Und weiter geht’s mit der nächsten verspäteten Sneak Preview, ein Film, den ich eigentlich schon lange im Rahmen dieser Vorvorführung erwartet hatte: Triple 9.
Mit Casey Affleck, Chiwetel Ejiofor, Anthony Mackie, Norman Reedus, Gal Gadot, Woody Harrelson und Kate Winslet ist dieser Film promitechnisch hochkarätig besetzt und verspricht, keiner von den halbgaren Vorstellungen zu werden, in denen man irgendetwas erzählt und dabei verschiedene wichtige Aspekte des Films vernachlässigt.
Und genau so startet man auch – fulminant und actionbeseelt mit einer Geschwindigkeit, die in den ersten 15 Minuten einfach nur Vorfreude auf den Rest des Films hervorbringt. Die große Introduktion verspricht viel und man ist sofort im Geschehen gefangen.
Dann fährt man erstmal mit dem Erzählflow nach unten und lässt dem Zuschauer Zeit zum Luftholen, was dieser sicherlich nutzt, aber – im Hinblick auf Blockbuster wie Sicario – keinesfalls von Nöten gewesen wäre.
Das Problem dieser Atempause: Es geht danach irgendwie nicht weiter. Der Plot baut auf der Auflösung des Triple 9 auf, dessen Erklärung komischerweise aber bereits im ersten Trailer aufgelöst wurde (wer zur Hölle winkt so etwas einfach durch?), was das Interesse des Zuschauers deutlich mindert, da er bereits zu Beginn des Films weiter ist als die gesamte Truppe auf der Leinwand zulassen möchte.
Irgendwie stockt daher die durchaus professionell aufgebaute Geschichte und man verweilt auf einer Plattform, die weder den Absturz noch den weiteren Aufstieg zulässt. Und dieses Ausruhen auf der anfänglich verbreiteten Überflieger-Mentalität macht dem Zuschauer letztendlich das Gesamtwerk kaputt, da in dieser Weise die Komponente des zeitlosen Klassikers feierlich untergeht.
Irgendwie war zum Schluss der Streifen nur ein kurzes Aufflammen gigantischer Gefühle mit Hoffnung auf mehr, die aber zuletzt nur in Enttäuschung endet, jedoch keinen minderwertigen Geschmack abgibt, da man sich trotz des heruntergefahrenen Tempos dennoch auf hochniveaulastiger Ebene bewegt.
Hier hätte ich wesentlich mehr Action, mehr Durchtriebenheit, mehr Klasse erwartet, so dass man als Zuschauer endlich ein modernes Äquivalent zu Der Pate in der Hand hätte, mit der man die zeitlose Geschichte von Korruption und Gewalt weitererzählt, die schon seit Jahrzehnten für gute Unterhaltung in der Filmbranche sorgt.
Aber dies sollte nicht sein.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer eine ruhige, gelassene Form von Action sucht, die gelegentliche Spannungsspitzen zulässt, aber nicht allzudeutlich hochfährt, der ist mit Triple 9 sicherlich auf der richtigen Fährte.
Insgesamt ist das Werk aber eher enttäuschend gewesen, da ich hier wesentlich mehr Action und Plot-Verzweigungen erwartet hätte, die aber nicht wirklich vorhanden waren und angesichts der heruntergefahrenen Erzählgeschwindigkeit auch das Potenzial eines modernen Pate verschenkt wurde. Mehr als etwas langatmiger Durchschnitt ist hier einfach nicht drin.

 
Nachspann
gibt’s nur die üblichen Texte, weitere Bilder oder Geschichtsbrocken bleiben aus.

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