Inspiriert durch eine Serie aus den Sechzigern… das lässt Menschen wie mich sofort in Nostalgie schwelgen, denn – auch wenn mein Jahrgang noch etwas jüngerer Natur ist – das Wissen, dass es die Jungs zu damaligen Zeiten echt drauf hatten, ist auch bis zu meiner Generation durchgedrungen. Hoffentlich.
Codename U.N.C.L.E. merkt man auf jeden Fall seine durchtriebene Geschichtslastigkeit an, mit der locker flapsig durch die Zeit geführt wird. Das Zusammenspiel der beiden Agenten lässt in mir den tiefen, sehnlichen Wunsch aufkeimen, dass daraus eine große Filmreihe wird, an der wir uns auch noch nach zehn Jahren erfreuen dürfen. Hier wird – und das ist spannend – mal mit dem ersten Teil eine Introduktion geführt, die etwas höchst potenzielles in den Raum wirft und vorstellt. Dass mal nicht gleich das volle Pulver im ersten Teil verschossen wird, sondern quasi das Prequel der Startschuss ist, hat es glaube ich in der Filmgeschichte so noch nicht gegeben.
Man kann und sollte hier auch keine Vergleiche ziehen. Die Anmut und humoristische Eleganz, mit der die Schauspieler jeder für sein Land in die Presche springen und ihren Teil der Abmachung einzuhalten versuchen, ruft beim Zuschauer das reinste Vergnügungsgefühl auf den Plan. Der vielgezogene Vergleich “James Bond meets Oceans Eleven” hinkt meiner Meinung ein bisschen, denn beide Parteien sind für sich jeweils eine völlig andere Welt, die mit dem hier beschriebenen Titel gar nichts gemein haben.
Und darin liegt auch das Alleinstellungspotenzial: Man kupfert mal wieder nicht ab, sondern besinnt sich auf eigene Ideen, die eine so liebenswürdige Echtheit generieren, die den Film auf jeden Fall sehenswert macht. Das hier ist einfach nicht Bond und man möchte es auch nicht sein. Und das ist gut so.
Somit bleibt ein Machwerk, das vor neuer Energie und kreativem Schöpfungsgeist nur so blüht und eine geniale Frische ins Land der ausgereizten Ideen bringt, mit der nicht nur neue Meeresluft aufkreuzen, sondern hohe Wellen geschlagen werden können.
Hoffen wir, dass die Macher den Wink verstehen und das Publikum diesmal nicht so blöd ist und dem Werk nicht die nötige Aufmerksamkeit schenkt, so dass wir alle die Flut an geilem Kino noch zu Lebzeiten erleben dürfen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Da es sich hier um den Auftakt einer Serie handelt, die man großartig ins Kino portiert, sollte man sich selbst den Gefallen tun und später behaupten können, man sei von Anfang an dabei gewesen.
Bond-Liebhaber wissen um das Gefühl, wie es ist, mit einer Filmreihe groß zu werden und genau das könnte hier auch der Fall sein: Der Startschuss einer genialen Serie in Kinofilm-Format ist gefallen und man erobert die Leinwand und legt einen fulminanten Auftakt mit einer unterhaltsamen, witzigen, spritzig-frischen Komödie auf den Tisch, an der sich einfach jeder Cineast bedienen sollte.
Also Augen auf im Straßenverkehr, Karre abstellen, .kinoticket lösen und dann vergnügliche 116 Minuten abschalten und den Alltag vergessen. Es lohnt sich!

 
Nachspann
zeigt anfangs noch Bilder im authentischen Stil, beim Switch auf den schwarzen Lauftext darf man dann wieder in diese Realität rennen.

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