Christoph Maria Herbst steht für gute Laune. Und schlechten Humor. Oder guten. An seiner Paraderolle Stromberg scheiden sich definitiv mal die Geister. Und das ist gut so, denn es macht dem Allgemeinlustigfindklischeebrei der großen Masse schon von Anfang an den Garaus. Man muss nicht alles mögen. Und es müssen auch nicht alle alles mögen.
Highway to Hellas kommt meines Erachtens wieder viel zu spät, da die Griechenland-Krise angesichts der Flüchtlingssituation ja schon fast wieder vergessen ist und keinen mehr so richtig interessiert. Und genau da rein hätte dieser Film so richtig gepasst.
Gute Laune, miteinander klarkommen, auf menschlicher Ebene zusammenfinden – als ich den Trailer zum ersten Mal gesehen habe, war die Krise noch brühwarm und ich dachte mir: Schau an, gleich ins Kino damit – richtig so!
Und dann dauerte es, und dauerte, und dauerte … schade eigentlich, denn jetzt ist es fast zu spät, um das Thema noch witzig zu finden und sich darüber so richtig köstlich zu amüsieren, während im Hinterstübchen die Pointe schlummert und die Menschheit ungesehens wieder graderückt.
Sei’s drum. So bleibt ein zweitklassiger Film, der politisch nicht mehr so richtig in Wallung kommt und daher eher nur noch wie fade Hinterzimmer-Comedy wirkt und einen unappetitlichen Nachgeschmack hinterlässt. Als Stand-Alone-Machwerk hätte ich von Herbst wesentlich mehr erwartet, um im internationalen Kampf um gutes Kino zu bestehen.
Die Jokes zünden teilweise, wirken aber eher als Klamauk und nicht als ernstzunehmende Komik, während das Thema – wie schon gesagt – viel zu spät auf der Bühne der Welt präsentiert wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die hartgesottenen Stromberg-Fans sollten sich den Film definitiv anschauen, denn ihr Star ist wieder auf der Leinwand. Und das tut irgendwie gut.
Alle anderen dürfen abwägen, ob ihnen der Trailer bereits zusagt und sie mit dieser Art von Humor grün werden. Wenn ja, dann ist es der richtige Film, denn der Trailer hält sich an das, was er verspricht. Alle anderen haben derzeit mehr als genügend Auswahl, um im Kino die richtige Vorstellung zu finden.

 
Nachspann
kommt keiner mehr, man darf also aufspringen und nach Hause rennen.

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