Mit den Eberhofer-Krimis ist zumindest in Bayern ein neuer Kinokult aus dem Boden gestampft worden, der hierzulande auch wahnsinnig positiv aufgenommen und von den Kritikern hoch gelobt wird.
Kein Wunder also, dass man sich jetzt auch anderweitig in dieser Nische versucht und mit Maria Mafiosi erneut ein Mundart-Werk in die Kinos bringt, das genau diese Zielgruppe befriedigen soll: Bayerische Fans, die Krimi-Komödien lieben und ihre bekannten Stars aus den Eberhofer-Verfilmungen auch zwischen den Publikationen auf den Leinwänden erleben wollen.
Dieser Aufgabe hat sich Jule Ronstedt angenommen und einen abtrünnigen Bruder der großartigen Filme erschaffen, der eine eigene Gangstergeschichte erzählt, die nicht weniger lustig ist und vor lauter Klischees nur so trieft.
Ob dies nun positiv oder negativ aufgenommen wird, überlasse ich den Zuschauern. Offensichtlich versucht man sich hier kaum an politischer Korrektheit noch daran, der Gleichberechtigung oder anderen neuartigen Phänomenen hinterherzurennen, sondern bedient sich ganz altbackener, klassischer Stereotype, um den Kinozuschauer in seiner Lust nach lokalsprachlicher Komik-Unterhaltung zu befriedigen. Und das gelingt meiner Meinung nach auch ganz gut, sofern man sich nicht den vergleichsweise hohen Ansprüchen der Rita Falk-Verfilmungen stellen möchte.
Maria Mafiosi bedient hier sozusagen die gleiche Klientel auf hohem Fan-Art-Niveau und lockt mit dem Regiedebüt der aus Wer früher stirbt ist länger tot bekannten Schauspielerin in die Kinos.
 

.kinoticket-Empfehlung: Natürlich muss man sich damit abfinden, dass hier keine großartigen Hollywoodbudgets im Hintergrund dümpeln oder sich die Macher auf ihre jahrelange Erfahrung stützen können, sondern man es mit einem vergleichsweise “jungen” Film zu tun kriegt, der die Zuschauer einfach auf seine Weise begeistern will – und kann.
Die Darsteller sind teilweise bekannt und liefern allesamt glaubwürdige Szenarien ab, die für sich zwar kein Meilenstein in der Kinogeschichte darstellen, allerdings auch nicht zum Lückenbüßer verkommen, sondern durchaus ihre Existenzberechtigung vorweisen.
Wer sich darauf einlässt, hat hier durchaus seinen Spaß im Kino – solange der Streifen noch auf den Screens gezeigt wird.

 
Nachspann
gibt’s ohne weiterführende Szenen oder zusätzliche Gimmicks – man darf also getrost nach draußen spazieren.

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