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Reparativtherapie – derzeit reden auch in Deutschland viele wieder über dieses Thema … und ich schätze, dass dies nicht nur wegen dem Film der Fall ist: Boy Erased, wie er im englischen Original heißt, angelehnt an die Autobiografie von Garrard Conley, der diese Scheiße tatsächlich durchlebt hat, startet demnächst hier in den Kinos und liefert euch ein eindrückliches Beispiel dafür, was ihr mit eurem Konservativismus Menschen antut, die nicht nach euren eigenen Weltvorstellungen leben.

Ihr wundert euch über Bomben, Terror, Tode, Suizidmorde, Versagensängste und Menschen, die dem Leben den Rücken kehren und aus Hass, Angst und Verzweiflung andere mitnehmen?

Ihr habt sie gezüchtet. Zum Beispiel so, wie hier gezeigt.

Aktuell haben 36 Staaten in den USA keine Gesetze gegen die Reparativtherapie und nur 14 Staaten plus Washington D.C. sich entschieden, per Gesetz gegen diese Maßnahmen vorzugehen, um LGBTQ-Jugendliche davor zu schützen.

Die Human Rights Campaign meint, dass Jugendliche, denen man mit derartiger Ablehnung begegnet

  • ungefähr 8x stärker suizidgefährdet sind
  • 6x höhere Depessionswahrscheinlichkeit haben
  • 3x wahrscheinlicher Drogen nehmen
  • 3x höheres Risiko besitzen, an HIV- oder STD-Erkrankungen zu leiden

Außerdem sind die potentiellen Risiken der Reparativtherapie nach Aussagen der American Psychiatric Association sehr hoch und beinhalten Folgen wie Depressionen, Angstzustände und selbstzerstörerisches Verhalten, gefolgt von Selbsthass, der durch derartige „Behandlungen“ oft eher verstärkt wird, genährt von den Lügen und falschen Behauptungen, die in solchen Therapiezentren oft verbreitet werden.

Zudem haben sich viele Organisationen gegen eine solche Therapie ausgesprochen, u.a. Die American Medical Association, American Psychiatric Association, American Psychoanalytic Association, American Psychological Association, American School Counselor Association, National Association of Social Workers, Pan American Health Organization: Regional Office of the World Health Organization sowie die World Psychiatric Association.

Alle diese Organisationen geben an, dass es derzeit keine wissenschaftlich fundierten oder gar untersuchten Beweise dafür gibt, dass Homosexualität eine Krankheit ist oder anzunehmen wäre, dass dieser Umstand „heilbar“ sei.

Da weiß die Kirche und all ihre Fanatiker scheinbar besser Bescheid, als studierte Wissenschaftler und Ärzte und freut sich, während sie kleine Kinder und Jugendliche weiter in den Tod schickt, dass der Pfarrer sonntags so viel über Liebe, Nächstenliebe und „Dem Vorbild Jesu folgen“ predigt, bevor er dann selbst im Hinterstübchen verschwindet und kleine Jungs fickt.

Achja, wie ich diesen Verein hasse ………. es gibt doch nichts schlimmeres, als heuchlerisch zu sein … und genau das ist fast die gesamte christliche Institution für mich, egal, wo man hinsieht. Mit Gold behangen Armut und Zurückhaltung predigen, pompöse Tempelsäle pflegen und unterhalten und den Armen auf der Straße sagen, sie sollen aus der Liebe Gottes genährt werden. Fickt euch einfach alle selbst!

Und hört endlich auf, anderen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben. Fangt selbst an, den „Sünder zu lieben und die Sünde zu hassen“ – und informiert euch bei euren kruden Vorstellungen darüber, was in der Bibel steht und was nicht, erstmal genau und harscht nicht so über die Texte ohne die Worte genau zu studieren und das ganze andere immer konsequent auszuklammern, wenn es nicht in die „eigene Sünde rechtfertigen“-Schiene passt. Deal?

Dann werdet ihr nämlich ganz schnell feststellen, dass es solche Passagen, wie sie oftmals „rezitiert“ werden, gar nicht gibt, sondern alles irgendwelche an den Haaren herbeigezogenen Interpretationen sind, aufgrund derer ihr kategorische Ausschluss-Verurteilungen über Menschen aussprecht, obwohl Jesus ganz klar und deutlich gesagt hat, dass man nicht über andere urteilen soll?

„Ihr sollt das nicht, und das nicht, und das nicht, und das nicht, und das nicht, und das nicht, und das nicht, und das nicht, und nicht schwul sein, und das nicht, und das nicht, und das nicht und das nicht.“

„GROSSER GOTT lasst uns alle Schwulen verbrennen, schnell, es steht in der Bibel!“

„Ja, aber die 200 anderen Sachen … 80% davon treffen auf dich zu, und 96% davon treffen auf mich zu, das sollten wir auch lassen, meinst du nicht?“

„SCHWULE!!! Hast du es denn nicht gelesen? Es ist verboten – Reparativtherapie !! Schnell!!!!!!!!!!!!1111einself“

Merkt ihr‘s eigentlich selbst noch? Spürt ihr in eurem Fanatiker-Gutgläubigertum eigentlich noch, was ihr da macht? Nein? Verurteilt ihr den Fanatismus der Islamisten, die anderen Menschen unschuldig in den Tod stürzen und merkt dabei nicht, dass ihr genau das gleiche tut, nur mit anderen Mitteln?

Und ja, zu dieser Behauptung stehe ich! Mit meinem Namen und meinem ganzen Stolz – denn ich habe hingesehen. Zugesehen. Selbst gesehen. Gespürt. Und erlebt. Diese verlogenen Hassbotschaften und Blicke, das Zerstören, diese psychischen Martyrien durchlaufen – ich weiß genau, wie sich diese Scheiße anfühlt und wie danach mit falschem aufgesetzten Grinsen „die Liebe Jesu“ gepredigt wird. FICKT EUCH!

Und wieder einmal ist Kino die letzte Bastion, in der solchen Heuchlern das Maul gestopft wird und sämtliche Argumente fundiert und erwiesen totgeschlagen werden: So etwas liebe ich! Wenn diesen Diskussionsaffen einfach mit Argumenten und Beispielen sämtliche Worte aus der Fresse geschlagen werden und man hinterher betroffen, maultot und so klein mit Hut wieder aus dem Kino spaziert und sich möglichst schnell verkrümeln muss, weil man sonst von der Meute in der Luft zerrissen wird.

Verdient! Ihr Heuchler habt es nicht anders verdient!

Und genau deshalb sollte man sich den Film auch ansehen: der ist nämlich nicht mit Hass vollgepackt, so wie ich, der hier grade sitzt und am liebsten irgendjemand schlagen wollen würde – sondern der erzählt die Story, wie es ein Junge – Garrard Conley – aus dieser Hölle geschafft hat. Und offenbart dabei noch ein paar ganz hübsche Wahrheiten, die das ganze Bild zeigen und nicht die instagramisierte Unwirklichkeit.

Mein Schwert ist die Leinwand – und diesmal seid ihr gestorben und das Kino lebt. Und ich suhle mich gerne in eurem intellektuellen toten Blut, dass dabei aus euren verlogenen Herzen fließt und aufzeigt, wie falsch euer Verhalten war und ist.

Dieser Film … macht‘s richtig. Er regt sich nicht auf, sondern hält einfach nur ne Kamera neben das, was geschieht.

Und Lucas Hedges zeigt, was passiert ist.

Und ich bin mal gespannt, wie vielen von euch es auffällt …. ich wette, die Zahl wird klein bleiben. Aber wir können ja gerne hinterher drüber diskutieren (wenn ihr mich notfalls angekettet habt, damit meine Rage und Wut über dieses Thema gebändigt bleibt). Let‘s Play!

.kinoticket-Empfehlung: Hochscrollen. Nochmal lesen.

Oder ihr scheißt auf mein Gelaber und geht einfach so in den Film. Ausreden gibt‘s keine. Hauptsache, gesehen! Alles andere ist egal. Deal?

Nachspann
✅ Nach dem Text dürft ihr abdampfen, dann kommt nichts weiter.

Kinostart: 21. Februar 2019

Original Title: Boy Erased
Length: 115 Min.
Rated: FSK 12

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