Vorab und mega kurz zusammengefasst:
Trailer: Scheiße.
Plakat: Scheiße.
Thema: Oh Gott, nicht schon wieder diese dämliche Arthur-Sage, die schon gefühlte eine Million Mal + 7 Fortsetzungen oft erzählt wurde und jetzt wieder ausgebuddelt wird. Bitte nicht. Bitte bitte bitte nicht.

Dann: Männerabend. Ein prall gefüllter, großer Saal, Lautstärke bis zum Umfallen und nach dem Studiologo wars dann aus mit der Abneigung gegen diese Vorstellung und mir sind meine Augen fast rausgefallen => vor Bewunderung und Erstaunen!
Leute, echt jetzt? Ich meine, Guy Ritchie ist ein Genie und Könner seines Fachs, er weiß durchaus mit Menschen umzugehen und hat Erfahrung darin, wie man Stoff auf der Leinwand richtig erzählt, aber: Echt jetzt?
Wie zur Hölle schafft man es, einen Stoff, den absolut jeder schon mindestens 1000x gehört hat, so zu erzählen, dass man während des Films vor Spannung manchmal kaum mehr ordentlich im Kinosessel hocken bleiben kann?
Die Gewalt – diese bombastische Bildgewalt sucht seinesgleichen. Manche mögen sich noch zurück an die damals alles erschlagende Trilogie von Der Herr der Ringe erinnern und das Gefühl, jetzt cineastisch in einem epischen neuen Zeitalter angekommen zu sein. Meine Meinung? King Arthur – Legend of the Sword legt da nochmal ordentlich eins drauf und darf sich gerne mit der Trilogie messen – und gewinnt!
Die Effekte sind so dermaßen überragend, dass einem vor Staunen nur der Mund offen stehen bleibt und die brachiale Gewalt prasselt so schlagartig auf einen nieder, dass es kaum auszuhalten ist.
Dazu kommt dann der unverkennbare Stil von Guy Ritchie, der hier nicht nur in den Dialogen beweist, dass die Leinwand für ihn kein Ort ist, vor dem er kniend vorspricht und hoffentlich akzeptiert wird, so wie viele andere Filmemacher dies oft tun. Er ist dort nicht nur zu Hause, sondern hat das so dermaßen im Griff, dass man die Professionalität förmlich im Bauch spürt, während sie aus allen Ebenen von der Leinwand schießt. Ritchie versteht es, dem Film das gewisse Etwas zu verpassen und aus ihm tatsächlich einen Epos zu machen, der alle anderen Verfilmungen bisher in Grund und Boden tritt.
Meine Meinung nach der Vorstellung? Außer Die Nebel von Avalon hätte man allen anderen verbieten müssen, sich über dieses Thema zu äußern und gleich ihm das Regiezepter überreichen müssen, denn was hier rausgekommen ist: Wow!
Und wir reden hier von klassischem Stoff, den man ja nicht verändern darf, der immer wieder gleich erzählt werden muss und Tradition und bla und so … Fuck yourself! Diese Neuinterpretation dieser fast schon langweiligen Geschichte hat mich dermaßen gepackt … ich glaube, ihr spürt es ein wenig.
Und was auch herausragend war: Man trumpft nicht nur verbal auf und zieht hier die Leinen straff an (es gibt keine Filmlücken, kein “Wann geht’s endlich weiter”, keine Warteschleifen, sondern mal schneller mal weniger schnelleres Erzähltempo, aber dennoch konsequent Speed im Film), sondern haut auch beim Soundtrack und dem allgemeinen epischen Moment ENDLICH mal auf die Pranke und zeigt dem Kinobesucher, was Bildgewalt ist.
Wo andere immer so anfangen, mal an den Rippen zu kitzeln, man am ganzen Körper Gänsehaut bekommt, der Score anfängt aufzudrehen und man sich freut: Yeah, endlich wird’s episch….. bwaaaaaaaahhhhh schon vorbei. Hier? Dreht der Score nicht auf, sondern fängt gleich mit Maximum an und hält das Level konsequent … man wird umgerannt, in den Schwitzkasten genommen und in einem so brutal überwältigenden Momentum auf den Boden gehauen, dass man nicht mehr weiß, wo oben und unten ist. Durchchoreografierte Kampfszenen, denen man folgen kann, ein unglaubliches (!!!) – wirklich absolut unfassbar räumliches 3D – und dazu eine tiefe, dunkle Aura, die diese Sage zu der besten meines Lebens macht – sofern man sie so erzählt, wie Ritchie.
Und dieses brachiale Momentum reißt nicht nach ein oder zwei Minuten ab, sondern bewegt sich ständig weiter und rollt walzend alles vor sich geschehene platt. Mal im Ernst: Ich habe noch nie erlebt, dass ein Mann so stilvoll und überragend mit einem Schwert zwei Striche in die Luft ziehen kann, wie es hier gezeigt wird.
Überhaupt: Der Cast ist so extrem gut gewählt, jeder einzelne macht hier eine so gute Figur und ringt von mir tiefste Bewunderung und ehrwürdige Verneigungen ab – ich kann es echt jedem nur empfehlen!
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn ich euch mit dem Text oben noch nicht geil genug auf die Vorstellung gemacht hab, dann eben nochmal: Scheißt auf die Guardians, die kann man sich hinterher immer noch auf ProSieben in der Free-TV-Premiere anschauen, King Arthur nicht, denn dazu braucht man das monumentale Soundsystem eines Megakinos und Personal, dass sich dazu verpflichtet fühlt, alles unter 80% Maximallautstärke konsequent zu verbieten.
Der Film schlägt ein neues Kapitel in der Geschichten epischen Kinos auf und erzählt eine tausendmal erzählte Sage völlig stilsicher, neu interpretiert und mit einem absolut bleibenden Eindruck auf eine Weise, wie sie die Welt bis dato noch nicht erlebt hat.
Also tut euch selbst den Gefallen und straft das Versagen der PR-Abteilung nicht durch Ausbleiben aus dem Film ab – ihr schadet euch damit nur selbst!

 
Nachspann
hatte keine weiteren Bilder, aber die braucht man hier nicht, sondern eher die angekündigten Filmreihe-Fortsetzungen, denn davon will ich garantiert mehr sehen! Viel mehr!

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