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wenn aus filmen leidenschaft wird

Gringo

… oder die total absurde Geschichte wie aus Harold “Harry” wurde als Untertitel sagt ja eigentlich schon alles aus, was?
Tatsächlich lehnt der bereits mit political incorrectness belegte Titel an eben jene Schiene an und bringt wieder jede Menge Spannung in die verbohrten Muskeln der heute politisch verkrümmten Welt: Man möchte sich aus dem ganzen Wust an Reglements freikämpfen und erobert das Herz des Zuschauers durch etwas völlig Simples: Plumpen Humor auf hoher Ebene.
Dabei feuert man zielsicher auf eben jene, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, dafür zu sorgen, dass wirklich ein jeder in heutiger Zeit alle Eventualitäten, Rassen, Gruppierungen, Abarten und Kindeskinder mit anspricht und sich nicht mehr um die Sache als solches bemüht, sondern im Sumpf der gefühlt grausamen Pflicht der sprachlichen Vergewaltigung bis hin zur Unleserlichkeit bzw. der bürokratischen Aussprache erschöpft und man zwar Mann und Frau, Es und Etwas und auch alle, die nicht davon betroffen waren, benannt hat, jedoch im Schwulst der Gruppierungsbezeichnungen völlig vergessen hat, was man eigentlich sagen wollte.
ÄH …. ja. Genau.
In Gringo habt ihr keine Zeit für solchen Schwachsinn, weil man eure Lachmuskeln wieder etwas mehr strapaziert und statt sich mit dem Unfug rumzuschlagen, sollte man lieber beherzt ins Popcorn greifen und sich den Streifen wohlig zu Gemüte führen.
Zwar hat man am Schluss nicht das Gefühl, jetzt etwas Großartiges gesehen zu haben, allerdings ist der Streifen gut genug, um ihn nicht in der Masse untergehen zu lassen und pointenreiche Jokes sind en masse vorhanden. Vor allem der Beginn macht unheimlich viel Spaß und man hätte – meiner Meinung nach – dieses Tempo einfach bis zum Schluss durchziehen müssen, doch da ging den Machern ein wenig die Puste aus.
Ist dieser Film deshalb nicht würdig, einen Abend dafür im Kino zu opfern?
Doch. Man sollte – und zwar völlig vorurteilsfrei, denn wie so oft schon gesagt: Geschmäcker sind verschieden und wer weiß, ob nicht vielleicht gerade du derjenige bist, für den dieser Film wie maßgeschneidert ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Gelacht werden wird in jedem Fall, auch wenn das Tempo gegen Ende des Films sehr nachlässt und die ballungsreiche Moral ein wenig fehlt.
Für Unterhaltungszwecke super zu gebrauchen und mit Popcorn und Softgetränk bewaffnet ganz sicher die richtige Wahl für einen amüsanten Kinoabend.

 
Nachspann
Rausgehen erlaubt – hier folgt nichts weiter.
Kinostart: 05. April 2018

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2 Comments

  1. mh…. Während ich den Film sah, dachte ich darüber nach, was ich daheim noch erledigen muss, was immer ein schlechtes Zeichen für einen Film ist. Ich hatte das Gefühl, dass man sich nicht richtig entscheiden konnte, in welche Richtung das Genre gehen soll. Das kann funktionieren, hat Gringo aber für mich nicht geschafft. Einzig die Rolle von Theron fand ich herrlich überzeichnet. Und das Plakat ist wirklich sehr gelungen.

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