Nachdem in Hollywood ja die Märchenverfilmungswut ausgebrochen ist und man Grimm jetzt nicht mehr lesen, sondern anschauen kann, war es keine Frage, bis die Großen auch hier versuchen, die Geschichte neu aufzusetzen und erneut in die Kinosäle zu bringen.
Ist bei einigen vergangenen Filmen ja auch durchaus gelungen. Maleficent zum Beispiel, den ich wunderbar adaptiert und in die moderne Zeit transferiert fand. Entsprechend groß war meine Neugier, wie die Macher es bei dieser durchaus ausgelutschten Story nun bringen würden.
Optisch auf jeden Fall ein Augenschmaus. Die Märchentortensüße schleimt hier nur allzu stark und man wird überannt von Farben, Formen, Glitzer und Glamour. Seien es Ballsäle, die Kutsche, Schuhe oder Kleider – hier lässt man Mädchenherzen sicher höher schlagen.
Geschichtlich wurden keine großen Ausbrüche gewagt, sondern das erzählt, was gesagt werden musste. Statt alte Geschichten neu zu erzählen, wird hier nur analoges digitalisiert. Ob man sich dabei nun auf die “Buchtreue” beruft oder sich Einfallslosigkeit vorwerfen lassen darf, sei dahingestellt.
Müde sollte man sich den Film keinesfalls anschauen, denn Soundtrack und Score tun ihr übriges, um dich in den Dornröschenschlaf fallen zu lassen. Der trägt so butterweich durch den ganzen Film, dass Spannungsspitzen keine Chance haben, deinen Geist wieder wachzurütteln. Du gehst irgendwie benommen wieder aus dem Saal, was jetzt aber auch nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Cinderella-Liebhabern liefert man hier eine neue Version ihrer Geschichte, die mit modernen Mitteln durchaus gelungen umgesetzt ist. Wer spannende Unterhaltung sucht, die überrascht, begeistert und vereinnahmt, der wird hier eher enttäuscht.
Diesen Film sollte man sich dann anschauen, wenn man einfach mal wieder kurzfristig in die Märchenwelt getragen und dort fallen gelassen werden möchte. Das funktioniert nämlich tatsächlich richtig gut.

 
Nachspann
liefert keine neuen Erkenntnisse.

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