Hinweis zur Sneak Preview
In der Sneak lief diese Woche der Film LION – Der lange Weg nach Hause, den ich hier bereits bewertet habe. Daher geht es heute mit dem regulären Kinoprogramm weiter.

Wer den Trailer des Films gesehen hat, kennt eigentlich fast schon die ganze Geschichte und kann sich den Besuch im Kino fast sparen. Es sei denn, man ist weiblich und dem Hauptdarsteller verfallen oder hat einen Faible für kids-like Transformers-Action, denn dieser Eindruck wird im Trailer vermittelt, dass man hier die Kiddieversion der größeren Blechbrüder abgedreht hat.
Allerdings wäre es an dieser Stelle wohl ein Fehler, wenn ich gewisse Abstriche nicht erwähnen würde.
Da wäre zum einen die Animation, die mich stark an die frühen Stephen King-Verfilmungen erinnert und mehr so in Richtung Der Nebel deutet als sich tatsächlich an den scharf-brillierten Bildern der Transformers-Reihe auszurichten. Dafür war wohl das Budget nicht ganz ausreichend.
Womit ich auch etwas größere Probleme hatte, war die Idee, die im Grunde ja eigentlich gar nicht schlecht, dafür aber im Film so dermaßen unglaubwürdig umgesetzt wurde, dass die gesamte Story zur Lachnummer mutiert als mit einer aus der Norm ausbrechenden Geschichte zu begeistern.
Man kauft den Darstellern ihre Drehbuchtreue im gesamten Film nicht wirklich ab. Und in Verbindung mit den gewöhnungsbedürftigen Animationen kommt dann während dem Schauen durchaus mal Langeweile auf.
Ich könnte jetzt aber auch nicht wirklich sagen, woran es genau hapert: Irgendwo passen die im Film vereinten Welten wohl nicht ganz zusammen oder der Mensch als solches hat Probleme damit, diese beiden Elemente miteinander zu verbinden, weil man sein ganzes Leben dahingehend programmiert wird, dass genau das eigentlich nicht zusammen gehört.
Wie dem auch sei – diese Disharmonie schwingt den ganzen Film über im Raum und bereitet zumindest denkenden Zuschauern gewisse Kopfschmerzen.
Gegen Ende wird man dann tatsächlich noch mit etwas Drive, Action und ungewöhnlichen Szenen belohnt, die den Kinogang als Ganzes meiner Meinung nach aber auch nicht rausreißen.
Nochmal anschauen würde ich mir den Film auf keinen Fall, dann lieber die richtigen Transformers-Filme raus kramen und die zum 4978sten Mal anschauen!
 

.kinoticket-Empfehlung: Das Zielpublikum scheint auch hier wieder in den pubertären Bereichen angesetzt zu sein, denn bei Älteren zieht man mit dieser Idee wohl kaum mehr Begeisterungserscheinungen aus den Gesichtern.
Das 3D kann sich dafür stellenweise wirklich sehen lassen und ist – sofern man sich für diese Vorstellung entscheidet – tatsächlich sein Geld wert.
Ansonsten würde ich diesem Film das Label “Transformers-Discountfilm” verpassen, der es in meinen Augen ziemlich auf den Punkt bringt.

 
Nachspann
Hier wurde auch bis zum Ende mit 3D-Animationen gearbeitet, die die wahrlich gute räumliche Umsetzung aus dem Film konsequent fortsetzen. Wer sich die bunten Bildchen sparen will, darf aber gerne schon vorher aus dem Saal – das Warten auf eine weitere Szene ist auch hier vergeblich.

0 votes