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wenn aus filmen leidenschaft wird

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Glass

Glass

© 2018 Walt Disney Studios Motion Pictures Germany GmbH

M. Night Shyamalan‘s Filme gehören zu denen, die man eigentlich verbieten müsste zu erklären: Sämtliche Über-Unter-Erklärbär-Texte machen alles nur noch schlimmer. Dabei sind seine Filme gar nicht so übel, wie man ursprünglich denkt – sie passen schlichtweg nur nicht in das Mainstream-Denken aktueller Generationen, weil sich Shyamalan darum ganz bewusst nicht schert.

Ich selbst liebte seine alten Werke und habe sie als Kind auf DVD hoch und runter gespielt und konnte mit den aktuellen Dingen auch weniger anfangen. Split war bis heute für mich der Tiefpunkt des Regisseurs, da hier einfach viel zu viele Logikfehler gemacht wurden, was die komplette Story an sich unglaubwürdig erscheinen ließ und man danach einfach gar nichts mehr ernst nehmen konnte und alles irgendwo nur noch lachhaft erschien.

Von diesen Logikfehlern hat er sich in Glass nicht vollständig getrennt, sie aber zumindest auf ein übersehbares Maß heruntergespielt, so dass man jetzt schon genauer hinschauen muss, um noch gravierende Fehler zu entdecken.

Allerdings hat mich der Film in der Tat völlig positiv überrascht: Irgendwie schafft man es, eine faszinierende magische Anziehungskraft zu entwickeln, die den Zuschauer schon irgendwo in seinen Bann zieht und einen die Story miterleben lässt.

Steven Gätjen bei der exklusiven Preview von Glass im Mathäser Filmpalast in München

Der eigentliche Hauptgrund, sich den Streifen im Kino anzuschauen, ist allerdings James McAvoy! Und ja, jetzt heulen wieder alte Split-Freunde auf, dass dies ja damals schon der Grund war, weshalb Split so gut ist etc. Blabla … jedoch gibt es hier einen wesentlichen Unterschied: Im alten Film hat er auch schon unterschiedliche Charaktere auf beeindruckende Weise authentisch verkörpern können, jedoch immer mit Schnitten drin, bei denen keiner von uns Zuschauern weiß, wieviel Zeit McAvoy hatte, um sich auf die neue Rolle vorzubereiten und diese anschließend im nächsten Take glaubhaft zu verkörpern.

Glass zieht hier gänzlich andere Saiten auf und holt ein förmliches Lebens-Meisterwerk aus diesem Schauspieler heraus, für das er eigentlich schon jetzt den Oscar® verdient hätte! Hier zu erleben, wie er in mehreren Minuten langen, schnittfreien Shots einfach zig mal die Persönlichkeit wechselt und tatsächlich völlig ohne Pause auf die nächste Person umschaltet, ist gleichermaßen faszinierend wie beängstigend: Probiert es vorm Spiegel mal selbst, wie schwierig es schon ist, mit zwei unterschiedlichen Stimmlagen zu sprechen und dann auch noch völlig anders dabei auszusehen … Das, was McAvoy hier abliefert, ist Kino der Meisterklasse und nahezu alleiniger Hauptgrund, sich Glass definitiv anzusehen!

Dazu wartet der Film mit einem genüsslichen Reigen an diversen Plot-Twists auf, die teilweise zwar vorhersehbar, dadurch aber nicht minder spannend sind und dem Film einen Charme verleihen, der wiederum zur magischen Anziehungskraft beiträgt. Man spürt, dass hier mit „guten alten Mitteln“ gearbeitet wurde und die Chemie zwischen dem Regisseur und Schauspielern stimmt.

Dominik Porschen im Gespräch mit Regisseur M. Night Shyamalan bei der exklusiven Preview von Glass im Mathäser Filmpalast in München

Ich persönlich habe Mitte des vergangenen Jahres bereits das Vergnügen gehabt und durfte M. Night Shyamalan persönlich im Kino kennenlernen und dabei seinen Ausführungen über das neueste Projekt lauschen, bei denen er u.a. erzählte, welche Schwierigkeiten er als Filmemacher hat, sich bei den großen Studios durchzuboxen, um überhaupt gezeigt zu werden.

Es ist gleichermaßen faszinierend, dass gerade Disney als Publisher in Erscheinung tritt, die mit der Tochterfirma Marvel ja nun an der gänzlich gegenteiligen Erzählweise und Film-Form arbeiten und quasi hier etwas präsentieren, das vollständig aus ihrem Portfolio ausbricht und alle Regeln und Gesetze verwirft. Shyamalan mag kein CGI, dreht lieber „analog“ und verzichtet auf so viele Computer wie nur irgend möglich: Sämtliche Szenen im Film sind tatsächlich so dargestellt und wurden auch im Kameraverlauf so durchchoreografiert, dass am Ende ein schlüssiges Bild entsteht und man als Zuschauer wieder mal verwundert sein darf über die ein oder andere Szene.

Diese teils trockene und subtile Erzählsprache ist heute nahezu ausgestorben, da man andernorts fast vollständig auf überbordende Special Effects setzt und mit Gigantismus einander auszustechen versucht, während Shyamalan dies hier mit einigen wenigen Sätzen andeutet und fast förmlich abarbeitet.

Damit zeugt man einmal mehr davon, dass seine Filme nichts im Mainstream verloren haben und immer noch zum Nischenkino gehören, Disney als weltweit führendes Label aber einen Massenmarkt damit erobern möchte und für komplett andere Absichten steht. Auch hier findet man sich in teils unerklärlichen Gefilden wieder, die so typisch für Shyamalans Filme sind.

.kinoticket-Empfehlung: Kurzum: James McAvoy haut einen hier vom Hocker, dass sich die Balken biegen und lässt dabei sogar Split wie ein Kindergartenfest aussehen!

Er allein ist DER Grund überhaupt, in den Film zu gehen, der desweiteren aber ebenfalls positiv überrascht! Plot, Twists und der fein abgestimmte Weg, den man damit einschlägt, überzeugen durchaus und präsentieren quasi den Gegenteils-Marvel-Superhelden auf eine völlig eigene Art und Weise. Damit ist für mich der Tiefpunkt seiner Karriere beendet und Shyamalan wieder voll im Rennen!

Nachspann
✅ Bei Split hat sich schon angedeutet, dass hier kleine Gimmicks versteckt werden und auch damit hat man bei Glass ganze Arbeit geleistet: Neue Szenen kommen zwar keine, jedoch ist der Abspann bis zum Schluss nett anzusehen.

Kinostart: 17. Januar 2019

Original Title: Glass
Length: 130 Min.
Rated: FSK 16 | PG-13

Aquaman (3D)

© 2018 Warner Bros. Ent.

Bereits, als die ersten .trailer anliefen, war ich der Meinung: Das wird DC‘s erstes richtiges großes Ding. Und je öfter man die Vorschau auf der Leinwand präsentiert bekam, desto mehr erhärtete sich mein Verdacht: Die Optik wird geil, das „Epos“ wird geil, es bleibt DC und am Ende spielt man da aber in den allerobersten Rängen.

Und ja: Genau das ist eingetreten. Die Macher des „kleineren Netzwerks“ von Superhelden haben sich zusammengerottet und etwas auf die Füße gestellt, dass ich gerne vor Justice League in den Ring geworfen hätte, weil man dann viel mehr Bezug und Sympathie zu Aquaman aufgebaut hätte und wüsste, wer er ist und ihn in dem Superheldenrummel viel besser einsortieren hätte können.

Immerhin gibt es auch heute noch genügend Zuschauer, die nicht aus der Comic-Welt kommen und für die jede Charaktereinführung auf der Leinwand eben genau dies ist. Aber hier existieren wohl scheinbar fatale Marketing-Druck-Komponenten, die teilweise zu solchen groben Fehlentscheidungen führen, nur um im Marvel-Ring mitwirken zu können, statt sich einfach auf sein eigenes Ding zu konzentrieren und das zu tun, was man gut kann.

Dass DC tatsächlich kann, haben sie hiermit bewiesen. Die Optik ist allererste Sahne und begeistert bis hin zum 3D, was tatsächlich Oberklasse ist und man sich definitiv nicht entgehen lassen darf. Aquaman in 2D zu ordern ist ungefähr genauso blöd, wie eine dicke fette Kugel Banana-Cream in der Waffel zu bestellen, „aber lassen Sie das Eis bitte weg, nur die Waffel“. Stupid. Und ich verstehe immer noch nicht, warum es auch heute noch Leute gibt, die 3D im Kino verabscheuen. Und kommt mir nicht mit den üblichen billigen Ausreden: Auch ich bin Brillenträger und hasse es manchmal schon, dass man uns in der Presse nur die 2D-Option vorsetzt und ich im Vorfeld dann nichts zur 3D-Wirkung sagen kann.

Hier muss (!) man einfach zur großen Variante greifen, alles andere wäre Selbstbetrug. Und wenn das 3D in eurem Kino scheiße ist, wechselt das Kino!

Weiter geht‘s mit dem Sound: Auch hier hat man Händchen bewiesen und einen wirklich tollen Soundtrack komponiert, der sich an die im übrigen durch und durch gelungene Unterwasser-Welt anpasst und zum epischen Ausmaß beiträgt. Somit überträgt sich die visuelle Wucht von den Augen auch auf die Ohren und man ist hinterher tatsächlich geflasht von so viel Power und Extravaganz.

Einziges Manko (auch das war bereits im .trailer deutlich erkennbar: Man hätte die Drehbuchautoren von Bumblebee ran lassen sollen, dann wären nicht so dämliche Fremdschäm-Aussagen dabei rausgekommen. Man fährt hier so großes Potenzial auf, liefert eine epische Schlacht nach der anderen und sobald jemand das Maul aufmacht, ist es wieder lächerlich. Und dabei stört mich noch nicht mal, dass – wie manche bereits bemängelt haben – man manchmal over the top geht und zu viel Action produziert, auch hier hätte man ein Alleinstellungsmerkmal, dass in dieser bösen Düsternis durchaus funktionieren kann, dann aber von den „Kinderdialogen“ befreit sein müsste. Die brachiale „Man-Power“ hat man nämlich längst erkannt und sie auch gebührend umgesetzt.

.kinoticket-Empfehlung: Hält man sich bei den Dialogen die Ohren zu und öffnet sie bei der Musik wieder, sieht man einen brutal-guten Film, der an der Spitze der bisherigen DC-Erwartungen steht und alles toppt, was dieses Label bislang veranstaltet hat.

Die visuelle Gewalt ist berauschend, die Welt komplett und vollständig, die Szenerien begeistern und sind für große Kinos geschaffen, nur die Dialoge erreichen noch nicht mal Mindestniveau. Wenn man hier noch nachzieht und seinen Blick von Marvel entfernt und sich weiterhin so auf seine eigene Sache konzentriert, dann wird‘s in Zukunft echte Konkurrenz werden.

Und genau da will ich hin!

Nachspann
✅ Nicht gleich aufspringen, man orientiert sich auch hier am großen Bruder Marvel und liefert noch etwas nach.

Kinostart: 20. Dezember 2018

Original Title: Aquaman
Length: 144 Min.
Rate: FSK 12

Montrak

Montrak

© 2017 TBC Filmproduktion

 

Bevor ich mich hier verkünstel, lassen wir doch den Mann zu Wort kommen, aus dessen Feder Montrak stammt: Regisseur Stefan Schwenk himself im Interview mit .kinoticket-blog.de

Ben: Warum Vampirfilm?

Stefan: Warum Vampirfilm? Weil’s in Deutschland schon lang keinen Vampirfilm mehr gab. Vor allem hat’s mich gereizt, die Mischung zu finden aus Mittelalter und Neuzeiterzählung. Der Vampirfilm hat ja seine Roots in Deutschland mit Nosferatu, was ja viele nicht mehr wissen. Und das war einfach so die Idee, mal herzugehen und ‘nen Vampirfilm zu machen, gerade jetzt, wo in Deutschland der Genrefilm wieder am Aufblühen ist. Das ist mein Beitrag zum Vampirfilm.

Ben: Hast du das Gefühl, dass der Vampirfilm so ein bisschen “neu gestartet” werden soll, weil wir ja so eine gewisse neuzeitliche Veränderung erlebt haben durch die Twilight-Saga und das alles bisschen liebenswürdiger geworden ist und kitschiger, da jetzt wieder zurück zu den Wurzeln zu gehen und im Prinzip die Bosheit der Vampire wieder neu zu erfinden?

Stefan: Genau. Im Endeffekt ist es auch eine Anspielung, ‘ne Liebeserklärung an das Genre der 80er Jahre, also z.B. Lost Boys oder Near Dark, da gibt’s viele Anspielungen und Hommagen. Ich persönlich mag härtere Vampirfilme gern, also mit richtig bösen Vampiren und wollte einfach mal ein Zeichen setzen, dass es noch was anderes gibt.

Ben: Gab es beim Dreh irgendwelche Schwierigkeiten, wo du gedacht hast: Jetzt wird’s echt brenzlig?

Stefan: Also wenn ich jetzt überlege: Die größte Schwierigkeit oder Herausforderung war natürlich die Planung, alles unter einen Hut zu bringen, die Termine der Schauspieler zu koordinieren, das hat Heike Fauser (die Produzentin) ganz toll gemacht. Bei einem Low-Budget-Film musst du, weil du die Leute nicht bezahlen kannst, schauen, wann die Schauspieler Zeit haben, da sie Arrangements haben, wovon sie leben müssen. Wir haben ja nur an Wochenenden gedreht und es war schon sehr aufwendig und auch schwierig, was das angeht, aber letztendlich hat alles geklappt. Deswegen auch fünf Jahre Produktionszeit.

Ben: Gibt’s für dich eine bestimmte Szene im Film, die deine persönliche Lieblingsszene ist?

Stefan: Also ich mag den Showdown ganz gern, da haben wir auch mal sechs Tage am Stück gedreht, das war so der einzige richtige Block, den wir hatten. Da haben wir’s auf jeden Fall krachen lassen, da bin ich auf jeden Fall sehr stolz drauf.

Dann gibt’s noch die Mittelalterszene, in der Wilhelm von seinen Dorfbewohnern vertrieben wird, die ist uns ganz gut gelungen. Es gibt einige Szenen, die ich ziemlich gut finde.

Ben: Was würdest du sagen, wer ist Zielpublikum? Für wen ist der Film gemacht?

Stefan: 18-60+? Wir hatten z.B. das Erlebnis auf unserer Kinotour, dass bei einigen Vorstellungen ein paar Leute 60+ da waren, die den Film ziemlich toll fanden und herausgefunden haben, dass da zwei verschiedene Meta-Ebenen drin sind und die haben da Sachen erkannt, was ich ziemlich spannend finde, da ich mir im Vorfeld ja auch Gedanken gemacht habe. Man kann das ja auf verschiedene Dinge übertragen. Das hat mich auf jeden Fall sehr gefreut.

Ben: Gab’s für dich persönlich Inspiration von anderen Filmen, die dich durchaus mit beeinflusst haben, wo du Anspielungen mit rein gebracht hast?

Stefan: Ja, da gab’s ne Menge Anspielungen an diverse Filme, ganz im Vordergrund steht der phantastische Film der 80er, z.B. Highlander, was den Fantasyfilm angeht, Terminator gibt’s zwei Szenen. Dann der klassische Vampir-Gangfilm, z.B. Lost Boys oder Near Dark, wie ich vorhin schon erwähnte, und unbewusst sicher auch. Ansonsten pack ich immer die innere Wahrheit in einen Film rein. Was mich z.B. im Leben irgendwie fasziniert, pack ich dann in eine Subebene, im Kontext auf die Vampirthematik umgemünzt mit rein. Leben, Tod, was mich im Leben halt bewegt.

Ben: Gerade das Thema “Tod”: Du hast eine Widmung im Film, was hat es damit auf sich?

Stefan: Der Film ist meinem verstorbenen Bruder gewidmet, der 2011 das noch so ein bisschen mitbekommen hat, als die Vorbereitungen losgingen. Ich hab ihm dann am Krankenbett noch so vermittelt: Wir machen den Film, was hältst du davon? Und er hat so den Daumen nach oben gehoben und gesagt “Yes”. Das war für mich das Zeichen, das jetzt durchzuziehen, auch wenn’s lang gedauert hat, sein Spirit war auf jeden Fall immer da und das hat uns natürlich dann bewogen, im Team den Film durchzuziehen.

Ben: Der Film ist mitten in der Kinotour drin [zum Zeitpunkt des Interviews] und ihr habt auch schon einige Festivals gehabt, wo er gelaufen ist. Was steht noch in der Agenda? Auf was dürfen wir uns noch freuen?

Stefan: Nachdem wir ziemlich erfolgreich bei diversen Festivals gelaufen sind, auch u.a. im UCI-Kino liefen im Rahmen der Midnight-Movies, stehen jetzt noch vereinzelte Kinos an. Parallel sind wir schon am Verhandeln mit Verleihern bezüglich Home-Entertainment, der Film wird definitiv auf Blu-ray, DVD und VoD erhältlich sein.

 

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Heike Fauser (Produzentin), Florian Freiberger (Schauspieler) und Stefan Schwenk (Regisseur) bei der Kinopremiere in München im Werkstattkino

 

Und an genau diesem Punkt sind wir nun angelangt: Montrak steht für’s Heimkino in den Startlöchern parat und bereichert ab sofort den deutschen Filmmarkt mit dieser liebevollen Huldigung an vergangene Zeiten, in denen Vampire tatsächlich noch richtig böse waren.

Natürlich lässt sich so ein gigantisches Low-Budget-Projekt nicht mit Mega-Blockbustern vergleichen, denen normalerweise viele Millionen zur Verfügung stehen. Hier wurden u.a. zwei Crowdfunding-Aktionen gestartet, bei denen ca. 15.000 € zusammenkamen, die für die Produktion verwendet wurden. Man spürt also schon, dass dieser Film ein Herzensprojekt ist, das finanziell von den Fans getragen wird, die genau solche Filme gerne sehen möchten.

Dabei findet man eben nichts vom glattgebügelten Hochglanz-Massenwahnsinn, den Hollywood am Fließband predigt, sondern man taucht ganz tief ins Nischendasein ein und erlebt eine düster erzählte Geschichte, die ebenso dreckig wie spannend ist und durch seine märchenhafte Düsternis begeistert. Damit beweist Deutschland einmal mehr, dass es kein Glamour und Glitzer benötigt, um Vampire ordentlich in Szene zu setzen, sondern dass ein klein wenig nostalgische Begeisterung ausreicht, um die altbekannten Stärken des Genrefilms packend auszuleben und dem Publikum einen echt sehenswerten Film zu bieten, der sich völlig in die abgelegene Mysterien-Welt der Vampire begibt.

Und solch ein Kniefall vor den heißgeliebten Fantasy-Filmen der 80er Jahre gehört einfach belohnt.

Wie ihr das tun könnt?

Auf dem Weekend of Hell wird’s einen Stand geben, wo ihr die Mediabooks direkt ordern und kaufen könnt. Mehr dazu findet ihr hier: https://weekend-of-hell.com/programm/#haendler

Ebenso werden Stefan Schwenk und seine Crew auf dem House of Horrors vertreten sein: Mehr dazu hier: https://www.houseofhorrors.events/

Und wer keine Zeit findet, zu diesen Conventions zu gehen, kann sein limitiertes Mediabook auch direkt bei der Produktion ordern: Hierfür einfach eine E-Mail an Heike Fauser ( h.fauser@tbc-film.de ) schicken und Cover-Wunsch dazu äußern:

Cover A (limitiert auf 333 Stück)
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© 2018 TBC Filmproduktion | Nameless

 

Cover B (limitiert auf 222 Stück)
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© 2018 TBC Filmproduktion | Nameless

 

Cover C (limitiert auf 111 Stück)
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© 2018 TBC Filmproduktion | Nameless

 

Die Mediabooks werden dann ab 5. November 2018 verschickt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Endlich sind Vampire wieder böse und somit der Zustand der guten alten Welt wieder hergestellt.

Stefan Schwenk holt mit seinem neuesten Werk den Vampirfilm zurück nach Deutschland und beweist, dass man kein Glitzer braucht, um gute Unterhaltung zu produzieren. Die hingebungsvolle Hommage an längst vergangene Zeiten versetzt einen als Zuschauer zurück in die Vergangenheit und präsentiert eine mehrschichtige Erzählung in Form eines düsteren Märchens direkt aus dem Herzen der Bundesrepublik.

Wer Genrefilm mag, wird Montrak lieben!

 

Nachspann
✅ Coolest End Scroll ever seen. Bleibt sitzen, man hat sich hier richtig was einfallen lassen.

Kinostart: Ab 5. November 2018 als Mediabook inkl. Soundtrack erhältlich, 2019 wird es dann auch eine Amaray im Handel geben.

Original Title: Montrak
Length: 122 Min.
Rate: FSK 18

Skyscraper (3D)

Dwayne Johnson in seinem neusten Superwerk: Ich habe es schonmal geschrieben, dass dieser Schauspieler einfach genau weiß, was er möchte, seine feste Fan-Base längst errungen hat und sie ihn für genau das lieben, was er tut: Solides Action-Kino zweiter Güte, viel CGI, Pompösität und ein billiges Drehbuch dazu, ganz, wie man es aus dem klassischen 90er-Jahre-Action-Kino kennt.

Ich denke, mittlerweile dürfte jeder die gleichen Erwartungen an einen Film wie diesen habe. Johnson steht für sein eigenes Genre, für das man ihn kennt und liebt (oder hasst). Und mit jenen Erwartungen bin ich auch in die Show getigert und habe geschaut, was so auf mich zukommt.

Und Leute? Es kracht. Gewaltig. Um es vorweg zu nehmen: Ich glaube, dass dies mit Abstand der beste Film von Johnson geworden ist, den er je herausgebracht hat. All seine Vorläufer (San Andreas, Rampage, Jumanji etc.) kommen bei weitem nicht an das Niveau ran, das man hier auffährt!

Designtechnisch ist das Ding schon mal die absolute Wucht. Klar, hier haben so ziemlich alle bekannten CGI-Studios ihre Finger im Spiel gehabt und mit der neuesten Technik spielen dürfen und das merkt man. Das Ding ist eine optische Augenweide, wie es sie bisher nicht gegeben hat. Dagegen stinkt sogar Passengers ab und den habe ich ja auch wegen seiner Optik vergöttert. Damit hätten wir ein neues Level von Ästhetik und Schönheit erreicht, dass Maßstäbe setzt und dem Kinozuschauer exklusive Einblicke in die Welt des modernen Kinos präsentiert, die ein .kinoticket bereits jetzt schon vollkommen rechtfertigen.

Doch neben der puren Schönheit und Ästhetik tanzt man ebenfalls den Tanz der üblichen Action-Plots, die damals schon lächerlich waren und es heute noch stellenweise sind, obgleich man hier einen sanften Unterton angeschlagen hat, der Lust auf mehr macht und hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt: Schmeißt in den Drehbüchern noch mit etwas mehr Hirn um euch und lasst die typischen Actionkracher-Dummheiten gänzlich sein und Marvel bekommt Jünglings-Konkurrenz!

Beim Soundtrack, der (technischen) Kulissenauswahl und dem Look & Feel des Films hat man definitiv voll ins Schwarze getroffen und liefert hier mehr, als man letztendlich erwartet hätte: Grandioses Popcorn-Kino, dass Avancen zum Megablockbuster aufweist und das ich liebend gerne auf der neue LED-Leinwand in Esslingen betrachten wollen würde: Cinema-LED, neue IMAX-Lasertechnik und damit eine völlig neue Generation der Kino-Publikationen hat begonnen und Skyscraper ist genau der Stoff dafür, den man sich auf diesen Leinwänden besehen sollte.

Der Actionkracher startet heute Abend in den Kinos und ihr tätet gut daran, eure üblichen Pläne auf Eis zu legen und euch ins größte Kino der Umgebung zu verziehen, um diesem Machwerk beizuwohnen, denn es lohnt sich seit langem endlich mal wieder, den Abend mit bester Unterhaltung zu beginnen.

 

.kinoticket-Empfehlung: Liefert extrem viel mehr, als man erwartet und macht richtig Spaß dabei: Dwayne Johnson‘s bislang bestes Werk in einer überwältigenden Optik-Wucht und ästhetischem Design, dass einen glauben lässt, man wäre im Himmel!

Der Plot krankt wie üblichen an den bekannten Action-Dummheiten, bleibt seinem Genre damit aber konsequent treu und liefert nichts neues, sondern zwingt hier und da zum unfreiwilligen Lachen, dafür haut der Rest des Films einen tatsächlich vom Hocker.

Beste Popcorn-Kino-Unterhaltung ist auf einem hohen Niveau garantiert, dass es bisher so nicht gab: Leute, geht da rein, solange die größten Screens damit beseelt werden: Es lohnt sich!

 

Nachspann
✅ Wo man im Film selbst oft das Gefühl hat, es wird zu wenig davon gezeigt: Hier kommt es – also bleibt sitzen, bis es wirklich dunkel wird und der übliche Nameroll abläuft.

Kinostart: 12. Juli 2018

Original Title: Skyscraper
Length: 103 Min.
Rated: FSK 12

Ant-Man and the Wasp (3D)

Auf den Werbeplakaten wird von dem “nächsten großen Blockbuster nach Avengers: Infinity War” gesprochen und wahrhaftig hab ich mir schon seit einiger Zeit meine lieben Gedanken gemacht, wie man dieses monströse Meisterwerk jetzt noch toppen und daraus etwas erstrebenswert Sehenswertes machen möchte. Und mich immer wieder mit den Worten beruhigt: “Es ist Marvel – die wissen seit langem ganz genau, was sie tun.”
Und so ist es. Klar schiebt die PR-Abteilung irgendwelche .trailer außer Haus, klar muss man irgendwo anfangen, die Leute wieder zu ködern, aber das wäre in meinen Augen gar nicht nötig gewesen, weil da längst nicht aufgefahren wird, was der Film letztendlich liefert: Das pure Vergnügen und so einen gigantischen Plot, dass die Leinwand sich förmlich auflöst und man vergisst, dass man auf dieser Welt und dazu noch in irgendeinem Kino sitzt.
Man ist mittendrin. Seit langem ist klar, dass Marvel weiß, wie 3D richtig zu funktionieren hat. Und seit langem ist klar, dass Marvel-Filme nicht zu der Spezies gehören, die entweder mit grandiosen Effekten ODER mit einem vergötterbaren Plot daherkommen, sondern die Macher wissen beides perfekt miteinander zu verschmelzen und werfen damit genau das auf den Screen, das ich bei Jurassic World: Das gefallene Königreich erwartet und gewünscht hätte.
Es ist der Hammer! Der zweite Teil dieser Mini-Filmreihe innerhalb des MCU heimst natürlich automatisch die Vorschusslorbeeren durch den perfekten Cast und die irre geile Zusammenstellung von Charakteren ein und wieder einmal hat man so überhaupt nicht das Gefühl, dass hier mit Ach und Krach weiter gevögelt wurde, sondern der Humor quillt förmlich aus allen Ritzen und man spürt überdeutlich, wie viel Freude die Darsteller bei ihrem Tun hatten.
Der damals von mir beklagte Was-sollen-wir-eigentlich-noch-hier, den man in Avengers – Age of Ultron noch deutlich spüren konnte, ist längst weg. Er wurde schon vom ersten Ant-Man dahingerafft. Dieser neue Charakter entpuppt sich langsam als Neuentdeckung der Coolness eines Tony Stark, was durchaus geschichtliche Konsequenzen haben dürfte, da die ganze Stammhorde ja nun durch Infinity War leicht angekratzt ist und man hier jetzt Geschütze auffährt, die das Fortbestehen von Gänsehautmomenten im Kinosaal garantieren dürften.
Ja, ich steh auf ihn. Ja, mir sagt diese Form des Humors absolut zu. Ja, Marvel fährt wieder in Hochform auf und lässt sich überhaupt nichts davon anmerken, dass jeder meinte, nach dem Vorgänger ist jetzt Schluss, weil das Ding nicht mehr zu toppen wäre.
Und es ist bezeichnend, dass gerade die “Kleinsten” ganz groß werden.
Mein Rat an alle, die Filme mögen, ist daher: Scheiß drauf, was die .kinotickets kosten, scheiß drauf, ob ihr Zeit habt oder nicht, scheiß drauf, was ihr von Vorgängerteilen hieltet oder welche Aversionen ihr gegen amerikanisch produzierte Blockbuster-Monster hegt: Gönnt euch Ant-Man and the Wasp in 3D im größten Kino weit und breit, dass ihr finden könnt und habt dabei genauso extrem viel Spaß, wie ich es bereits hatte.
Wirst du ihn dir nochmal ansehen?” wurde ich nach der Pressevorführung gefragt.
Jeder freie Filmslot ist für Ant-Man and the Wasp reserviert.” Natürlich werde ich ihn mir nochmal ansehen. Und nochmal. Und nochmal. So oft ich eben kann und so lange das Ding in den Kinos läuft. Und wenn ihr genau das tut … und dann bis ganz zum Schluss sitzen bleibt … dann werdet ihr von allein verstehen, warum.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn einer der Kapital-Giganten kapiert hat, wie man ordentliches Kino produziert, dann die Marvel Studios.
Verdient Kohle damit, so viel ihr wollt. Lasst euch von nichts und niemandem reinreden und macht einfach weiter mit dem, was ihr die ganze Zeit schon tut. Never change a running system. Und an Disney: Lasst Marvel einfach tun und schreibt ihnen nichts vor. Besser als jetzt wird es nicht! Die Jungs und Mädels garantieren dafür, dass auch große Produktionen mit Geist und Hirn gefüllt sein können und das Wörtchen “Blockbuster” nicht automatisch mit “Plot-Rohrkrepierer” zusammenhängt. Diese Eleganz, mit der man sich hier durch die infantil-wunderschönen Comedy-Momente schlängelt und dabei das ganze Equipment menschlicher Emotionen durchpflügt, ist einzigartig in der Filmwelt zur Zeit und ich bete und hoffe, dass dies zu meinen Lebzeiten für immer so bleiben möge.
Steht Marvel drauf, ist Gutes drin! Einfach drauf verlassen und reingehen!

 
Nachspann
✅ Es ist ein Marvel. Also ja. Und zwar bis ganz zum Ende!
Kinostart: 26. Juli 2018

Attack on Titan: The Roar of Awakening

Am 26. Juni 2018 feierte die synchronisierte Fassung von Attack on Titan: The Roar of Awakening in Deutschland seine Premiere. Mit ihr begegnen wir einmal mehr einem Phänomen, dass gerade in der Anime-Welt hohe Wellen schlägt und viele der hart gewonnenen Fans immer derbe vor die Kante schlägt: Synchronisation japanischer Originale, die man auch hierzulande lieber im Original mit Untertiteln ausstrahlen sollte, statt auf die “dämlichen deutschen Stimmen” zurückzugreifen, die aus etwas hoch emotionalem dann etwas mittelklassemäßiges machen, auf das man allenfalls noch als absolut Unwissender stolz sein könnte.
Zugleich ist dies wieder einmal ein Zusammenschnitt einer Serie und somit eine brutal heruntergekürzte Variante einer womöglich großartigen Geschichte, die es zumindest in Japan und den USA auf sensationelle Zahlen geschafft hat. Damals hatte man ja viel zu kämpfen, um auch im europäischen und amerikanischen Markt Anteile an Fans und Leserschaft zu bekommen und bis heute hat es der Anime nicht in den Mainstream der (deutschen) Bevölkerung geschafft. Was eigentlich immer als (Manga)-Serie erschaffen wurde, wird nun also womöglich aus PR-Gründen in zeitraffergeschädigte Schnellverfahrens-Filme gepackt, um damit im Kino Boden zu fassen und neue Kundschaft für sich zu begeistern.
Dieser Plan funktioniert meines Erachtens nur mittelmäßig. Fakt ist: Serien haben Zeit. Zeit, Charaktere aufzubauen, ihnen Leben einzuhauchen, auf Details einzugehen und eine Geschichte wirklich in allen Facetten und Optionen zu erzählen und dabei mit dem Kunden gemeinsam auch in die tiefsten Abgründe literarischer Verzweigungen vorzudringen und den Dingen dabei auf den Grund zu gehen. Anime-Serien nutzen dieses Stilmittel genauso und werden manchmal bedeutungsschwangerer, wenn man eben mal minutenlang auf eine Silhouette schaut oder jemandem “tief in die Augen blickt” und einem dabei Zeit gegeben wird, nachzudenken.
Dieses furchtbare Phänomen habe ich schon bei Neon Genesis Evangelion festgestellt, eine Serie, die glaube ich keine einzigen Hater hat, sondern die jeder abgöttisch liebt: Schaut man sie (egal, wie lang das dauern möge) – ist man verliebt in einfach alles. Diese Schwere, die beständig in der Luft liegt, die Zeit, die man sich nimmt, die dadurch immer länger andauernden Qualen, die die Charaktere durchleiden – es passt einfach vollständig. Schaut man stattdessen die 1.11/2.22 oder 3.33-Kinofilme, kommt man sich einfach nur gehetzt und verarscht vor: Die ganze Geilheit dieser grandiosen Story wird durch diese unmögliche Hatz zu einer Farce und man bekommt eher das große Kotzen als dass man sich zurück in die Serie zurückversetzt fühlt und evtl. sogar nostalgische Faktoren aufblühen lässt.
Attack on Titan ist ebenfalls eine Serie, die nicht nur schon zwei Real-Verfilmungen über sich ergehen lassen durfte, sondern eben in – mit diesem Titel – inzwischen drei Kino-Kürzungen reingepresst wurde. Dabei ersetzte Teil 1 die Folgen 1-13, während Teil 2 dann 14-25 der ersten Staffel inkludiert. Mit Attack on Titan: The Roar of Awakening nimmt man sich jetzt der zweiten Staffel an und bringt somit den Compilation-Film auf den großen Screen.
Was mich wieder zum Beginn meines Beitrags führt.
Kurzes Experiment: Stellt euch mal so ein riesiges Monster (nehmt der Einfachheit einfach einen Dino) vor und sprecht dabei langsam den Titel aus: the ROOOOOOAAAAAARRRRRRRRRRRRRR of Awakening. Hört ihr dieses Vieh schreien?
Okay, nochmal in Deutsch: das GEBRRÜÜÜÜLLLLLLLLLLL des Erwachens.
Und dann hoppelt das Monster davon: “Gebrüll”, “Gebrüll”, “Gebrüll” …. merkt ihr: es ist lächerlich!
Also in Englisch: After that the monster runs away: “ROAR!” “ROAR!” “ROOOAAARRRR” – authentischer? Hört man schon anhand der Sprache das Röhren aus den tiefkehligen Monster-Lungen?
Genau diese Intensität, die man als Zuschauer unterbewusst erlebt, geht in der deutschen Synchronisation vollständig verloren. Und ich wage einfach mal zu behaupten, das ist bei (fast) allen Animes so. Warum also übersetzt ihr die Dinger denn überhaupt? Es reichen doch Untertitel.
Ich denke, darunter hat auch die dritte Verfilmung der Serie stark zu leiden, denn die hierzulande mit FSK 16 freigegebene Kinofilmfassung nimmt sich durch die sprachliche Verstümmelung ein wenig die “Brutalität” und das Monströse, dass die Serie womöglich viel besser aufweisen kann. Und da man eben keine Zeit hat, um alles gebührend vorzustellen und die Neueinsteiger und Zuschauer auch in die Story so einzuführen, dass sie verstanden wird, fühlt man sich stellenweise als Quereinsteiger alleingelassen und ratlos. So kann es schon mal vorkommen, dass man zwischendurch auf die Uhr schaut.
Ein anderer Punkt ist auch: die harmonische Zusammensetzung von Ernsthaftigkeit und “japanischem Anime-Humor” kann durch den Schnitt völlig verhunzt worden sein (ich kenne die Serie nicht), aber zumindest kam mir das in den After-Credits-Szenen zu deutlich heraus: Die haben irre Spaß gemacht und eine ganz andere Seite der Geschichte gezeigt. So bleibt mir wohl nur, mich der Serie als solches anzunehmen und herauszufinden, ob die dann besser komponiert ist, als das im Kinofilm der Fall war.
 

.kinoticket-Empfehlung: Höchstwahrscheinlich nur extremen Fans zu empfehlen, die sich in der Attack on Titan-Welt auskennen und einfach in kurzen Schnitten an die Zeit zurückerinnert werden wollen, in denen sie die Serie gesehen haben.
Als Quereinsteiger manchmal schwer zu verstehen und die deutschen Dialoge entbehren stellenweise etwas der Ernsthaftigkeit. In diesem Fall ist es wohl kein Fehler, lieber zu den Serien direkt zu greifen, um wirklich in die umfassende Welt dieser Schöpfung eintauchen zu können.

 
Nachspann
✅ auf jeden Fall bis ganz zum Schluss sitzen bleiben, hier kommt nach dem Abspann noch eine fantastische Szene, die gar nicht mal kurz ist.
Kinostart: Event am 26. Juni 2018 – fraglich, ob da noch weitere Vorstellungen kommen werden.

Rampage – Big meets Bigger (3D)

Dann schauen wir mal, wie gut ihr alle mit Vorurteilen umgehen könnt 😀 – und beginnen gleich mal mit einem Schauspieler, der sich in letzter Zeit irgendwie sein eigenes “Genre” aufgebaut hat: Dwayne Johnson.
Gebt zu, wenn ihr seinen Namen lest, denkt ihr alle an die Art Film, in der er gefühlt permanent vertreten ist – und schaut man sich seine Filmografie mal näher an, ist deutlich erkennbar: Dieser Typ hat seinen Style, Filme zu machen, gefunden und lebt ihn:
The Scorpion King
Welcome to the Jungle
San Andreas
Central Intelligence
Baywatch
Jumanji – Willkommen im Dschungel
Es ist irgendwie immer die gleiche Variante von “billigem Humor”, gepaart mit einer Unzahl an übermenschlichen Kräften und Muskelspielchen, bei denen er prollhaft seine Männlichkeit demonstrieren und über den Normalo obsiegen kann. Alles jenseits der realen Möglichkeiten physischer und psychischer Konstellationen.
Stellt euch das Szenenbild doch einfach mal mit Orlando Bloom in der Hauptrolle vor: Funktioniert?
Nicht wirklich. Hier fehlt nämlich die protzende Stärke, mit der er u.a. auch in der The Fast and the Furious-Reihe vertreten ist und dort innerhalb der Fangemeinde für einigen Unmut sorgt, da er angeblich nicht dort reinpasst und zu der scharfen Antiheld-Coolness eines Vin Diesel einfach einen zu proletenhaften Gegenpol bildet.
Und genau deshalb ist er für Rampage – Big meets Bigger perfekt: Es ist ein Film, der zu ihm passt, der ihm genügend Nährboden für seine Ausflüchte bietet und ihm das Wasser reicht.
Achja: Rampage ist ein Computerspiel und daher zählt dieser Film auch zu den Spieleverfilmungen, die … Fluch … und so … ihr wisst schon.
Mit über 335 Mio. Einnahmen bislang kann sich dieser Film aber bereits in der Top 10 Liste der erfolgreichsten Filme des Jahres 2018 wähnen und ist dabei noch nicht mal in Deutschland angelaufen … und das hat einen Grund: Er funktioniert.
Wenn man mit den Vorurteilen klar kommt.
Ich glaube, Dwayne Johnson-Fans wissen bei seinen Titeln genau, worauf sie sich einlassen und schrauben daher keine widernatürlichen Erwartungen in absurde Höhen, sondern gehen mit einem gemächlichen, Popcornentertainment-Gefühl ins Kino, um sich einfach gut unterhalten zu lassen. Ohne Anspruch, ohne Tiefgang, einfach nur gute Action und mittelmäßige Jokes.
Dem entgegen steht der anfängliche Start des Films, wo durchaus andere Erwartungen geweckt werden könnten, jedoch wird sehr schnell klar, in welche Richtung sich das alles bewegen wird und als Zuschauer gelangt man schnell an den Punkt, wo es einfach heißt: Actiondauerfeuer und CGI-Explosion. Mass-Destruction und abartige Zelebration einer übermäßigen Devastation.
Nichts verstanden? Macht nichts. Auf die Story oder andere tiefgreifende Elemente kommt es nämlich überhaupt nicht an, im Gegenteil: Die hätte gern auch noch etwas platter ausfallen dürfen, hauptsache das Maß an Action stimmt.
Und hier fährt man gewaltige Geschütze auf und verbreitet so viel Spaß in den Räumen, dass einem die Laufzeit von 108 Minuten viel zu kurz vorkommt. Für den nächsten Männerabend im Kino absolut perfekt. Für Action-Liebhaber und Freunde von brachialer Zerstörungswut ein gefundenes Fressen.
Für Bierchen, Popcorn, Hirn aus und eine grandiose Filmschlacht ohne Anspruch feiern: Perfekt!
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Streifen zeigt nirgendwo Andeutungen auf, dass er gern mehr sein möchte: Er ist ehrlich und damit liebenswürdig und funktionierend: Man bekommt gewaltiges Action-Gewitter mit Szenen, die optisch und klanglich überwältigend sind und dem Zuschauer einmal mehr einen guten Grund bieten, sich in ein Kino zu setzen und ihn nicht irgendwo anders zu schauen.
Dann – und nur dann – macht er richtig Spaß!

 
Nachspann
Macht in 3D sicher auch richtig Spaß – allerdings funktioniert der Streifen genauso in 2D – also überlegt es euch. Sitzenbleiben, wenn ihr mögt – muss aber nicht.
Kinostart: 10. Mai 2018
Wer ihn gerne vor Kinostart schon sehen möchte, kann dies im Rahmen des Männerabends z.B. im CinemaxX München bereits am 9. Mai 2018 um 20:15 Uhr tun.

Avengers: Infinity War (3D)

Einige haben mir nicht geglaubt, als ich geschrieben habe, Black Panther sei nur der sanfte Auftakt für den bevorstehenden Infinity War – und ab Donnerstag prescht eben jener auf euch nieder und mäht alles weg, was es bisher jemals gegeben hat.
Marvel macht seit jeher alles richtig. Figuren einführen, Geschichten liefern, mit denen der Zuschauer sympathisieren kann, das Universum langsam ausgestalten und dann die Brachialität zusammenführen und aufeinander loslassen.
Was andere Labels schmähhaft kopieren und damit kläglich scheitern, Marvel weiß die richtigen Schrauben anzuziehen und liefert etwas ab, bei dem ich nicht gegen den Pressetext wettere.
Leute?
DAS sind Superlativen.
Und zwar welche, die funktionieren!
Ich hatte es schon im Gefühl, dass sie mit Infinity War ein Gewitter auf uns loslassen und habe mich über all jene Meldungen gewundert, die aus Black Panther den “bislang erfolgreichsten Marvel-Film aller Zeiten” machten, denn gefühlt ist der in meinen Augen nur ein armseliger Abgesang auf das, was uns da bevorsteht.
Es ist Dienstag Nacht, ich zähle zu den Gesegneten, die den Film bereits vor die Füße gesetzt gekriegt haben und ich bin seitdem ein paar Kontinente tiefer im Kinosessel festgeklebt und komme nicht mehr hoch!
Äh … Sprachlos!
Und meine Erwartungen waren GIGANTISCH! Okay? Da gehört es normalerweise zum guten Ton, dass man während der Vorstellung dann permanent verarscht, enttäuscht und links liegen gelassen wird – und nichts dergleichen ist passiert: Jeder Blick gefesselt auf die Leinwand mit offenem Mund während ich nicht glauben konnte, dass man aus “Fantasie” so etwas erschaffen kann.
WAHHHHH!!! Jetzt zeigt sich erstmal, womit man in all den Jahren mit dem ganzen “Anteasern” der Machtspitzen überhaupt erst hinaus wollte, auch wenn man vorher beim .trailer manchmal das Gefühl hatte, dass Thanos als kleines rumhoppelndes Männchen kein ernstzunehmender Gegner werden würde, sondern eher eine enttäuschende Figur abliefern…
NEIN!
DEFINITIV NEIN!
Ich würde Avengers: Infinity War mal gelinde gesagt als superlativen Schlag in die Fresse eines jeden bezeichnen – ein Film, nach dem nichts mehr so ist, wie es einmal war. Beim Nachspann sitzt du allen ernstes im Kino und fragst dich, ob die es auf die Reihe bringen und diesmal einfach mal keine After-Credits bringen? Weil das so ein niederschmetternder finaler Roundhousekick in die Fresse wäre – und ehrlich gesagt: Es hätte mich nicht verwundert.
Ja, auch ich habe mir die ein oder andere These zum Film im Vorfeld im Internet durchgelesen und mit der gleichen Amüsiertheit wie bei den ganzen “definitiv richtigen Apple-Vorhersagen” verfolgt, was nun denn in Infinity War passieren müsste. Leute? Lächerlich!
Eure Thesen waren allesamt lächerlich. Und wir alle sollten um Vergebung flehen und lernen, dass Marvel tatsächlich kein Filmlabel ist, sondern eine geheime Religion, die nicht nur vorgibt, Götter für die Leinwand zu produzieren, sondern auch im Stande dazu ist, diesen Göttern wahrhaftig Leben einzuhauchen!
Ich weiß echt nicht, was ich dazu sagen soll, außer alles zu revidieren und mich geschlagen zu geben: Seit A Quiet Place – der im “Horror”-Sektor komplett aufgeräumt hat – ist etwas im Kino explodiert und wir alle sind jetzt entweder tot oder erleben gerade das geilste Filmzeitalter, das die Menschheit je hatte.
Infinity War gehört dazu!
 

.kinoticket-Empfehlung: Überlegt euch mal: Es gab 18 (!!!) – ACHTZEHN – Filme, die uns alle darauf vorbereitet haben, dass das hier kommen würde.
Und jeder davon war für sich ein eigener Riesenerfolg. Andere Filmreihen versuchen, immer größer zu werden, Marvel wird immer größer. Nach allem, was sie bisher abgeliefert haben, läutet man mit Avengers: Infinity War nun definitiv ein neues Kinozeitalter ein und hinterlässt tiefe Spuren, die dutzende andere Arbeiten gemeinsam bei weitem nicht wegzudrängen vermögen.
Geht in die größten Kinos die ihr findet – schöpft und kostet das neue Dolby Atmos aus und lasst euch einfach gehörig schön wegbomben – es macht endlich wieder einmal richtig Spaß – und das ohne eine einzige Pause!

 
Nachspann
Es ist und bleibt Marvel.
Kinostart: 26. April 2018

Der Mann aus dem Eis

Wenn man sich in den Kinos umschaut, entdeckt man eher die ältere Riege auf den Plätzen, die scheinbar etwas völlig anderes erwartet haben, sofern man die zwischen den Szenen geführten Kurzgespräche à lá “Na, du wolltest unbedingt hier rein, jetzt musst du da auch durch” richtig interpretiert.
Tatsächlich ist das kein Zuckerschlecken, sondern wirft einen zurück in die Zeit vor 5000 Jahren, aus der angeblich der berühmte Ötzi stammen soll und zeigt eine mögliche Variante dieses brutalen Lebens.
Dass dabei weniger auf Tatsachenberichte und vielmehr auf fiktive Erzählungen zurückgegriffen wurde, war einerseits Kritikpunkt der Medien, ist andererseits aber irgendwo logisch. In meinem Umfeld gibt’s zumindest niemanden, der aus dieser Zeit stammt und mir aus erster Hand davon erzählen könnte.
Dennoch macht diese Form der Unterhaltung etwas her: Man könnte beim Schauen fast meinen, man wäre auf eine deutsche Variante von The Revenant – Der Rückkehrer gestoßen – etwas nischiger, etwas natürlicher, aber genauso blutig und brutal und gleichzeitig gefühlvoll: Emotionen sind mehr oder weniger das einzige, das man in diesem Film wahrhaftig versteht, was jedwede Diskussion über Tiefgründigkeit oder höhere Absichten obsolet macht.
Vielmehr möchte man an die Einfachheit und das blanke Überleben erinnern – und stößt so während den unfassbar vielen Naturaufnahmen immer wieder an Gedanken, wie gut wir es heute doch eigentlich haben. Und dafür ist man nach dem Film wieder ein Stück weit dankbarer – was für mich eigentlich schon Grund genug ist, ihn einfach mal anzuschauen. Ob nun im Kino – oder später mal im TV – das bleibt jedem selbst überlassen.
 

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Jürgen Vogel mit kinoticket-blog.de-Macher Benjamin Klob auf der Deutschland-Premiere von Der Mann aus dem Eis

© 2017 Petra Schönberger

 

.kinoticket-Empfehlung: Brutal, blutig und emotional definitiv bewegend: Großartiges Kino basierend auf fiktiven Möglichkeiten des Lebens vor 5000 Jahren.
Jürgen Vogel liefert eine einzigartige Performance und erschafft damit die deutsche Antwort auf The Revenant – Der Rückkehrer.

 
Nachspann
braucht man nicht abzuwarten, da folgt nichts weiter.
Kinostart: 30. November 2017

The Walking Dead – Season 7 Episode 12: "Sage Ja"

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Welcome Screen im CinemaxX München zum Starbesuch presented by Twentieth Century Fox


 
Es ist zugegebenermaßen schon ewig her, dass ich diese Folge der unglaublich tollen Serie im Kino gesehen habe. In den vergangenen Jahren hat man mich schon mehrfach gefragt, ob ich auch Serien bewerte und meine Antwort darauf war stets: “Ja, wenn sie im Kino laufen.”
Da ich diesbezüglich aber noch nichts im Blog habe, wird es endlich mal Zeit, damit anzufangen. Zu dem Event-Abend gab es nämlich für alle Besucher noch einen megafetten Bonus zur Folge obendrauf: Die Darsteller Dr. Eugene Porter (Josh McDermitt) und Dwight (Austin Amelio) waren persönlich da und haben uns vor der Show mit jeder Menge Informationen über den Dreh, die Folgen, die Erlebnisse am Set und Schwänken zugepackt und wir alle hatten gemeinsam megamäßig viel Spaß.
Die Darsteller mal außerhalb der Serie zu erleben und zu merken, dass sie auch da mordsmäßig coole Socken sind, war für sich schon den Abend wert. Und viele tolle Erinnerungen, den Theme Song von The Walking Dead in Kinoqualität und ein paar hübsche Selfies mit den Darstellern machten den Abend perfekt.
Und natürlich die Folge selbst.
Hier orientiere ich mich mal an den ersten beiden Staffeln, auch wenn das für Season 7 ziemlich weit hergeholt ist, jedoch repräsentieren für mich die ersten beiden Jahre noch das Grundwesen dieser Serie. Man hatte eine Folge, in der unglaublich viel passiert ist, unglaublich großartige Einstellungen gemacht wurden und man sich mit Eleganz und Drang durch die völlig absurde Welt bewegte und den Zuschauer einfach blindlings hineinfallen ließ. Genau das haben viele ja so mächtig gelobt, dass endlich mal Anspruch und Stil und nicht die billigen Effekte das Hauptaugenmerk der Serie sind.
In Season 7 sieht das dann schon ein wenig anders aus. Man bekommt viel eher das Gefühl, dass es “am Laufen gehalten” werden muss und man sich mit den Einfällen und der Reichhaltigkeit innerhalb einer Folge mächtig zurückhält. Klar, es ist nur ein Bruchteil der Erzählung dieser Geschichte, die niemals ein absolutes Ganzes darstellt und der verpuffende Wow-Effekt zum Einstand der Serie ist mittlerweile auch längst verklungen, jedoch wirkte auf mich die Folge extrem langsam. Man lässt sich mit allem viel mehr Zeit und hat längst nicht mehr den “Forscherdrang” zu wissen, wie es jetzt überhaupt weiter geht, sondern wundert sich vielmehr eher, wenn überhaupt etwas passiert. Die Entscheidungen sind auch nicht mehr so trächtig und konsequenzenreich, sondern werden eben einfach getroffen und dann durchgezogen. Danach beschäftigt man sich mit Elementen, die man von früher kennt, zieht es alles auf eine Folge hoch und hat am Ende ein Ergebnis mit Cliffhanger zur nächsten Folge – eben der ganz typische Serienalltag.
Ich weiß nicht, ob das nun gut oder schlecht ist, inwieweit man sich da reingefunden und positioniert hat, empfand es aber dennoch als sehr wohltuend, mal mit vielen anderen Fans gemeinsam diese Folge vor Ausstrahlung zu erleben und somit einen völlig neuen Einblick in die Serie zu kriegen, der einem auf Blu-ray nicht gewährt wird.
 

.kinoticket-Empfehlung: Der Abend war sein Geld auf jeden Fall wert!
Jeder Fan ist begeistert, wenn man Teile seiner Serie plötzlich wahrhaftig vor sich erlebt und es muss ein unglaublicher Erinnerungswert sein, wenn Eugene ins eigene Popcorn greift und sich einfach mal so bedient.
Lustig war’s in jeder Hinsicht und wir alle wissen nun auch aus erster Hand, dass die beiden Oachkatzlschwoaf richtig aussprechen können 😉 Dann kann für den Dreh in München ja nichts mehr schief gehen 😀

 
Nachspann
wie üblich, nur eben in Groß und unglaublich präsent.
(Heim)Kinostart: 9. November 2017
(Hier mach ich mal eine kleine Ausnahme, da Serien generell nicht in Kinos anlaufen und durchgehend dort zelebriert werden könnten.)

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