Weiter geht’s mit dem “Ich hab den ersten Teil nicht gesehen, dafür aber jetzt den zweiten”-Reigen: Findet Dorie in 3D – alles andere kannste vergessen.
Zugegeben: Die Werbephase war erfolgreich, jeder rennt rein, die Kinos überbieten sich mit Vorstellungsterminen und das Teil wird hoch und runter genudelt. Der Herbst hat begonnen und jeder will wieder alte Zeiten aufleben lassen, mein Gott, Nemo war ja sooooo süß ….
Gottseidank kann ich über den ersten Teil nichts sagen, denn dann würde ich jetzt wahrscheinlich darüber herziehen, wie schlecht alles geworden ist, wie man es ausquetscht, melkt und meint, damit wieder bei der großen Zuschauerschaft zu punkten, aber die Wahrheit sieht anders aus: Die Säle sind voll und es lacht immer nur eine einzige Frau.
Ich möchte euch eure liebevollen Tierfantasien jetzt nicht zerstören oder hier mit meiner schlechten Laune über diesen Film euren Sommerend-Spaß kaputt machen, aber geht’s nur mir so, oder hat dieses Ding allein schon im Plot ewige Sinn-Lücken, die bloß keinem auffallen, weil Nemo ja soooo süß ist und Dorie erst … Awwwwwww…………..* kotzbröckchenwiederrunterschlugg *?
Wie dem auch sei – das Problem in meinem Fall war wohl: Vor dem eigentlichen Hauptfilm wurde zuerst ein Vorfilm gezeigt und der war richtig gut, hatte Anmut, Stil, Eleganz und eine kindliche Unschuld, derer Findet Dorie nicht mehr Herr werden konnte.
Man spürt richtig die Schranken, die hier überall aufgebaut worden sind, um ja keinen der ach so großen Zuschauerschaft zu verärgern und – wieder einmal – merkt keiner, dass man mit genau diesen erzählerischen Einschränkungen genau dies tut.
Schon im Trailer hat man eine gewisse Art “Zurückgebliebenheit” diagnostizieren können und der Film als Ganzes macht diese Vorahnungen nicht unbedingt besser. Es dümpelt so seicht vor sich hin und ist eben mal da – auch wenn es niemandem vom Hocker reißt, man könnte ja jemand anderen verärgern.
Und diese cineastische Eingeschränktheit erinnert mich immer an den Satz: “Wer seine Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu erhalten, wird am Ende beides verlieren.”
Das und nichts weiter ist Findet Dorie (3D) für mich: Ein Verlierer, der seine schöpferische Erzählkraft und sein animiertes Potenzial in den Wind schleudert und noch nicht mal 3D ausreizt, um hier wenigstens für Szenen zu sorgen, die im Gedächtnis bleiben. Und als Quintessenz dann das Wörtchen ‘Belanglosigkeit’ mit aus dem Saal zu tragen, ist doch das schlimmste, was einem Film überhaupt passieren kann, oder?
Warum geht man nicht hin und opfert hier etwas mehr kreativen Freiraum? Wieso spendiert man von dem vielen Geld, das da sicherlich im Hintergrund steckt, nicht einfach ein wenig mehr in die richtigen Positionen, um einen zweiten Großerfolg einzufahren, der nicht nach Belanglosigkeit und Bedeutungsfreiheit stinkt?
Ich weiß es nicht. Für mich wieder mal ein klassisches Beispiel dafür, dass genau die Filme, in die man als Nicht-Kinogänger permanent rennt, die schlechtesten von allen sind und man sich besser beraten ließe, bevor man sich ein .kinoticket löst – ich geb mir die größte Mühe, euch hier solch eine Einschätzung zu liefern.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch wenn das Niedlichkeitspotenzial wieder zum Himmel stinkt: Reingehen würde ich hier auf keinen Fall nochmal.
Und das 3D sollte man sich auch geflissentlich schenken, denn das ist quasi so gut wie gar nicht vorhanden, außer vielleicht auf den Abrisskarten und als Lücke im Geldbeutel. Und das bei einem animierten Film (wo geht denn 3D besser wenn nicht hier?) – ein Armutszeugnis für eine Filmschmiede wie Disney, die dazu noch von allen derart viel Kohle abknüpft und kleine Kinos zerstört … ihr werdet mir immer unsympathischer. Hört das irgendwann wieder auf oder geht das jetzt immer so weiter mit euch? Ist ja nur ne Frage …

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Die Abspannszenen und das danach ist mit fast das Beste am ganzen Film. Nein, eigentlich ist der Vorfilm das Beste am ganzen Film.

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