Schaut man sich dieses nervenzerreißende, triste Bild am Anfang des Films an, erwartet man unbewusst absolut nichts gutes. Wenn der Publisher dann auch noch Sony Pictures Classics heißt, zieht sich bei so manchem wahrscheinlich auch noch der Magen zusammen und es zuckt in den Gebeinen, um möglichst schnell aus dem Saal zu verschwinden.
Und genau dies sollte man tunlichst vermeiden, denn mit Mit besten Absichten hat Regisseurin Lorene Scafaria eine Arbeit abgeliefert, die sich nicht nur meisterlich aus den wirtschaftlichen Überbossen von Massenfilmen herauskristallisiert, sondern zudem nicht nur wahnsinnig herzergreifend, melodramatisch und emotional rüberkommt, sondern auch eine Geschichte erzählt, die mit fortlaufender Spielzeit immer berührender wird und schließlich in einem fulminanten Ende gipfelt, das aus einem spannenden Kinoabend etwas Unvergessliches werden lässt.
Herausragend ist nicht nur der Plot, der in Zeiten von überdimensionalem Wahnsinn sowieso schon etwas ganz besonderes darstellt, sondern auch die schauspielerischen Leistungen von Susan Sarandon, die in ihrer Klasse als unverwechselbar gilt und dem Film durch ihre eigene Persönlichkeit eine Note verleiht, die kein Computer mit noch so großer Rechenkraft ersetzen könnte.
Das Problem, dass in den großen Blockbustern die Schauspieler alle austauschbar sind und der eigentliche Star die Technik ist, die den Größenwahnsinn proklamiert und mal mehr schlecht als recht und dann wieder besser zu überzeugen weiß, birgt das Problem, dass Filme zur Massenware degradieren und man als Zuschauer keine echten Schauspieler mehr serviert bekommt, sondern allenfalls “Lückenfüller”, um die menschliche Komponente im Film auch noch zu beleben.
Früher war das anders – und das unterstreicht das “Classics” am Ende des Publisher-Namens dann auf höchst erfreuliche Weise, denn hier wird etwas abgestellt, das vor Seele und wahrem Leben nur so trieft.
Dass sich die Inhalte der Geschichte zudem auch noch tief in die eigene Seele vorbohren und dort einen vergnüglich-schmerzlichen Eindruck hinterlassen, ist die Kirsche auf der Sahnetorte, die man den Teilhabenden dieses Ensembles gerne gönnt.
Wer sich also ab morgen auf die neue Kinowoche vorbereitet, der sollte sich diesen Titel ganz genau ansehen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Herrlich oldschool, aber nicht altbacken, sondern mit einer erfrischenden Prise Humor, Vergnüglichkeit, Seelenschmerz und auf der Suche nach der eigenen Identität in einer Welt, in der auf einmal alles anders ist als es bisher war.
Hier versteht jemand sein Handwerk und schenkt seinen Zuschauern ein Werk, dass vor einfühlsamem Verständnis nur so ins Herz übergeht. Ein Film, den man sich besser mehrmals anschaut als ihn auch nur ein einziges Mal zu verpassen.
Reingehen!

 
Nachspann
driftet langsam ins Off … also nicht ganz so schnell aufstehen, sondern gemütlich aus dem Saal raus. Dann passt das.
 
P.S: Noch nie wurde Product Placement so elegant und komödiantisch als Stilmittel eingesetzt wie hier – von daher sind die teils übertriebenen Einlagen ebenfalls zum Schmunzeln 😉

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