Anna und die Apokalypse

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Ernsthaft? Die Idee ist großartig! Alljährlich wird man zugemüllt mit Weihnachtsmovies der immer gleichen Sorte und ertrinkt fast in Romantik und Kitsch! Anna und die Apokalypse wartet als Musical mit einer total verblödeten Story auf, die aber zusätzlich ein Genre ins Spiel bringt und damit als “Zombie-Weihnachts-Musical” auf dem Plan steht.

Dafür? Chapeu!

Zombiefilme sind inzwischen genauso Massen-Mainstream, den niemand mehr sehen will und kann und jetzt mit Konstrukten wie “Rom-Zom-Com” um sich werfen zu können ist derart verrückt, dass es fast schon wieder Spaß machen könnte.

Für meinen Teil dauerte es ein wenig zu lange, bis der Titel den roten Kleister ausgepackt hat und den letzten ernsthaften Zombie-Movie habe ich vor meiner Reinkarnation gesehen, ergo sollten die Erwartungen ebenfalls in Grabesnähe dümpeln und keineswegs emporsteigen.

Tatsache: Das Ding ist so dämlich, dass man tatsächlich mehrfach damit beschäftig ist, ob der Dummheit zu lachen und sich insgeheim richtig geil unterhalten fühlt. Dabei wartet man mit typischen La La Land-Manieren auf und bringt dabei den obskuren Witz eines 90er Jahre Zombieslashers mit ins Spiel, was absolut absurd wirkt und der Geschichte ein wenig Würze verleiht.

Dazu entwickelt der Streifen in den ersten Folgeminuten einen tiefschwarzen Humor, der förmliche Lachsalven in den Kinosaal wehte und sowohl jung als auch alt dazu zwang, Zwerchfelltraining zu betreiben! Diesen Humor hätte ich mir ausgebaut gewünscht und dabei noch ein zwei Spitzen mehr in den Plot eingebaut. Jedoch merkt man sehr schnell, dass die Luft ziemlich dünn wird und anschließend nicht mehr viel zu erwarten ist.

Damit pendelt sich das Niveau im ersten Teil schon ziemlich ein, was sich dann bis zum Schluss durchträgt und weder besser noch schlechter wird. Wer damit kein Problem hat, darf sich dieses Jahr zu Weihnachten mal über einen abnormalen Film freuen, der von Weihnachtskitsch nicht viel übrig lässt und eine völlig neue Humbug-Variante ins Spiel bringt, die als Idee – wie anfangs schon erwähnt – echt grandios ist.

 

.kinoticket-Empfehlung: Tolle Idee mit teils grandiosen Gags, die aber relativ schnell absacken und gegen Ende des Films nichts mehr wirklich vorhalten.

Man könnte meinen, es handelt sich um ein wahnsinnig professionell gestaltetes Studentenprojekt, zumindest, was das Plotniveau angeht, auch wenn die Optik dazu viel zu geil aussieht. Die Jokes sind neu und die Idee ist zum Abfeiern, jedoch hätte ich mir wesentlich mehr zynischen Humor gewünscht und vor allem zum Ende viel mehr Biss.

Als Weihnachts-Alternative auf jeden Fall zu gebrauchen, schraubt eure Erwartungen aber nicht höher als die Leichen in den Gräbern.

 

Nachspann
✅ ist animiert, man braucht also nicht gleich raus rennen.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Anna and The Apocalypse
Length: 92 Min.
Rate: FSK 16 | R

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