Eines gleich vorweg: Filme von Disney sehe ich mir seit neuestem mit einem gewissen Ziehen in der Bauchgegend an. Warum? Ich mag die Art nicht, wie dieser Riesenkonzern mit seinen Publishern – sprich: den kleinen Kinos umgeht. Gut, man mag mir selbst vorwerfen, dass ich selbige nicht unterstütze, da ich mein zu Hause auch in einer großen Kinokette gefunden habe, die in solchen Dingen dann doch noch mehr Mitspracherecht hat wie das Dorfkino von nebenan.
Allerdings weiß ich auch, dass es eben diese Kinos sind, die das eigentliche Filmleben erhalten und dafür sorgen, dass neue, kreative und geistreiche Filmbeiträge produziert (und gezeigt) werden, die die Filmwirtschaft somit am Laufen halten und dafür Sorge tragen, dass wir nicht eines Tages nur noch Mainstreamscheißdreck zu sehen kriegen, bei dem sich keiner mehr was traut, um die Massen nicht zu vergraulen. Vordefinierte Phrasen und ausgeklügelte Parolen, die statistisch das meiste Einkommen generieren und damit Filme schaffen, die zwar nichts mehr anprangern oder aufdecken, dafür aber Geld einbringen – ich glaube, keiner von uns will das.
Und die kleinen Kinos, Nischenbeiträge und Dorfleinwände sorgen dafür, dass diese Vielfalt nicht ausstirbt. Aber davon können diese Kinos nicht leben. Sie brauchen die Massenfilme, um die Nische zu refinanzieren. Und wenn dann ein Konzern wie Disney ans Tageslicht tritt und allen Ernstes meint, jetzt für seine Blockbusterverleihung nicht mehr die üblichen Prozente an den Ticketeinnahmen zu kassieren, sondern weitaus mehr als alle anderen möchte (warum auch immer), dann halte ich das persönlich für höchst fragwürdig und sage ganz klar, dass ich dieses Gebahren nicht unterstützen möchte. Weil damit nämlich nicht die Großen leiden, sondern die kleinen zugrunde gehen, die auf einmal nicht mehr besucht werden und eben keine Einnahmen mehr generieren können. Weder mit Blockbustern, noch mit Nischenfilmen.
Und das bedeutet auf lange Sicht den Tod der Filmwirtschaft und somit auch das Ende der Bewegtbildunterhaltung. Warum schaue ich mir dann trotzdem Disney-Filme an?
Ich habe eine Flatrate für Kinofilme, an der die Studios direkt nichts mehr verdienen. Sprich: Ich zahle nicht für ein Ticket von Disney, sondern nutze den reinen Umstand aus, dass sich meine Investition bereits nach 38 gesichteten Filmen ausgezahlt hat und ab dem 39. Film rentiert. Danke an CinemaxX für diese sensationelle Möglichkeit.
Derzeit bin ich bei 260 Vorstellungen und Zeit bleibt noch genügend, um das Kinojahr zu vollenden, ergo nutze ich den Umstand der tatsächlichen Flatrate, um die Inhalte legal zu konsumieren und euch gleichzeitig in die Dorfkinos zu schicken, um dort das .kinoticket zu lösen, denn Zoomania hat es tatsächlich verdient, besucht zu werden.
Was hier nämlich grenzgenial geschaffen wurde: Endlich gute PR. Der Trailer zeigt Ausschnitte, die lang genug sind, um diesen Teil der Geschichte zu verraten und verrät gleichzeitig wenig genug, um den Spaß am Gesamtfilm zu erhalten und die Möglichkeit offen zu lassen, den Besucher immer noch extravagant aufs Glatteis zu führen und alles anders darzustellen, obwohl er meint, er weiß es.
Was ich gleichzeitig aber bemängele: Wieso zur Hölle hat man den Synchronsprecher ausgetauscht und die derart harte Stimme eingefügt? Die passt so gar nicht mehr ins Gesamtbild des Films und zerstört somit den weichen Eindruck, den der Trailer eingangs vermittelt hat. Diese Szene (die im Prinzip aber jeder schon auswendig kennen sollte), ist allerdings das einzige, das man am Film bemängeln braucht, denn der Rest fügt sich derart unterhaltsam, liebevoll und ideenreich ein, das hier zwar nicht der Eindruck eines auf die Masse ausgerichteten Films verschwindet, die Mankos davon aber durchaus galant überspielt werden.
Es ist unterhaltsam, findet alles in einer mehr oder weniger vorhersehbaren Welt statt und macht durch die Darstellung der top gecasteten Animationscharaktere extrem viel her. Zudem sollte man nicht nach der großartigen Botschaft Ausschau halten, sondern einfach die Show genießen. Das 3D im Film ist auch ordentlich (da animiert) und sorgt zusätzlich für Filmspaß, auch wenn hier keine überragenden Leistungen auf die Bühne geworfen wurden.
 

.kinoticket-Empfehlung: Alles in allem erhält man einen Feelgood-Movie mit fantastischen Beats von Shakira, die für einen gemütlichen Kinoabend mit Spaßgarantie sorgen.
Den großen Überflieger braucht man allerdings nicht erwarten, der Vorzeige-Rohrkrepierer ist das aber auch überhaupt nicht. Solide Unterhaltung mit Mehrwertgarantie durch fantastische Darsteller runden hier ein Kinopaket ab, bei dem man in der Regel nichts verkehrt macht.

 
Nachspann
kriegt man mit, solange es noch animiert ist finger tippel, nach der Schwarzblende kommen dann keine erweiterten Szenen mehr.

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