Mit spektakulären Szenen im Trailer kündigte sich der Nachfolger zu Hitman an, eine Computerspielverfilmung, in der es durchaus etwas rabiater zugeht.
Waren die Gegebenheiten im ersten Teil noch sehr elegant, neu und durchaus überraschend, trumpft man im zweiten Teil mit … so rein gar nichts auf. Es ist professionell verfilmt, die Effekte sind unangefochten, die Ästhetik gleichbleibend mit dem Vorgänger, nur die Story hängt sowas von tierisch hinterher, dass einem teilweise schlecht vor Augen wird.
Waren Stellen der Erzählung schon durch die vielleicht ungewollte Spoiler-Aktivität im Trailer bereits vorhersehbar, trifft man im Film selbst dann auf so viel Undurchdachtheit, dass man hier nicht mehr von einem Meisterwerk reden kann, sondern allemal von lieblos zusammengestückelten Spiel-Partikeln, die irgendwie einen Film ergeben, der seinen Sinn in den Untiefen des Nichts sucht.
Andere Filme, die ebenfalls im fiktiven Bereich angesiedelt sind, begründen ihren skurrilen Charakter wenigstens mit mehr oder weniger plausiblen Gründen, hier jedoch wird man knallhart vor Fakten gestellt und hat gefälligst darüber keine Fragen zu stellen.
Es ist, wie es ist, weil es ist, wie es ist. Und dieser Zustand ist extrem unbefriedigend. Kein Mitfiebern, kein Charme, keine Empathie mit den Darstellern, sondern eher das Gefühl steriler Charaktere, die stumm ihren Dienst tun und brav bis zum Ende des Films funktionieren. Ironischerweise ist der Hauptcharakter ja genau darauf ausgelegt, jedoch fehlt mir dabei so sehr das Leben innerhalb des Films, das selbigen erst atmen lässt.
Als Zuschauer für mich war’s fast schon eine Qual, die Laufzeit hindurch bei der Stange zu bleiben, da gibt es wesentlich bessere Alternativen, die tatsächlich unterhalten und charmant mitreißen. Schade, denn auf diesen Film hatte ich mich wirklich gefreut.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch wenn der erste Teil wieder eine tolle Idee in die Landschaft der Filmemacher katapultierte, Agent 47 enttäuschte mich auf ganzer Linie durch Sterilität, dem Fehlen von Charme und Herz sowie einer plausiblen Geschichte.
Das hier gezeigte setzt Regeln, von denen keiner weiß, woher sie stammen sollen und verlangt von einem ab, dass man das Vorgesetzte brav schluckt. Und das fällt teilweise eben sehr schwer.

 
Nachspann
liefert eine Szene, die wohl den Ausblick auf weitere Teile freischaufelt. Hoffen wir, dass hier dann wieder richtig angezogen wird, damit auch Hitman zu einem Film-Epos wird, bei dem man sich auf die folgenden Teile freut.

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