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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Andy Serkis

Solange ich atme

Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst … und davon wurden in letzter Zeit so viele erzählt, dass vielen dieses “Nach einer wahren Geschichte” schon etwas zum Halse raus hängt.
Robin Cavendish zählt dabei aber nicht zu denjenigen, die einfach irgendwas erlebt haben und dann darüber berichten, sondern sein Wille und Lebensmut hat dazu beigetragen, diese Welt nachhaltig für viele weitere grundlegend zu verbessern.
Ob man sich dieses Werk nun besehen möchte, weil man Lust auf einen Liebesfilm hat, man einfach mal wieder etwas rührseliges braucht, Andrew Garfield oder Claire Foy mag oder sehen möchte, wie Tom Hollander in einer Doppelrolle brilliert: Es gibt viele Gründe, in diesen Film zu gehen.
Der für mich weitaus wichtigste: Zu sehen, wie eine einfache Entscheidung dazu beitragen kann, diese Welt aus den Fugen zu heben. Jeder, der nach der Vorstellung wieder aus dem Saal kommt, kann von sich behaupten, dass auch er etwas zugeben muss, dass ihm diese Erkenntnis bislang noch gefehlt hat, weil – sofern man Gottseidank nicht betroffen ist – man sich einfach viel zu wenig in diesem Metier auskennt.
Damit hat Andy Serkis einen Film geschaffen, der – getrieben von dem Willen des Sohnes dieser Hauptperson – die Geschichte dessen Vaters erzählt und damit der Welt einmal mehr erklärt, dass eben doch alles möglich ist, wenn man nur will.
 

.kinoticket-Empfehlung: Berührendes Drama, hochgradige Liebesgeschichte, inspirierender Quell: Dieser Film pusht durch so viel positive Lebensenergie, bricht dir gleichzeitig dein Herz und basiert dabei auf der wahren Geschichte von Robin Cavendish.
Für einen Kinoabend in dem Kino deiner Wahl definitiv das richtige – aber nehmt Taschentücher mit.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, der Saal darf geräumt werden.
Kinostart: 19. April 2018

Black Panther (3D)

Die Fans warten sehnsüchtig auf den Kinostart von Black Panther, gehört Marvel mittlerweile doch zu den Labels, die ausschließlich Erfolgsprodukte auf den Markt werfen, der wieder ein ganz bestimmtes Klientel umfassend befriedigt: Comicfans!

In meinen Augen hat Marvel auch alles richtig gemacht: Man hat verschiedene Charaktere genommen, ihnen eine Geschichte und ein Leben verpasst, der Welt genügend Zeit gegeben, um sich daran zu gewöhnen, in der Gesellschaft etabliert zu werden, von Kindern und Jugendlichen zu Halloween und Fasching getragen zu werden und dann alle gemeinsam in ein Universum geschmissen, in dem es um nichts weniger als die Rettung der Menschheit und faszinierende Technologie geht.

Dabei hat man sich nicht an anderen orientiert, sondern seinen eigenen Stil entwickelt und ist sich stets treu geblieben: Marvel‘s MCU (Marvel Cinematic Universe) hat viele Markenzeichen, für die es von allen Fans geliebt wird. Eines davon ist der unvergleichliche Humor, der bei aller Ernsthaftigkeit pointiert eingesetzt die Kinomannschaft niemals in Depressionen abgleiten lässt und jede noch so ernste Situation durch wahnsinnige Coolness wieder aus dem Loch reißt. Nicht umsonst wird der mittlerweile von vielen zu kopieren versucht, was meiner Meinung nach aber nicht gelingt. Es gibt immer nur ein Original – und das ist hier.

Ein weiteres ist die allumfassende Eingliederung jedweder menschlicher Interessen, die aus dem Gezeigten keine banale Unterhaltung mehr machen, sondern weitaus mehr, indem man sich mit Dingen beschäftigt, die tatsächlich auch für die Wissenschaft interessant wären: Man wird gefordert, man denkt nach, wird inspiriert und ist gleichermaßen fasziniert von den filmischen (Un)Möglichkeiten, die einem da vor die Nase gesetzt werden – ein Grund, weshalb Tony Stark so großer Beliebtheit gewahr ist.

Und diese Faszination für das Unglaubliche, das Ferne, das wiederum aber gar nicht mal so Unabwegige, ist es, die Marvel-Fans gleichermaßen begeistert und in ihrem Bann gefangen hält.

Und Marvel hat es auf unterschwelliger Ebene geschafft, viele Schichten und Kulturen, Länder und Gegenden gemeinsam an einen Tisch zu holen und miteinander feiern zu lassen. Ein Grund, weshalb Black Panther inzwischen in Amerika schon von den Black People gefeiert wird: Man zollt ihnen Respekt und holt sie international auf die Ebene, wo sonst eben nur Weiße gespielt haben. Und dafür liebe ich diesen Film schon jetzt. Integration und Gleichstellung auf extrem hohem Niveau!

Den Regeln des Vorbildcharakters, den Marvel seinen Titelhelden abverlangt, unterwirft sich der Verein selbst und lebt damit beispielhaft das Gute auch in dieser Welt aus. Man sieht also, dass nicht nur auf, sondern vor allem hinter der Leinwand markante Zeichen gesetzt werden.

Nachdem dies abgefrühstückt ist, können wir uns nun mal auf Inhalte (keine Angst, keine Spoiler hier!) konzentrieren, in dem ich einfach mal meine Einschätzung zu .trailer und Film gegenüberstelle:

Der .trailer erweckt den Wunsch und die Gier auf unfassbare Action, jede Menge Krawoum, teasert ein wenig das Spektakel an, auf das sich die Fans freuen werden und macht unglaublich Lust auf mehr!

Der Film selbst ist wesentlich erwachsener, erfüllt zwar stellenweise auch diese Ansprüche, geht aber in vielen ruhigen Episoden darüber hinaus und beschäftigt sich mit elementareren Dingen. Und das unfassbar gut!

Wo meine Befürchtung liegt: Dass der gemeine Kinogänger evtl. nicht das Gesamtbild betrachtet, sondern diesen Film als Einzelstück wertet, was man meiner Meinung nach nicht tun sollte, denn Black Panther ist tatsächlich der Vorreiter zu Infinity War und darum quasi mehr oder weniger als “Zwischensequenz” anzusehen, quasi die Ruhe vor dem Sturm.

Und Leute: Damit haut der absolut rein! Unterhaltung ist definitiv garantiert, technologische Spitzfindigkeiten werden auch hier wieder ordentlich auf den Tisch gepackt und jede Menge ansehnliche Bilder gibt es auch! Man merkt, dass die Richtung definitiv stimmt und dem Filmfetischisten wird damit die Wartezeit auf Infinity War mal grundlegend erleichtert!

.kinoticket-Empfehlung: Wenn wir später, nach vielleicht drei weiteren Filmen dann die Marvel-Reihe in line schauen, wird Black Panther definitiv dazugehören und ein gewaltiger Auftakt für das sein, was uns jetzt bald erwartet!

Ich denke, dass einige Action-Erwartungen, die vom .trailer her rühren, evtl. nicht ganz erfüllt werden, dafür hat man aber auch hier unglaublich präsente, beeindruckende und gewaltige Elemente in einen Film gepackt, in dem das Knistern förmlich spürbar ist. Ich bin gespannt auf den großen Krieg!

Nachspann
✅ Marvel. Mehr sag ich dazu nicht mehr. Also Zwischensequenz UND After Credits Scene. Wer nicht ganz bis zum Schluss sitzen bleibt, verpasst eben unfassbar viel. Aber wer das jetzt noch nicht kapiert hat, der lernt’s eh nie.

Kinostart: 15. Februar 2018

Original Title: Black Panther
Length: 135 Min.
Rate: FSK 12

Star Wars – Die letzten Jedi (3D)

14. Dezember 2018 – der Tag, auf den viele Filmfans dieses Jahr hingefiebert haben: Heute ist es endlich soweit – das heiß ersehnte SciFi-Spektakel startet auch hierzulande in den Kinos.

Und dabei reden wir nicht einfach nur von einem Film. Ich meine, seien wir ehrlich: Man kann hinstellen, wen immer man will: Cameron, Nolan, Tarantino oder alle zusammen – kommt Star Wars um die Ecke, spürt jeder Cineast auch auf einmal die Macht, die nicht nur den Filmen innezuwohnen scheint, sondern auch unseren Planeten mächtig im Griff hat. Star Wars hat sich inzwischen zu einer dominierenden Marke etabliert, die nicht nur innerhalb des Kinos das Sagen hat und bestimmt, was um einen herum geschieht.
Wer, was, wieso, weshalb, wo jetzt dazwischen und wie überhaupt?
Fangen wir also mal mit ein klein wenig Erleuchtung für die Nicht-Kenner der Saga (gibt’s die eigentlich?) an und klären ein paar geschichtliche Reihenfolgen:
Alles begann im Jahre 1977 mit Episode IV, die dieses Jahr immerhin ihren 40. Geburtstag feiert und somit selbst schon ein halbes Leben auf dem Buckel hat – gefolgt von Episode V und VI.
Danach (komisch, ich weiß) folgen Episode I, II und III – die innerhalb der Star Wars-Welten allerdings tatsächlich vor Episode IV spielen, gefolgt von dem 2015 erschienenen Star Wars: Das Erwachen der Macht.
Jetzt war irgendwie klar, dass man die Nachfolge-Trilogie auch noch abschließen möchte und dafür braucht man bekanntlich Zeit – ergo schob man noch einen Zwischenfilm (Rogue One) ein, der sich geschichtlich zwischen III und IV bewegt, um jetzt mit Episode VIII zurückzukehren.
Ihr merkt schon: Verwirrung vorprogrammiert. Am einfachsten ist es wohl, sich die Filme in Star Wars-Abfolge anzusehen, dann kann man sich einfach episodenweise vorarbeiten:
Episode I – Die dunkle Bedrohung
Episode II – Angriff der Klonkrieger
Episode III – Die Rache der Sith

Rogue One – A Star Wars Story
Episode IV – Eine neue Hoffnung
Episode V – Das Imperium schlägt zurück
Episode VI – Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Episode VII – Das Erwachen der Macht
Episode VIII – Die letzten Jedi
Episode IX
 (folgt noch)
Außerdem hat Disney-Chef Bob Iger bereits verlauten lassen, dass man nach Abschluss eben jeder dritten Trilogie erneut eine Trilogie in den Ring werfen wird, die das ganze Universum dann völlig neu aufarbeitet und quasi mit neuen Charakteren in neuer Umgebung neue Geschichten erfinden wird: Möge der Kapitalismus beginnen!
Aber keine Angst, das hier wird nicht schon wieder ein Disney-Bashing-Artikel, soll aber eine Sache trotzdem ein klein wenig beleuchten: George Lucas gilt allgemeinhin als Erfinder von Star Wars und wurde für sein Vermächtnis an die Filmwelt ja bereits seit Jahren durch Hyper-Fandom und unsäglichen Erfolg geehrt, den u.a. die für damalige Verhältnisse bahnbrechenden Effekte herbeigeführt haben, die heute eher nur unter nostalgischen Gesichtspunkten im Kino noch funktionieren würden (man erinnere sich an die Einmalvorstellungen von Terminator 2 – Tag der Abrechnung, die dieses 1984er Jahre-Gefühl sehr wohl wieder hervorrufen konnten).
Gleichzeitig besitzen die alten Star Wars-Filme von Lucas (also Episode I bis VI) aber auch einen nicht erklärbaren, mystifizierten Geschichtsteil, der durch unsere Hingespinste genährt am Leben erhalten wird und sich bis heute eine große Fangemeinde erkämpft hat. Dieses Fehlen von SciFi-Stumpfsinn, der eben nicht alles in banalen Gut-gegen-Böse-Schlachten enden lässt, hatte etwas Nichtgreifbares, in das wir alle hineingesogen wurden und wo sich jeder Sympathisant irgendwo wohl drin fühlt.
Und damit führt man das Kino seiner Bestimmung zu: Dem Zuschauer etwas zu bieten, dass ihn aus seinem Alltag entreißt und in eine andere Welt wirft, die ihn von seinen aktuellen Sorgen erlöst oder ihm einfach unfassbar gute Unterhaltung bietet.
Und genau das konnte einem Episode VII nicht mehr in der Fassung liefern. Die Seele bekam Kratzer – das Unantastbare von Star Wars wurde heruntermoderiert und auf einmal salonfähig gemacht, kapitalverschlungen, seltsam. Und dieser Fakt machte mir unglaublich Angst.
Jetzt saß auf einmal nicht mehr Gründer, Erfinder und Genie am Drehbuchross, sondern die ganze Sache wurde an Disney über- und somit irgendwie dem Abschuss freigegeben. Die Tatsache, dass selbst der “Geduldet euch noch ein Weilchen, bis wir endlich mit dem Hauptfilm fertig sind”-Zwischenfilm Rogue One besser als der eigentliche Hauptfilm war, spricht eigentlich für ein erbärmliches Armutszeugnis, dass da veranstaltet wurde. Und tatsächlich erzählen mir so ziemlich alle Befragten in meinen unzähligen Kurzinterviews immer das gleiche: Der siebte Teil war definitiv der schlechteste.
Damit wäre Disney zu wünschen gewesen, sie hätten sich mit dem aktuellen Teil voll auf die Schnauze gelegt und den Verkauf von Lucas rückabgewickelt, um diese Legende in Ehren zu erhalten und nicht weiter dem cineastischen Tod zuzuführen – oder auf deutsch: Meine Erwartungen waren unterirdisch!
Überhaupt sind solche Reboots ein heikles Eisen, das in den meisten Fällen dafür sorgt, dass man sich als Veranstalter gehörig die Finger verbrennt. Selten geht so etwas tatsächlich gut, ohne alte Fans zu verärgern oder etwas Niedagewesenes zu egalisieren. Und obwohl die etablierte Presse die Nähe zu Teil 4 und 1 eher lobend erwähnt, ist eben jene Gleichstellung beim Volk negativ aufgestoßen, die hierin nur eine billige Kopie der einstigen Originale sahen und daher eher gelangweilt waren. Warum auch sollte man sich keinen Film ansehen, der heute (2017) immer noch genauso funktioniert wie 1977? Genau daran bemisst sich die Größe, die dem Urwerk angediehen ist und die es auch niemals verlieren wird.
Aber kommen wir zu den erfreulicheren Tatsachen: Die Tagespresse schreibt Scheiße über den neuen Film, was gleichermaßen bedeutet, dass der neue Teil absolut gelungen ist. Ehrlich gesagt ist er in meinen Augen so hervorragend gelungen, dass man auch als Nicht-Fan und bekennender Von-Star-Wars-Gelangweilter auf einmal mega Bock auf die Filme bekommt und sich schielend in Richtung Blu-ray-Regal bewegt, um doch einmal einen Blick darauf zu werfen: Er unterhält nämlich in einer unvergleichbar lockeren Art und Weise, die zwar hämisch und ironisch sein mag, diese Humorspitzen aber super ausgewogen mit der eigentlich niederdrückenden Atmosphäre vom Star Wars-Universum mischt und dem Zuschauer ein mehr als erträgliches Megaspektakel vor die Füße wirft, dass sich – im Vergleich zum Vorgänger – dann auf einmal doch wieder ernst nimmt und sehr viel Augenmerk auf die inhaltlichen Aspekte wirft.
Fraglich ist allerdings, ob diese Filme dann tatsächlich noch an Kids gerichtet sind oder man sich eher darauf besonnen hat, die Einstigen, die damit aufgewachsen sind, wieder abzuholen und ihnen etwas zu bieten, dass sie an ihre Zeiten erinnert und somit Versöhnung mit den Kindern der 80er schließt.
Hier steckt unfassbares Potenzial drin, dass man sehr austariert und optisch beeindruckend auf die Leinwand bringt und damit wieder zum Tummeln in den Foyers der Kinos einlädt, um seine Filme nicht nur lapidar auf Streaming-Portalen zu schauen, sondern tatsächlich im Kreise von anderen Fans zu feiern. Und diese Kultur ist es doch, die Cineasten das Herz aufblühen lässt und beweist, dass auch 2017 Kino noch zu den benötigten Orten gehört, die kulturelle und gesellschaftliche Relevanz haben – trotz all des Onlinewahns, der sich in den letzten Jahrzehnten unter den Menschen so ausgebreitet hat.


Ich persönlich kenne kaum eine Filmreihe, die derlei Reaktionen beim Publikum auslöst, zumindest in regulären Kinos nicht. Das Feeling ist einfach gleich ein ganz anderes, wenn man umgeben von Filmfans ist, die nicht nur zum Schauen, sondern zum Zelebrieren ins Kino kommen und einem dann hinterher auch mitteilen, dass dies nicht die einzige Vorstellung gewesen sein wird, die sie besuchen werden.
In den hastig abgefragten Querschnittsmeinungen heute Nacht ergab sich ein deutliches Bild davon, dass der Film bei diesem Publikum (erste öffentliche Vorführung) sehr deutlich an Sympathien dazugewonnen hat und auch die immense Laufzeit von geschlagenen 152 Minuten wurde von keinem als zu lang empfunden. Im Gegenteil: Man will ja Star Wars und kriegt es auch – und dafür braucht es bekanntlich sehr viel Zeit.
Beim Humoranteil scheiden sich ein klein wenig die Geister: Einige sind der Meinung, man setzt damit zu früh ein, andere meinen, es ist zu viel und typisch Disney, würden sich den Film aber trotzdem nochmal anschauen und das höchstwahrscheinlich sogar gleich dieses Wochenende.
Man spürt deutlich, dass Disney damit das Unfassbare gelungen ist und das Publikum durchaus positiv auf den Streifen reagiert. Man weiß zu überraschen, hat unvorhersehbare Spannungsmomente und führt die Erzählung in Richtungen, die vielversprechend sind und damit Lust auf Kommendes säen. Das Mysterium ist wieder da und ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Saat aufgehen wird und man den Bann erneut erweckt, der die Fans ins Kino zieht und damit über den Erfolg dieses Teils entscheiden lässt. Das kommende Wochenende wird genau das zeigen.
Und bevor ich’s vergesse: Laserschwert-Schlachten nicht in 3D anzuschauen ist ein Frevel!
 

.kinoticket-Empfehlung: Als Nicht-Fan empfiehlt es sich spätestens jetzt, in den Film zu gehen, denn der hat enormes Bekehrungspotenzial und kann einen mit der Saga wirklich anstecken: Meine unterirdischen Erwartungen wurden rigoros übertroffen und exorbitant getoppt.
Die nostalgische Note zur historischen Vergangenheit ist genauso gegeben wie der Schritt in neue Zeitalter, die früher oder später angetreten werden müssen. Man ist endlich wieder locker, offenbart sich in erzählerischen Stärken und liefert so endlich das, was Teil VII bisher nicht bieten konnte.
Star Wars: Die letzten Jedi macht Spaß und schürt unstillbare Gier nach weiteren Teilen. Weiter so!

 
Nachspann
bleibt After-Credits-Scene-frei, als Fan gehört es sich aber nicht, bei der Ausklangsmusik schon aus dem Saal zu rennen.
Kinostart: 14. Dezember 2017

Planet der Affen: Survival (3D)

Beginnen wir mal mit der Technik: die Dreidimensionalität lohnt sich auf allen Ebenen und projiziert moderne Technik mitten ins Kino. Brachial und beeindruckend zugleich fördert man hier den Zuschauer auf neue Ebenen und beweist, dass nicht nur Geld, sondern auch Lust da gewesen ist, diesen Film zu drehen.
Der Soundtrack bezeugt gleichermaßen Größe und Unterschwelligkeit und fördert dabei das neu gewonnene Bild einer verkannten Welt, die sich im Laufe seiner bisher acht Verfilmungen den Weg ins Herz der Zuschauer gebahnt hat.
Über die Anfänge, die Idee, ist man längst hinaus. Den Weg zur Empore einer Action-Ikone hat man mit den neuzeitlichen Verfilmungen auch längst beschritten und abgelegt. Was bleibt, ist das fulminante Ende einer Saga, die es im Laufe der Kinogeschichte zu Großem gebracht hat – und genau das liefert Regisseur Matt Reeves in seiner demnächst startenden, finalen Schlacht, die zwischen allem entscheiden soll.
Der Unwissende wird wohl oder übel der teils angstbehafteten PR aufgesessen sein, die Erwartungen schürt, die Planet der Affen: Survival so nicht erfüllen wird. Das Epos einer alles auseinanderberstenden Gewalt findet nicht in dem Rahmen statt, den man sich ursprünglich denkt, sondern manövriert hier auf einer völlig anderen Dimension, die gleichermaßen beeindruckend und vielschichtig wie visuell beeindruckend ist: Man landet schlicht und ergreifend einen finalen Coup, der auch Kritiker der vorherigen Teile wieder gutmütig stimmen dürfte: Denn das Ende ist so völlig anders, als man es erwartet.
Und zwar nicht nur im erzählhistorischen Stil, sondern auch in der Machart und Schwere des Films, die völlig neue Bereiche einnimmt und den Zuschauer so auf eine komplett andere Reise schickt, als dieser vielleicht eingangs gewollt hat.
Funktioniert das? Ich denke schon – sofern man sich als Zuschauer etwas gemütlicher in den Sessel positioniert und den Leuten auf der Leinwand einfach eine Chance gibt, ihre Geschichte erzählen zu dürfen. Die ist nämlich nicht minder beeindruckend als es die Anfänge dieser Saga seinerzeit waren. Nur eben so völlig gereift und gewachsen, dass sie mit der “Kindheit” fast nichts mehr zu tun haben.
 

.kinoticket-Empfehlung: Diese Erfahrung lohnt sich auf jeden Fall im Kino, auch wenn sie völlig unerwartet und anders ist, als man anfangs vielleicht annimmt.
Reeves weiß es mit Methoden und Elementen umzugehen, die aus dem Werk etwas völlig anderes rausholen, als es die letzten beiden Filme vermuten ließen.
Der finale Paukenschlag ist in meinen Augen definitiv gelungen und entlässt uns aus diesem Abenteuer mit einem völlig überraschenden und gelungenem Ende, das euch hoffentlich nirgendwo verraten wird.

 
Nachspann
Verhältnismäßig kurz, aber ohne weitere Szenen oder Bilder.
Kinostart: 3. August 2017

Star Wars: Das Erwachen der Macht (3D)

Ich glaube, kein anderer Film hat je so tiefe Schneisen in den Köpfen der Menschen hinterlassen, wie die Star Wars-Filmreihe. Beginnend mit Episode IV, V und VI erzählt George Lucas eine Geschichte, die nicht nur Science Fiction-Fan-Herzen höherschlagen lässt, sondern selbst zu einem derart intensiven Kult wurde, der heute aus der Filmwelt kaum mehr wegzudenken ist.
Auf diesen Erfolg folgten drei weitere Filmteile, die geschichtlich vorangestellt die Vorgeschichte dessen erzählen sollten, was nunmehr überall bekannt war: Episode I, II und III. Danach war jahrelang Ruhe, zumindest was den Hauptfilmbereich angeht.
Klar ist, dass heutzutage Filme nicht mehr nur einzelne Werke sind, die künstlerisches Gut vermitteln oder wertvolle Botschaften an möglichst viele Menschen weitergeben wollen, sondern hinter jedem Kinobewegtbild-Werk auch ein riesiger Apparat aus Jobmöglichkeiten, Merchandising und anderweitiger Kapitalgenerierung steht.
Und da spielt Star Wars keine kleine Rolle dabei. Mit Lego-Bausets über T-Shirts hin zu Figuren, Taschen und allem, was man sich nur vorstellen kann, wird hier schon seit jeher Geld verdient. Und irgendwie brennt das Feuer des Geldverdienens seit Jahren weiter und weiter. Kein Wunder also, dass Star Wars eine der Filmreihen ist, die auch nach Jahrzehnten noch nicht im Preis gesunken sind, sofern man sich die Werke auf Blu-ray aneignen wollte.
Dazu kommt ein weiterer Meilenstein menschlichen Irrsinns mit auf den Plan: Rechte. Die Rechte an einem Werk innezuhaben ist heutzutage fast schon mehr wert, als irgendwelches Gold im Keller gebunkert zu haben. Warum? Weil mit den Rechten einfach alles möglich ist. Und die hat George Lucas nun irgendwie an Disney vermacht. Der Konzern, der dieses Jahr mehrfach unangenehm damit aufgefallen ist, die Geldpumpe bei kleinen Kinos so dermaßen überzustrapazieren, dass die Kunstkultur Film in punkto Vielfalt bald schwer zu kämpfen haben dürfte, sollten andere Studios ebenfalls auf den Zug aufspringen und die Kinoketten mit derartigen Auflagen belasten.
Dann nämlich stehen wir bald vor dem großen Problem, dass die Vielfalt schwindet und damit eine wunderbare Form von Unterhaltung, geistiger Nahrung und einfallsreicher Ideenvielfalt zerstört wird – zugunsten von … Geld.
Geld, dass von Disney verlangt wird, das kleinere Kinoketten in den Ruin treibt, da diese die mainstreamgeforderten Filme nicht zeigen können, da ihnen notwendige Kompensationsmöglichkeiten fehlen, um das Übermaß an Gier zu befriedigen, damit Disney auf seine Kosten kommt.
Macht dieser Schachzug nun in den kommenden Jahren die Runde, wird bald mehr und mehr auf Wachstum gesetzt und es passiert genau das gleiche wie in der Lebensmittelwirtschaft: Kleinere Betriebe verschwinden, größere Betriebe machen mehr Umsätze, das allseits gepredigte Wachstum macht Schule und die Studiobosse freuen sich ein Loch in ihren Bauch.
Daraus resultierend werden kleinere Filmideen gar nicht mehr umgesetzt, da waghalsige Schritte (die meist zu wahnsinnig spannenden und oft auch aufrüttelnden Filmen führen) gar nicht mehr erst angehört werden, weil mit groß angelegten Dumm-Blöd-Blockbustern viel schneller viel mehr Geld verdient werden kann, als ohnehin schon.
Und da lebt Disney dieses Jahr mit einem Mega-Blockbuster (Avengers – Age of Ultron) eine Unart aus, die ich an dieser Stelle ganz öffentlich mal kritisieren möchte und keinesfalls gut heiße. Gefolgt von erneuten Verhandlungsschwierigkeiten, die es sogar in die Presse geschafft haben bei einem Film, der eben nicht nur eine kleine Trilogie darstellt, sondern weltweites Ansehen genießt und damit wieder tiefe Furchen in die Zeitgeschichte des Films reißen dürfte.
Was erwartet uns nun also, angesichts der Tatsache all der oben genannten Fakten, wenn wir – recht früh – in einen Film spazieren, dessen Vorläufer uns früher mehr oder weniger seicht umschifft haben, da ich nicht einsehe, für 17 Jahre alte Filme knapp 90 € auf den Tisch zu legen?
Auf jeden Fall mal immense Erwartungen, denn allein die Produktionskosten in Höhe von 200 Millionen US Dollar sind ja nun auch kein kleiner Pappenstiel. Oder um es mal anders zu verdeutlichen: Würde man das Budget auf einzelne Personen aufteilen und sagen wir mal 2500 Dollar-Monatsgehalt-Pakete schnüren, könnte man damit sechstausendsechshundertsechsundsechzig Menschen ein komplettes Jahr lang sorgenlos durchs Leben schicken! Und all das für 135 Minuten Unterhaltung.
Rechtfertigt der neue Film nun in meinen Augen das, was dabei herausgekommen ist?
Fakt ist: Mit 200.000 vorverkauften Kinokarten stellt Star Wars: Das Erwachen der Macht mal eben einen neuen Rekord auf. Und ja, die Kinosäle sind tatsächlich voll, weil so ziemlich jeder im Verlauf seines Lebens mal mit Star Wars in Kontakt gekommen ist und – gleichsam mit Jurassic Park oder Bond – nun in Materie reinschnüffeln will, die nostalgisch an das eigene Leben erinnert.
Genau diese Nostalgie wird von der Presse bereits verschrieen, da die Erwartungen hier eben nicht erfüllt wurden. Zu simpel, zu altbacken, zu bekannt, zu vorhersehbar … bei einem solch großen Giga-Event auf der Leinwand sollten derartige Fehler nicht passieren.
Der Streifen vermittelt uns tatsächlich wieder die authentische Geschichte im bekannten Star Wars-Universum, wobei man hier auf bereits vorhandene Elemente verzichtet hat und sich nun tatsächlich wirklich dem Auftakt der nächsten Trilogie widmet: Episode VII, VIII und IX. Die Geschichte wird weitererzählt, damit einhergehend neue Charaktäre eingeführt (und alte in der Gunst der Zuschauer aussortiert) und somit im Prinzip nur der Boden für die Fortsetzungen geschaffen, die geschichtlich da weitermachen, wo Episode VI einst endete.
Betrachtet man die Story und Umsetzung nun aus Augen wie meinen, die weder Fanboy noch Hater repräsentieren, sondern möglichst neutral auf ein Filmwerk schauen, dann dürfte man von der Story leicht enttäuscht sein. Wie Spectre dieses Jahr schon vorgemacht hat, zielt man hier tatsächlich nicht darauf ab, selbst groß zu sein, sondern rollt einfach nur den roten Teppich aus für das, was in kommenden Jahren noch auf uns zuströmt. Und damit verschenkt man Potenzial. Potenzial, dass man für 200.000.000 $ erkauft hat und großangelegt in viele weitere Wirtschaftsbereiche streut.
Technisch ist an den Umsetzungen nichts auszusetzen, monumental und episch hätte ich mir durchaus etwas mehr gewünscht. Den Urtümlichkeiten anhängend in allen Ehren, aber bei diesem Gros an Staraufgebot und filmischer Bedeutsamkeit hätte man hier ruhig die alten Zeiten feiern können, dabei aber durchaus technische Neuerungen involvieren und somit auch hinter der Kamera neue Maßstäbe setzen. Diesbezüglich müssen wir wohl eher auf Avatar 2 hoffen.
In diesem Sinne: Schlecht gepokert.
3D hat der Film auch zu bieten, einige Szenen sind auch ganz hübsch anzusehen, jedoch wird das hier keine Effektorgie, sondern endet eher im mittelprächtigen Feld. Da haben andere Filmchen die Schnauze weitaus mehr am Puls der Zeit. Doch darauf baut man auch kein solides Unterhaltungsmachwerk, weswegen das noch als verzeihlich durchgeht.
Unverzeihlich hingegen finde ich die Tatsache, dass die Story eben nur so dahinplätschert und man nicht so wirklich vom Hocker gerissen wird. Wer nun also kein wahrer Fanboy ist, dem schon allein beim Anblick des Logos einer abgeht, der schaut faszinationsmäßig ziemlich blöd aus der Wäsche. Da wären wir nun also wieder bei der schrecklichen Vorhersehbarkeit, die die Presse unlängst kritisiert hat. Warum also nicht aus bekannten Mustern ausbrechen und selbst die Fans mit gigantisch-neuen Einfällen überraschen, die weder das alte Universum zerstören, noch sich panisch penibel in Zurückhaltung üben?
Ich weiß es nicht.
So bleibt Star Wars: Das Erwachen der Macht in meinen Augen eben nur ein monumentaler Film, der vielen eingefleischten Fans sehr viel bedeutet und dem Rest nicht wirklich etwas sinnvolles zu bieten hat. Die Aufmerksamkeit der Welt hätte man gehabt, das Potenzial aber leider verschenkt, denn herausgekommen ist nur ein weiteres Stück Star Wars-Geschichte ohne großartige Überraschungen oder technische Raffinessen, die einen dann tatsächlich vom Hocker gehaut hätten.
Zuletzt bleibt bei mir die Hoffnung, dass zwischen den Nachfolgern, die für 2017 und 2019 angekündigt sind, noch viele Nischenfilme produziert werden, die die intellektuellen Erwartungen und filmischen Überraschungen dann doch pflegen und somit auch noch Nährboden für etwas anderes als Geldgier vorhanden ist, auf dem sich der Kinogänger ausruhen darf.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wahre Fans der Star Wars-Filme braucht man sowieso nicht ins Kino schicken, die waren alle schon um 0:01 Uhr zugegen und haben sich den Streifen direkt am Starttag angesehen.
Alle anderen sollten sich überlegen, ob die mittlerweile gigantischen .kinoticket-Preise den Film wirklich wert sind, denn großartige Unterhaltung sieht in meinen Augen anders aus. Was hier geboten wird, ist solide SciFi-Action, die mit altertümlichen Nostalgie-Faktoren spielt und somit die Emotionen vieler Menschen anspricht, die sich im gegenwärtigen Sumpf stumpfsinnigen Fernsehens nicht zu Hause fühlen. Diejenigen sind es dann auch, die im Internet jubilieren und den Film gebührend feiern.
Ich für meinen Teil hätte wesentlich mehr erwartet, denn in meinen Augen ist die Handbremse in dieser Liga noch viel zu angezogen, um hier wirklich von einem bahnbrechenden Kinostück zu reden.

 
Nachspann
darf man sich schenken, hier folgt kein Teaser oder anderweitiger Kram mehr.

Avengers – Age of Ultron (3D)

Ist schon eine Weile her, dass ich den Film gesehen habe. Warum erst jetzt rezensieren?

Ganz einfach: Es rennt ja doch jeder rein, ohne vorher darüber nachzudenken. Etwas, das bei Marvel Filmen zu funktionieren scheint: Das Marketing. Avengers ist überall so heiß und hoch gelobt, dass man einfach reingehen muss, egal, was einen erwartet.

Und genau da entpuppt sich eines der größten Probleme, die ich mit diesem Film habe: Immense Erwartungen, die prinzipiell nur enttäuscht werden können. Würde man sagen: “Okay, ist halt einfach ein etwas teureres Machwerk, schau mal rein” wäre man vielleicht viel begeisterter als in dem Fall, wenn Presse, Medien, Rezensenten und Marvel-Fans ihre heißgeliebten Animationen in den Himmel loben und Leute wie mich damit ansprechen wollen. Die werden nämlich irgendwo vom Film enttäuscht, wenn auch auf höherem Niveau.

Aber fangen wir mal von unten an: Dem 3D. Leute – wenn ich 14.50 € für ein (1!!) .kinoticket berappen muss, dann möchte ich etwas geboten kriegen. Überlänge, 3D-Zuschuss und was der Otto-Normalbürger sonst noch löhnen muss, das diesen Eintrittspreis derart in die Höhe schießen lässt, ist schon eine Frechheit, wenn im ganzen Film dann sagenhafte 3 Sekunden tatsächlich 3D-Effekte zum Tragen kommen – und das in einem Streifen, der vorwiegend aus CGI-Effekten besteht und daher prädestiniert für derartigen Optik-Schwachsinn wäre. Und was kommt? Das enttäuschende Gefühl, dass man die 3D-Brille auch ruhig vergessen hätte können, verändert hätte dies nichts.

Da waren Transformers – Ära des Untergangs oder sogar Kinderfilme wie Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest 3Dmäßig bei weitem überlegen. Und das sollte einem Werk, dass Milliarden an Produktionskosten verschlingt und – Backgroundinfo – kleine Kinos in den Ruin treibt, weil man viel zu viel vom großen Kuchen seitens der Studios wieder einfordert, zusätzlich zu denken geben.

Aber der Plan geht auf: Die Großen gewinnen, die Kleinen zahlen und die Kinder rennen scharenweise rein. Ich war ehrlich gesagt froh darüber, diesen Film innerhalb meiner Kino-Jahresflatrate schauen zu können, denn ich hätte mich darüber geärgert, so viel Geld dafür rausgehauen zu haben um etwas derart “mittelmäßiges” auf dieser Schiene geboten zu kriegen.

Man nehme vielleicht wieder die Erwartungen als Sündenbock daher, die mir dieses Filmerlebnis derart vermiest haben. Oder die Tatsache, dass dieses Ding mit einer FSK 12-Freigabe gesegnet ist, die actionmäßig nicht mehr zulässt, als klinisch sauberen Metall-Plastik-Sex zwischen überdimensionalen Spielzeugfiguren. Auch da gebe ich der Transformers-Saga wieder gebührend den Vorrang. Hier kriegt man wenigstens Haudrauf-Action erster Güte, gute Animationen und: brillantes 3D. Die Story mag bei Avengers etwas gehobener daherkommen, auch wenn das “Problem” eher kindischer Natur ist und von Größe im Drehbuch hier keine Rede sein kann.

Wer weiß, vielleicht will man ja auch wirklich nur die 12-14jährigen beeindrucken – und das wiederum schafft man mit den gebotenen Action-Ideen dann durchaus. Die gesamte Laufzeit über wirkte das Werk auf mich wie eine eingeschworene Truppe, der nichts mehr einfällt, das sie noch zu erledigen hat und die deshalb irgendwo irgendwas unternimmt, um wieder etwas mehr Spannung ins Leben zu kriegen. Der Saft ist raus und daher beeindruckt man mal mit viel zu viel Mainstream, damit auch ja keiner der abzumelkenden Kühe grummelig rummault, denn man möchte ja möglichst viel Kohle scheffeln und da darf Story oder anderes Anstößiges ruhig drunter leiden.

Klassischer Verfall von Kunst zugunsten eines Systems, das keine Individuen mehr zulässt und nur noch den Einheitsbrei bedient. Schade eigentlich. Hätte man mit der Kohle und dieser Bekanntheit nicht wesentlich mehr machen können? Anspruch? Mehr inhaltliche Ausgereifheit und tiefergehende Profile, die die einzelnen Superhelden darstellen?

Nunja, gesehen hat ihn eh schon jeder und ich glaube auch kaum, dass ich mit meinen kritikreichen Worten hier jemanden davon abbringe.

.kinoticket-Empfehlung: Klinisch-steriles Plastik-Mainstreamkino, das auf sehr hohem Niveau versagt.

Einzelne Szenen sind zwar ganz nett anzuschauen, reißen aber nicht unbedingt vom Hocker oder bohren tief im Schädel mit frischen Ideen und anderen geistigen Reichtümern.

Avengers ist das aktuellste Paradebeispiel, wie man es richtig macht, wenn man Unmengen an Kohle scheffeln möchte und dabei über Kunstleichen geht.

Nachspann
✅ ist optisch aufbereitet und cliffhangert am Schluss natürlich – wie sollte es anders sein…

Kinostart: 23. April 2015

Original Title: The Avengers: Age of Ultron
Length: 141 Min.
Rate: FSK 12

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