Normalerweise kommen die Sneak-Filme ja immer Montags auf den Schirm, da die Abstände zur tatsächlichen Kinoveröffentlichung allerdings oftmals bereits so kurz sind, dass die gezeigten Filme bereits in dieser Woche Donnerstag regulär ins Kino kommen, probiere ich jetzt einfach mal, die Sneak am Mittwoch zu veröffentlichen, so dass ihr euch vorab informieren könnt und direkt zum Kinostart schon auf dem Laufenden seid.
Verräter wie wir war diese Woche meine Wunsch-Sneak-Film und meine hohen Erwartungen an das Werk wurden mit ein zwei Abstrichen absolut erfüllt.

Bereits die Buchvorlage erhielt von aller Welt ja schon überwiegend positive Kritiken und genau diesem Niveau hat man sich bei der Verfilmung angeschlossen und mit Ewan McGregor und Stellan Skarsgard zwei Schauspieler ins Rennen geschickt, die diese hoch angesiedelte Professionalität wahnsinnig gut rüberbringen können.

Die Geschichte an sich ist spannend, unterhaltsam und außergewöhnlich und wird im Film mit top gestylten Bildern vor traumhafter Kulisse angereichert. Der Film ist sehr dialoglastig und überzeugt hierbei mit viel Intellekt. Skarsgards sarkastische Ader entspannt so manch angespannten Moment mit erfrischend-fluffiger und menschlicher Art innerhalb einer total verstrickten, teils angsteinflößenden Situation und bringt hier immer wieder Sympathie auf die Bildfläche.

Das Thema regt an, darüber nachzudenken, welche menschlichen Züge unsere Gesellschaft noch hat und zeigt, welche Werte die breite Öffentlichkeit gerne bereit ist, aufzugeben, wenn es um die Sicherheit des eigenen Lebens geht.

Wie oben erwähnt, mache ich hier aber auch ein paar kleine Abstriche. Zum einen hatte der Film für mich ein paar Längen, wo man sich unglaublich viel Zeit lässt, in der eigentlich nicht sonderlich viel passiert und die Geschichte insofern auch nicht vorangetrieben wird. Zum anderen – und das ist wohl der Buchvorlage geschuldet – kam für mich die “Auflösung” (wenn man so will) etwas zu früh und demnach schlittert man in ein Filmende, das eigentlich gar keins ist, allerdings ebenfalls nicht wirklich Potenzial liefert, um hieraus eine Filmreihe zu kredenzen. Damit stirbt ein wenig die Cineastenhoffnung auf Fortsetzungen oder eben eine wahnsinnig geile restliche Zeit mit dem Film. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

 

.kinoticket-Empfehlung: Verräter wie wir liefert eine neue Form von Geschichte eingepackt in wahnsinnig ästhetische Bilder auf glanzvollem Niveau.

Dialoge und Zusammenspiel der Hauptdarsteller ist herausragend, ihr Können gibt dem Film einen hochwertigen Touch, am Intellekt des Zuschauers wird nicht gezweifelt.

Dass der Film ein paar Längen hat ist entschuldbar, allerdings hätte ich mir ein etwas fulminanteres Ende gewünscht. Hier landet man etwas unsanft auf dem Eis nach einer wunderbaren Performance vorab.

Alles in Allem ist dieser Film jedoch sehr sehenswert und darf in der wöchentlichen Kinoplanung gerne die oberen Plätze der Wunschkandidaten einnehmen.

 

Nachspann
braucht nicht abgewartet werden, nach der Schwarzblende ist tatsächlich Schluss (auch wenn mir die Hintergrundanimation richtig gut gefallen hat ^^)

0 votes