Es ist ewig her, als der erste X-Men-Film das Licht der Welt erblickte und bereits von Anfang an hatte die mittlerweile auf zehn Teile angewachsene Filmserie ein großes Fanpublikum.
Zu den Anfängen gehörten unter anderem das Finden und Zeigen von neuartigen Special Effects, die seinerseits bahnbrechend waren und erstmalig die Superhelden aus dem X-Men Universum vorstellten.
Jede Menge neue Fähigkeiten, eine neuartige Welt und viele andere Kleinigkeiten ergaben ein Universum, aus dem sich einige Charaktere im Laufe der Zeit herauskristallisierten. Einer davon ist Wolverine, dessen Geschichte nicht nur in den ursprünglichen X-Men-Filmen, sondern auch in eigenen Ablegern mehrfach erzählt wurde.
Als Charakter selbst fand ich ihn in der Vergangenheit eher unspektakulär, und Verstand somit nicht, weshalb man gerade um seine Person so einen großen Hype machte. Aber die Zeit hat gezeigt, dass die Masse sehr wohl Gefallen an seiner Rolle hatte. Anders ist der kommerzielle Erfolg seiner Filme scheinbar nicht erklärbar.
Mit Logan wirft man nun den finalen Wolverine-Teil auf die Leinwand und die Menge jubelt schon jetzt. Als Cineast geht natürlich solch ein Film auch an mir nicht vorüber und ich bedaure schon jetzt, dass man sich gerade zu diesem Zeitpunkt dafür entschlossen hat, mit der Tradition zu brechen und sie dem Ende zugehen zu lassen. Zumindest, was Hugh Jackman betrifft.
Denn dieses Mal legt man hier ein Werk rühmlicher Größe an den Tag, von dem ich mir in den vergangenen Jahrzehnten gewünscht hätte, dass alle X-Men-Filme so gedreht worden wären. Während des Schauens wurde ich desöfteren an die filmische Größe von Sicario erinnert, dem dieser Teil in punkto Soundtrack, Atmosphäre, Stimmung, Optik, Erzählfluss und geschichtlicher Tiefe in nichts mehr nachsteht. Jackman liefert hier derartig überzeugende Ergebnisse ab, dass man ihm auch als Nicht-Fan automatisch zu Füßen liegt.
Dieser Teil zieht. Seine Person, die Verkörperung seines Charakters und die tief empfundene Boshaftigkeitsaufgabe, die ihm förmlich die Lebensfurchen ins Gesicht zeichnen, drücken hier so eine Schwere und überzeugende Erschöpfung aus, die ihm aus meiner Sicht bereits jetzt den Oscar für diese Darbietung sichern sollten. Er ist großartig und spielt ausgezeichnet!
Und auch das Drumrum stimmt diesmal absolut und befreit sich endgültig von dem kindischen Plastikfigursuperheldgeschmack, den die ersten Teile noch mitbrachten. Die Reihe ist erwachsen geworden und bezeugt eine derartige Reife, die unbedingt fortgeführt werden muss. Alles andere wäre Verrat an den Fans, die mit einer solchen Umsetzung jetzt an den Höhepunkt dieser Reihe geführt werden und eine Professionalität genießen dürfen, die extra laut nach Zugabe schreit.
Ich habe es gefeiert und kann jedem nur raten, sich diese Geschichte anzusehen, auch wenn man nicht alle vorherigen Teile kennt. Klar ergibt sich dann zwischendurch mal die ein oder andere Wissenslücke, was jedoch verschmerzbar ist und dem Gesamterlebnis keinen Abbruch tut.
 

.kinoticket-Empfehlung: Unbedingt reingehen!
Der 10. Teil von X-Men trumpft endlich mit erwachsener Ernsthaftigkeit und einer sowas von gelungenen Umsetzung auf, dass jetzt absolut keine Argumente mehr ziehen, weshalb man sich nicht näher mit dieser Story auseinandersetzen sollte.
Für mich der beste Teil der kompletten Reihe, wenn man Deadpool mal außer acht lässt.

 
Nachspann
kommt keiner, dafür rührt das Ende schon fast zu Tränen …

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