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Filme mit Sängerinnen in den Hauptrollen erwiesen sich in der Vergangenheit oft als Rohrkrepierer, nach dem Motto: „Sie kann singen, aber nicht spielen und man kuckt den Streifen nur aus Respekt vor der Person, weil man ihr Musik-Fan ist“.

Nun so prominent Jennifer Lopez auf dem Cover zu platzieren und dann noch einen so auf „lustig“ gebügelten .trailer in die Kinos zu werfen war sicherlich deshalb Strategie der PR-Planer, weil sonst kaum jemand für den Film Interesse zeigen dürfte und man einfach wollte, dass die Leute massenhaft in den Streifen rennen.

Ehrlich gesagt hat mich das ziemlich abgeschreckt, den Film überhaupt sehen zu wollen und andererseits hab ich im Gespräch mit vielen bereits so Sätze zu hören gekriegt wie „Das kuck ich mir erst recht nicht an, weil ich so ein Geblödel definitiv nicht brauchen kann“.

Dabei ist der Film alles andere als Rumgeaffe, sondern bewegt sich in sehr leisen, ernsthaften, fast schon melancholischen Tönen, die hier zwar das Drehbuch nicht komplett neu erfinden und keine geistreichen Plot-Streiche aufs Toastbrot der Leinwände schmieren, allerdings einen Film kredenzt haben, der zu unrecht als Lustig-Molch abgestempelt wird und den ich mir tatsächlich noch einmal gerne ansehen möchte.

Die Thematik ist beinahe ernst, fast schon tragisch-dramatisch und ich verstehe nicht, wieso man davon im .trailer so absolut nichts durchblicken hat lassen, denn dann wären sicherlich viel mehr Menschen interessiert gewesen, zumal Dramen in der Vergangenheit oftmals auch beim Massenpublikum sehr gut ankamen.

Steht doch einfach zu dem, was ihr gemacht habt und versucht nicht, ein anderes Bild in der Werbung zu zeigen – das ist unaufrichtig und wird in den meisten Fällen bestraft. Man kann quasi sagen, dass die lustigen Elemente alle bereits in der Vorschau verbraten wurden und man dann im Film dazu übergeht, eine ernsthafte und traurige Tatsache cineastisch aufzurollen und eine Lösung sucht und dabei extrem viele Denkanstöße liefert, die ein ernsthaftes Problem unserer heutigen Gesellschaft aufzeigen und möglicherweise dafür sorgen, dass hier und da jemand aufwacht und in Zukunft anders handeln möchte.

Natürlich kommen dann auch hier erwartete Gegebenheiten zum Tragen und man fährt mit den „üblichen Verdächtigen“ auf, was die Handlungsentwicklung und Überraschungen angeht, was meines Erachtens aber rein gar nichts daran ändert, dass Manhattan Queen in seiner Gänze eher einem tragischen Drama gleicht, dass Gehör verdient und von Menschen gesehen werden sollte.

Ich weiß, ich selbst bin spät dran mit meiner Rezension, da dieser Titel bereits am 17. Januar 2019 angelaufen ist, aber vielleicht nutzt ja so doch noch der ein oder andere die Chance, bevor er wieder komplett aus den Kinos verschwindet. Wünschenswert wäre es.

.kinoticket-Empfehlung: Was euch vorab erzählt und gezeigt wurde, entspricht rein gar nicht den Tatsachen: Hier handelt es sich fast schon um ein Drama, dass sehr ernste und wichtige Töne anschlägt und damit Diskussionen entfachen sollte, die sich weiter mit dieser Materie beschäftigen.

J Lo‘s Problem dürfte nämlich nicht nur im Film existieren, sondern ragt weit in unsere Gesellschaft rein, wobei der Film massiv zur Lösungsfindung beiträgt und auch hier eher dramatische Szenen aufschlägt als im Comedy-Sektor zu punkten.

Nutzt die Chance und nehmt diesen Film noch mit, bevor er wieder ganz aus den Sälen verschwindet – er lohnt sich!

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 17. Januar 2019

Original Title: Second Act
Length: 105 Min.
Rated: FSK 0

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