Ja, ihr habt richtig gelesen: Pressevorführung. Ich hab keine Ahnung, was ich richtig (oder falsch) gemacht habe, um an so ein Event zu kommen, aber es ist passiert und ich darf euch von nun an schon weit vor Kinostart über den ein oder anderen Streifen berichten.
Vielen Dank an dieser Stelle mal an all jene, die mit darin involviert waren, dass mein kleines Blog die Chance dazu bekommen hat, all das zu erleben. Dabei hab ich noch nicht mal mein 1jähriges Jubiläum gefeiert …
Ein zusätzliches Dankeschön geht an 20th Century Fox, die so eine unproblematische Pressevorführung ermöglicht haben und obendrein keinerlei Einschränkungen Publikationen betreffend eingestellt haben. Here we go!
Vorab wieder etwas Sprachunterricht: OV bedeutet Originalversion, was heißt, dass der Film exakt in der Sprache bzw. den Sprachteilen gezeigt wurde, wie ihn die Macher schlussendlich freigegeben haben.
Unsere Synchronstudios übersetzen das Ding dann meistens komplett in die Landessprache, wobei halt einige coole Sprachgegebenheiten flöten gehen, die in der OV-Version logischerweise enthalten sind. Ich bin gespannt, wie es in diesem Fall endet, denn in der Originalversion gab es da einige richtig liebevolle Verbalkonfrontationen.
Mit Eddie The Eagle setzt 20th Century Fox einen Spielfilm auf die Landebahn, der sich nicht an den realitätsuntypischen Eventcharakteren orientiert, die Marvel und DC derzeit am laufenden Band ins Rennen schicken, sondern etabliert hier ein Movie, das nicht nur mit der Geschichte, sondern auch seiner Machart ganz nah beim Zuschauer ist und sich dort gemütlich einrichtet.
Man bringt ganz viel Charme, Natürlichkeit und Bodenständigkeit mit, indem man die wahre Geschichte von Michael Edwards erzählt, der sich allen Widrigkeiten zum Trotz von seinem Ziel niemals abwendete und bis zum bitteren Ende darum kämpfte, seine Träume Wirklichkeit werden zu lassen.
Klingt nach klischeetriefender Hollywoodmoral mit schlechtem Ende? Vielleicht. Ist aber etwas völlig anderes.
Eddie ist jemand wie du und ich, der ein kleines bisschen durchgeknallt ist und den Absprung zum erwachsenen Menschen nicht so recht geschafft hat. Meint man. Jeder hatte als Kind seine Träume, über die Erwachsene in der Regel lachen und sie mit den Worten “Werd du mal erwachsen, dann sehen wir weiter.” abtun. Und an dieser eigentlich höchst verwerflichen Grundvoreingenommenheit rüttelt Taron Egerton mit seiner leicht zurückgeblieben wirkenden Trotzeinstellung ganz gewaltig.
Was sich daraus dann aufbaut, wie man – nicht nur symbolisch – in immer höhere Sphären abdriftet, ohne dabei vom Boden abzuheben, ist gelinge gesagt fantastisch.
Ich hoffe, dass in der Finalfassung der schmale Grat zwischen Erfolg und seelischer Niederlage, der sich den ganzen Film über hindurchzieht, ausreichend zur Geltung kommt. Seien wir ehrlich: Keiner von uns wäre so weit gegangen, hätte so oft dagegen gehalten, so stark an seinen Träumen festgehalten, so intensiv und allgegenwärtig gegen die Anfeindungen gekämpft, die sich einem in den Weg stellen, wenn man solche Vorhaben an andere verkündet.
Ich für meinen Teil habe gelernt, dass es immer Menschen geben wird – viele Menschen – die einem solche “Flausen” ausreden wollen und dass diese Tatsache daran liegt, weil man anfängt, sich zu bewegen und somit automatisch auf “Widerstand” stößt, da die anderen immer noch in ihren alten Positionen verharren. Also eine ganz natürliche Reaktion auf etwas Außergewöhnliches, dass Michael Edwards in der Vergangenheit erschaffen hat.
Doch mit diesem Film verbinde ich nicht nur eine wunderbar gemütliche, charming-erfüllte Message, die dir ein Bürger deiner Klasse vermittelt, sondern noch etwas anderes: Drehorte fast vor meiner Haustür: Seefeld in Österreich, Garmisch und nicht zuletzt Oberstdorf am unteren Ende von Deutschland.
Doch nicht nur mit der Auswahl der Schauplätze, sondern auch beim Rüberbringen der Story ist den Machern das Kunststück gelungen, hier etwas zu erzählen, das jemanden von ganz unten nach ganz oben bringen kann ohne dabei diese unerreichbaren Höhen zu erschaffen, die das ganze wieder utopisch wirken lassen. Als Zuschauer sitzt man davor und glaubt daran – und dieser Glaube lässt die Träume wahr werden.
Dabei wirken hochdotierte Schauspieler wie Taron Egerton, Hugh Jackman oder Christopher Walken fast schon als nette Beigabe, auch wenn alle drei im Film hervorragende Schauspielarbeit leisten und mit ihrem Tun überzeugen. Doch keiner von ihnen vermittelt hier das Gefühl des Unerreichbaren, sondern sie sind Menschen wie du und ich. Genau das macht diesen Film so herzlich, lässt ihn so nah an einen ran, denn wenn die das können, kann ich das auch.
Wer also im Leben stagniert, wer sich etwas vorgenommen und niemals zu Ende gebracht hat, wer sich nicht motivieren kann und den süßen Arschtritt zum Erfolg sucht, der macht mit dem Kauf eines .kinotickets bei diesem Film absolut nichts falsch.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wunderbar herzliche Komödie über das strebsame Verhalten eines Olympia-Anwärters, dessen Wille zum Erfolg genauso vehement wie vorbildhaft ist.
In charmant-komödiantischer Manier erzählt erlebt der Zuschauer hier die bodenständige und außergewöhnliche Geschichte des Skispringers Michael Edwards, hervorragend gespielt durch Taron Egerton, dessen Wandlungsfähigkeit und Schauspielkunst der eines Hugh Jackman in nichts nachsteht.
Der Soundtrack im Film bekommt zusätzlich noch eine gesonderte Erwähnung, denn der beflügelt nicht nur durch seine Beschwingtheit und unterschwellige Klasse, sondern sorgt zudem dafür, dass sich der Zuschauer geborgen und aufgehoben fühlt.
Wer bei diesem Film keine innere Freude empfindet, der hat für das Glück im Leben wohl auch nicht viel übrig.
.kinoticket lösen und reingehen, sobald er auf der Leinwand erscheint.

 
Nachspann
enthält keine weiterführenden Szenen mehr, man darf den Saal also wieder verlassen.
Kinostart: 31. März 2016 in den deutschen Kinos.

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