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Da ist er: Der Film des Grauens, vor dem sich zur Zeit alle fürchten: Wie kann man nur wagen, solch einen französischen Erfolg in Amerika rezuproduzieren und daraus halbgaren Mist zu gestalten, der das Original in allen Maßen angreift und kaputtschlägt?

Solche Töne hört man schon, seitdem der .trailer aufgetaucht und die Poster in den Aushängen eingetroffen sind: Und ja, auch ich hab mir gedacht: Wozu? Lasst es doch einfach und macht die Story nicht weiter kaputt!

Haben sie aber. Remake bedeutet sowas glaube ich immer.

Aber!!! Es ist nicht so schlimm, wie ihr vielleicht glaubt! Wirklich nicht.

Das Problem ist hier ganz klar der Vergleich, und der Film macht (1. Pluspunkt) keinen Hehl daraus, basierend auf dem französischen Original geremaked zu sein. Man kommuniziert also öffentlich, was Sache ist und verkauft sich nicht als eigenen Erfinder.

Punkt 2, der positiv auffällt: Der Cast. Hier wurde hochrangig geerntet und in die Besetzungscouch gerufen, es sind allesamt Könner, die ihr Handwerk verstehen und ein wirklich gutes Bild abgeben – nicht nur Bryan Cranston, sondern auch alle um ihn herum. Man mag sich um den Humor von Kevin Hart streiten, den fand ich auch nicht auf den Punkt getroffen und der sagt mir persönlich überhaupt nicht zu, das bedeutet aber nicht automatisch, dass ich den Film deshalb vollständig verdammen würde – auch wenn er das Original schwer schädigt.

Dann hat man sich die Mühe gemacht und weite Teile der Erzählung so geändert, dass auch Ziemlich beste Freunde-Kenner etwas Neues vorgesetzt bekommen und man eben doch wieder in den fiktionalen Bereich abdriftet und mehr auf Musical / Oper setzt, was für amerikanische Verhältnisse dann doch ein sehr gewagter und vor allem mutiger Schritt ist, da man sich hier quasi in kulturelle und “französische” Gefilde bewegt und damit meines Erachtens schon sehr viel riskiert.

Das einzige Problem in meinen Augen ist tatsächlich der fast unumgängliche Vergleich mit Ziemlich beste Freunde, der sich absolut nicht verhindern lässt und den man als Zuschauer vollkommen ausschalten muss, um sich irgendwie darauf einlassen zu können.

Bei mir hat’s nach ca. 40 Minuten dann “klick” gemacht und ich konnte dem Schauspiel und der Story genügend abgewinnen, weil der Film eben doch nicht schlecht ist, sondern durchaus sein Dafürhalten begründet und seine Existenzberechtigung hat. Dass dies extrem schwer ist, erkenne aber auch ich gebührend an.

.kinoticket-Empfehlung: Was ihr draus macht, müsst ihr entscheiden: Wer die Hürde überwindet und auf den Vergleich zum unangefochtenen Original verzichten kann, erlebt einen wirklich sehenswerten Film mit tollem Cast und rühmlichen Darbietungen.

Der Weg dort hin ist steinig und es fällt zumindest europäischen Zuschauern immens schwer, darüber hinweg zu kommen, da der “Hass” auf das Remake tatsächlich irgendwo vorhanden ist und auch begründet – auch der .trailer konnte nicht überzeugen, der Film braucht zwar etwas, schafft in meinen Augen dann aber so viel Charme, dass man am Ende doch irgendwo berührt ist.

Nachspann
❌ bringt nichts weiter, nach der Schwarzblende darf man raus.

Kinostart: 21. Februar 2019

Original Title: The Upside
Length: 118 Min.
Rated: FSK 6

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