Blumhouse, Blumhouse, was soll ich bloß mit euch machen …
Zum einen serviert ihr uns Titel wie die The Purge-Trilogy, die hoffentlich noch lange weitergehen wird, Filmperlen wie Happy Deathday, zeigt euch verantwortlich für Sinister und Nachfolger und kommt jetzt mit einem so vorhersehbaren Mist wie Insidious – The Last Key daher… Warum denn?
Freunde von mir bezeichnen den Titel als “den schlechtesten Horror, den ich je gesehen habe” und ich kann ihnen nicht widersprechen, denn gegruselt hat mich in eurem neuesten Werk schlichtweg … gar nichts.
Was also war die Aufgabe? Gebt Lin Shaye wieder eine Bühne, auf der dieses einprägsame Gesicht eine neue, müde Story austüftelt, gespickt mit den immergleichen, abflauenden Horrorbausteinen, die einem nicht mal mehr ein simples Gähnen entlocken?
Ich lasse mich gerne schocken. Ich drehe mich im Kino ob der Surround-Effekte gerne mal um und schaue, ob nicht irgendwer aus dem Kino hinter mich getreten ist und mich erschrecken will. Meine Güte, ich bin extra in die 23:00 Uhr-Vorstellung, die gähnend leer war, um einen weiteren Sicherheitsbaustein fallen zu lassen und den “Du bist allein und niemand kann dir helfen, wenn die Geister plötzlich echt werden”-Spuk-Katalysator anzuwerfen … und bin dabei sanft, aber konsequent ins seichte Land der Träume abgedriftet – und zwar zu euren “Höhepunkten”. Und nicht, weil ich müde war.
Gezuckt, geschockt, Gänsehaut … nichts.
Und das von einem Titel, der ein so vielversprechendes Plakat aufweist und uns auf diese Weise so sehr schmackhaft gemacht wurde: Traurig!
Warum tut ihr so etwas? Euch fehlen doch längst nicht mehr die Mittel, um ein Genre, das angestaubter nicht sein könnte, mit neuen Innovationen zu renovieren und vom Ballast der Alltäglichkeit zu befreien. Ihr habt doch längst alle Connections, fähige Leute, Schauspieler und Technik in der Hinterhand, um dem Kino wieder etwas zu liefern, bei dem sich der Zuschauer bis aufs Mark und Bein fürchtet und am Ende froh ist, den Saal wieder verlassen zu dürfen und noch zu leben.
Wieso langweilt ihr uns dann mit derartigem? Langeweile? Trist? Freudlosigkeit und Erwartbarem?
Die Offensive, den “Schauereffekt” einfach ein paar Sekunden mehr in die Länge zu ziehen, ist kein Allheilmittel, um immer besseren Horror zu kredenzen. Und spätestens 2018 hat jeder längst kapiert, dass einsetzende Violinen in schrägen Tönen Unheilvolles ankündigen – und wisst ihr was? Es funktioniert nicht mehr. Nicht bei mir.
Dazu die üblichen Holzblöcke aus altbekannten Horrorfilmen im Zeitalter der Aufgeklärtheit, die sich der Lächerlichkeit preisgeben statt den Zuschauer das Fürchten zu lehren ist für ein Label wie eures doch keine Trophäe, auf die ihr ernsthaft stolz seid, oder irre ich mich?
 

.kinoticket-Empfehlung: Für mich war die Enttäuschung auf keiner Ebene zu überbieten – viel zu ruhig, zu vorhersehbar, zu gewöhnlich und langweilig, um noch auf irgendeine Weise zu begeistern.
Schade, denn hier steckt so viel Schaffenskraft dahinter, die augenscheinlich völlig verpufft ist, bevor man sich diesem Titel zugewandt hat. Warum?

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, der Soundtrack wird hier auch nicht besser.
Kinostart: 4. Januar 2018

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