nationalem Ruhm gebracht hat und ihnen damit den Durchbruch verschaffte.

Der Zeitpunkt, an dem dieser Film die Leinwände bespielt, könnte also besser nicht gewählt sein – und jedem, der seine Seele mal wieder etwas streicheln möchte, sei ans Herz gelegt, sich ein Kinoticket für diesen Film zu besorgen.

Das Flair und die Heimeligkeit ist vielerorts vielleicht schon dem großen globalen Wahnsinn gewichen – umso mehr gut tut es, sich einmal noch in die Höhlen der Vergangenheit zurückzuziehen und zu erkennen, was wahre Werte tatsächlich bedeuten.

.kinoticket-Empfehlung: Liebevoll inszenierte, völlig verrückte – aber dennoch wahre – Tatsachen, die den Wert einer Gemeinschaft ganz neu definieren. Das sommerliche Gefühl von Freude und Zufriedenheit und der spaßige Faktor Großbritanniens sorgen hier für zusätzlichen Filmspaß im Kino. Nehmt ihn mit!

Nachspann: Zeigt Bilder der echten Fisherman’s Friends. Also dran bleiben.

Kinostart: 08. August 2019

Original Title: Fisherman’s Friends
Length: 112 Min.
Rated: FSK 0


Cleo

Cleo - Filmplakat
© 2019 Weltkino Filmverleih GmbH

Cleo ist ein modernes Märchen … und sollte darum nicht automatisch in die Kinderabteilung der Kinowelt verbannt werden: Dieser Film gehört meines Erachtens in die arte-Sparte der unterhaltenden Künste, denn hier wurde aufgebahrt, was man sonst aus diesen Landen kaum zu sehen bekommt: Kamera-Künste und Bildfertigkeiten, die einen auch als Erwachsenen zum Staunen veranlassen.

Diese wirklich bildhübsche und animationsgeladene Erzählweise strotzt nur so vor Perfektion und liebevollen Details: Eine Hommage an die Stadt, vergangene Zeiten, Historien und das Kino selbst: Cleo vermittelt das Gefühl, die Macher hätten einerseits alle Zeit der Welt gehabt, andererseits etwas vollkommen selten gewordenes: Freie Hand beim Drehen.

Dies wurde u.a. durch die Wim Wenders-Stiftung ermöglicht, die den Film finanziert und somit die Grundlage gelegt hat, um diese Story in seiner Herzlichkeit auf diesem Wege erzählen zu können.

Und ganz gleich, was man über Märchen denkt, über Schatzsucher wissen könnte oder von den Hauptdarstellern hält: Cleo verblüfft durch seine akurate und absolut besondere Bildführung, die den Film heute schon zu einem der wertvollsten seiner Sparte macht: Ganz großes Kino! Rein da!

Marleen Lohse und Folke Renken auf der Premiere von Cleo in München
© Petra Schönberger

.kinoticket-Empfehlung: Unglaublich erstaunliche Bildfertigkeiten, die von den Machern hier aufgebaut wurden: Die unbeschreiblich ausdrucksstarke Arbeit erzählt ein modernes Märchen in einer ganz neuen Form! Reingehen!

Nachspann: Unbedingt sitzen bleiben und mitnehmen 🙂

Kinostart: 25. Juli 2019

Original Title: Cleo
Length: 99 Min.
Rated: FSK 6


Leid und Herrlichkeit

Leid und Herrlichkeit - Filmplakat
© 2019 StudioCanal

Pedro Almodóvar kennen viele als einen herausragenden Regisseur, der tiefgründige Erzählungen startet und dessen Filme in der oberen Liga des cineastischen Intellekts angesiedelt sind: Spanien braucht also nicht nur als Meisterland des verdorbenen Horrors herhalten, sondern kann eben viel mehr.

Mit Leid und Herrlichkeit offeriert er uns nun seine inoffizielle Biografie und spiegelt damit autobiografische Teile seines Lebens auf die Leinwand, die man mit seinen vorherigen Filmen kaum vergleichen kann.

Eine große Aufgabe war dies sicher auch für Hauptdarsteller Antonio Banderas, der einmal mehr beweist, dass nicht nur der große Krieger in ihm steckt, sondern er zu sehr viel mehr fähig ist.

Der Film wartet so mit wunderbaren Elementen, einem durchtriebenen Twist und sehr viel spanischem Flair auf, den zu genießen garantiert kein Fehler ist: Ich habe ihn mehrfach im Kino gesehen und jedes einzelne Mal davon in mich aufgesogen.

Eine Kunstform, die nicht mit anderen vergleichbar ist und erneut zeigt, zu was Kino alles fähig ist.

.kinoticket-Empfehlung: Erzählt autobiografische Elemente aus dem Leben des Regisseurs, verpackt in eine wunderbare Story, die mit einem grandiosen Twist überrascht und durchweg hervorragende Schauspielerinnen liefert.

Nachspann: Muss man nicht zwingend abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 25. Juli 2019

Original Title: Dolor Y Gloria
Length: 112 Min.
Rated: FSK 6