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Das altbekannte Phänomen: Bei Tanzfilmen, bei Pferdefilmen, bei „Kinder-Genre-Filmen“: Kennst du einen, kennst du alle.

Dennoch hat sich Ostwind als Saga aus der ganzen Masse etwas durch seine unglaublich hohen Ansprüche und Professionalität herauskristallisiert und meiner Meinung nach mit Ostwind – Aufbruch nach Ora einen Film geschaffen, der sich schon fast aus dem Kinder-Genre freigekämpft und zum Erwachsenen-Epos aufgestiegen ist.

Und das liegt meiner Meinung nach an Mika, gespielt von Hanna Binke, in die ich mich verlieben könnte! Ihre erwachsene, defensive, eigene, roughe Art gibt diesem Mysterium, das man um die Ostwind-Filme gelegt hat, noch den letzten Schliff und stellt etwas ganz besonderes dar.

Und es liegt an Annette Focks, die einen Soundtrack abliefert, vor dem ich heute immer noch knie!

Beide finden sich auch in der aktuellen Verfilmung der Kinderbücher wieder, die jetzt – natürlich – wieder darauf abzielen, verjüngt zu werden, um die Zielgruppe nicht aus den Augen zu verlieren und am Ende wirklich Harry Potter Konkurrenz machen zu müssen. Man spürt dennoch, dass hier extrem viel Budget, Potenzial und Schaffenskunst drinsteckt, auch wenn der Plot wieder etwas kränkelt und man sich von der Magie wieder abwendet und den kindlichen Neuzugängen mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Luna Paiano, die Mika im Film nun zur Seite gestellt wird, hat meiner Meinung nach aber nicht das notwendige Talent, um auf diesem Niveau, das wir in Aufbruch nach Ora bekommen haben, mitzuhalten. Ergo landet die Aufmerksamkeit wieder beim Plot und damit versemmelt man sich den Aufstieg in neue Sphären, den ich mir leidenschaftlich gewünscht hätte.

Dadurch wurde Aufbruch nach Ora nicht als bester Teil dieser Reihe abgelöst, der Abstand zu anderen Pferdefilmen aber dennoch weiter eingehalten. Wer also einen tollen Kinderfilm sucht, braucht in der Wühlkiste nicht weit nach unten graben, sondern ist mit diesem hier bestens bedient.

.kinoticket-Empfehlung: Mika ist und bleibt der heimliche Held dieser Filme – je weniger Screentime man ihr zugesteht, umso schlechter werden die Teile.

Ist einfach so. Teil 3 wird nicht übertroffen, man schlägt alles andere, was in Richtung Pferdefilmen geht, aber dennoch noch, auch wenn durch die angesetzte Verjüngung auch wieder viel mehr Kinderklischee reingebracht wird. Sehenswert ist der Film deshalb aber trotz alledem.

Nachspann
❌ müsst ihr auch diesmal wieder nicht bis zum Schluss abwarten, hier folgt nichts mehr.

Kinostart: 28. Februar 2019

Original Title: Ostwind 4 – Aris Ankunft
Length: 102 Min.
Rated: FSK 0

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