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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Anke Engelke

Rate Your Date

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© 2019 Twentieth Century Fox

Viele haben bei dem Gedanken an diese Filmthematik immer noch Kopfschmerzen von Safari – Match Me If You Can – und da gab es ja bereits vielfältige Kritik: Zu viel nackte Haut für die FSK-Freigabe, zu dämlich thematisiert, peinlich, lächerlich, usw…

All dies sollte euch trotzdem nicht davor abschrecken, in Rate Your Date zu gehen, denn dieser Film macht alles irgendwie besser. Viel besser.

Auch hier hatte ich wieder das Gefühl: Gebt mir die App! – Und diesmal wurde sie tatsächlich entwickelt, allerdings nicht auf die breite Öffentlichkeit losgelassen, denn Gründe dafür, dies nicht zu tun, sind im Film bereits ausreichend vorhanden.

Was mich fast ein wenig gestört hat, war, dass die App manchmal zu sehr in den Hintergrund trat und man sich auf die Leute drumrum und deren Probleme oder Anbandelung ausgerichtet hat, statt bei der Sache zu bleiben und dem Titel des Films gerecht zu werden.

Jammern auf hohem Niveau, denn der Streifen hat enormen Unterhaltungswert und einige wahrlich coole Socken im Angebot, für die sich das .kinoticket wahrhaft lohnt. In meinen Augen besetzt Edin Hasanovic den coolsten Part, der Trupp allgemein ist genauso sympathisch und irgendwie passt es diesmal alles in seiner Gänze.

Über grundlegende Sachen in Fragen “Liebe und Beziehung” zu diskutieren und hier zu erwarten, dass dieses Movie mit Tiefgründigkeitspotenzial aufwartet, darf man sich dennoch getrost sparen: Ich glaube, das ist kaum die Absicht gewesen, sondern viel mehr, einfach gemeinsam einen netten Abend im Kino zu haben und ein bisschen Dating-Wirr-Warr auf der Leinwand zu genießen. Und da sind tatsächlich genügend erfrischende Szenen, heitere Lacher und komische Sequenzen dabei, die das alles liefern.

Wer sich also bislang noch nicht dazu bequemt hat, diesen Film auf der großen Leinwand in vollen Sälen zu sichten, der sollte dies spätestens jetzt nachholen – es lohnt sich!

.kinoticket-Empfehlung: Wesentlich besser als der vielzitierte Safari – Match Me If You Can mit ausreichend Szenen, die einen zum Lachen bringen und enormem Unterhaltungspotenzial: Der Trupp stimmt, der Film wird nie langweilig und es macht Spaß, sich einen Abend im Dschungel der Liebschaften rumzutreiben.

Tiefgründigkeit sollte man nicht erwarten, schlechte Unterhaltung wird deshalb aber auch nicht geboten: Das Ding stimmt und macht mit Publikum im Saal ganz sicher richtig Laune.

Nachspann
✅ Sitzen bleiben! Hier folgt noch eine Szene.

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: Rate Your Date
Length: 105 Min.
Rated: FSK 12

Und abschließend noch ein paar Impressionen von der Deutschlandpremiere im CineStar im Sony Center aus Berlin. Viel Spaß damit 🙂

Ailos Reise

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© 2019 NFP marketing & distribution | Ascot Elite Entertainment

Unglaublich schön! Was Regisseur Guillaume Maidatchevsky hier auf die Füße gestellt hat, zerbirst förmlich vor professioneller Vorbereitung, die selbst Kenner und Techniker in Staunen versetzt: Ailos Reise fährt einfach so mal den Großteil aller anderen Tierdokumentationen gnadenlos aus dem Rennen und positioniert sich nahe am Genre-Mogul BBC: Das Teil ist großartig und erzählt die Geschichte von Tierchen, die eben nicht die “üblichen Verdächtigen” darstellen, sondern zieht ganz andere Register.

Dabei hat man tief in die Wühlkiste aller Lebewesen gegriffen und Erstaunliches zu Tage gefördert. Genau das hat mir unglaublich an diesem Film gefallen: Man möchte nicht einfach nur wiederholen, den Bürger zu mehr Naturnähe und Planetenbedachtsein aufrufen, sondern liefert ein Abbild der Natur aus entlegenen Winkeln mit Beispielen, die sich selbst aus dem Sumpf aller Dokumentationen freikämpfen und damit etwas völlig Eigenständiges werden.

Dazu gesellt sich technisches Know-How, dass den Kamera-Freak in mir wieder in Wallung bringt: Die Aufnahmen sind derart meisterhaft, dass man es manchmal gar nicht glauben kann und sich die ganze Zeit fragt: Wie zur Hölle haben die das gemacht?

Wie sind die so nah an die Viecher ran? Wie haben die solche Aufnahmen herstellen können ohne die Tierchen zu verschrecken? Und dann die Qualität der Aufnahmen auf solch hohem Niveau setzt auch voraus, dass man in Technik investiert hat, um hier einen so nischigen Film abzuliefern… Perle vor die … Ihr wisst schon und sorgt hoffentlich dafür, dass dem nicht so ist, sondern möglichst viele in den Genuss dieses Streifens kommen, der seit gestern in diversen Independent-Kinos zu finden ist.

.kinoticket-Empfehlung: Nein, it isn’t just another one … es ist besser! Viel besser!

Hier steckt Vorbereitung, Planung, unfassbar viel Zeit und Geduld und vor allem ein geniales Konzept dahinter, dass es allein wert macht, diesen Film zu sehen. Darum gehört er auch ins Kino: Freigesprengt von allen anderen Dokumentationen über Tierwelten liefert man hier Beispiele, die man so eben noch nicht gesehen hat – und damit zeitgleich den Zuschauern einen Grund, doch ins Kino zu gehen und gemeinsam zu staunen.

Die Konzeption hinter der Kulisse ist wahnsinnig aufwendig und professionell und raus kommt ein super Werk für groß und klein, dass man sich definitiv besehen kann. Daumen hoch!

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, rausgehen erlaubt.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Aïlo: Und odyssee en Laponie
Length: 86 Min.
Rated: FSK 0

Das schönste Mädchen der Welt

Ich stell euch mal zwei Vasen auf den fiktiven Geist-Tisch in euren Köpfen:
Vase 1: Deutsches Kino.
Vase 2: Comedyfilm.
Na, bei wem zieht sich inzwischen alles zusammen? 😉
Jap – genau dieses Problem hat man mit Das Schönste Mädchen der Welt endlich ausgemerzt und einen Movie geschaffen, der sich den Problemen Jugendlicher annimmt und sie in ihrer eigenen Sprache und Machart komplett versteht und so wiedergibt, dass man nicht das permanente Gefühl von Peinlichkeit und Scham hat.
Regisseur Aron Lehmann vollbringt hier die unglaubliche Höchstleistung, in einer deutschen Produktion Schauspieler miteinander zu vereinen, die in Sachen Coolness, Up-2-Date und Vorzeigbarkeit ein bisher ungekanntes Niveau erreichen und den Zuschauer permanent verblüffen.
Und zwar auf allen Gleisen, die es so gibt: Die Sprüche sind geil, die Musik ist der Hammer (und ja, ich steh normalerweise überhaupt nicht auf dieses Genre), die Schauspieler spielen alle sowas von abartig cool, alt und jung, dass man es kaum aushält, diesen Film nur einmal zu sehen und dann warten muss, bis er endlich im regulären Kino läuft und man ihn sich nochmal anschauen kann.
Die Jokes sind erste Sahne, die Zusammengehörigkeit und das Gruppengefühl toppt sogar Fack Ju Göhte und offenbart sich selbst somit als eben jene Trilogie, nur halt “in gut”. Auch für die Kritiker.
Stimmen zum Film waren u.a. “Die ersten 20 Minuten hab ich etwas gebraucht, um warm zu werden, aber dann war er wirklich richtig gut.” – und tatsächlich: Deutschland hat in seinem Kinorepertoire kaum etwas, worauf man a la “Alien Chestbuster” zurückgreifen kann, was dem Zuschauer innerhalb von Sekunden ein komplett bekanntes Phänomen vermittelt, auf das man dann einen Situationskomik-Plot aufbauen kann und muss sich somit erstmal selbst ein Fundament schaffen, auf dem der Reigen dann tanzen kann.
Das Schönste Mädchen der Welt schafft dies und rattert dabei locker alle Gefühls-Wellen ab, die man so kennt und erfasst dabei jeden, der sich in den Saal begeben hat.
Großartig – endlich ein Film, der auf internationalem Niveau vollkommen überzeugen kann und für den man sich als Deutscher kein bisschen schämen muss, quasi das A Clockwork Orange unserer Zeit!
Danke, Tobis, Danke Aron Lehmann!
 

.kinoticket-Empfehlung: Großartiges Kino über die Generation Jugend, die Sprechen und Benehmen verlernt hat und sich in der großen Übung der Liebe probiert.
Eine deutsche Komödie mit großartigen Schauspielern, einem hervorragenden Plot und zündenden Witzen ist hierzulande eine totale Seltenheit, die bislang jeden berührt hat und auf der Leinwand großartig funktioniert. Endlich fängt’s auch hier an, richtig Laune zu machen und man darf auf weitere Publikationen dieser Art gespannt sein.

 
Nachspann
✅ wenn auch nicht optischer Natur, für einen Lacher reicht’s noch 😉
Kinostart: 6. September 2018
Original Title: Das Schönste Mädchen der Welt
Length: 102 Min.
Rate: FSK 12

Hotel Transsilvanien 3

Zur Zeit ist der Markt hart umkämpft. Rivalen wie Netflix oder Amazon Prime machen knallharte Preisansagen und umwerben des Users Zeit, die er dann nicht mehr geldspendend im Kino verbringen kann, was Hollywood derzeit mächtig zu schaffen macht. Warum wohl umkämpfen derzeit die Monster-Studios den Verkauf der 20th Century Fox? Es ist eine Schlacht der Superlative, die sich um die Marktmacht im Bereich Film ausbreitet und aus der einige Leichen hervorgehen werden.

Zeitgleich spürt man, wie jedes Label eigenständig aufrüstet und in allen erdenklichen Bereichen aufstockt, um konkurrenzfähig zu bleiben. Ob diese Entscheidungen alle aus reiner Vergnüglichkeit oder aus schierer Panik heraus getroffen werden, vermag man als Außenstehender kaum sagen können.

Fakt ist: Auch der Animation-Market ist ein Segment, in dem jedes Major Label aufrüstet und seine eigene Ideenschmiede mit immer neuem Stuff ausstattet. So geschehen mit den jüngst erfolgreichen Filmen aus der Hotel Transsilvanien-Reihe, die eigens Geschichte geschrieben haben.

Womit wir beim aktuellen Thema wären. Der Startfilm eröffnete eine völlig neue Welt, hatte zynische und bissige Kommentare, eine schnuckelige Niedlichkeit und war eben wieder etwas eigenes ohne von anderen abzukupfern. Von Teil zwei behaupte nicht nur ich, dass er “einfach da” war, seine Bestwerte aber während der Laufzeit in der Tasche behalten hat und in weiten Teilen mit Langeweile glänzte.

Und nun möchte man diese Filmreihe wiederbeleben und schickt die Animationsfiguren erneut auf die Reise, um die Leinwände der Welt zu bevölkern und hat bereits im Vorfeld pressetechnisch schon einen ziemlich großen Aufriss gestartet. Und tatsächlich, von der Bauart und Witzigkeit kommt man erneut fast an den ersten Teil heran, der Speed ist wiederhergestellt und die Erzähltiefe erlebt ein Revival der wünschenswerten Art. Auch technisch spürt man, dass hier jetzt richtig Geld drin steckt und man mächtig in diesen Zweig investieren möchte und hat.

Die Animationen sind super ordentlich konstruiert und auch die Einfälle glänzen hier und da mit gelungenen Gags und Impressionen, die man größenmäßig von Fluch der Karibik 5 kennt: Hier wurde anständiges Handwerk abgeliefert und tatsächlich mächtig Drive in den Hintern gesteckt.

Wo ich allerdings ein klein wenig Probleme sehe, ist, dass es nun stellenweise genauso wirkt, was ich mal als “disneyhaftes Verhalten” bezeichnen möchte: Man wird groß. Riesig. Man will Kinder beeindrucken und tut dies mit unglaublich viel Geld.

Leute: Geld ist nicht alles. Mit Geld kann man viele Dinge lösen, das stimmt, Geld ist ungemein hilfreich, um seine Ziele im Leben zu erreichen, aber Geld ist niemals ein Allerweltsheilmittel, um sämtliche Probleme aus dem Blickfeld wegzukaufen. Und genau das denkt man manchmal, wenn man sich die Dialoge anhört oder den Plot genauer betrachtet: Die ersten Atemzüge der Angst gedeihen und man spürt bereits kleine Kompromisse, die in Richtung Größenwahnsinn deuten – und das war noch niemals gut.

Und in diesem Bereich erlebt der Film gewaltige Abstriche. Wirkt teilweise nicht mehr so authentisch, sondern konstruiert, macht Einbußen in seiner Bissigkeit und driftet teilweise sogar in die Aberwitzigkeit ab. Kinder vermögen dies vielleicht nicht so stark bemerken, für die ist es einfach nur eine spektakuläre und großartige Show, Erwachsene jedoch müssen die Abstriche hinnehmen und damit verliert das Werk an Wert. Konnte man beim ersten Teil noch ungeschunden ins Kino rennen und den Sonntagnachmittag dort genießen, kann man sich den dritten Teil nun auch gerne als Nachmittagsunterhaltung auf dem heimischen Fernseher betrachten. Die Wirkung wäre hier zwar nicht ganz so pompös, wie sie auf der großen Leinwand ankommt, allerdings entfällt langsam das Interesse der Erwachsenen und damit geht der Film meiner Meinung nach den Weg in die falsche Richtung.

.kinoticket-Empfehlung: Wirkt großartig und kommt nahe an den ersten Teil heran, stolpert aber ein klein bisschen über seine eigene Größe und hinkt durch anfangende Kompromisse beim Drehbuch und anderen Sachen.

Für Kinder eine großartige Show, lustige Szenen und ein toller Plot, für Erwachsene jedoch nur noch bedingt geeignet, da er hier und da etwas zu überdreht wirkt. Tut den Kleinen nicht weh, wäre aber schade, wenn in kommenden Teilen diese Richtung beibehalten würde.

Nachspann
✅ ist animiert, und das auch ziemlich witzig, sitzenbleiben lohnt sich also wieder mal.

Kinostart: 16. Juli 2018

Original Title: Hotel Transylvania 3: Summer Vacation
Length: 97 Min.
Rated: FSK 0

Happy Burnout

Ich bin kein Wotan Wilke Möhring Fan, habe mich aber trotzdem auf diesen Film gefreut. Meine Einstellung zu deutschem Kino ist ja weithin bekannt, und umso erstaunlicher ist es, dass die Produzenten es tatsächlich geschafft haben, mich mit ihrem Werk allgemeinhin zu überzeugen.
Es mag etwas absurd klingen, dass man Möhring hier die Assi-Rolle zugesprochen hat und ARD als auch ZDF diesmal nicht mit ihm Boot waren, zumal ich denen diese Art der Personenausgestaltung eher zugetraut hätte.
Ich weiß nicht, woran es liegt – ob vielleicht daran, dass man dem Schauspieler nun endlich kreative Freiheit zugestanden hat – denn die Art, wie er hier aufblüht, sucht seinesgleichen. Möhring geht in seiner Rolle derart auf, dass es bereits nach kurzer Zeit wahnsinnig Spaß macht, seinen Eskapaden zu folgen.
Der schnittige Humor und die sarkastischen Spitzen sind fast schon zu gut für deutsches Kino. Man sitzt drin und fragt sich die ganze Zeit, wie es möglich ist, dass deutsche Produzenten so etwas tatsächlich durchboxen. Hier zahlt sich nun aus, dass die biederen Öffentlich-Rechtlichen ihre Finger eben doch nicht im Spiel hatten.
Die ganze Gestaltung der verschiedenen Charaktere und deren konsequente Beibehaltung lockern die Geschichte nicht nur auf, sondern geben dem Film das gewisse Etwas.
Hier haben sowohl Drehbuchschreiber als auch Regisseur gemeinsam mit den Schauspielern großartige Arbeit abgeliefert.
Einzig das Ende hätte ich mir persönlich ganz anders gewünscht, was ich jetzt aber mal den verschiedenen Geschmäckern zuschreiben möchte und nicht als Negativpunkt anführen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Am Schluss steht man vor einem deutschen Film, der einen wirklich begeistert hat und als absolut positive Überraschung gilt.
Das Schauspielerensemble ist hervorragend ausgewählt und spielt zusammen wie ein Uhrwerk. Der Film hat Witz, Charme und auf eine gewisse Art und Weise auch Niveau.
Für mich eines der besten Beispiele, was passieren kann, wenn man deutsche Schauspieler aus den Fängen traditioneller alter Menschen entlässt.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, man darf den Saal also getrost und ohne Scham verlassen.

Findet Dorie (3D)

Weiter geht’s mit dem “Ich hab den ersten Teil nicht gesehen, dafür aber jetzt den zweiten”-Reigen: Findet Dorie in 3D – alles andere kannste vergessen.
Zugegeben: Die Werbephase war erfolgreich, jeder rennt rein, die Kinos überbieten sich mit Vorstellungsterminen und das Teil wird hoch und runter genudelt. Der Herbst hat begonnen und jeder will wieder alte Zeiten aufleben lassen, mein Gott, Nemo war ja sooooo süß ….
Gottseidank kann ich über den ersten Teil nichts sagen, denn dann würde ich jetzt wahrscheinlich darüber herziehen, wie schlecht alles geworden ist, wie man es ausquetscht, melkt und meint, damit wieder bei der großen Zuschauerschaft zu punkten, aber die Wahrheit sieht anders aus: Die Säle sind voll und es lacht immer nur eine einzige Frau.
Ich möchte euch eure liebevollen Tierfantasien jetzt nicht zerstören oder hier mit meiner schlechten Laune über diesen Film euren Sommerend-Spaß kaputt machen, aber geht’s nur mir so, oder hat dieses Ding allein schon im Plot ewige Sinn-Lücken, die bloß keinem auffallen, weil Nemo ja soooo süß ist und Dorie erst … Awwwwwww…………..* kotzbröckchenwiederrunterschlugg *?
Wie dem auch sei – das Problem in meinem Fall war wohl: Vor dem eigentlichen Hauptfilm wurde zuerst ein Vorfilm gezeigt und der war richtig gut, hatte Anmut, Stil, Eleganz und eine kindliche Unschuld, derer Findet Dorie nicht mehr Herr werden konnte.
Man spürt richtig die Schranken, die hier überall aufgebaut worden sind, um ja keinen der ach so großen Zuschauerschaft zu verärgern und – wieder einmal – merkt keiner, dass man mit genau diesen erzählerischen Einschränkungen genau dies tut.
Schon im Trailer hat man eine gewisse Art “Zurückgebliebenheit” diagnostizieren können und der Film als Ganzes macht diese Vorahnungen nicht unbedingt besser. Es dümpelt so seicht vor sich hin und ist eben mal da – auch wenn es niemandem vom Hocker reißt, man könnte ja jemand anderen verärgern.
Und diese cineastische Eingeschränktheit erinnert mich immer an den Satz: “Wer seine Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu erhalten, wird am Ende beides verlieren.”
Das und nichts weiter ist Findet Dorie (3D) für mich: Ein Verlierer, der seine schöpferische Erzählkraft und sein animiertes Potenzial in den Wind schleudert und noch nicht mal 3D ausreizt, um hier wenigstens für Szenen zu sorgen, die im Gedächtnis bleiben. Und als Quintessenz dann das Wörtchen ‘Belanglosigkeit’ mit aus dem Saal zu tragen, ist doch das schlimmste, was einem Film überhaupt passieren kann, oder?
Warum geht man nicht hin und opfert hier etwas mehr kreativen Freiraum? Wieso spendiert man von dem vielen Geld, das da sicherlich im Hintergrund steckt, nicht einfach ein wenig mehr in die richtigen Positionen, um einen zweiten Großerfolg einzufahren, der nicht nach Belanglosigkeit und Bedeutungsfreiheit stinkt?
Ich weiß es nicht. Für mich wieder mal ein klassisches Beispiel dafür, dass genau die Filme, in die man als Nicht-Kinogänger permanent rennt, die schlechtesten von allen sind und man sich besser beraten ließe, bevor man sich ein .kinoticket löst – ich geb mir die größte Mühe, euch hier solch eine Einschätzung zu liefern.
 

.kinoticket-Empfehlung: Auch wenn das Niedlichkeitspotenzial wieder zum Himmel stinkt: Reingehen würde ich hier auf keinen Fall nochmal.
Und das 3D sollte man sich auch geflissentlich schenken, denn das ist quasi so gut wie gar nicht vorhanden, außer vielleicht auf den Abrisskarten und als Lücke im Geldbeutel. Und das bei einem animierten Film (wo geht denn 3D besser wenn nicht hier?) – ein Armutszeugnis für eine Filmschmiede wie Disney, die dazu noch von allen derart viel Kohle abknüpft und kleine Kinos zerstört … ihr werdet mir immer unsympathischer. Hört das irgendwann wieder auf oder geht das jetzt immer so weiter mit euch? Ist ja nur ne Frage …

 
Nachspann
Sitzenbleiben. Die Abspannszenen und das danach ist mit fast das Beste am ganzen Film. Nein, eigentlich ist der Vorfilm das Beste am ganzen Film.

Gespensterjäger

Ich sage nur drei Dinge: Christian Tramitz, Christian Ulmen, deutsches Kino.
bwuäh – und wen es jetzt noch nicht gruselt, der äh .. hat keinen Geschmack.
Gespensterjäger – der im entferntesten Sinne ja ein wenig Hoffnungen auf Ghost Busters weckt – erinnert ja auch ein wenig an Spaß, Grusel, Witz und auch der Trailer lud mit der einzigen witzigen Stelle dazu ein, dass man hier ein erneutes Klamauk-Spiel in der glibbrigen Geisterwelt vor sich hat.
Was man geboten kriegt, sind halb-anerkannte C-Promis, die sich in ihrem Leben durch überzogene Auf-Teufel-Komm-Raus-”Humor”-Tiraden ein wenig Aufmerksamkeit verdient haben und diesen “Promistatus” jetzt in einem Film einsetzen wollen, der sich selbst leider etwas zu ernst nehmen möchte.
Hatten diese Konsorten aus dem deutschen Kinolande mit Filmen wie Der Schuh des Manitu noch einigermaßen Erfolge, zumal man sich hier selbst nicht ernst genommen und das wiederum sympathisierend mit der sonstigen Doofheit gewirkt hat, kommt es in Gespensterjäger zum vollendeten Absturz in die Lächerlichkeit, denn nicht ein einziger der Darsteller kann tatsächlich spielen oder vermittelt auch nur in irgendeiner Weise eine ernstzunehmende Emotion geschweigedenn dass jemand die Geschichte voran treibt.
Die Machart erinnerte mich eher an ein noch wesentlich mieseres RIPD, der als amerikanisches Vorbild dienend ja schon grottenschlecht war, denn das Gespann zwischen “Agentur” und “Kinderfilm” funktioniert in diesem Fall so überhaupt nicht – eben typisch deutsch.
Dialoge … wenn man das dort gezeigte so nennen kann, die Inhalte vorweisen wie “Du siehst aus, als hättest du ein Gespenst gesehen” … in einem => Gespensterfilm !!! … äh … gähn.
Und das grüne glibbrige Ding ist auch so ganz und gar nicht komisch, sieht man von dieser einen einzigen Szene im Trailer mal ab. Hier kommt weder Stimmung auf, noch hat man hinterher Freude beim Aus dem Kinosaal spazieren, weil man eben ein tolles Erlebnis hinter sich gebracht hat.
Für mich eher der miese Versuch, wieder mal mit irgendwas zu punkten, der ganz gehörig daneben gegangen ist.
Erschreckend: Die Coopers – schlimmer geht immer <= leer. Da saß ich mit meiner Begleitung allein drin und hatte wirklich so richtig Spaß.
Und bei Gespensterjäger gleichte der Kinosaal dem von Fifty Shades of Grey – nur in klein. Rappelvoll, nur dass diesmal eben keins der Kinder gelacht hat, denn es war so ganz und gar nicht witzig oder irgendwie unterhaltsam. Im Gegenteil. Die Kleinen haben sich während des ganzen Films durch unterhalten, sind rumgesprungen, haben sich über den Film lustig gemacht! Was sagt das über Tramitz und seine “Freunde” aus?
Aber bitte – geht mit der Masse und zeigt den Machern, dass ihr so einen Schrott sehen wollt. Füllt die Säle und sorgt dafür, dass derartiges weiterhin gefördert wird, während echte Kunst und stilvolles Zusammensetzen spannender und lustiger Szenen verpackt in wahres Können den Bach runtergeht, weil kein Schwein im Kinosaal hockt.
Armes Deutschland!
 

.kinoticket-Empfehlung: Drei Worte: Peinlich! Peinlich!! Peinlich!!! Die Darbietungen sind langweilig, billig, überzogen und einfach nur peinlich.
Den ganzen Film über bekam ich das Gefühl des Fremdschämens nicht aus dem Kopf. Spart es euch. Da bieten andere Filme für weniger Geld wesentlich mehr.
Shame on you, Mr. Tramitz!

 
Nachspann
Wenigstens hier gab man sich die Mühe und packte noch eine Szene rein, die durchaus nicht ganz unwitzig war, wenn auch mega vorhersehbar.

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