Auf dem Cover prangen “Prädikat besonders wertvoll” und diverse Festivalauszeichnungen, es geht um … naja, ich spoiler nicht, und ich verstehe weder von dem einen, noch von dem anderen etwas. Nicht, weil ich die Thematik nicht begreife oder kenne (ich glaube, die kennt inzwischen jeder – sogar Ungeborene!), sondern ich verstehe nicht, wieso man zu einem Thema wie diesem jetzt zwingend noch einen Film machen muss und dann so ein Werk dahinschleudert, dass diesen Informationsgehalt hat.
Man lernt nämlich nahezu … gar nichts. Das Teil hat rein gar keine Information darüber, was man nicht schon unlängst 200 Millionen mal irgendwo anders gesehen hätte und der Spannungs- oder Fesselwert, der sich hinterher prägend in den Köpfen verankern und Menschen nachhaltig verändern sollte, bleibt vollkommen aus.
Stattdessen minutenlange Kameraeinstellungen auf irgendwelche Koffer, Menschen, die da sitzen und einfach mal nichts sagen, als ob dadurch ihrem Charakter mehr “Mysterium” verliehen würde … es funktioniert nicht. Nicht bei mir.
Ich hab stattdessen ziemlich abgekotzt, als ich im Kino saß und mir diesen – sorry – “Schund” ansehen musste. Was hab ich davon, wenn sich jetzt irgendwelche Hansel anfangen, darüber zu beschweren, was ihnen mitgegeben wurde? Was ändert das?
Dazu brauchst du Filme, wie Schindler’s Liste, die sich einprägen und eine ganze Nation tatsächlich nachhaltig ändern. Dazu brauchst du etwas, dass sich vom Einheitsbrei der animierten Kacke der Nacht-Hitler-Sendungen abhebt und das tut dieser Film gerade eben nicht. Er erzählt … und pickt dabei einfach ein paar Figuren aus der Geschichte und interviewt dessen Kinder.
Okay, die Idee gab es vielleicht bislang noch nicht, dann hätte man die Interviews aber wenigstens interessant gestalten müssen und nicht so eine langatmige und -weilige Grütze von sich geben. Und wenn selbst ich, der sich 700 Kinofilme im Jahr reinballert und dadurch einen extrem hohen Toleranzwert hat, sich quälend schlierig durch diesen Mist kämpft, dann … ist das Ding wirklich schlecht.
Bis auf eine Frau. Die Israelin.
Man lösche diesen Film. Und gebe ihr einen eigenständigen. Sie ist nämlich die einzige (und mit der Meinung gingen fast alle Pressevertreter mit mir konform!), die tatsächlich lehrreichen und nachhaltigen Stoff von sich gegeben hat und Denkansätze geliefert, die beachtenswert und höchst lobenswert sind! Warum hat man ihr nicht die komplette “Sendezeit” geschenkt und sie einfach machen lassen?
Sympathisch, nett, mitreißend und extrem kreativ, was die Aufarbeitung und Information über dieses filmisch schwierige Thema angeht. Ihr den allerhöchsten Respekt, der Rest kann einfach … nach Hause gehen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Die in Berlin lebende Israelin rettet allein zwar nicht den Film, liefert aber Grund genug, ihre Ausführungen anzuhören und ihr in Berlin einen Besuch abzustatten.
Der Rest ist schlichtweg unbrauchbar und löst eher Aggressionen als Mitgefühl aus – zumindest bei mir. Sie top – der Rest Flop.

 
Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 27. September 2018
Original Title: Nachlass
Length: 108 Min.
Rate: FSK 6

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