Glam Girls

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Ich mag Rebel Wilson mittlerweile eigentlich echt gerne … ihr Niveau ist nicht glänzend, aber sie macht ganz solide Filme, die eben keinerlei Anspruch erheben, sondern einfach nur unterhalten wollen – und das auch irgendwie schaffen.

Nun haben wir aber ein, nein zwei Probleme:

1964 – Bedtime Story. Mit Marlon Brando in der Hauptrolle.

Yes. Da kommt’s her.

Ein Remake gibt’s auch bereits:

1988 – Dirty Rotten Scoundrels. Mit Legenden Steve Martin und Michael Caine in den Hauptrollen.

Und in diese Vorbild-Rollen sollen nun nach dem Millennium-Break Stars wie Anne Hathaway und Rebel Wilson steigen?

Versteht mich nicht falsch, ich weiß, dass die Originale heute keiner mehr kennt oder die Säle stürmen würde, würde man sie erneut screenen. Dass die “überholt” sind, ist eine Sache. Da wäre dann aber irgendwo noch der Millennium-Break: Dieses magische Zeitalter, als alles Geile auf einmal nur noch Scheiße war und kein Abklatsch mehr. In der Musik, in der Comedy, in der Kunst, bei Filmen: Früher hattest du Comedy und konntest beim einen mehr, beim anderen weniger lachen, aber irgendwo hatte alles Niveau und einen gewissen Anspruch.

Und mit fortschreitendem Zeitalter haben sich immer mehr peinliche Dinge etabliert, die immer mehr Humor von der Leinwand gewischt und durch oberpeinliche Fremdscham ersetzt haben, die heute in teilweise geistigem Dünnschiss mündet, der noch nicht mal mehr zum Himmel schreit, sondern einfach nicht da sein sollte.

Und im Rahmen dieser “Filmreihe” – wenn man so möchte – kommen nun eben Stars der heutigen Generation, mit denen die Jugend zwar namentlich etwas anfangen kann, die aber auch keinerlei Anstalten machen, den Anspruch und das Niveau von damals zu bedienen um dem Film gegenüber gerecht zu werden.

Und genau das spürt man deutlich, denn der Streifen ist keineswegs mitreißend oder sowas von wahnsinnig humorvoll, dass man vor Lachen einfach nicht mehr kann, sondern verhält sich viel zu abgehalftert und einfallslos im Vergleich zu seinen Originalen.

Durch teilweise viel zu stupide Gag-Kopien trägt man hier nicht mehr zu pointierten Höhepunkten bei, sondern lässt alles irgendwo im Nirgendwo versickern, stellt hier und da durchaus ein, zwei witzige Momente auf die Waagschale, die aber auch keinerlei Konsequenzen oder Notwendigkeit bedürfen, weil sie im Film danach einfach null angeschnitten werden.

Damit hinkt der Film seinen eigenen Jokes eigentlich nur permanent hinterher und liefert hier alles – außer irre Spaßigkeit. Und damit hat man die großen Fußstapfen des Vorbilds eindeutig verlassen und endet irgendwo in der Wüste der Vergessenheit, in der sich in 20 Jahren niemand mehr umsehen und nach Schätzen buddeln will.

Dabei hat Hathaway eigentlich das Zeug dazu, in dieser Rolle zu brillieren, aber sie geht im Schein einfach unter und liefert eben nicht die Höhepunkte, zu denen sie bereit ist. Gleichermaßen reduziert man Wilson viel zu sehr auf die “dumme Außenseiterin”, wahrscheinlich auch ein Grund, wieso man einer solchen Person keine ernsthafte Hauptrolle zumutet – und das ist erbärmlich und traurig, denn ich bin der Meinung, diese Frau kann wesentlich mehr als solche Schulhof-Charaktere wiedergeben.

.kinoticket-Empfehlung: Meine anfänglichen Erwartungen und die Vorfreude auf diesen Film wurden maßlos enttäuscht, auch wenn der Film hier und da mit ein paar witzigen Momenten auftrumpft: Das Gesamtkonzept kackt einfach ab und stirbt an seiner eigenen Planlosigkeit.

Das Drehbuch ist schlecht, die Jokes teilweise absolut humorfrei und einen Sinn hat das auch alles nicht: Wenns dann noch wenigstens zum Schreien komisch wäre… aber auch das ist es eben nicht. Schade.

Nachspann
✅ Seltsam: Irgendwie fand ich’s extrem unkomisch, aber es ist halt eine elendig lange Sequenz, der nur absolut der Sinn fehlt: Bleibt … geht … was immer ihr wollt.

Kinostart: 09. Mai 2019

Original Title: The Hustle
Length: 94 Min.
Rated: FSK 6