Im Netz der Versuchung

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Wollt ihr mal wieder so richtig Gänsehaut erleben?

Matthew McConaughey steht ja nicht gerade für die besten Mainstream-Filme, sondern hat seine ganz eigene Marke und zählt mit seiner Person zu den wenigen Menschen, die ich immer noch als nicht austauschbar bezeichne. Er kann einen Film tragen und mit seiner Präsenz für Momentum sorgen.

Ein weiterer Punkt, der oft vernachlässigt wird: Die Musik. Der Score eines Movies macht dessen Seele aus – das zeigt sich immer wieder daran, dass die Bilder ohne Ton weniger gut funktionieren wie umgekehrt. Setzt man hier ein falsches Instrument ein, wirkt zu “lasch” oder ist nicht ehrlich genug (Synthesizer statt Orchester), kann dies dem Film maßgeblich schaden.

Mit Musik erzeugt man das “What the Fuck”-Moment, was ansonsten nur noch ein Plot wirklich gut kann. Und selbst der glänzt mit einer originellen Idee und spannt den Zuschauer den ganzen Film über wahnsinnig auf die Folterbank, so dass dieser bis zum Schluss eigentlich endlich mal wieder einen spitzenmäßig erzählten Film geliefert bekommt.

Dazu kommt glänzende Kamerarbeit, wunderschöne Totalen, eine im wahrsten Sinne des Wortes brauschende Stimmung und etwas, dass ich gerne öfters im Kino sehen möchte: Dieser Drive, mit der dieser Film in die Erzählung eintaucht und danach nicht an Geschwindigkeit und “Vorwärtsdrang” verliert, ist einfach zum Reinlegen.

Über die Auflösung kann man vortrefflich streiten, das ändert nichts daran, dass bis dahin der Film einfach nur offenstehende Münder produziert und mir damals seit langem wieder einmal etwas gegeben hat, dass ich bis dahin sehr vermisst habe: Wahrlich funktionierendes Kino.

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Und dann geht’s los und bleibt so: Die orchestrale Wucht vögelt sich hier mit instrumentalen Bildern zu einem berauschenden Höhenflug, der im Vorbeiziehen noch einen fantastischen Plot aufs Tableau packt und mit wunderbar gecasteten Schauspielern eine immer häufiger auftretende Erscheinung zum besten gibt: Abgefuckt-geiles Kino, dass unfassbar gut unterhält.

Diesen Film muss man mindestens 1x gesehen haben. Ich werde ihn suchen und auf jeden Fall nochmal reingehen. Promise.

Nachspann
❌ Braucht man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 02. Mai 2019

Original Title: Serenity
Length: 107 Min.
Rated: FSK 12

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