.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Anthony Power

Der kleine Drache Kokosnuss – Auf in den Dschungel

Der kleine Drache Kokosnuss

© 2018 Universum Film GmbH

Freude für die Allerkleinsten: Der kleine Drache Kokosnuss kommt zurück auf die Leinwand und bringt vollkommen neue Abenteuer im altbekannten Stil mit: Auch hier vollbringt man wieder wahre Wunder und lässt den Spannungsbogen der Geschichte kaum abreißen.

Und bevor mir jetzt jemand böse wird: Die Zielgruppe ist hier eindeutig unter 8 Jahre alt und das sollte man auch definitiv berücksichtigen: Es ist also kein wirklicher Familienfilm, weil über diesem Alter einfach der Anspruch und die Spannung fehlt, was ich aber absolut gelungen finde, denn man versucht nicht, einen Familienfilm aufzuziehen und jeden so ein bisschen zu befriedigen, sondern konzentriert sich vollständig auf die eine Sparte und reizt hier wirklich alles aus, ohne großartige Fehler zu machen.

Natürlich gibt es Filme, in denen die Optik weitaus besser ist, man geilere Animationsmethoden gefunden hat oder sonstwie besser auftrumpft, aber mal ehrlich? Genau das hat mich in diesem Fall enorm gefreut: Die “Reingewaschenheit” von jedwedem Schnickschnack, so dass den Zuschauern tatsächlich Zeit gegeben wird, alles zu verdauen und zu erfassen und dabei keine der sonst üblichen Nickelodeon-Reizüberflutungen überstanden werden müssen: Niemand braucht sich wundern, wenn die Kids überall so dermaßen aufgedreht sind – die Lösung läge einzig darin, dass sich die Erwachsenen mal 4 Minuten dieser Bewährungsprobe aussetzen und danach selbst überlegen, was sie ihren Schützlingen damit antun.

Und genau das war hier erfreulich ruhig und simpel gehalten: Selbst bei Dialogen blieb im Anschluss noch genügend Zeit, um wirklich die Eindrücke des gesamten Bildes zu erfassen und zu verdauen und während einer im Vordergrund sprach, wurde im Hintergrund eben keine Muster-Blitzattacken-Massen-Animation abgefahren, sondern auf eine simple Zeitschleife gestellt, die kaum davon ablenkt, aber das Bild auch genügend belebt, um keine Totentanz-Stimmung einziehen zu lassen.

Und damit – auch, wenn es im Sud des sonstigen Geschreis dieser Welt leicht unterzugehen droht – setzt man tatsächlich mal ein wunderbares Vorbild und zeigt, dass es eben auch anders geht. Spitze!

.kinoticket-Empfehlung: Erzählt eine für 8jährige super spannende Story ohne die üblichen Reizüberflutungen, die im Kinderprogramm sonst normal sind.

Die Zielgruppe wird vollkommen befriedigt und darüber hinaus keine weiteren Ansprüche erfüllt: Wer also mit der Familie ins Kino möchte, sollte sich evtl. auf mehrere Säle aufteilen und hier nur mit den Jüngsten rein. Für die gibt’s aber seit langem mal echt gutes Programm.

Nachspann
❌ muss man nicht warten, hier kommt nichts weiter.

Kinostart: 27. Dezember 2018

Original Title: Der kleine Drache Kokosnuss 2 – Auf in den Dschungel
Length: 80 Min.
Rate: FSK 0

Ritter Trenk

Ich hätte nicht gedacht, dass ich dieses Jahr nochmal in einem Film verschwinde, der eindeutig an den Nachwuchs gerichtet ist, der mir wirklich so richtig gefällt. Hier ist er: Ritter Trenk.
Der Wohlgenuss fängt schon beim Zeichenstil an: Der ist robust gehalten, erinnert an vergangene Zeiten der 90er und wartet mit solider und vor allem unverhunzter 3D-Losigkeit auf, so dass man sich tatsächlich wieder richtig um die Story und weniger über Effekte und Umsetzung Gedanken machen kann, während man im Film sitzt und die Geschichte genießt.
Die ist super erzählt, hält während der gesamten Spielzeit auch prima die Balance zwischen Gut und Böse, überstrapaziert nichts, sondern erfreut in seiner Kontinuität, Kurzweil und tiefendurchdachten Weisheit, die sowohl Kindern als auch Erwachsenen hier fast schon unterbewusst eingepflanzt wird: Ein herrliches Stück Kunst, dem die Geldgeber zu Recht ihre Mittel zukommen ließen.
Geboten wird Ritterlichkeit, Betrug, Zielstrebigkeit und eine Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren, die so ein löbliches Gesamtbild einer “Gesellschaft” abgeben, die weder in das eine, noch das andere Klischee eintaucht oder gar darin versinkt. Auch hier: Meinen tiefsten Respekt an diese gekonnte Umsetzung und durchdachte Strategie, die Charaktere so aufzustellen.
Da ich auch schon bei erwachseneren Werken kein Buchleser bin, sondern lieber den Kinofilm abwarte (wer hätte das gedacht! ;)), kann ich auch hier nichts zur Buch-Film-Vergleichbarkeit sagen und berufe mich daher sicherheitshalber einfach mal auf mein übliches “Lieber erst das Buch lesen und die eigene Fantasie spielen und sich dann vom Film enttäuschen lassen oder gleich für eins von beiden entscheiden“, obgleich der Film wahrlich alles andere als eine Enttäuschung ist – im Gegenteil: Noch nie war ich die komplette Spielzeit über als erwachsener Zuschauer so zufrieden, unterhalten und ungenervt wie bei diesem Beispiel.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wenn man sich einen Film anschauen möchte, der sowohl von klein als auch groß gesehen werden kann, ohne dass sich jemand um das “geistige Wohl der Kinder” sorgen braucht, bei dem aber auch die Erwachsenen nicht zu kurz kommen, dann sollte man diese Vorstellung buchen und genießen.
Wenn wir Pixar mit Alles steht Kopf mal außen vor lassen, dann ist das hier der beste Kinderfilm, der mir seit Beginn meiner Kinosucht dieses Jahr unter die Augen gekommen ist. Respekt und hoffentlich weitere solcher Filme, die sowohl vom Zeichenstil, als auch den Stimmen, der Botschaft und dem Gesamtpaket vollends überzeugen.

 
Nachspann
Coole Musik, und anfangs auch ein paar nette Animationen. Dranbleiben. Selbst hier nervt absolut nichts.

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén