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„Escape Room“ – seit dieses Wortgeflecht aufgekommen ist, warte ich förmlich darauf, dass sich jemand dessen annimmt und einen Film darüber dreht, denn es schreit förmlich danach! Billiger Horror, die übliche Mache, gequetschte Körperteile, schreiende Frauengesichter – all die Klischees … einfach abhaken, aber machen, damit wir‘s hinter uns haben.

Und dann flattert auf einmal die Pressemeldung in den Mailkasten: Er kommt – Escape Room – der Film!

WHOUM!

Und nun fangen die Geister der Klischeekleingeistigkeit an, zu feiern! Logisch, denn das komplette Konstrukt besteht quasi aus Steilvorlagen für schlechte Comedy, miesen Horror, langweilige Unterhaltung, 0815-Movie. Und es hat meiner Meinung nach auch viel zu lang gedauert, bis endlich mal jemand filmische Interpretationen dazu liefert. Ich meine, selbst in meiner ländlichen Ödnis irgendwie im Nirgendwo gibt es einen Escape Room. Aber keinen Film. Bis jetzt.

Und nun denken alle, die hier nicht lesen, sondern nur drüber fliegen: „Naja, ist nichts“, weil überall negative Worte rumliegen, also lass uns das ändern:

GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL!!!!

Wie zur Hölle kann man bitte etwas so perfektes und grandioses aus so einer Steilvorlage an Scheiße-geworden machen?

Das beginnt schon mit dem Anfang des Films vorm Vorspann: Wahnsinnsunterhaltung par excellence und Stimmung im Saal, dass man keine Boxen mehr bräuchte, um für Gänsehaut zu sorgen: Hier geht‘s ab! (Vorausgesetzt, das Kino hat Boxen und diese auf laut gestellt!)

Während dann irgendwann endlich der Titel des Films eingeschreddert wird, ist man schon voll in Feierlaune und absolut dabei!

Und dann bricht die Chose nicht etwa ab, was man erwarten würde (Einstand, Ruhe, Aufreger, Ruhe, angehender Höhepunkt, Enttäuschung, Abspann), sondern man fährt mit immer neuen „What the Fuck“-Momenten auf, die den Sehspaß in keinster Weise mindern, sondern dafür sorgen, dass permanent Zuschauervergnügen garantiert ist und die Arme sich dabei nie entkrampfen.

Und was mich daran noch mehr fasziniert hat: Sooooo viele Steilvorlagen, dass man das Ding endlich in den Mittelklassebereich oder die Unterschicht entlassen könnte und KEINE wird ausgenutzt, sondern galant und mit Modernität und Intelligenz umschifft, auf dass das Niveau niemals sinke! WHOUM!

Die Einfälle: Geil!

Die Darstellerriege: Geil! Frisches Blut, tolle Gesichter und Wahnsinnsdarstellungen!

Der Soundtrack (Brian Tyler): Der Hammer!

Die Optik und das Genie-Flair dahinter: Großartig!

Die Kulisse – das Bühnenset… Leute, hier kriegt ihr richtig was aufgefahren, was immens Spaß macht und es kommen keine dummen Ideen oder Einfälle, bei denen ihr Kopfschmerzen vom Facepalmen bekommt, sondern ihr sitzt im Saal und denkt euch „Ooooouuuuukkkaaaaayyyyyyyyyyy – wham!“

Selbst der Twist des Films war in meinen Augen großartig und sorgt am Schluss nochmal für richtig Haudraufstimmung und ich FREUE mich +zappel zappel+ richtig auf den hoffentlich kommenden zweiten Teil!

Und solange: Abfeiern! Rein und keine Widerrede. Und sollte eure Freundin anfangen mit „Bäh, Horrorfilm, mag nicht, Blabla“ >> Küssen, dann ist sie ruhig und währenddessen die Kohle auf den Tresen legen und .kinotickets mitnehmen, damit’s endlich in den Saal gehen kann. Klar soweit?

Prima!

.kinoticket-Empfehlung: WHOUM!

Wie kann man ein so nach Versagen schreiendes Thema in so einen geilen Film packen?

„Richtig geiler „Horror“ im Kino?“ „Escape Room!“ – es gibt also endlich wieder eine aktuelle Antwort auf diese Frage! Also rein da! Ohne Widerrede!

Nachspann
✅ Am Anfang kommt nochmal eine Sequenz, dann darf man raus spazieren – vorausgesetzt, man mag den Soundtrack nicht (was ich mir an dieser Stelle kaum vorstellen kann)!

Kinostart: 28. Februar 2019

Original Title: Escape Room
Length: 99 Min.
Rated: FSK 16

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