Originalversion mit Untertitel – so eigentlich war der Film ausgeschrieben – gezeigt wurde schließlich eine OV – sprich: Originalversion ohne Untertitel ^^. Demnach handelt es sich hier um den ersten Film, bei dem ich wirklich kein einziges Wort verstanden habe und mir die Handlung nur anhand der Bilder herleiten konnte.
Gesprochen wurde auch durchweg türkisch, kein niederländisch oder englisch, wo man wenigstens noch das ein oder andere durch gleiche Wortstämme herleiten könnte. Ändert aber nichts daran, dass ich den Film empfehle, obwohl man beim Ticketkauf dann schon nachfragen sollte, ob er mit Untertitel gezeigt wird oder es sich tatsächlich um eine OV handelt.
Nichtsdestotrotz: Man wird als Zuschauer wieder in die fremde Welt anderer Kulturen geschmissen und mit Alltäglichkeiten konfrontiert, die wir hier in Deutschland kaum so erleben. Behandelt werden hier wieder die rüden Anbahnungen von Rebellion und Aufstand, die man aus den östlicheren Kulturen über Nachrichten und TV schon desöfteren im echten Leben vor Augen geführt gekriegt hat.
Nur dass hier eben nicht der “große böse Feind” auf dem Teppich steht und mächtig Wind gegen seine Widersacher macht, sondern man sehr realistisch, bodenständig und gefühlvoll zeigt, wie tiefgreifende Auswirkungen eine politische Weltanschauung auf die zwischenmenschlichen Beziehungen verschiedener Freundschaften haben können. Das Gros der Geschichte lässt sich meines Erachtens auch sehr gut ohne “Text” nachvollziehen, da die Bilder eindrücklich und gut verständlich zeigen, worum es hier geht.
Lediglich hier und da gibt es Passagen, in denen über verschiedene Dinge gesprochen wird, wo einem als “Ausländer” nicht klar ist, wer nun was weshalb macht, doch das ergibt sich als Ganzes zum Schluss dann durchaus als eine Art “Auflösung”, weswegen ich hier auch eine klare Sichtungsempfehlung ausspreche.
Handwerklich ist dieses Werk wieder im Niedriglohnsektor angesiedelt, da hier logischerweise keine Milliarden locker gemacht werden, um eine Story zu erzählen, die weltpolitisch nicht die gleiche Gewichtung hat wie z.B. die Invasion Außerirdischer, die den gesamten Globus betrifft und dementsprechend spektakelfördernd verfilmt werden kann, sondern hier wird klar und gewollt auf die künstlerische Schiene gesetzt, jedoch nicht mehr ausschließlich anprangernd, sondern durchaus unterhaltend berichtet.
Das sei dem Film auch gegönnt, da die Darsteller ihre Sache allesamt gut machen und man die “Liebe zum Film” auch ohne Text sehr wohl spürt.
 

.kinoticket-Empfehlung: So müssen sich Flüchtlinge fühlen, wenn sie in unserem Land ankommen: Vor massive Probleme gestellt und kein Wort verstehend.
Für mich der erste Film, bei dem ich kein einziges Wort verstanden habe, der durch seine Schauspielerei und Thematik aber durchaus überzeugend berichten konnte und den ich mir – mit Untertiteln – sicher als sehr einprägsames Werk vorstellen kann.
Wer nicht nur die stupide Blockbusterunterhaltung sucht, sondern sich auch gern mal auf politisch relevante Themen einlässt, findet hier mit Sicherheit einen Beitrag, der zum Nachdenken anregt und dies mit spielerischer Anmut unterstreicht.
Darum: Nach Untertiteln fragen und dann gezielt reingehen.

 
Nachspann
gibt’s keinen. Allerdings sind Cast & Crew dann wieder in typischem Türkisch/Englisch ausgepriesen, weshalb davon auszugehen ist, dass man in meinem Fall einfach nur vergessen hat, die UT einzuschalten.

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