Angst

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Astrid

Astrid
© 2018 DCM Film Distribution GmbH

 

Pippi Langstrumpf, Ronja RäubertochterAstrid Lindgren hat sich weltweit einen Namen gemacht und ist aus dem Kinderbuchsektor nicht mehr wegzudenken. Und da wir uns zur Zeit in der Phase von “Wir verfilmen, wie alles entstand” befinden, war es nur absehbar, dass über diese Koryphäe im Literatursegment auch früher oder später ein Film entstehen wird, der die “Geschichte dahinter” erzählt.

Und hier ist er: Astrid.

Das Movie zeigt das trostlose, erbitterte Leben der Schwedin und bringt eine zutiefst depressive Struktur zum Vorschein, die entgegen jeder Lebensfreude und all dem, was aus ihren Büchern bekannt ist, steht: Es ist nahezu ein Wunder, was diese Frau vollbracht hat und aus welchem Sumpf sie sich dafür gezogen hat. Wir kennen die bunten Bilderbücher, wir kennen das glückliche Leben, wir kennen das Streben nach vorn und die Lebensenergie – und der Film spendet von all dem … nichts.

Es ist beinahe eine Qual, sich durch die ermüdend lange Spielzeit zu kämpfen und die tristen Momente zu durchleben, durch die diese Frau exakt so gegangen ist. Das macht nicht den Film schlecht, sondern zeugt eher von der Kraft, die Astrid Lindgren auf die Bildfläche warf und damit ein Vorbild für viele wurde: Immerhin steht sie mit so vielen Projekten und Motivationen dafür ein, dass Kinder ein glücklicheres Leben auf Erden haben und aus all der Trostlosigkeit herauskommen.

Dafür hat sie selbst mit einer Gesellschaft brechen müssen, die Normen und Werte vorgegeben hat, denen sie sich nicht beugen wollte. Es war ein Kampf, der teils bis heute andauert und immer noch nicht zu Ende gekämpft ist. Was das alles für Kraft gekostet hat, davon ist dieser Streifen ein leuchtendes Beispiel: Der Zuschauer sieht nicht nur durch ein Fenster in die damalige Zeit, sondern spürt am eigenen Leib den Energieverlust, indem er sich durch den sehr langatmigen und traurigen Film durchkämpft.

Man kann dies als Motivation ansehen, für mich war es einfach nur beschwerlich.

 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film offenbart die Stärke einer Frau in einer trostlosen Dimension sondergleichen.

Der Zuschauer erlebt die gleichen Leiden wie diese Frau in einem langatmigen und tristen Ausmaß. Es ist ein Trauerspiel und gleichzeitig das größte Wunder, welche Werke daraus erwachsen sind. Diese Mutation auch im Kino zu erleben ist den Besuch durchaus wert, man sollte aber etwas eigene Kraft dafür mitbringen, um hier heil wieder raus zu kommen.

 

Nachspann
✅ liefert noch ein Liedchen, lasst den Rausgang aus dem Saal also gemütlich angehen.

Kinostart: 06. Dezember 2018

Original Title: Unga Astrid
Length: 123 Min.
Rate: FSK 6

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Montrak

© 2017 TBC Filmproduktion

 

Bevor ich mich hier verkünstel, lassen wir doch den Mann zu Wort kommen, aus dessen Feder Montrak stammt: Regisseur Stefan Schwenk himself im Interview mit .kinoticket-blog.de

Ben: Warum Vampirfilm?

Stefan: Warum Vampirfilm? Weil’s in Deutschland schon lang keinen Vampirfilm mehr gab. Vor allem hat’s mich gereizt, die Mischung zu finden aus Mittelalter und Neuzeiterzählung. Der Vampirfilm hat ja seine Roots in Deutschland mit Nosferatu, was ja viele nicht mehr wissen. Und das war einfach so die Idee, mal herzugehen und ‘nen Vampirfilm zu machen, gerade jetzt, wo in Deutschland der Genrefilm wieder am Aufblühen ist. Das ist mein Beitrag zum Vampirfilm.

Ben: Hast du das Gefühl, dass der Vampirfilm so ein bisschen “neu gestartet” werden soll, weil wir ja so eine gewisse neuzeitliche Veränderung erlebt haben durch die Twilight-Saga und das alles bisschen liebenswürdiger geworden ist und kitschiger, da jetzt wieder zurück zu den Wurzeln zu gehen und im Prinzip die Bosheit der Vampire wieder neu zu erfinden?

Stefan: Genau. Im Endeffekt ist es auch eine Anspielung, ‘ne Liebeserklärung an das Genre der 80er Jahre, also z.B. Lost Boys oder Near Dark, da gibt’s viele Anspielungen und Hommagen. Ich persönlich mag härtere Vampirfilme gern, also mit richtig bösen Vampiren und wollte einfach mal ein Zeichen setzen, dass es noch was anderes gibt.

Ben: Gab es beim Dreh irgendwelche Schwierigkeiten, wo du gedacht hast: Jetzt wird’s echt brenzlig?

Stefan: Also wenn ich jetzt überlege: Die größte Schwierigkeit oder Herausforderung war natürlich die Planung, alles unter einen Hut zu bringen, die Termine der Schauspieler zu koordinieren, das hat Heike Fauser (die Produzentin) ganz toll gemacht. Bei einem Low-Budget-Film musst du, weil du die Leute nicht bezahlen kannst, schauen, wann die Schauspieler Zeit haben, da sie Arrangements haben, wovon sie leben müssen. Wir haben ja nur an Wochenenden gedreht und es war schon sehr aufwendig und auch schwierig, was das angeht, aber letztendlich hat alles geklappt. Deswegen auch fünf Jahre Produktionszeit.

Ben: Gibt’s für dich eine bestimmte Szene im Film, die deine persönliche Lieblingsszene ist?

Stefan: Also ich mag den Showdown ganz gern, da haben wir auch mal sechs Tage am Stück gedreht, das war so der einzige richtige Block, den wir hatten. Da haben wir’s auf jeden Fall krachen lassen, da bin ich auf jeden Fall sehr stolz drauf.

Dann gibt’s noch die Mittelalterszene, in der Wilhelm von seinen Dorfbewohnern vertrieben wird, die ist uns ganz gut gelungen. Es gibt einige Szenen, die ich ziemlich gut finde.

Ben: Was würdest du sagen, wer ist Zielpublikum? Für wen ist der Film gemacht?

Stefan: 18-60+? Wir hatten z.B. das Erlebnis auf unserer Kinotour, dass bei einigen Vorstellungen ein paar Leute 60+ da waren, die den Film ziemlich toll fanden und herausgefunden haben, dass da zwei verschiedene Meta-Ebenen drin sind und die haben da Sachen erkannt, was ich ziemlich spannend finde, da ich mir im Vorfeld ja auch Gedanken gemacht habe. Man kann das ja auf verschiedene Dinge übertragen. Das hat mich auf jeden Fall sehr gefreut.

Ben: Gab’s für dich persönlich Inspiration von anderen Filmen, die dich durchaus mit beeinflusst haben, wo du Anspielungen mit rein gebracht hast?

Stefan: Ja, da gab’s ne Menge Anspielungen an diverse Filme, ganz im Vordergrund steht der phantastische Film der 80er, z.B. Highlander, was den Fantasyfilm angeht, Terminator gibt’s zwei Szenen. Dann der klassische Vampir-Gangfilm, z.B. Lost Boys oder Near Dark, wie ich vorhin schon erwähnte, und unbewusst sicher auch. Ansonsten pack ich immer die innere Wahrheit in einen Film rein. Was mich z.B. im Leben irgendwie fasziniert, pack ich dann in eine Subebene, im Kontext auf die Vampirthematik umgemünzt mit rein. Leben, Tod, was mich im Leben halt bewegt.

Ben: Gerade das Thema “Tod”: Du hast eine Widmung im Film, was hat es damit auf sich?

Stefan: Der Film ist meinem verstorbenen Bruder gewidmet, der 2011 das noch so ein bisschen mitbekommen hat, als die Vorbereitungen losgingen. Ich hab ihm dann am Krankenbett noch so vermittelt: Wir machen den Film, was hältst du davon? Und er hat so den Daumen nach oben gehoben und gesagt “Yes”. Das war für mich das Zeichen, das jetzt durchzuziehen, auch wenn’s lang gedauert hat, sein Spirit war auf jeden Fall immer da und das hat uns natürlich dann bewogen, im Team den Film durchzuziehen.

Ben: Der Film ist mitten in der Kinotour drin [zum Zeitpunkt des Interviews] und ihr habt auch schon einige Festivals gehabt, wo er gelaufen ist. Was steht noch in der Agenda? Auf was dürfen wir uns noch freuen?

Stefan: Nachdem wir ziemlich erfolgreich bei diversen Festivals gelaufen sind, auch u.a. im UCI-Kino liefen im Rahmen der Midnight-Movies, stehen jetzt noch vereinzelte Kinos an. Parallel sind wir schon am Verhandeln mit Verleihern bezüglich Home-Entertainment, der Film wird definitiv auf Blu-ray, DVD und VoD erhältlich sein.

 

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Heike Fauser (Produzentin), Florian Freiberger (Schauspieler) und Stefan Schwenk (Regisseur) bei der Kinopremiere in München im Werkstattkino

 

Und an genau diesem Punkt sind wir nun angelangt: Montrak steht für’s Heimkino in den Startlöchern parat und bereichert ab sofort den deutschen Filmmarkt mit dieser liebevollen Huldigung an vergangene Zeiten, in denen Vampire tatsächlich noch richtig böse waren.

Natürlich lässt sich so ein gigantisches Low-Budget-Projekt nicht mit Mega-Blockbustern vergleichen, denen normalerweise viele Millionen zur Verfügung stehen. Hier wurden u.a. zwei Crowdfunding-Aktionen gestartet, bei denen ca. 15.000 € zusammenkamen, die für die Produktion verwendet wurden. Man spürt also schon, dass dieser Film ein Herzensprojekt ist, das finanziell von den Fans getragen wird, die genau solche Filme gerne sehen möchten.

Dabei findet man eben nichts vom glattgebügelten Hochglanz-Massenwahnsinn, den Hollywood am Fließband predigt, sondern man taucht ganz tief ins Nischendasein ein und erlebt eine düster erzählte Geschichte, die ebenso dreckig wie spannend ist und durch seine märchenhafte Düsternis begeistert. Damit beweist Deutschland einmal mehr, dass es kein Glamour und Glitzer benötigt, um Vampire ordentlich in Szene zu setzen, sondern dass ein klein wenig nostalgische Begeisterung ausreicht, um die altbekannten Stärken des Genrefilms packend auszuleben und dem Publikum einen echt sehenswerten Film zu bieten, der sich völlig in die abgelegene Mysterien-Welt der Vampire begibt.

Und solch ein Kniefall vor den heißgeliebten Fantasy-Filmen der 80er Jahre gehört einfach belohnt.

Wie ihr das tun könnt?

Auf dem Weekend of Hell wird’s einen Stand geben, wo ihr die Mediabooks direkt ordern und kaufen könnt. Mehr dazu findet ihr hier: https://weekend-of-hell.com/programm/#haendler

Ebenso werden Stefan Schwenk und seine Crew auf dem House of Horrors vertreten sein: Mehr dazu hier: https://www.houseofhorrors.events/

Und wer keine Zeit findet, zu diesen Conventions zu gehen, kann sein limitiertes Mediabook auch direkt bei der Produktion ordern: Hierfür einfach eine E-Mail an Heike Fauser ( h.fauser@tbc-film.de ) schicken und Cover-Wunsch dazu äußern:

Cover A (limitiert auf 333 Stück)
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© 2018 TBC Filmproduktion | Nameless

 

Cover B (limitiert auf 222 Stück)
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© 2018 TBC Filmproduktion | Nameless

 

Cover C (limitiert auf 111 Stück)
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© 2018 TBC Filmproduktion | Nameless

 

Die Mediabooks werden dann ab 5. November 2018 verschickt.

 

.kinoticket-Empfehlung: Endlich sind Vampire wieder böse und somit der Zustand der guten alten Welt wieder hergestellt.

Stefan Schwenk holt mit seinem neuesten Werk den Vampirfilm zurück nach Deutschland und beweist, dass man kein Glitzer braucht, um gute Unterhaltung zu produzieren. Die hingebungsvolle Hommage an längst vergangene Zeiten versetzt einen als Zuschauer zurück in die Vergangenheit und präsentiert eine mehrschichtige Erzählung in Form eines düsteren Märchens direkt aus dem Herzen der Bundesrepublik.

Wer Genrefilm mag, wird Montrak lieben!

 

Nachspann
✅ Coolest End Scroll ever seen. Bleibt sitzen, man hat sich hier richtig was einfallen lassen.

Kinostart: Ab 5. November 2018 als Mediabook inkl. Soundtrack erhältlich, 2019 wird es dann auch eine Amaray im Handel geben.

Original Title: Montrak
Length: 122 Min.
Rate: FSK 18

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Unter dem Beitrag gibt’s Freikarten für den Film zu gewinnen!
An alle Christenfreunde: Es wird kirchlich in den Kinos … und ihr dürft gerne mit Beten anfangen … zumindest suggeriert uns das der Film so.
The Nun ist die Konsequenz, die sich aus den Hauptfilmen The Conjuring und The Conjuring 2 ergeben, gefolgt von den Spin-Offs Annabelle und Annabelle: Creation. Folgerichtig hat man getan, was seinerzeit im Action-Segment mit Alien und Predator auch passiert ist: Man segmentiert das “Monster” aus dem Hauptfilm heraus und spendiert ihm einen eigenen Film.
Und da diese Horror-Reihe weltweit zu einer der beliebteren zählt, ist es klar, dass sich ein Großteil der Fangemeinde des Kinohorrors auf eben jenen Spin-Off megamäßig freut: Auch ich.
Was Warner Bros. uns da liefert, zählt auch tatsächlich endlich wieder zu “brauchbarem Horror”, der nicht so megamäßig enttäuscht, wie die unendlich gehypten Möchtegern-Bösewichte der letzten Jahre: Auch wenn man sich hier nicht mit Brillanz und Genialität übertrifft, sondern auf solidem Boden agiert, machen die Schockeffekte und der Look endlich wieder mal Spaß.
Die brutale Angst vor bösem Rot ist endlich gebrochen worden und man darf sich als Zuschauer endlich wieder an boshaftem Schwarz laben, ohne dafür schräg von der Seite aus angesehen zu werden: Diese Optik hat mir durchweg absolut gefallen.
Zudem spürt man, dass sich die Superbillig-Chinamüll-Manier vom Gesamteindruck verabschiedet und man sich tatsächlich dazu durchgerungen hat, einen etwas ernsthafteren Film zu kredenzen, der zwar immer noch mit Realitätsgetreuheit schwächelt, dafür aber in seinem Genre durchaus ernstzunehmen ist.
Dass Horror jetzt nicht der Mainstream-Massenfänger ist (war er nie), ist klar. Dass dadurch viele seriöse Pressevertreter seltsam mit den Augen rollen und man hierzulande auf komische Kritiken diesbezüglich stoßen wird, absehbar. Das erfordert dann einfach die natürliche Selektion, wer in den Film rennt und wer nicht: Es ist und bleibt ein Nischen-Genre, das durch The Nun nun einen nennbaren tollen Titel mehr hat, den man sehr schön auf der großen Leinwand bestaunen kann.
Das Fanherz schlägt definitiv höher, wenn man sich immer weiter in die obskuren Welten dieses Universums durchschlägt und in immer tiefere Gefilde eintaucht, die skurriler, merkwürdiger und böser werden – mit einer passablen Auflösung am Schluss, die nicht gut genug ist, um jetzt von dem neuen Plot-Durchbruch sprechen zu können, aber auch keine Hassgefühle hervorruft und die Leute langweilt.
Kurzum: The Nun ist genau das, was man eigentlich erwartet – dafür aber mit ausbleibenden Enttäuschungen, wie sie so oft in solchen Tragiken zum Vorschein kommen. Der Gang ins Kino deshalb definitiv lohnenswert.
 

.kinoticket-Empfehlung: Führt konsequent das Conjuring-Universum fort und überzeugt mit hohem Niveau in seinem Genre.
Schockeffekte, Einfälle, Optik und Sound überzeugen und heben sich vom Horror-Schund deutlich hervor, bahnbrechende Elemente sucht man jedoch vergebens.
Der Gang ins Kino ist wegen des Fehlens anderer gleichwertiger Genre-Filme sehr empfehlenswert, erwartete Enttäuschungen bleiben aus. Sprecht eure Gebete! 😉

 
G E W I N N S P I E L
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Warner Bros. Ent. hat für meine Leserschaft zwei coole Freitickets klargemacht, die ich euch hiermit verlosen möchte. Zwei von euch dürfen also gratis in den Film, indem sie die gewonnenen Kinogutscheine an der Kasse eines frei gewählten Kinos abgeben und dafür Freikarten für eine Vorstellung von The Nun erhalten.
Voraussetzung ist, dass dieses Kino den Film im Programm hat (logisch) und in der gewählten Vorstellung noch freie Plätze verfügbar sind (eigentlich auch logisch). Die Gutscheine sind gültig bis 3. Oktober 2018 – bis dahin sollte ein Kinobesuch also definitiv möglich sein. Achja: Nur innerhalb Deutschlands einlösbar.
Was ihr dafür tun müsst?
Kommentiert bis einschließlich Mittwoch, den 12. September 2018 unter diesem Beitrag, warum ihr den Film sehen wollt und gebt dabei eine gültige E-Mail Adresse an.
Unter allen Kommentatoren wird der Gewinner dann via random.org ausgelost und per E-Mail benachrichtigt.
Ich drück euch die Daumen und wünsche auf jeden Fall allen schon mal extrem viel Gänsehaut und megamäßig viel fun in den dunklen Sälen. 🙂
 
Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts mehr.
Kinostart: 6. September 2018
Original Title: The Nun
Length: 96 Min.
Rate: FSK 16 | R

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2014 strahlte man den ersten Teil in den Kinos dieser Welt aus, 4 Jahre sind genügend Zeit, um einen würdigen Nachfolger zu produzieren und wir bekommen in Teil 2 gleich mehrere Highlights geboten:

  1. Denzel Washington ist erstmalig in seiner Karriere in einem zweiten Teil zu sehen.
  2. Er hat das Ding gleich mit produziert und somit nicht wenig Mitspracherecht am Geschehen, was in solchen Fällen immer super Auswirkungen auf die “Coolness” der Streifen hatte.

In den USA ist dieser Streifen bereits seit 20. Juli 2018 am Start und hat in den ersten Tägchen mal eben satte 35,8 Millionen US-Dollar in die Kassen gespült: Irgendwas daran muss also verdammt gut sein.
Was mich zu meinen ersten Eindrücken nach diesem Film führt. Ich dachte so: “Okay, Hollywood hat tatsächlich kapiert, was es genau tun muss, um in Zeiten des harten Wettbewerbs wieder Fuß zu fassen und dem Zuschauer genau das zu bieten, weswegen er gerne ins Kino rennt.
Für mich ist The Equalizer 2 ein Gamechanger sondersgleichen. Im Vorfeld war einiges an Kritik bezüglich der “schweren Härte” dieses Machwerks zu lesen und zu hören, was mich persönlich immer hellhörig macht, weil mir viele Filme einfach viel zu soft sind. Nichtsdestotrotz muss man bedenken, dass die Story und der Twist bereits in The Equalizer über den Äther sind und der Zuschauer genau weiß, worauf er sich einlässt. Wir reden hier von einer Fortsetzung, den Dingern, die im Prinzip generell zum Tode verdammt sind, weil es (außer Terminator 2) keine guten Fortsetzungen gibt.
Und da prescht man hier mit einer gnadenlosen Gerechtigkeitshatz ins Spielfeld und lässt einfach so alles andere hinter sich. Das Ding wirkt. Die Stimmung ist außerordentlich und raunt dir zu, dass du deine Beichten ablegen und besser dein Lebe in Ordnung bringen solltest, bevor dir dieser Typ begegnet. Und so etwas liebe ich. Die Stimmungen, das faszinierend andere, wozu man sich im “Finalteil” des Films durchringt und es so großartig durchzieht, dass einem teilweise Mark und Bein erschüttert.
Es ist ein brutaler Action-Streifen mit einem verdammt coolen Denzel, der in einer seiner größten Rollen ganz frisch komplett aufgeht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Terminator 2 kriegt Gesellschaft: Ab sofort sind’s zwei abartig geile Fortsetzungen, die sich den Weg in den Himmel der gelungenen Filme gebahnt haben.
Es erwartet einen der gnadenlose Ausgleich zwischen Boshaftigkeit und Unschuld und damit sorgt man auf spannende und fesselnde Art für ein Gefühl, für das ich persönlich gerne sterben würde: Absolute Gerechtigkeit. Wenn auch mit härteren Bandagen aufgefahren, die Stimmung, der Sound und Flair im Film ist große Klasse und sorgt für bombastisches Action-Kino auf höchstem Niveau.
Davon sollten sich einige Blockbuster eine Scheibe abschneiden, denn Equalizer zählt ja fast schon zu den Nischenprodukten. Da hat man sich mit diesem Teil nun endgültig herausgekämpft.
Mehr davon – der Gang ins Kino lohnt sich auf jeden Fall!

 
Nachspann
❌ nicht abwarten, hier folgt nichts weiter.
Kinostart: 16. August 2018

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Am 26. Juni 2018 feierte die synchronisierte Fassung von Attack on Titan: The Roar of Awakening in Deutschland seine Premiere. Mit ihr begegnen wir einmal mehr einem Phänomen, dass gerade in der Anime-Welt hohe Wellen schlägt und viele der hart gewonnenen Fans immer derbe vor die Kante schlägt: Synchronisation japanischer Originale, die man auch hierzulande lieber im Original mit Untertiteln ausstrahlen sollte, statt auf die “dämlichen deutschen Stimmen” zurückzugreifen, die aus etwas hoch emotionalem dann etwas mittelklassemäßiges machen, auf das man allenfalls noch als absolut Unwissender stolz sein könnte.
Zugleich ist dies wieder einmal ein Zusammenschnitt einer Serie und somit eine brutal heruntergekürzte Variante einer womöglich großartigen Geschichte, die es zumindest in Japan und den USA auf sensationelle Zahlen geschafft hat. Damals hatte man ja viel zu kämpfen, um auch im europäischen und amerikanischen Markt Anteile an Fans und Leserschaft zu bekommen und bis heute hat es der Anime nicht in den Mainstream der (deutschen) Bevölkerung geschafft. Was eigentlich immer als (Manga)-Serie erschaffen wurde, wird nun also womöglich aus PR-Gründen in zeitraffergeschädigte Schnellverfahrens-Filme gepackt, um damit im Kino Boden zu fassen und neue Kundschaft für sich zu begeistern.
Dieser Plan funktioniert meines Erachtens nur mittelmäßig. Fakt ist: Serien haben Zeit. Zeit, Charaktere aufzubauen, ihnen Leben einzuhauchen, auf Details einzugehen und eine Geschichte wirklich in allen Facetten und Optionen zu erzählen und dabei mit dem Kunden gemeinsam auch in die tiefsten Abgründe literarischer Verzweigungen vorzudringen und den Dingen dabei auf den Grund zu gehen. Anime-Serien nutzen dieses Stilmittel genauso und werden manchmal bedeutungsschwangerer, wenn man eben mal minutenlang auf eine Silhouette schaut oder jemandem “tief in die Augen blickt” und einem dabei Zeit gegeben wird, nachzudenken.
Dieses furchtbare Phänomen habe ich schon bei Neon Genesis Evangelion festgestellt, eine Serie, die glaube ich keine einzigen Hater hat, sondern die jeder abgöttisch liebt: Schaut man sie (egal, wie lang das dauern möge) – ist man verliebt in einfach alles. Diese Schwere, die beständig in der Luft liegt, die Zeit, die man sich nimmt, die dadurch immer länger andauernden Qualen, die die Charaktere durchleiden – es passt einfach vollständig. Schaut man stattdessen die 1.11/2.22 oder 3.33-Kinofilme, kommt man sich einfach nur gehetzt und verarscht vor: Die ganze Geilheit dieser grandiosen Story wird durch diese unmögliche Hatz zu einer Farce und man bekommt eher das große Kotzen als dass man sich zurück in die Serie zurückversetzt fühlt und evtl. sogar nostalgische Faktoren aufblühen lässt.
Attack on Titan ist ebenfalls eine Serie, die nicht nur schon zwei Real-Verfilmungen über sich ergehen lassen durfte, sondern eben in – mit diesem Titel – inzwischen drei Kino-Kürzungen reingepresst wurde. Dabei ersetzte Teil 1 die Folgen 1-13, während Teil 2 dann 14-25 der ersten Staffel inkludiert. Mit Attack on Titan: The Roar of Awakening nimmt man sich jetzt der zweiten Staffel an und bringt somit den Compilation-Film auf den großen Screen.
Was mich wieder zum Beginn meines Beitrags führt.
Kurzes Experiment: Stellt euch mal so ein riesiges Monster (nehmt der Einfachheit einfach einen Dino) vor und sprecht dabei langsam den Titel aus: the ROOOOOOAAAAAARRRRRRRRRRRRRR of Awakening. Hört ihr dieses Vieh schreien?
Okay, nochmal in Deutsch: das GEBRRÜÜÜÜLLLLLLLLLLL des Erwachens.
Und dann hoppelt das Monster davon: “Gebrüll”, “Gebrüll”, “Gebrüll” …. merkt ihr: es ist lächerlich!
Also in Englisch: After that the monster runs away: “ROAR!” “ROAR!” “ROOOAAARRRR” – authentischer? Hört man schon anhand der Sprache das Röhren aus den tiefkehligen Monster-Lungen?
Genau diese Intensität, die man als Zuschauer unterbewusst erlebt, geht in der deutschen Synchronisation vollständig verloren. Und ich wage einfach mal zu behaupten, das ist bei (fast) allen Animes so. Warum also übersetzt ihr die Dinger denn überhaupt? Es reichen doch Untertitel.
Ich denke, darunter hat auch die dritte Verfilmung der Serie stark zu leiden, denn die hierzulande mit FSK 16 freigegebene Kinofilmfassung nimmt sich durch die sprachliche Verstümmelung ein wenig die “Brutalität” und das Monströse, dass die Serie womöglich viel besser aufweisen kann. Und da man eben keine Zeit hat, um alles gebührend vorzustellen und die Neueinsteiger und Zuschauer auch in die Story so einzuführen, dass sie verstanden wird, fühlt man sich stellenweise als Quereinsteiger alleingelassen und ratlos. So kann es schon mal vorkommen, dass man zwischendurch auf die Uhr schaut.
Ein anderer Punkt ist auch: die harmonische Zusammensetzung von Ernsthaftigkeit und “japanischem Anime-Humor” kann durch den Schnitt völlig verhunzt worden sein (ich kenne die Serie nicht), aber zumindest kam mir das in den After-Credits-Szenen zu deutlich heraus: Die haben irre Spaß gemacht und eine ganz andere Seite der Geschichte gezeigt. So bleibt mir wohl nur, mich der Serie als solches anzunehmen und herauszufinden, ob die dann besser komponiert ist, als das im Kinofilm der Fall war.
 

.kinoticket-Empfehlung: Höchstwahrscheinlich nur extremen Fans zu empfehlen, die sich in der Attack on Titan-Welt auskennen und einfach in kurzen Schnitten an die Zeit zurückerinnert werden wollen, in denen sie die Serie gesehen haben.
Als Quereinsteiger manchmal schwer zu verstehen und die deutschen Dialoge entbehren stellenweise etwas der Ernsthaftigkeit. In diesem Fall ist es wohl kein Fehler, lieber zu den Serien direkt zu greifen, um wirklich in die umfassende Welt dieser Schöpfung eintauchen zu können.

 
Nachspann
✅ auf jeden Fall bis ganz zum Schluss sitzen bleiben, hier kommt nach dem Abspann noch eine fantastische Szene, die gar nicht mal kurz ist.
Kinostart: Event am 26. Juni 2018 – fraglich, ob da noch weitere Vorstellungen kommen werden.

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Ich selbst bin ja nicht “offiziell als Kind” aufgewachsen, sondern hatte wegen einiger externer Eigenarten das Problem, vieles, das normale Kinder einfach während ihrer Kindheit tun, später “nachholen” zu müssen. Dazu gehören auch Comics. Ich hatte nie welche, war wohl genauso interessiert daran, sie zu lesen, aber es sollte halt nicht sein.
Den Umweg über Japan und japanische Mangas hätte ich mir als Kind sicherlich auch extrem gewünscht, aber auch hier hat mir das Leben einen Riegel vorgeschoben. Meinen Einstieg in die Anime-Welt habe ich mit der Serie Neon Genesis Evangelion gefeiert, die ich heute noch extrem liebe und verehre und an deren Großartigkeit bis jetzt noch nichts rangekommen ist. Alles, was man später so im TV mitbekommen hat, war mir entweder zu quirlig, zu extrem kindisch oder einfach “unter meinem Niveau”. Ich konnte Serien wie Sailor Moon oder Pokémon nichts abgewinnen und ich habe auch bis heute noch kein Interesse an Dragon Ball oder anderen Dauerbrennern aus dem deutschen Fernsehen.
Neuerdings ist allerdings die Eigenart in unsere Kinos eingezogen, die Welt der Animes nach Filmperlen abzusuchen und diese in Form von Events auf die deutschen Leinwände zu bringen. Auch hier habe ich mir bereits den ein oder anderen Streifen angeschaut und war von manchen Dingen recht positiv angetan. Aber so richtig gepackt hat’s mich eben nicht.
Doch jüngst flammten dann Filmchen wie Your Name. – Gestern, heute und für immer auf, der sich auch gleich mal zum erfolgreichsten Anime aller Zeiten emporhob und den ich mir tatsächlich sogar 2x auf dem Big Screen angeschaut habe, obwohl er in Deutschland nur 2x über die Leinwand ging. Meine Liebe zum japanischen Anime ist geboren und ich frage mich immer öfters, weshalb man es hierzulande nicht schafft, solche Filme einfach dauerhaft ins Kinoprogramm einfließen zu lassen respektive ganze Kinos eröffnet, die ausschließlich animierte Filme aus der Kultur Japans zeigen. Interesse dürfte ja eigentlich reichlich vorhanden sein.
So ließ ich es mir also auch nicht nehmen, jüngst in das Event von No Game, No Life: Zero zu gehen, von dem ich vorher absolut rein gar nichts gehört hatte. Sei’s drum, die Dinger werden immer besser, also geh einfach rein und lass dich überraschen.
Gesagt, getan. Und es hat mich weggebombt.
Was ich grundsätzlich an Animes mag: Die Stimmen. Sie spielen so echt, so verzweifelt, so laut, so brüllend, so emotional, so glaubwürdig: All das, was man in deutschen Produktionen oft anprangert, nämlich, dass sie keine realistische und anständige Sprache sprechen, sondern sich in ihrem Theater-Hochdeutsch selbst die Füße brechen, findet hier nicht statt, sondern man wird hineingerissen in die Gefühle der Charaktere und kann einfach nicht anders, als mit ihnen mitzufühlen, weil sie ihre Emotionen wahrlich rauslassen.
Was mich genauso begeistert: Der Zeichenstil. Wenn er eben nicht so “kindisch” wie in Sailor Moon und Konsorten ist. No Game, No Life: Zero bringt hier zwar ziemlich viel pink mit ins Spiel und wirkt daher anfänglich für die Boy-Generation etwas abschreckend, allerdings wird man so schnell und intensiv in die Situation hineingezerrt und mit Momenten überströmt, dass es gar kein Entrinnen mehr gibt und man einfach nur gefesselt der Story folgt und hofft, dass alles gut ausgeht.
Was ich ebenfalls grundsätzlich an Animes mag: Der Humor. Die Situationen können noch so deprimierend und niederschlagend sein, man findet immer wieder eine Möglichkeit, um diesen super süßen, sexy Humor auf die Bildfläche zu wedeln und damit für Auflockerung und unfassbar viel Sympathie zu sorgen, ganz egal, wer da grade auf der Leinwand rumspringt.
Und von beidem hat No Game, No Life: Zero mehr als reichlich! Dass ich heute meinem Geldverdien-Job nachgehe und nicht nochmal ins Kino gehen kann, bedauere ich jetzt schon, denn wäre ich im Frei, würde ich sofort wieder Kohle in die Hand nehmen und mir den Titel einfach nochmal anschauen!
Und ich lege euch dringend ans Herz, genau dies zu tun! Diese “Belanglosigkeit”, die man als Erwachsener desöfteren bei Animes aus dem deutschen TV verspüren könnte, passt hier gar nicht rein. Der Streifen wirkt sehr “erwachsen” und “ernst” und bringt einen dabei dennoch ständig zum Lachen und tobt in verschiedenen Szenen vor sich hin.
Fakt ist: Die Laufzeit ist eigentlich relativ kurz – und da die Kinos bei solchen Events in der Regel auch keine Werbung zeigen, kommt es einem noch viel kürzer vor – und das allein hat schon ausgereicht, dass ich mich jetzt nun ernsthaft nach der “Fortsetzung” umsehe: Der Serie.
Diese kommt mit 287 Minuten daher und nennt sich No Game, No Life: Episode 1-12 – dreimal dürft ihr raten, was der Filmtitel dazu ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Also nutzt heute die Chance und geht ins Kino, denn der Titel wird wirklich nur noch heute in den Kinos gezeigt.
Nutzt den Kinofinder oder das Portal https://deinkinoticket.de/filme/ – und gebt dort Titel und euren Wohnort ein, um das nächstgelegene Kino zu finden, dass diesen Anime bringt.
Danach hoffe ich nur, dass möglichst viele Events oder Freilichtbühnen diesen Titel aufnehmen und ihn auch in Zukunft noch zum Schauen bereithalten, denn gesehen zu werden hat sich dieses Werk definitiv verdient!

 
Nachspann
Ist sehenswert, hörenswert und sollte definitiv bis zum Schluss abgewartet werden.
Kinostart: 7. Juni 2018

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Ghostland

Wollt ihr mal wieder richtig guten Horror sehen? Dann ordert euch .kinotickets für Incident in a Ghost Land – wie der Titel im Original heißt und genießt die Show!
Ich bin ja bekanntermaßen Fan von Gruselfilmen auf der großen Leinwand und daher beständig auf der Suche nach Werken, die man auch Fans außerhalb dieses Genres empfehlen kann – und genau da bietet uns das auf Massenfilme getrimmte Kino oft nichts ernstzunehmendes, wofür man sich nicht in irgendeiner Weise fremdschämen muss.
Entweder landet man in stupider Verzweiflung oder es wird dermaßen auf Horrorcomedy gebaut, dass es als Normalsterblicher nicht mehr auszuhalten ist. Ghostland schafft hier gleich von Anfang an eine Mordsstimmung und prescht mit Karacho los, um den Zuschauer direkt zu fesseln und im Sturm zu erobern.
Ich weiß, Humor ist etwas, das den Geschmack treffen muss. Der punktete bei mir durch seine subversive Ader und brachte mich so eher zum Schmunzeln statt mir mit der Keule der Dummheit eins überzuziehen.
Was mir eigentlich als einziges gefehlt hat, war ein Twist am Ende des Films, der die Geschehnisse noch einmal in Frage stellt – quasi der finale Arschtritt, der dem Werk die Krone des Meisters aufzieht.
Da dies ausbleibt und man einfach so dahin dümpelt (was den Film keineswegs schlechter macht, und auch den Sehspaß während der Spielzeit nicht trübt), rede ich hier nicht von vollkommenem Horrorkino, sondern einem überdurchschnittlichen Werk, dass an wenigen Ecken etwas kränkelt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Freunde des Horror-Kinos sind herzlich eingeladen, endlich mal wieder etwas auf die Kacke zu hauen und einen Film zu genießen, der sich über die bekannten Klischees hinwegsetzt und einfach gutes Kino liefert.
Einzig das Ende ist etwas enttäuschen, der Weg dorthin macht aber riesigen Spaß und erfreut jedes Gruselherz. Reingehen erlaubt 🙂

 
Nachspann
Nach der Schwarzblende seid ihr erlöst: Es folgen keine weiteren Szenen mehr.
Kinostart: 5. April 2018

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Um mal eines vorweg zu nehmen: Heilstätten ist für mich DER Hoffnungsträger für die Zukunft, weil er in meinen Augen eigentlich alles richtig gemacht hat!
Beworben mit “YouTubern” in einem .trailer, der eigentlich schlechter nicht sein kann und dem Kinoliebhaber schon von vornherein die Laune auf den Film vermiest, erwartet man als Zuschauer dann auch nichts weltbewegendes mehr. Soweit, so … gut. Denn der .trailer offenbart rein gar nichts über die großartigen Schachzüge, mit denen der Film anschließend aufwartet. Genau so sollen Filmvorschauen sein und nicht, wie es aus Hollywood bekannt ist, dass man die Story in 3 Minuten zusammengefasst bereits inklusive aller Twists aus dem Anriss kennt.
Desweiteren wirft der Film viele Fragen auf und beginnt, sie zu beantworten. Er feiert YouTuber nicht als die absoluten Helden oder Loser ab. Über die schwierige Konstellation zwischen VoD-Anbietern und Kino habe ich mich ja schon zu Hauf ausgelassen und YouTube gehörte anfangs definitiv zu den belächelten Spinnern, die niemals ernstzunehmenden Content bieten können.
Mittlerweile sieht das anders aus – so anders, dass nicht wenige komplett davon leben können. Und auch, wenn auf YouTube immer noch viel Mist produziert wird (und Klicks kassiert), kann man dazwischen dennoch hochwertigen Content finden und konsumieren. Das Problem ist also nicht die Plattform, sondern liegt wo völlig anders begraben.
Und dieser Materie nimmt man sich in Heilstätten sehr medienwirksam an und erfährt auf einmal eine Annäherung zwischen dem elitären und unangefochtenen Kino und dem einst belächelten YouTube auf eine Art und Weise, die mich als Horrorfan wahrhaftig begeistert hat.
Angst? Jap – die Stimmung ist teilweise so stark, dass auch mir oft die Gänsehaut auf dem Körper stand. Man hat endlich mal wieder die richtigen Register gezogen und damit im Film einige “What the…”-Momente erzeugt.
Die Darsteller spielen sehr überzeugend und bringen auch das YouTuber-Feeling sehr gut rüber. Doch nicht nur da, sondern auch an kritischen Stellen und den Twists hat man ordentlich angesetzt und den Zuschauer wohl kaum enttäuscht.
Dass der Film hierzulande endlich mal richtige Filmförderung erfahren hat, zahlt sich also aus und ich finde es persönlich dann ungerechtfertigt, sich darüber aufzuregen, dass dies in den USA z.B. bei Blair Witch Project auch ohne geklappt hat. Im Gegenteil: Endlich sieht man, dass es Wege und Möglichkeiten gibt, um die Konkurrenzkämpfe zu beenden und gemeinsam hochwertigen Content zu produzieren, der die Zuschauer nicht enttäuscht und auf beiden Seiten für Gewinne sorgt und damit eine allumfassende Win-Win-Win-Situation erschafft.
Was mich zu einem weiteren Kritikpunkt der Presse führt: Die Location. Tatsächlich haben hier in Kriegszeiten unverzeihliche Verbrechen stattgefunden und dem Ort wird dadurch paranormale Aktivität nachgesagt, da es angeblich dort spuken soll.
Was ziemlich lächerlich klingt, wird im Film sehr ernstzunehmend umgesetzt und die erwartete Entweihung wurde in meinen Augen eher durch respektvollen Umgang mit der Anstalt und immer wiederkehrenden Mahnungen ersetzt.
Wer sich jetzt also darüber mokieren möchte, dass eine heilige Stätte für Dreharbeiten verunstaltet wird, der hätte dies bereits bei Gore Verbinskys A Cure for Wellness tun müssen, der ebenfalls in Heilstätten gedreht wurde. Und bei Monuments Men – Ungewöhnliche Helden hat man auch keinerlei Beschwerden gelesen.
Für mich sieht das eher danach aus, dass man nun öffentlichkeitswirksam damit beginnt, Lost Places als Filmelement auszuloten, da der offensichtlichste aller Filme – Lost Place – damals schon kaum Aufmerksamkeit erfahren hat und an sich auch nicht wirklich so berauschend gut war. Genau das kann man weder von A Cure for Wellness noch von Heilstätten sagen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Freut euch auf den 22. Februar, denn ab dann darf sich im Kino endlich wieder gegruselt werden und auch allen Handyliebhabern wird endlich wieder ein Anreiz geboten, in die wahrhaften Lichtspielhäuser zu gehen.
Für mich macht Heilstätten alles richtig – angefangen von der PR über die Story, die Twists sowie hinter den Kulissen mit Filmförderung und Drehortauswahl: Die Show funktioniert und liefert erstklassige Ergebnisse.
Über alles andere kann man streiten – und das hättet ihr ohne den Film dann schließlich auch nicht getan. Also Abflug in die Kinos, denn dieser Titel ist in meinen Augen der erste Versuch, YouTube auf die Leinwand zu bringen, der wirklich geglückt ist.

 
Nachspann
hält keine Überraschungen mehr parat.
Kinostart: 22. Februar 2018

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Zur Information: Es gibt bereits einen Streifen mit Kevin Bacon und Kiefer Sutherland, der sinnigerweise Flatliners heißt und eben jenes zum Thema hat, das Flatliners aus 2017 erneut auf die Bühnen bringt.
Die meisten wissen das nicht – und das ist im Vergleich zum Werk aus dem Jahr 1990 anders, denn damals wusste man nicht, dass so etwas tatsächlich nicht möglich ist und musste erstmal auf die nächste Veröffentlichung vom Spiegel warten, in der Hoffnung, dass die darüber berichten.
Die grundlegende Naivität, die aus dem Nichtwissen resultierte, da es eben keine Smartphones gab, mit denen man innerhalb von Minuten belegbar überprüfen konnte, ob der Sack Reis in China tatsächlich umgefallen war oder jemand einem nur einen Bären aufbinden wollte, war damals noch gegeben.
Zusätzlich war das eine Zeit, in der Unmögliches, Fantastisches und Faszinierendes in Filmen verarbeitet wurde und der Bezug zur Realität oftmals gar nicht automatisch hergestellt werden wollte, sondern die Menschen sich eher in ferne Welten entführen lassen wollten – was eignete sich dazu besser, als die Thematik aus Flatliners.
Nun kommen heute – in einer dermaßen aufgeklärten Welt, dass einem vor Langeweile oft nichts mehr einfällt, weil die Leute einfach alles wissen und das Großhirn nicht mehr Großhirn, sondern Google heißt, auf einmal ein paar Spinner daher und verfilmen etwas, dass Flatliners heißt und produzieren damit einen gigantischen Flop… so meinen zumindest viele, mit denen ich über die Erwartungen zur Neuverfilmung gesprochen habe.
Ich persönlich war von dem Film eher begeistert, auch wenn er sich nicht mit reichlich Glaubwürdigkeit ausschmückt, sondern innerhalb dieses Wissensfundus eher lächerlich wirkt: Es ist, als hätte Joel Schumacher seinen 78. Geburtstag und seine Erben kämen an und meinten zu ihm: “Hey, wir haben da ein Geburtstagsgeschenk für dich – schau mal!”
Flatliners aus 2017 ist nämlich ein genauso fanverschworenes Tribute an die Elemente von damals, das man nicht mit moderner Technik und sonstigem Firlefanz ausgeschmückt, sondern ebenso dezent, liebevoll und affin gestaltet hat, sodass die einzigartigen Elemente des Films von damals auch heute wieder ein zu Hause finden und man nicht durch Blödelei oder Abgesaufe in irgendwelchem Partystuss seinen Halt verliert und die Botschaft in Nichtigkeit untergeht.
Im Gegenteil: Man beschwört förmlich die naive Ernsthaftigkeit und bringt die selbe Moral, gespickt mit dezenten Effekten und tatsächlich wunderbar umgesetzten Drifts erneut auf die Plattform und liefert dazu einen herausragenden Cast, der seine Sache ob dieser durchdringenden Ernsthaftigkeit wirklich einzigartig meistert.
Das einzige, wovon ich abraten würde, sofern man des Englischen nicht perfekt mächtig ist: Die OV-Version zu schauen, denn hier muss man sich wirklich anstrengen um etwas zu verstehen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein glorreiches Tribute an das Werk von 1990 mit herausragendem Cast und einer unglaublich eindringenden Ernsthaftigkeit zu einem eher lachhaften Thema in einem Film, der sich mit nichts anderem außer seinem eigenen Vorbild messen möchte.
Wer ihn damals liebte, wird ihn heute bestaunen, wer ihn damals schon suspekt fand, findet heute auch keinen Gefallen daran. Akzeptiert das und zieht nicht darüber her, denn das hat Flatliners in keinem Fall verdient!

 
Nachspann
braucht man nicht abwarten, die üblichen Textfolgen ohne Sequenzen oder Nachspiel.
Kinostart: 30. November 2017

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Jetzt habt ihr mich: Da heule ich die ganze Zeit der Welt vor, wie schlecht und vorhersehbar und unterhaltungstechnisch langweilig Filme von Blumhouse Productions sind und dann bringt man mal eben Happy Deathday raus und glänzt in allen Punkten mit überraschend positiven Werten.
Wer den .trailer sieht oder etwas länger aufs Filmplakat schaut und dort etwas aufschnappt, der kann sich zwar denken, wohin die Reise gehen soll, dass dann aber der Film im Kino trotzdem nicht langweilig wird, sondern man gespannt und bravourös unterhalten wird, hätte ich in der Zusammensetzung nicht gedacht.
Und das bei einem Wiederholungstäter, wo die Einfallslosigkeit ja quasi schon vorprogrammiert ist. Die Hommage an den Klassiker ist unverkennbar, die Umsetzung auf tödlicher Basis aber umso gelungener – so dass nicht nur bekannte Elemente zu einem neuen Twist zusammengefädelt werden, sondern man auch gleichzeitig noch einen bis dahin selten so charmant erlebten Humor eingewebt hat, der vor Sympathie und Ausstrahlung glänzt und die Figuren nochmal ein wenig näher bringt.
Und da lobe ich mir die Kreativität, das Herzblut und die Hingabe, die man der Hauptdarstellerin angedeihen ließ und mit der man sie in die immergleiche Geschichte schickt, die für den Zuschauer dadurch trotzdem niemals langweilig wird.
Dass auch hier wieder mit ganz normalen Mitteln vom Hauptziel abgelenkt werden will, steht außer Frage – dafür nutzt man aber nicht die langweilige Methode, sondern spendiert ein paar Überraschungen, die echt erfreulich waren und den Film damit zu einem der besten “Horror”-Filme dieses Jahres machen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Von allen Filmen, für die Blumhouse Productions in den letzten Jahren verantwortlich gewesen ist, liefert der mit Abstand das überraschendste Ergebnis und verblüfft in jederlei Hinsicht mit einer bislang unbekannten Ernsthaftigkeit und Professionalität.
Der Zuschauer wird nicht mehr durch Vorhersehbarkeit geplagt, sondern erhält die beste Unterhaltung mit erstaunlich wenig Punkten, an die man anecken könnte.
Bravo – weiter so, dann gewinnt ihr mich noch zum Fan!

 
Nachspann
kommt keiner, außer den üblichen Namensnennungen.
Kinostart: 16. November 2017

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