Wenn es einen Film gibt, den man gesehen haben muss, dann ist es Kingsman. James Bond auf parodistische Art zu persiflieren ist in der Regel ein Unterfangen, das die schmale Gratwanderung zwischen lustig und voll daneben in den allermeisten Fällen nicht überlebt. Gerade bei komödiantisch angehauchten Macharten geht dieser Schuss – was mein persönliches Empfinden betrifft – fast schon per Definition nach hinten los.

Nicht bei Kingsman. Die Grenze zwischen genial und absolut dämlich wird niemals überschritten. Alles behält den im Film allzeit forcierten Standard von Gentlemen und ist dabei nicht nur unterhaltsam, sondern sorgt mit genügend lustigen Einlagen auch für jede Menge Lachspaß im Kinosaal.

Die Härte, denen sich die Bewerber in diesem Fall stellen müssen, grenzt nahezu an Wahnsinn und hält immer genügend Flächen offen, um verbal nochmal eins nachzusetzen. Dabei vergeht die Zeit wie im Flug.

Man mag meinen, das Thema sei schon ausgekaut genug, doch dieser Film belehrt hier eines besseren. Es macht ungeheuren Spaß, den Figuren dabei zuzusehen, wie sie versuchen, das Ende der Welt zu verhindern. Jeder einzelne verkörpert dabei eine verdammt gute Nummer und leistet hervorragende Schauspielarbeit. Selbst die Newcomer charmeuren durch ihre teils unbeholfene Art, die komplett in ihre Rolle passt und somit nicht negativ zu werten ist.

Ganz abgesehen vom Zusammenspiel zwischen Colin Firth und Taron Egerton, der als Gary “Eggsy” Unwin hier die ungelernte Rolle des Schützling von altem Hasen einnimmt und mit Bravour meistert. Das gegenseitige Bälle zuwerfen macht nicht nur beim Zusehen Spaß, sondern toppt auch mit verdammt lässigem Coolness-Faktor. Dabei steht das Alter der Jugend in rein gar nichts nach.

Die Ideen, mit denen der Film aufwartet, sind gleichermaßen skurril wie genial und teilweise auch gar nicht mal so abwegig. Doch abseits jedweder gesellschaftlicher Entwicklungskritik verliert man niemals den Fokus, der hier eindeutig auf pures Vergnügen ausgerichtet ist.

Lange – wirklich lange – keinen so guten Film mehr gesehen, der in unserer Zeit produziert wurde.

Das Sahnehäubchen war für mich dann noch das Publikum! Jungs – ihr ward wirklich großartig!!! Selten so viel Spaß jenseits der 100-Menschen-im-Saal-Grenze erlebt und so viel gemeinsam gelacht.

Ein Kinobesuch, wie er im Buche steht, der meiner Meinung nach noch sehr viel öfters so sein könnte.

.kinoticket-Empfehlung: Wenn du Comedy was abgewinnen kannst, gehört Kingsman sowieso zur Pflichtlektüre. Wenn nicht, dann lerne endlich, dass es zwischen all dem Mist auch manchmal Perlen gibt, die man sich ruhig ein zweites Mal anschauen kann.

Die Story sprudelt geschüttelt, nicht gerührt daher und verleiht dem großen Vorbild Bond allzeit gebührend alle Ehre. Reingehen!

Nachspann
✅ Sollte man dringendlichst abwarten, denn die Coolness hört auch da nicht auf.

Kinostart: 12. März 2015

Original Title: Kingsman: The Secret Service
Length: 129 Min.
Rated: FSK 16

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