Chaos im Netz

© 2019 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

Ehrlich gesagt hat es mich schon ein wenig gewundert, als im vergangenen Jahr auf einmal Oscar-Gewinner Clark Spencer die Bühne betrat und uns ein Projekt von Disney vorstellte, das zu dem Zeitpunkt noch weit entfernt vom finalen Stadium war.

Ich hätte verstanden, dass man sich all die Mühe gibt, wenn es sich hierbei um ein monströses Megaprojekt handeln würde, dass schon per Definition zum Erfolg verdammt wäre und man auf keinen Fall verpassen dürfte – aber ein Animationsfilm? Und dazu noch ein zweiter Teil? Serious?

Den Aufwand steckte Disney aber nicht nur in die Promo-Tour quer durch Europa, sondern vielmehr in das Schaffen vor dem Film, indem sich die Crew echt hingesetzt und ernsthafte und kreative Gedanken gemacht hat, wie man das Internet für einen Film möglichst gut einfangen und beschreiben kann.

Man wollte etwas zeitloses, etwas einprägsames, etwas, dass sowohl die Geeks als auch die völligen Nullchecker verstehen würden und das zudem lustig und unterhaltsam ist und dazu eine bombastische Story liefert.

Ihr merkt was?

Oscar®-Gewinner Clark Spencer auf der Promotion-Tour von Ralph reichts 2: Chaos im Netz in München

Genau den Punkt, den man dem Konzern jahrelang vorwerfen konnte, ist man angegangen: Man hat keine alten Geschichten neu aufgewärmt, man hat keine Fremdfirmen für sich arbeiten lassen und heimst nun nur die Lorbeeren ein, man hat den kreativen Schwachsinn ad Acta gelegt und sich darum bemüht, etwas Neues zu schaffen, dass tatsächlich aus eigener Feder kommt und mit frischem Spirit und unglaublicher Unterhaltsamkeit punktet.

Dabei wird die gesamte Palette an Emotionen vielseitig eingesetzt und das Wesen und der Geist vieler Jahrzehnte im Verlauf der digitalen Technik eingefangen und herrlich porträtiert. Man ist historisch und gleichzeitig zeitlos.

In meinen Augen ist Disney damit ein Meisterwerk gelungen, das einerseits den ersten Teil weit in den Schatten stellt und andererseits seit Jahren endlich mal ein Film ist, den man definitiv uneingeschränkt empfehlen kann und bei dem garantiert kein Auge trocken bleibt.

Selbst im Hintergrund, wenn wir wieder zu den kritischen Fragen kommen, z.B. der Finanzierung bestimmter Marken, die zwangsweise auftauchen müssen, wenn man ein ehrliches Bild vom Internet wiedergeben möchte, ist alles richtig abgelaufen: Niemand durfte sich hier einkaufen, sondern die dargestellten Elemente wurden von Disney frei gewählt und hängen nicht mit Sponsorengeldern oder Korruptionsverdächten zusammen.

Spürt ihr, wie mein Mund immer weiter offen steht und offen bleibt?

Das Ding ist – offen gesagt – der absolut krasse Oberhammer und für mich DER Film des neuen Jahres.

.kinoticket-Empfehlung: Clark Spencer hat zu Recht Werbung für das Ding gemacht: Für mich DIE Errungenschaft des beginnenden Jahres 2019.

Hier steckt so viel positive Recherchearbeit drin, so viel liebevolle Details und Umsetzungen und nicht zuletzt eine amüsante, herzzerreißende Geschichte, die aus Chaos im Netz ein Kinoerlebnis der Extraklasse machen.

Geht rein und lasst euch bombastisch gut unterhalten!

Nachspann
✅ unbedingt sitzen bleiben – bis ganz zum Schluss!

Kinostart: 24. Januar 2019

Original Title: Ralph Breaks the Internet
Length: 113 Min.
Rated: FSK 6

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