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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Alfons Zitterbacke – Das Chaos ist zurück

Alfons Zitterbacke

© 2019 X Verleih

Alfons Zitterbacke kennen wohl viele DDRler noch aus Kinderzeiten. Einst von Gerhard Holtz-Baumert erfunden, erfreute er seit 1956 die heranwachsenden Generationen mit seinen Lausbubenstreichen in Buch- und später auch Filmform und repräsentiert damit die Kultur der “Generation Ost”. Ein Thema, das durch sehr subjektive und lückenhafte Wahrnehmung heute vielerorts als “Kult” gefeiert wird, von dem viele Fans gar keine Ahnung haben, wie es wirklich war.

Natürlich wird erzählt, wie schön man damals gemeinsam zusammengesessen hat, wie Familie und Werte gelebt wurden, wie niedrig die Arbeitslosenquote war und dass die Kinder romantisch verträumt gemeinsam auf Bäume geklettert sind und gespielt haben, aber kurioserweise grenzt man all die tödlichen Fakten dabei immer aus, die ebenfalls zu diesem Regime und dieser Zeit gehörten und zu denen Florian Henckel von Donnersmarck sich hervorragend in Das Leben der Anderen geäußert hat.

Doch all dies soll die in der Ost-Kultur ertrunkenen Nostalgiker nicht weiter beschäftigen, denn hier wird diese Tradition hoch gehoben und erneut auf die Leinwand gebracht: Und der Osten feiert es.

Ich war als Gast zugegen, als der Film im CinemaxX Halle seine Premiere feierte und alles, was Rang und Namen hat, auflief – inkl. einem Ministerpräsident, dem auch im Saal das Wort gegeben wurde und der sich dabei höchst peinlich blamierte. Gerade von Regierungsbeamten erwartet man eigentlich, dass der Wille zur Vereinigung und der Schub in Richtung “Einheit” gesprochen wird und keine Aussagen à lá “Die da drüben denken nämlich immer, das waren sie, dabei waren wir das!” vor tausenden von Menschen ausgesprochen werden – der pure Hass, bei dem eigentlich nur noch die physische Mauer fehlt, um das geteilte Deutschland wieder in Vollendung vor sich zu haben. Sorry, aber sowas ist komplett daneben und einfach die vollkommen falsche Botschaft – und ein lebhaftes Zeugnis davon, dass die Mauer in den Köpfen vieler Menschen eben immer noch existiert und keinesfalls vollständig abgeschafft wurde.

Damit verratet ihr übrigens euer Land und großartige historische Errungenschaften – das aber nur am Rande. Sowas geht gar nicht! T’schuldigung.

Doch mal zurück zum Film: Zitterbacke wurde mit Tilman Döbler konsequenterweise neu besetzt, der erneut den kleinen Lebemann spielt, der sich durch nichts und niemand unterkriegen lässt. Dabei werden ihm prominente Menschen aus allen Erdteilen und sogar dem All an die Seite gestellt, was das Unterfangen grad für die jüngere Riege im Kino echt sehenswert macht: Die Inszenierung wirkt nämlich alles andere als billig und gedreht wurde tatsächlich mit dem echten, wahren und sich wirklich ohne Green-Screen im All befindlichen Alexander Gerst von der Raumstation ISS.

Eine logistische und terminliche Meisterleistung, die tatsächlich gewürdigt werden darf und der ich großen Respekt abzolle, denn die Jungs haben da oben sicherlich besseres zu tun als Spielfilme zu drehen. Umso cooler, dass man den Kids nun so etwas vorsetzt und hier eine eigentlich echt tolle Story erzählt, die sich tatsächlich mit familiären Werten schmückt und anständige Moral in sich trägt.

Mir persönlich gefällt nur der zu sehr auf Ost-Mentalität ausgerichtete Wertefokus nicht so sehr, der zwar sehr herkunftsgetreu ist, aber in einer global agieren-müssenden Welt eher fehl am Platze ist und für Disharmonie sorgt, statt für gutes Beisammensein. Und damit sind die Dinge allenfalls fragwürdig, die hier gepredigt werden … und wie das dann von Erwachsenen aufgenommen und weitergegeben wird, sieht man an dem unglaublich traurigen Bild dieses Ministers.

.kinoticket-Empfehlung: Alte Ost-Tradition und Kultfigur aus der Kindheit vieler DDRler zurück ins Leben gerufen um mit neuen Abenteuern die Leinwand zu beleben.

Die Frage ist, was genau das bringt, wenn man wieder beginnt, sich so hermetisch abzuschotten und gegen den Rest der Welt kämpft, während überall die Grenzen aufgehen und wir damit beginnen sollten, gemeinschaftliche Werte zu erarbeiten, in denen eine zukünftige Gesellschaft leben kann.

Für Nostalgiker perfekt, als Lehrbuch für die Zukunft eher weniger zu gebrauchen.

Nachspann
✅ Bitte nicht rausgehen, hier folgt noch ein ziemlich cooles Musikvideo und ein saftiger Abspann.

Kinostart: 11. April 2019

Original Title: Alfons Zitterbacke – Das Chaos ist zurück
Length: 90 Min.
Rated: FSK 0

Und abschließend noch ein paar Eindrücke von der Premiere des Films im CinemaxX Halle vom 6. April 2019.

After Passion

After Passion

© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Jetzt wird’s hart: Wie soll ich euch nichts verraten und gleichzeitig beibringen, worauf ihr euch einlasst, wenn ihr hier rein geht?

Das Ding wurde u.a. in der BRAVO Preview released – und genau da gehört es meiner Meinung nach auch hin: Fifty Shades of Grey gepaart mit Twilight für Kinder. Ehrlich gesagt hab ich den ganzen Film drauf gewartet, dass entweder dem Typen endlich Vampirzähne wachsen oder sich der Cast kolossal verspricht und auf einmal Edward/Christian und Bella/Anastacia sagt.

Ist nicht passiert, keine Sorge – jedoch habe ich mir von Leuten, die die Bücher kennen (ja, es gibt mehrere [insgesamt 7!!! Sieben!!! 😳😳😳] – ihr wisst, was das heißt), bereits sagen lassen, dass die filmische Umsetzung im Vergleich zu dem lüsternen Verlangen zwischen den beiden einfach grottig sein soll und somit absolut nicht an die “literarische Vorlage” heranreicht.

Tatsächlich befriedigt man hier auch die Maximal-14-jährigen und darüber hinaus absolut niemanden mehr: Die finden den Typen süß, die finden das Girl “familiar” und können sich mit den Gefühlen und Elementen sehr gut identifizieren, insofern sie nicht bereits mit “Bildung” infiziert wurden. Aber da kommt dann die Fifty Shades of Grey-Komponente ins Spiel…

So arglistig, wie man hier mit Begriffen wie “Bad Boy” um sich wirft, obwohl es einfach nur ein absolut realitätsferner Schnuckel ist, so falsch liegt man, was den Bezug zu realen Gefühlen und Optionen angeht. Und ich habe noch niemals so eine unrealistisch schlechte Mutter spielen gesehen – noch nicht mal im schlimmsten Assi-TV.

Und das soll was heißen, wenn selbst meine Lieblingsdeutschsprechdarsteller niveautechnisch noch darüber stehen!

Was man dem Film lassen muss: Er funktioniert (in seiner Altersklasse sogar genauso gut wie bei unsereiner damals besagter Sadomaso-Film) und Mr. Hero Fiennes Tiffin (ja, der heißt wirklich so!) spielt seine Sache absolut überzeugend und unglaublich gut! Dass der Film um ihn herum so scheiße gebaut ist, dafür kann er ja auch nix und wer als Eltern sein Kind zwingend “Hero” nennt, der muss ihn quasi schon an solche Produktionen abgeben (Hallo, Ralph Fiennes ;-)).

Damit landen wir bei einem Versprechen meinerseits: Ich werde mir das erste Buch kaufen und es lesen (!) und dann meine Meinung zu den Büchern eventuell revidieren, der Film selbst landet aber womöglich nur in jedem Teenie-Regal aus den gleichen Gründen, weshalb dort auch die Shades-Trilogy gelandet ist: Keine Ahnung!

Also geht ruhig ins Kino, dann habt ihr wenigstens gemeinsam Spaß. Aber gevögelt wird erst zu Hause. Klar?

Danke!

.kinoticket-Empfehlung: Nach dem durchschlagenden Erfolg von “Fanfiction-Twilight-FiftyshadesofGrey-Schnuckels” sind nun die Kinder an der Reihe und bekommen ihre Lustdrüsen aufgepumpt: Hier wird auf BRAVO-Niveau aufgefahren, was man unsereiner damals als Sadomaso-Orgie im Kino verkauft hat: Pure Lust (schlecht gespielt)!

Damit müsst ihr leben, denn die Kids schauen’s sich begeistert an und machen euch damit genau das nach, was ihr mit Christian und Anastacia praktiziert habt. Retourkutsche auf die sexuelle Art.

Über “Plot” brauchen wir nicht reden, Hardin spielt seine Rolle extrem überzeugend, den Rest kann man quasi per se in die Tonne kloppen – aber auch da holen die Kids es wieder raus und stellen’s zurück ins Regal.

Pech gehabt – damit müsst ihr nun leben. Und wenn’s ein Erfolg wird (und das ist es quasi jetzt schon) warten bereits 6 (Sex!) weitere Bücher darauf, verfilmt zu werden. Hoffentlich werden die Darsteller dafür nicht zu schnell zu alt 😉

Nachspann
❌ muss man nicht ausharren, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 11. April 2019

Original Title: After
Length: 106 Min.
Rated: FSK 0

Christo – Walking on Water

Christo

© 2019 Alamodefilm

Christo – In der Kunstszene ein bekannter Hund, der schon vielerorts für Aufsehen mit seinen Kunstwerken gesorgt hat und den man auch als Szene-Nicht-Insider schon mal durch irgendein Projekt zu Gehör bekommen haben dürfte. Und der Typ ist es leid, auf seine Reichstagsverhüllung reduziert zu werden, sondern er möchte mit seiner Kunst viel mehr ausdrücken.

Und dabei spielt er alles aus, was man akribischen Künstlern so gerne vorwirft: Er ist menschlich oftmals gelinde gesagt einfach ein “Arsch” und gibt dabei der Menschheit so viel, dass sie zu Millionen Scharen anreisen, um seine Kunstwerke zu bestaunen und zu erleben.

Christo – Walking on Water fängt dabei das Bild Christos sehr realistisch und naturnah ein und spiegelt wieder, wovon viele eben nichts mitkriegen: Den Hintergrundabläufen und der vollständigen Persönlichkeit, auch den Momenten, wenn keine Kameras laufen und kein Massenpublikum auf irgendwelchen Gala-Dinners zugegen ist.

Genau das macht den Film – und auch den Menschen – dann doch wieder sympathisch: Man taucht langsam, teils qualvoll, aber auch sehr inbrünstig und intensiv in seine Aussagen und seine Kunst ein und beginnt, das große Ganze dahinter zu verstehen. Genau so erlebt man auch den Film: Anfangs sehr distanziert und seltsam, teils unerträglich entwickelt sich das Werk im Fortgang zu einem wahnsinnig spannenden, beeindruckenden Spektakel, das wiederum nicht nur das Kunstwerk selbst repräsentiert, sondern auch den Umgang unzählig vieler Menschenbeispiele dazu: Von Hass, Liebe, Gier, Ignoranz, Begeisterung, Andrang, Sturm, Drohung, über Verzweiflung und einfach dem Wunsch, den Menschen etwas erleben zu lassen – alles dabei.

Der Punkt ist schnell erreicht, wo man einfach nicht mehr damit aufhören kann, hinzusehen und spannend mitfiebert, weil es einfach irrsinnig interessant und faszinierend ist, was man sich hier in den Kopf gesetzt hat und nach jahrelanger Idee und Planung endlich umsetzt.

Regisseur Andrey M. Paounov hat dieses Werk aus 700 Stunden Filmmaterial zusammengeschnitten und damit ein Projekt begleitet, das 16 Tage lang geöffnet war und letztendlich 1,2 Millionen Zuschauern Freude bereitet hat. 11.000 Menschen konnten sich gleichzeitig darin aufhalten, 500.000 Besucher waren von den Schöpfern angedacht, diese Zahl wurde weit übertroffen.

Für die Region war es ein Segen: Alle Hotels waren über Monate hinweg komplett ausverkauft, die Herstellungskosten selbst beliefen sich auf 15 Millionen Euro, die Christo persönlich aus Verkäufen seiner Kunst finanzierte, um den Besuchern wie immer freien Eintritt zu gewähren.

Insgesamt wurden drei Kilometer Strecke verlegt, 16 Meter breit, 30 cm hoch und 2,5 km zusätzlich Strecke an Land ausgebaut. Die “Floating Piers” bestanden aus 220.000 verbundenen Polyäthylen-Würfeln, die von Tauchern mit Ankern am Boden des Sees festgetäut wurden.

100.000 m2 Stoff (insgesamt 20 Tonnen) wurden dabei verwertet – und für die Umweltfanatiker unter euch: Christo ist bekannt dafür, dass er alles aus seinen Kunstwerken anschließend immer wieder recycelt und wiederverwertet, um keinen “Müll” zu hinterlassen. Darauf legt er bereits bei der Planung großen Wert, dass die verwendeten Arbeitsmaterialien hinterher weiter sinnvoll verwendet werden können.

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film gibt Einblick in die Verwirklichung einer Kunstidee aus dem Jahr 1969 – mit allen Strapazen und Hürden, die dabei zu überwinden waren.

Was anfangs etwas träge und teils ermüdend beginnt, entwickelt sich schnell zur rasanten Faszination und man schafft es nicht, den Film frühzeitig zu beenden und wieder aus dem Saal zu gehen. Dafür ist es viel zu spannend!

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 11. April 2019

Original Title: Walking on Water
Length: 100 Min.
Rated: FSK 0

Hellboy – Call of Darkness

Hellboy

© 2019 Universum Film GmbH

Die Welt muss brennen … Hellboy erzürnt jegliche konservativ-christlichen Gemüter mit puren Schlägen in die Fresse. Und es tut soooooo unglaublich gut. Also mir. Ich sitze da, schau mir dieses apokalyptisch-selbstironische Wunderwerk des Bösen an und stelle fest, wie mich meine reale Wut endlich ein Stück weit wieder in Frieden lässt und die Wogen der inneren Selbstzerstörung und des puren, allgemeinen Hasses langsam abklingen, während ich dabei zusehe, wie man on screen die Welt in Schutt und Asche legt.

Schläge in die Fresse? Läuft.

Blut? Nicht zu wenig.

Zerfetzte Leichen, abgetrennte Körper, zerschlissene blutrünstige Monster, die sich über den Erdball hermachen und alles zerstören und vernichten, was ihnen unter die Finger kommt? Läuft.

Irgendeine Liebe da drin? Glänzt durch Abwesenheit. Es ist das pure Böse – und es tut so gut, dass es brüderlich Hand in Hand mit Sarkasmus und Zynismus geht – eben typisch Hellboy, wie man ihn aus den beiden vorherigen Teilen bereits schon kannte.

Selbst die Angst um das “Verschandelt werden” durch die Abwesenheit eines eigentlich ihm auf den Leib geschriebenen Rollen-Ron Perlman verklingt nach 10 Minuten, weil die Macher hier der Marke Hellboy treu geblieben sind und an seinen Charakter- und Wesenszügen kein einziges Stück gefeilt haben. Wenn man’s nicht zwingend weiß, fällt’s erstmal gar nicht groß weiter auf.

Alle Elemente, die in einem Hellboy-Film sein müssen, wurden aufgegriffen – bis hin zur bewusst miesen Grafik, die irgendwo fast schon zu einem Markenzeichen dieser Reihe geworden ist.

Und es ist eine bestialische Schlacht, gegen die die ersten beiden Filme wie ein billiger Haustier-Kindergarten wirken: Diese brachiale Gewalt und Zerstörungswucht auf die Leinwand loszulassen und dann mit solchen Bildern zu füttern… Ein Traum für jeden, der um sich rum einfach nur Rache und Gerechtigkeit will. Das „Justice“-Gefühl in boshafter Vollendung.

Und warum kotzt jetzt jeder darüber ab und beschwert sich, dass der Teil scheiße ist?

Weil‘s funktioniert. Hellboy war niemals für die Masse gedacht. Wenn er der Masse gefällt, dann hat man irgendwas grundlegend falsch gemacht. Hellboy ist Nischenlektüre und gehört auch da hin. Hier geht es darum, etwas todernstes in den sarkastischen Dreck zu ziehen, sich über alles und jeden an den falschen Stellen lustig zu machen und eine Welt voller Boshaftigkeit und Höllenqualen zu manifestieren mit einem „Aaaaaaach leck mich doch, kein Bock“-„Superhelden“ am Start, der in den absolut falschen Momenten das absolut falsche sagt und dabei nur sich selbst treu bleibt. Und nicht um Sonnenschein-Spider-Man-Blondchen am Sonntag bei Oma am Kuchentisch.

All dies wurde auch vom „Neustart“-Dritten Teil exakt richtig gemacht und meine tiefsten Befürchtungen, dass man erneut eine Filmseele der reinen Remake-Geldgier opfern würde, wurde gottseidank nicht bewahrheitet. Stattdessen hat man grandiose Boshaftigkeit, satte Action, vieeeeeel Blut und Horror, wenig „Wert von Menschenleben“ und die typische Frage von „Was ist gut und böse und was eigentlich nicht“ gestellt und damit das Hellboy-Universum mit allen Faktoren gefüllt, die es braucht, um in sich geschlossen perfekt zu funktionieren.

Und die Szenen wirken – sind in meinen Augen auch nicht übertrieben, sondern „zeitgemäß“ (das Wort ist pervers an dieser Stelle aber ja, ich stehe dazu!) und erfordern, dass der Kinozuschauer sich darauf einlässt und aus dem Mainstream heraustritt. Der wird einem nämlich sonst mit Gedärmen und spritzenden Venenflüssigkeiten aus den Augen gewaschen.

Was mich zu meiner beliebten FSK führt: Abgebissene Köpfe und zerrissene Körper? Seriously? Und offen darüber schreiben?

Ich darf! Denn das Ding ist: FSK 16. Juchee – denn ab sofort gilt: Wir brauchen das rote Logo nicht mehr. Nicht nach diesem Film.

In meinen Augen hätte man zwischen FSK 18 und indiziert schwanken sollen, mit Tendenz zu „indiziert“, weil‘s hier richtig zur Sache geht – aber stattdessen „Naja, 16 ist ja fast wie 12, kauft euch ein bisschen Popcorn und viel Spaß Kinder!“ 😉 Und damit seid ihr am Arsch! Richtig am Arsch!

Die Hölle regiert.

Und ich bin wahrscheinlich einer der wenigen, die das zur Zeit so richtig abfeiern.

.kinoticket-Empfehlung: Thanos braucht nicht mehr mit dem Finger schnippen zu wollen, man lässt einfach diese Inhalte auf die Menschheit los, setzt sich dabei auf einen Berg und schaut der Apocalypse beim Gedeihen zu.

Einer meiner wenigen, nicht erfüllten Lebensträume. Bis jetzt. Hellboy ist diesbezüglich extrem befriedigend und in meinen Augen „Index“-würdig. Selbst 18 ist grenzwertig. Dafür wurde dem Plot, den Inhalten, den Markenzeichen und dem ganzen Universe treu geblieben, was sich inzwischen daran abzeichnet, dass der Mainstream es hasst. Also: Alles richtig gemacht – ich kann‘s euch nur empfehlen.

Und danach dürft ihr mich steinigen. 🙂 I‘m prepared.

Nachspann
✅ Sitzen bleiben! Und nein, nach dem Abspann-Abspann ist es nicht vorbei, also: Sitzen bleiben! Bis. Ganz. Zum. Schluss. – Danke.

Kinostart: 11. April 2019

Original Title: Hellboy
Length: 121 Min.
Rated: FSK 16

Berlin Bouncer

Berlin Bounce

© 2019 farbfilm verleih GmbH

Ich möchte euch gar nicht zu viel verraten, am liebsten noch nicht mal, woher ihr David Dietl zuletzt kennen solltet: Denn das würde eure Wahrnehmung und Einschätzung schon wieder viel zu sehr in die falsche Richtung beeinflussen. Zumindest, was diese “Dokumentation” angeht: Die ist fürstlich komisch, seelennah und spiegelt ein originelles, authentisches und liebevolles Porträt einer Stadt und deren Menschen wieder.

Und nein, es liegt ganz sicher nicht an meiner sowieso bestehenden “Berlin”-Macke, dass ich zu dieser Stadt ein favorisiertes Verhältnis habe und die schönsten Stunden meines Lebens mit ihr verbinde. Die Pressevorführung wurde u.a. in München abgehalten und den Münchnern hat dieses Werk genauso positiv zugesagt wie mir.

Es liegt ganz sicher an den Menschen. Das hier sind Originale. Nicht austauschbare Originale – und damit wertvolle Leinwandfracht, die es selbst in den bestbezahltesten Hollywood-Blockbustern so nicht mehr gibt. Doch nicht nur das macht Berlin Bouncer zu einem einzigartigen Stück, sondern auch die Kulturdurchzogenheit und Einblicke in vergangene Zeiten, Sehnsüchte, Persönlichkeiten – eine Sparte, die man zwar kennen kann, aber von der in den Tagesthemen niemals die Rede sein wird und die damit dennoch gewissermaßen einem Underground-Kult angehört, der in dieser Stadt exzessiv gelebt wurde und wird.

Und ob ihrer unvergleichlichen Art schließt man die Darsteller/Protagonisten auch komplett in sein Herz und erlebt diesen leichten Frohsinn und das Zukunftsstrebende, eine Lebensweise, die man nicht so häufig im stressbehafteten Alltag antrifft und die darum umso mehr Freude bereitet.

.kinoticket-Empfehlung: Nach diesem Ding ist man irgendwie beflügelt, positiv überschüttet und mit Freude und Heiterkeit gesegnet, wenn man das Kino wieder verlässt.

Die Berliner Kulturabgründe, die sich im Rahmen diverser Geschichten hier auftun, befriedigen Nostalgie, Zeitwert-Gefühle und sind informativer Neugier-Natur, die ein unvergleichbar wunderbares und herrliches Bild einer Stadt und ihrer Menschen abzeichnet.

Definitiv sehenswert!

Nachspann
❌ muss man nicht zwingend aussitzen, hier folgen keine weiteren Szenen.

Kinostart: 11. April 2019

Original Title: Berlin Bouncer
Length: 87 Min.
Rated: FSK 12

Die Wiese

Die Wiese

© 2019 polyband Medien GmbH

Früher als Kind war “Wiese” für mich einfach “Grün”. Später hat man dann schon bemerkt, dass es da verschiedene Blumen und Pflanzen drauf gibt – und inzwischen als Erwachsener hat man jedweden Spieltrieb vergessen und “Wiese” ist auf einmal ein hoch wissenschaftliches Projekt mit politischen und gesellschaftlichen Verflechtungen, derer niemand mehr Herr wird.

Tatsächlich bestehen so viele Grünflächen, die man im Alltag einfach übersieht, weil sie selbstverständlich sind bzw. man sich dessen nicht gewahr ist, inwiefern man selbst persönlich von eben jenen Flächen abhängig ist, da sie in unserem Leben indirekt eine wichtige Rolle spielen.

Jan Hafts neuester Kinostreich beschäftigt sich mit diesem Phänomen und baut auf informative und spielerische Fähigkeit, die nicht – wie man eingangs glauben mag – nur für Kinder, sondern vor allem für diese kruden Verwirrungen in den Köpfen der Erwachsenen gedacht ist und grundlegende Dinge wieder ganz einfach erklärt.

Dabei wird das eigentliche Paradies einer “Wiese” wieder völlig neu erlebbar und man erkennt erst mal, welche Ausmaße das überhaupt annehmen kann und wie sehr wichtig es ist, dass solche Lebensräume bestehen bleiben.

Nein, keine Bienen. Ich fang damit nicht an und darauf läuft’s auch gar nicht hinaus. Vielmehr wird man in ein Meer von Lebewesen, Lebensräumen, andere Dimensionen geschmissen, über die man sonst eben einfach nicht nachdenkt – und dafür ist dieser Kinofilm eine wahre Bereicherung.

.kinoticket-Empfehlung: Macht “Wiese” wieder zu einem völlig unbekannten Objekt und weckt den kindlichen Forscherdrang in einem, etwas ganz neu zu entdecken.

Dabei konzentriert man sich auf Flora, Fauna und Lebewesen und erklärt mit simplen Worten, warum es wichtig ist, solche Lebensräume zu erhalten und zu pflegen.

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, es folgt nichts mehr.

Kinostart: 04. April 2019

Original Title: Die Wiese – Ein Paradies nebenan
Length: 93 Min.
Rated: FSK 0

Shazam! (3D)

© 2019 Warner Bros. Ent.

Nein, ich fange jetzt nicht schon wieder an, die alte Leier Marvel vs. DC abzuspulen, auch wenn hier gewisse Parallelen zu erkennen sind: Aber wie gewohnt zieht DC dabei den Kürzeren.

Wenn man Comic-Fans befragt und sie schon unrühmlich mit den Augen rollen und sich wünschen, diesen Superhelden gäbe es gar nicht, weiß man ungefähr, worauf man sich bei diesem Spektakel einlässt. Warum schaffen es dann Titel wie dieser in meine Top 5 der Woche?

Ganz einfach: Von allem, was DC inzwischen abgeliefert hat (ausgenommen Wonder Woman), erreicht man hier ein ungekanntes Niveau dieses Labels, das es tatsächlich schafft, ein würdiges Bild eines Charakters zu zeichnen und ihm per Film die notwendige Ehre zu erweisen, damit sich ein Publikum daran gewöhnen und ihn im Laufe der langen Spielzeit in sein Herz schließen kann… Man erkennt wieder frühe Züge von Marvel, die damals mit Iron Man begonnen haben.

Das Problem ist nur: Schon mit der .trailer-PR hat man redlich versagt und eine Vermutung ans Publikum weitergereicht, die so absolut keinen Bock auf diesen Film macht, weil man sich da bereits fremd schämt und schon gar keine Folgelust hat, sich als Filmheld zu verkostümieren und draußen so vor andere Menschen zu treten. Und da kommt meine Empfehlung wieder ins Spiel: Manche mögen hier gewisse Grundzüge von Deadpool erkennen wollen, auch an dieses Niveau reicht man lange nicht ran, allerdings arbeitet sich der aktuelle Blockbuster DCs redlich aus der Versenkung nach oben und schafft es wirklich, einen Superhelden so zu malen, dass man ihn auch akzeptieren kann.

Vergleiche sind an dieser Stelle unnötig, dumm und völlig aus der Luft gegriffen. Genauso muss aber auch gesagt werden, dass der .trailer wieder mal massiv mehr kaputt gemacht als Lust gemacht hat und daher die Entscheidung, ob dieser Film doch konsumiert werden sollte, nicht allein aufgrund der wenigen Bilder der Vorschau getroffen werden sollte – und wenn doch, hier dem Film ein eindeutiges “Pluspaket” zugesandt werden muss, damit dieser schwerer in die Gewichtung fällt.

Tatsächlich macht es nämlich wirklich Spaß, und man merkt, dass sich DC nun endlich um seinen eigenen Dreck schert und nicht mehr nur abkupfern und hinterhertigern möchte, sondern sich auf die Geschichte besinnt und damit anfängt, Originale zu liefern – genau das, worauf viele Fans seit Jahren beständig enttäuscht gewartet haben.

Ich beginne nun auch nicht, in überschwänglicher Freude über dieses Werk abzufeiern und jeden fanatisch ins Kino zu treten: Dafür ist man noch viel zu weit in den Anfängen. Ich würde eher sagen: “Ganz nett mit extrem positiver Tendenz zum Guten.”

Sollte daraus also wirklich etwas werden, würde man sich hinterher drüber ärgern, wenn man Teil 1 nicht im Kino bestaunen konnte, und dieser Zeitpunkt kommt bekanntlich nicht wieder: Also nehmt euch ein Herz, besauft euch den .trailer wieder aus dem Hirn, gebt euch den Ruck und verköstigt auch diesen Blockbuster auf dem Big Screen. Dann wart ihr – bei Zukunftserfolg – wenigstens von Anfang an dabei.

.kinoticket-Empfehlung: DC hat endlich verstanden, dass es mit eigenen Originalen besser funktioniert als mit Marvel-Nachgeäffe: Man beginnt, eigene Helden zu inszenieren und kümmert sich in dem Film tatsächlich mal um solide Unterhaltung.

Es dauert eine Zeit, bis man firm damit geht, aber der Film schafft es, dass man den Superheld ins Herz schließt und der Streifen am Ende wirklich eine Genugtuung war – allerdings ist die Überwindung dank des furchtbar schlechten .trailers wahrhaftig ein Stolperstein.

Rafft euch ein Herz – geht ins Kino und denkt wieder dran: Je größer, desto besser.

Nachspann
✅ Wenn man Marvel schon alles nachmacht, dann auch konsequent: Auch hier werden Mid- und Aftersequenzen geboten, die man unbedingt mitnehmen sollte.

Kinostart: 04. April 2019

Original Title: Shazam!
Length: 132 Min.
Rated: FSK 12

Wenn du König wärst (inkl. Gewinnspiel)

Wenn du König wärst

© 2019 Twentieth Century Fox

Die Herausforderungen für Kids werden immer größer. Nicht nur, sich gegen immer ängstlichere Helikopter-Eltern zu wehren, durch eine Million Termine jede Woche durch zu müssen und selbst schon im Sandkasten-Zeitalter einen Business-Terminplan vollgestopft zu haben, der jedwede Zeit zum Spielen, Leben genießen, atmen und einfach leben nicht mehr zulässt, auch im Kino werden die Kids vor immer größere Herausforderungen gestellt … und kommen damit scheinbar klar.

Alle Ängste sind also irgendwie unbegründet.

Ängste?

Wenn du König wärst hat im Vorfeld in der Presse bereits hitzige Diskussionen ausgelöst, die die schon seit Jahren fragwürdige Arbeit der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft – kurz “FSK” – erneut anzweifelt. Denn dieser Titel hat die Freigabe “FSK 6” bekommen, was selbst Twentieth Century Fox wundert, da hier doch gewaltig düstere Bilder und gruselige Momente aufgefahren werden, die mehr als Anlass dazu bieten, das gesamte Rating-System der FSK komplett zu überdenken und sich eventuell doch etwas näher am amerikanischen Vorbild zu orientieren: Eine “Parental Guidance” wäre hier nämlich in vielen Fällen durchaus angebracht.

Die Kids aus der Pressevorführung wurden natürlich auch danach gefragt, ob sie sich gefürchtet haben und meinten alle: “Ja, es war schon gruselig, aber schön gruselig.” – Nun kann man aber von ein paar Kids nicht auf eine ganze Nation schließen und muss auch bedenken, dass es sensiblere Wesen gibt, Kids, die eben nicht einfach alles so wegstecken und die auch hier und da mal Ängste und Alpträume entwickeln, wenn sich auf einmal Bäume bewegen oder Wurzeln miteinander kämpfen. Was hier aufgeboten wird, ist durchaus teilweise sehr strange und kann verwirrend oder beängstigend wirken. Notgedrungen heraus hätte ich hier auch lieber zum grünen “FSK 12” gegriffen, auch wenn die Zielgruppe im Plot dann leicht veraltet wirken würde.

Die Story ist eindeutig an Kinder ausgerichtet, fährt hier in einer wunderbaren Re-Interpretation einer historischen Saga auf und bringt moderne, coole, schnittige und spannende Änderungen mit sich, die sich des historischen Altstaubs entledigen und definitiv proklamieren: Wir sind in der Zukunft angekommen und orientieren uns trotzdem an den Geschichten des Mittelalters. Und damit hat man einen so fantastischen Absprung geschafft, der es nahezu zwingend erfordert, ein Lichtspielhaus aufzusuchen und die Kids-Variante von Hellboy – Call of Darkness zu besichtigen.

Und vergisst man jetzt hier und da ein paar “10 Minuten” des Films, dann könnte der durchaus auch in der 20-Uhr-Vorstellung für Erwachsene laufen und würde hier für genügend Unterhaltung sorgen, die auch alles mitbringt, was ein guter Kinoabend enthalten sollte: Humor, Drama, Spannung, eine tolle Story, Charme und jede Menge Kurzweil. Und verdammt gute Grafik und Bühnensettings, die schon fast an das Niveau größerer Fantasy-Brüder heranreichen und solchen Monster-Produktionen wie Harry Potter optisch längst das Wasser reichen.

Ihr merkt: Die Ansprüche sind längst gestiegen, werden von der Industrie befriedigt und von den Kids verstanden. Vielleicht sollten wir also alle einfach mal wieder damit beginnen, weniger Ängste zu haben und uns lieber in eins der Kinos zu hocken und wieder völlig entspannt und voller Vorfreude den Film zu genießen?

Wenn du König wärst ist doch schon mal ein super Anfang für diesen Vorsatz. Also rein mit euch!

G E W I N N S P I E L

Twentieth Century Fox befeuert dieses Vorhaben direkt mal mit drei Fan-Paketen bestehend aus jeweils 1×2 Freikarten + Kinoplakat für euch, die ihr in diesem Beitrag abstauben könnt.

Frage diesmal: Wie steht ihr dazu, dass immer mehr Kinderfilme aggressiver nach unten gerated werden? Muten wir unseren Kids immer mehr zu und ist das richtig oder sollte die FSK wieder etwas strenger werden, was dazu führt, das Kinder nicht mehr so viel Filmmaterial zu Gesicht bekommen?

Beantwortet bis einschließlich Sonntag, 21. April 2019 diese Frage in den Kommentaren und ihr seid im Lostopf dabei. Unter allen Teilnehmern wird per Random.org entschieden und die Gewinner*innen anschließend per E-Mail benachrichtigt – bitte gebt deshalb eine Mailadresse an, unter der ihr erreichbar seid, damit ich eure Adresse abfragen und euch das Paket zuschicken kann.

Eure Daten werden nicht gespeichert, sondern ausschließlich von mir persönlich zum Zweck des Versands genutzt und anschließend gelöscht.

Und denkt dran: Das ist auch Erwachsenen-Stuff, also nicht nur nicht mitmachen, weil keine Kinder im Haushalt sein sollten 😉

Ich wünsche viel Glück – und natürlich viel Spaß beim Film.

.kinoticket-Empfehlung: Rated es in “PG” – dann bin ich vollkommen zufrieden.

Optik, Story, Darsteller, Charme, Humor und geniale Einfälle stimmen bei diesem Werk und liefern eine derartig amüsante, wunderschön-gruselige Neuinterpretation dieses Stücks und leveln Kinderfilme dabei in ein Fantasy-Niveau, dass den Erwachsenen beginnt, Konkurrenz zu machen. Versprecht mir, dass ihr euch als Eltern einfach mit rein setzt – dann ist diese ganze Sache einfach großartig und sollte von euch im Kino bestaunt werden.

Nachspann
❌ Muss man nicht bis zum Schluss ausharren, nach der Schwarzblende kommt nichts weiter.

Kinostart: 18. April 2019

Original Title: The Kid Who Would Be King
Length: 121 Min.
Rated: FSK 6

Der illegale Film

Der illegale Fil

© 2019 NFP marketing & distribution

Schaut euch das Poster mal genauer an – erkennt ihr etwas, das ihr kennt?

Richtig: Wir leben in einer Zeit, in der sich manche Dinge schon so fest im Hirn eingebrannt haben, weil sie zu lange existieren, wir tagtäglich ohne nachzudenken damit umgehen oder verschiedene Werbe- und PR-Gurus einfach einen grandiosen Job gemacht haben oder so penetrant konsequent mit ihrem Tun sind, dass wir es einfach nicht schaffen, aus den Fängen der “Ich hämmer dir etwas in deinen Kopf”-Menschen zu entkommen.

Der Trick: Bilder. Menschen sehen Bilder. Menschen machen Bilder. Menschen teilen Bilder. Wir leben in einer Bilderwelt, die schon so unbegreifbare Ausmaße angenommen hat, dass es Zeit wird, sich damit mal auseinanderzusetzen und einer immens wichtigen Frage nachzugehen: Wie steht es eigentlich um diese Bilder? Wer besitzt die Rechte daran? Warum? Und ist das zeitgemäß? Wo steuern wir hin? Was gibt es längst, das uns bereits heute über den Kopf gewachsen zu sein scheint, obwohl die meisten diese Techniken noch nicht einmal kennen?

Erinnern wir uns zurück an die Zeit, in der die Kinder noch “draußen Ball spielten” und man gemeinsam zum Mittag an den Tisch kam und in der Familie gesprochen hat. Eine Zeit, in der das Internet in seinen Kinderschuhen stand und in der niemals jemand erahnen hätte können, dass eine Website wie FaceBook mal ein nicht wegzudenkender Teil einer Gesellschaft werden würde. Ich wurde in meiner Kindheit deswegen ausgelacht, weil mich die Techniken einer vernetzten Welt interessierten und ich einer der wenigen war, die sich ein Modem zulegten, um diese vernetzte Welt zu erkunden. “Wer braucht denn sowas? Das hat keine Zukunft.”

Wie recht sie damals hatten, sieht man heute, wenn mal für 2 Minuten das WLAN ausfällt.

Genau das gleiche gilt für Fotografien, Fotos, digitale Bildinhalte, die visuelle Welt. Wir sind im Wandel und es ist ein riesiger Umbruch am Stattfinden, der wieder einmal alles umwirft. Dass die meisten Menschen der Technik längst entronnen sind und “nicht mehr mitkommen” sieht man daran, dass es heute immer noch Menschen gibt, die seit 7 Jahren ein Smartphone besitzen und keine Ahnung davon haben, dass sie dort drin direkt Fotos beschneiden können oder drehen und sich dann darüber wundern, dass man das gedrehte Ergebnis sogar dauerhaft dort speichern kann.

Und ich spreche noch nicht mal von künstlicher Intelligenz, Siri, Alexa und alles, was im Großen da hinten dran hängt … dazu bedarf es mittlerweile fast schon mehrerer Studiengänge, um all dies etwas umfassender verstehen zu können.

Wer für dieses Studium grad keine Zeit hat, den interessiert vielleicht Der illegale Film – ein Meisterwerk, dass sich genau mit dieser Materie auseinandersetzt und zukunftsweisende Ideen, Erkenntnisse, Erklärungen zusammengetragen hat, um diese auf den Leinwänden zu präsentieren.

Das Manko: Aufgrund der Spielfilmlänge und der immer noch begrenzten Aufnahmefähigkeit der Menschen ist dieses Werk dermaßen mit Informationen vollgepackt, dass man es eigentlich auch wieder sukzessive konsumieren sollte, um wirklich alles zu ergründen, was jedoch in einer einzigen Kinovorstellung kaum möglich ist.

Aber auch dafür haben die Macher Abhilfe geschaffen:

Heute, am 11. April 2019 feiert der Film im ZKM Vortragssaal, Zentrum für Kunst- und Medientechnologie, Lorenzstraße 19, 76135 Karlsruhe Premiere – mit anschließender Diskussion mit dem Regisseur Martin Baer!

“Na super, ich schaff’s aber heute nicht nach Karlsruhe…”

Kein Problem: Denn es geht weiter mit folgenden Terminen – und immer ist entweder Regisseur Martin Baer oder Regisseur Claus Wischmann mit von der Partie – ihr seid damit also nicht im Kino allein.

Ab 11.04.2019
Freiburg – Friedrichsbau – am 14.04.2019 – 11:00 Uhr (Matinée)
Nürnberg – Cinecitta – Do + Mo um 18.15 Uhr, Fr + Di um 20:30 Uhr
Stuttgart – Atelier am Bollwerk – täglich im Wechsel 16:10 oder 17:50 Uhr

Ab 18.04.2019
Dortmund – Sweet Sixteen – täglich außer Mo. – am 25.05.2019 ist Martin Baer vor Ort im Rahmen der WorldPress Ausstellung
Karlsruhe – Schauburg – 18.04.2019 – 19:00 Uhr

Ab 25.04.2019
Berlin – Kant – 26.04.2019 – 18:00 Uhr | Sputnik
Hamburg – Studio – 27.04.2019 – Uhrzeit wird bekanntgegeben
Aachen – Apollo Kino & Bar – 27.04.2019 – 18:00 Uhr
Essen – Filmstudio – 28.04.2019 – 15:00 Uhr
Köln – Filmpalette – 28.04.2019 – 18:00 Uhr
Magdeburg – Studio – 24.04.2019 – Uhrzeit wird bekanntgegeben

Ab 2.05.2019
Gauting – Kino Breitwand – 30.04.2019 – 19:30 Uhr
München – City Kinos – 2.05.2019 – Uhrzeit wird bekanntgegeben

Ab 16.05.2019
Bochum – Casablanca – 19.05.2019 – 13:00 Uhr (Matinée)

Näheres zu diesen Vorstellungen und jeweils aktualisierte Termine könnt ihr dieser Website entnehmen!

Ich finde es wichtig und gut, dass man hier Präsenz zeigt und das Thema in den Medien und für die Bevölkerung aufgreift und gemeinsam erarbeitet: Denn keiner, wirklich keiner von allen, die auf diesem Planeten leben, kann sich den “Das geht mich nichts an”-Schuh anziehen. Wir hängen alle in vielfältiger Form da mit drin. Und Wissen bedeutet “Macht” – Macht über das eigene Leben. Es kann niemals schaden, etwas zu verstehen, mit dem man tagtäglich umgeben ist und womöglich selbst aktiv mitwirkt – und das trifft in den allermeisten Fällen zu 100% zu.

Hier geht’s also nicht mehr um “Ich hab da grad keine Lust zu”, und auch nicht um eine Empfehlung: Das hier ist eine Pflicht-“Schulstunde” fürs Leben, die jeder von euch einfach zu absolvieren hat.

Geht auf die Seite, sucht eure Stadt aus und fragt zusätzlich in euren Kinos, ob sie den Film bringen werden – das schafft Anreize, damit dieser Titel auch in vielen weiteren (kleinen) Kinos gezeigt werden kann. Und dann geht einfach da rein. Notfalls mehrfach.

.kinoticket-Empfehlung: Leidest du an einer Seh-Erkrankung oder bist gar blind? – Dann braucht dich der Film nicht weiter jucken.

Alle anderen sind betroffen und bekommen hier wieder einmal wunderschön aufgearbeitet ein komplexes Thema unterbreitet, das sich mit der Verantwortung, den Rechten und Pflichten auseinandersetzt, denen sich jeder tagtäglich stellen muss. Wie verhält es sich mit verschiedenen Dingen, die wir einfach so arglos in unseren Alltag einbauen – wie z.B. das “Selfie”?

Claus Wischmann und Martin Baer haben sich hingesetzt und etwas umfassend beleuchtet, wozu es mittlerweile eigentlich eines Studiums bedarf – euch hier aber kompakt in 88 Minuten Spielzeit vermittelt wird.

Dies ist keine Kür, sondern eine Pflichtstunde. Anwesenheit wird kontrolliert.

Nachspann
✅ Schaut es euch an – da wird das Ausmaß erstmal so richtig deutlich!

Kinostart: 11. April 2019

Original Title: Der illegale Film
Length: 88 Min.
Rated: FSK 12

Free Solo

Free Solo

© 2019 Capelight Pictures

Versteh einer die Oscars – Gegen Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats stinkt dieser Titel einfach nur ab. Genau das macht ihn auch irgendwie “unsympathisch”, wenn er jetzt auf einmal überall in den Kinos auftaucht und zumindest vereinzelt gespielt wird.

Na klar, die Leistungen sind überragend, was menschliches Vermögen angeht, aber man fragt sich dann doch, ob die alle Durch die Wand nicht gesehen haben? Genau da hatten wir das doch alles schon einmal und wurden verblüfft … teils mit den gleichen Leuten … und auf einmal ist ein völlig anderer Film oscarwürdig und bekommt ihn auch, weil … ?

Im Vergleich zu dem, was diesjährig sonst geboten wurde, empfand ich den Titel doch ziemlich sparsam mit sensationellen Neuigkeiten und weiß nicht, ob ich mir das irgendwann nochmal besehen wollen würde.

Da siegt dann wohl eher die Belanglosigkeits-Langeweile und man sitzt im Kino und besieht zum zehnten Mal den gleichen Hügel mit Elementen, die nur noch geringfügig verändert wurden und quasi nichts neues mehr auf den Tisch bringen, außer dass immer noch mehr gedopt wird, noch höhere Ziele gesteckt werden und man eben damit beginnt, maßlos zu übertreiben.

… und landet damit bei mir in der Kategorie “Wir feiern tierisch etwas ab, was panisch in ist und bei dem keiner merkt, dass es eigentlich schon lange niemanden mehr interessiert”.

Ja, ich tue diesem Werk mit dieser boshaften Einschätzung mörderisch Unrecht, denn das hat der Film nicht verdient… aber die Wut gegenüber der “Wichtigkeit” von Of Fathers and Sons und dem scheinbaren Verrat an seinem Vorläufer lässt eben böse Geschmäcker in mir aufkeimen.

Und dagegen konnte ich die gesamte Vorstellung über nichts tun. Oder liegt’s an meinen Freunden aus der Hauptstadt und der Tatsache, dass ich im falschen Kino die Treppe runter bin? Ich weiß es nicht …

.kinoticket-Empfehlung: Durch die Wand in extrem: Hier treten teilweise sogar die gleichen Leute wieder auf.

Ob dies nun notwendig war oder nicht, soll jeder selbst entscheiden. Meine Meinung? Hat man einen gesehen, machen geringfügige Modifikationen auch keinen großen Unterschied mehr.

Das soll der Gesamtleistung natürlich nichts absprechen, fühlt sich für mich als Vielschauer aber nur wie eine Wiederholung an, nicht wie etwas sensationell neues, worüber man einen Film drehen müsste.

Nachspann
✅ Darf man mal wieder mitnehmen, hier werden noch einige Eindrücke zum Besten gegeben.

Kinostart: 21. März 2019

Original Title: Free Solo
Length: 100 Min.
Rated: FSK 6

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