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Sich mit den Dingen einfach mal auseinanderzusetzen, ohne dabei auf bekannte Ansichten und Gedankenprogrammierungen zurückzugreifen … eine Aufgabe, der sich viele überhaupt nicht stellen wollen, weil sie schon mal gar nicht wissen, dass das überhaupt geht. So viele Menschen haben ihr vorgefertigtes Bild, was bestimmte Menschen und Dinge angeht und sie lassen sich davon auch überhaupt nicht abbringen.

Dabei geht völlig unter, dass nie jemand gefragt hat, woher diese Ansichten überhaupt kommen, wer sie in die Welt gesetzt hat, ob sie heute noch gültig und überhaupt gerechtfertigt sind oder nicht, sondern völliger Humbug. Stichwort: Vorurteile.

Aktuell erleben wir immer noch, wie berühmte Vorurteile sich die Wege durch die Gehirnbahnen verschiedener Menschen graben und dort jede Menge Unfug und Dummheiten verzapfen, die sich dann als geistiger Dünnschiss den Weg zurück in die verbale Welt erkämpfen und überall ihre dünnflüssige Suppe an Idiotie verbreiten und permanent die Wahlergebnisse beeinflussen.

Dass so etwas Schaden anrichten kann und sogar Menschen das Leben kosten, haben wir aktuell alle schon erlebt und gesehen. Dass man diese Richtung auch ändern und alles zu etwas Positivem entwickeln kann, wisst ihr spätestens jetzt, denn: Man kann, darf und sollte solche Einstellungen und Gedanken hinterfragen und ihre Richtigkeit anzweifeln, um zu erfahren, ob die eigene innere Einstellung tatsächlich so unangreifbar korrekt ist, wie man bisher immer geglaubt hat.

Das beste Anzeichen dafür, dass irgendetwas faul an einer Sache ist, ist: Die Verantwortlichen mögen nicht, wenn man zweifelt. Geht in irgendwelche christlichen Ligen, hört ihnen zu und zweifelt dann an, was sie sagen. Je nachdem, wie sie reagieren, werdet ihr merken, wieviel Wahrheitsgehalt in ihren Lehren steckt und ob eigentlich alles nur eine große Lüge ist und jeder von vornherein verdammt wird, der es nicht kommentarlos schluckt.

Genau das gleiche betrifft nicht nur Religion, sondern auch Menschengruppen, Kulturen, Verhaltensweisen, gesellschaftliche Rituale usw. – und eben auch das, was in Beautiful Boy thematisiert und in eine völlig neue Korrelation gestellt wird. Mir haben die Ansätze, derer man sich hier bedient, unglaublich gut gefallen, weil das tatsächlich Fragen sind, die selbst ich mir niemals gestellt habe und die den Horizont und das Denken derart erweitern, dass die Erkenntnisse förmlich ins Hirn sprudeln und man als geistig bereicherter Mensch den Kinosaal wieder verlässt.

Mit solch einer positiven Inbrunst und strebender Energie an ein so düsteres Thema heranzugehen und dabei diesen Film hervorzubringen … der Wahnsinn. Und damit meine ich nicht nur das Schauspiel von Steve Carell, der hier mit seinem Charakter ein Vorbild liefert, von dem ich mir extrem viele Nachahmer in der Gesellschaft wünsche.

.kinoticket-Empfehlung: Wer bei den Twist-Erleuchtungen dieses Films keine feuchten Augen kriegt, dem kann ich auch nicht weiter helfen.

Gegen die offensichtliche Inbrunst, jedwede Vorurteile des Menschen anzugehen und sie mit Vernunft, Klarheit und aufstrebendem Willen zu besiegen, kommt auch kein Kritiker an: Steve Carell liefert hier Vorbildfunktion und erzählt eine dramatische Geschichte, die aus den tiefsten Höllen des Menschen die besten Seiten hervorkehrt.

Beautiful Boy ist ein leuchtendes Beispiel dafür und sollte von euch bis ganz zuletzt ausgesessen werden.

Nachspann
✅ So poetisch war garantiert noch kein Abspann – bleibt sitzen, auch wenn nicht gleich was passiert!

Kinostart: 24. Januar 2019

Original Title: Beautiful Boy
Length: 121 Min.
Rated: FSK 12

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