Hier mal schnell reinschauen um sich einen Eindruck vom Film zu machen, ist meines Erachtens nach gar nicht so ohne weiteres möglich.
Edward Zwick entführt in eine Welt, die den meisten wohl unbekannt vorkommt und von der man auf der Oberfläche des alltäglichen Medienkonsums eher weniger liest. Herrschaften älteren Semesters könnten sich noch an die wahren Ereignisse erinnern, auf denen die geschilderten Erfahrungen basieren. Dabei ist dieser Film seit langem mal wieder eine Form von cineastischer Kost, die ich jedem auf den Tisch packen würde, denn wie hier gearbeitet wurde, obsiegt im Sumpf medialer Verkrustung und wirtschaftlich-ambitionierter Arbeitsmoral.
Die Macher haben es komplett verstanden, ein Thema, das von Ruhe und Tatenlosigkeit geprägt ist, derart unterhaltsam umzusetzen, dass man als Zuschauer gebannt vor der Leinwand steht und einem herausragenden Tobey Maguire dabei zusieht, wie er im Kampf mit sich selbst das von ihm gesteckte Ziel zu erreichen versucht.
Überhaupt ist der Cast fast schon vergötterbar elegant in seinem Umfeld unterwegs. Die Szenen, die sich früher so im Fernsehen abgespielt haben, gepaart mit den Einblicken hinter die Kulissen und den ständigen Fragen und Ängsten, die damit einhergehen, wurden hier so dermaßen wunderbar umgesetzt, dass man am Schluss vor der Leinwand kniet und sich bei den Darstellern für die gute Unterhaltung bedanken möchte.
Wohl mag es diejenigen geben, die mit den Allüren von Bobby Fischer nicht ganz klar kommen und denen das ganze Spiel zu viel wird – jedoch unterstreicht genau dieser Punkt den psychologischen Wahnsinn, in den sich der Hauptakteur im Verlauf seiner Zeit manövriert und ganz nebenbei eben nicht nur über das Spiel der Könige, sondern auch die restlichen politischen Schachzüge entscheiden will.
Und diese mit Worten kaum beschreibbare Handlung so spannend zu inszenieren, dass dir während dem Film zu keiner Zeit langweilig wird und man alles andere gerne dafür vergisst, zeugt für mich von ganz großem Können und lässt die Hoffnung aufkeimen, das anspruchsvolles Kino noch nicht ausgestorben ist.
Möge dieser Film den Weg in die Kinos finden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wann immer es eine Chance gab, gegen die Oberflächlichkeiten der heutigen Massenfilme zu wettern, dieser Film zeugt von leidenschaftlicher Eleganz und intellektueller Würde und beleuchtet ein Thema, das in den Medien bisher viel zu selten Aufmerksamkeit bekommen hat.
Der Cast ist hervorragend, das Thema zwar recht handlungsarm, aber derart spannend inszeniert, dass es vor Anspannung im Kinosessel fast ungemütlich wird. So sieht großartige Unterhaltung aus. Also packt eure Leute ein und schaut euch diesen Film im Kino an – es lohnt sich!

 
Nachspann
Bei der Schwarzblende zum Abspann darf man gerne aufstehen und den Saal verlassen, hier folgen keine weiteren Szenen oder Bilder mehr.

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