Juhu, endlich wieder ein Jason Bourne-Film, der auch die konservativen Kinogänger wieder ins große Wohnzimmer lockt und die Geschichte von … Jason Bourne erzählt, die wir alle in äh … vier vorherigen Teilen bereits ausführlich kennengelernt haben.
Genauso fühlt man sich, wenn man den Titel liest, den Trailer sieht und schließlich ins Kino spaziert, um zu schauen, was daraus nun geworden ist.
Jason Bourne gehört für mich zu den Großen im Filmbusiness, der eine weitreichende Masse an Menschen erreicht und somit auch internationale Werte vermitteln kann, die dem Zuschauer eingeprägt und somit lehrreich untergeschoben werden können, während der unwissend im Kino sitzt und sich angeblich unterhalten lässt.
Und zu unterhalten weiß der Film in seiner Weise schon, auch wenn für den eingefleischten Cineasten die tatsächliche Offenbarung irgendwo fehlt, denn alles war schon mal da, alles hat es schon mal in irgendeiner Form gegeben und so wirklich beeindruckend und neu ist dabei nichts.
Dass man in puncto Action und Aufruhr nun die Schrauben etwas angezogen hat, dass alles ein klein bisschen größer und gewaltiger erscheint und man sich wohl auch irgendwo darüber im Klaren ist, dass die mysteriöse Verschwiegenheit um die Person selbst nun komplett hinfällig ist, darüber wussten wohl auch die Macher Bescheid. Insofern hat man den “Sinn” des Films ein wenig verloren und dabei aber nicht wirklich den großen Absprung auf das Erzählbrett vieler neuer Geschichten geschafft, sondern hier tatsächlich wieder mal ein klassisches Aufwärmen alter Geschichten vorgenommen, die einfach nur effektträchtig und audio-visuell beeindruckend auf die Leinwand konzipiert wurden.
In einer Größenordnung wie dieser hätte ich dabei etwas mehr erwartet und habe etwas bedauert, dass man die Chance verstreichen ließ, hier wieder einen Schritt weiter in Richtung Konkurrenzprodukt zu gehen, das völlig neue Maßstäbe als Orientierung für weitere Filme ansetzt und somit wieder etwas völlig begeisterungsfähiges in die Lichtspielhäuser bringt. Stattdessen fühlt man sich eher, als hätte man ein wenig den Hang zum Übertriebenen genutzt, um mit anderen bewusst übertreibenden Filmen mithalten zu können und hier eben nicht nur klassische Geschichten zu erzählen, sondern eben auch mit Gigantismus zu spielen, was aber ganz und gar nicht ins Modul dieser Filmreihe passt, sondern sie eher unglaubwürdiger macht.
Okay, ich jammere hier auf hohem Niveau, denn der Film lohnt sich schon für einen guten Kinoabend, dafür ist er professionell gemacht und technisch sowie schauspielerisch auf hohem Niveau, allerdings sollte man nicht zu viel erwarten, denn die große Offenbarung bleibt wie gesagt aus.
 

.kinoticket-Empfehlung:Wer großes leistet, von dem darf großes erwartet werden.
Und diese Erwartungen werden ein bisschen enttäuscht, auch wenn der Film selbst als solides Machwerk dasteht und mit seiner Art tatsächlich zu unterhalten weiß. Als Kenner der Vorfilme und als eingefleischter Kinogänger hat man allerdings zu hohe Erwartungen und erlebt daher ein klein wenig Ernüchterung sobald der Abspann über die Bildfläche rollt.

 
Nachspann
folgt in üblicher Weise ohne Szenen oder Teaser fürs nächste Produkt.

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