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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Blut Page 1 of 2

The Sisters Brothers

© 2019 Wild Bunch

Als Kind waren für mich Western immer alt. Aus den Jahren meiner Eltern, Großeltern. Dem Zeitalter vor dem Fernsehen, was ich kannte. Quasi das Zeug von “damals”, was heute niemanden mehr interessiert. Außer die Großeltern vielleicht.

Bud Spencer (Gott habe ihn selig) und Terrence Hill haben dieses Genre dann als Klamauk zurück in mein Zeitalter gebracht und sich quasi in flagranti dabei erwischen lassen, wie sie ein ganzes Metier komödiantisierten, was dem Ernst daraus logischerweise nicht gerecht werden konnte … und umso schwerer tut man sich dann, wenn auf einmal tatsächlich “bittere Kost” auf dem Tisch landet, die Western wieder ganz authentisch leben will: The Sisters Brothers tut dies … nicht.

Was einem hier geboten wird, ist ein starker Trupp, der gemeinsam ebenfalls leicht ironisch an vergangene Zeiten anknüpft, dabei aber weder Spaß ausschließt, noch als tiefschwarze Depression auf der Leinwand aufkreuzt, sondern Humor mit Ernsthaftigkeit vermischt und wunderbar abgemischtes Genrekino in die Säle wirft.

Dabei leisten die Jungs wirklich ein harmonisiertes Zusammenspiel, das ich gerne noch einmal erwähne: John C. Reilly, Joaquin Phoenix, Jake Gyllenhaal und Riz Ahmed trumpfen hier mit Höchstleistungen auf und geben eine erfrischend komische Variante der typischen “Western-Niedergeschlagenheit” zum Besten, für die sich der Gang ins Lichtspielhaus seit langem mal wieder lohnt.

Dabei wird es einem nie langweilig und man fühlt sich bestens unterhalten und in alte Zeiten zurückversetzt – allerdings ohne den tristen Staub, den dieser Konservativismus normalerweise mit sich trägt, sondern mit einer modernen fundierten Gegenwartsmentalität. Und dass diese Mischung funktioniert, davon zeugt meine gute Laune, als ich aus diesem Titel wieder raus spaziert bin.

.kinoticket-Empfehlung: Herrlich erfrischendes, modernes Western-Kino ohne altbackenen Touch, dafür aber mit großartigen Schauspielern und einer mit Humor durchzogenen Story, die ihre Ernsthaftigkeit deshalb aber nicht aufgibt.

Großartiger Cast, beeindruckende Kulissen und ein Grund, sich wieder mal vor den Big Screen zu setzen. Sofern ihr die Chance habt: Nutzt es – denn dieser Titel dürfte kaum irgendwo anlaufen. Zumindest fühlt es sich derzeit so an.

Nachspann
❌ braucht nicht ausgesessen werden, es folgt nichts mehr.

Kinostart: 7. März 2019

Original Title: The Sisters Brothers
Length: 121 Min.
Rated: FSK 12

Der Goldene Handschuh

© 2019 Warner Bros. Ent.

Fatih Akin hat zuletzt mit Aus dem Nichts für Aufsehen gesorgt und gilt seither als Stern am Himmel deutscher Regisseure, über den sich auch international begeistert geäußert wird. Vielleicht ist es bei einem Thema wie diesem auch notwendig, die gute Reputation eines solch herausragenden Regisseurs als „Vorwand“ zu nehmen, um nicht gleich angewidert den Kopf zur Seite zu drehen und sich zu fragen: Was sollte das denn?

Fakt ist, dass Der Goldene Handschuh schon jetzt kontrovers diskutiert wird und Fakt ist, dass mit dem Material definitiv keine bundesweite Einstimmigkeit in Sachen „toller Film“ einhergehen wird, denn was uns hier vorgesetzt wird, kann und darf nichts anderes als eine saftige und hart kontrollierte „FSK-18“-Auszeichnung mit sich rumtragen.

Der Film ist eine Herausforderung. Ein starkes Stück Arbeit für den Zuschauer, sich wirklich im Saal im Kinosessel sitzen zu lassen und nicht aufzuspringen und rauszurennen. Dabei entsteht Kopfkino und teils werden Dinge gezeigt, die so weit wie nur irgend möglich von Menschenwürde entfernt sind, dass dafür schon kaum noch Ausdrücke existieren.

Mir hat der Film gefallen.

Und ich habe mit Interesse die Meinungen anderer zu diesem Film aufgesogen und werde mich auch gerne in Zukunft mit Kritikern, Verächtern oder gar Liebhabern auseinandersetzen und ihre Stimmen anhören und versuchen, zu verstehen.

Punkt 1: Der Film hat in meinen Augen keine Geschichte. Keine Story-Line, sondern er ist ein Bild. Ein Adjektiv. Man möchte jemanden zeigen und eröffnet so einen grandiosen Milieu-Einblick in abartige Dinge, die zum einen wahr sind (und Wahrheit tut dem Zuschauer oft am meisten weh) und zum anderen nicht vom Regisseur oder den Filmemachern ausgedacht sind, sondern nur wiedergegeben werden.

Und da man nichts „erzählen“, sondern eher „zeigen“ will, stößt man hier schon mal an eine Grenze, die der Entertainment-verwöhnte Zuschauer erstmal durchbrechen muss, um überhaupt damit klar zu kommen. Sich mit einer Thematik und dem „Sein“ überhaupt auseinanderzusetzen, ist für viele schonmal schwierig. Dazu kommt, dass sich viele – früher nicht und heute erst Recht nicht – gar nicht erst damit beschäftigen wollen, sich überhaupt in eine Person hineinversetzen zu können, sondern bei mörderischen Absichten gleich einen Stempel zur Hand nehmen und die Sache vorzeitig abhaken.

Und genau das macht der Film eben anders: Er widmet sich der Sachlage und nimmt sie auseinander. Zerpflückt sie in seine Einzelteile und rührt daraus ein unglaublich konfuses und unfassbar unerträgliches Bild eines Menschen zusammen, der eben nicht nur aus Schwarz und Weiß besteht, sondern er gibt ein Bild wieder. Nimmt sich der Umstände an. Der Umstände – nicht der „Suche nach einer Ausflucht, um irgendwas zu entschuldigen.“ Im Gegenteil: Hier ist man so dermaßen hart und unnachgiebig, dass es keinerlei Diskussion darüber gibt, ob das falsch oder richtig ist, man aber gleichzeitig den Menschen nicht verdammt, sondern als Zuschauer fast schon Mitleid mit ihm hat.

Generell zeichnet Der Goldene Handschuh eine bittere, traurige und – ich wiederhole mich – wahre Szenerie von Menschen nach, die es so tatsächlich gegeben hat, das muss man sich dabei immer wieder ins Gewissen rufen. Und da schrillen bei mir Fragen über Fragen nach oben: Was treibt einen Menschen dahin, so zu werden? Was muss jemand durchstehen? In was für tiefe Löcher muss man sinken, um so zu werden? Was muss einem begegnen, dass man es fertig bringt, so zu handeln?

Und im Gegenteil: Was müsste eine Gesellschaft anders machen, damit so etwas nicht passiert? Welcher Gefühle und Handlungen müsste man sich bedienen, um so etwas zu verhindern? Wie einfach wäre es, solche Gräueltaten nicht geschehen zu lassen, wenn man nur hier und da an den richtigen Strippen zieht?

Das gibt Nachdenkstoff. Und ihr wisst: Ich liebe es. Ich liebe Nachdenken. Ich liebe analysieren. Sich damit auseinandersetzen. Und dazu hat man ob der Grausamkeiten im Film kaum Zeit – aber danach beschäftigt man sich noch sehr sehr lange mit der Thematik und das geht einem nicht so schnell aus dem Kopf.

Hier hat Fatih Akin in meinen Augen eben sehr großartige Arbeit geleistet, weil er es schafft, etwas so anzupacken, dass es den boshaften Händen der Medien und den Vorurteilskrallen der Gesellschaft widersteht und eben doch als Diskussionsobjekt im Raum stehen bleibt und man sich vernünftig damit auseinandersetzt und nicht vorschnell urteilt und fertig.

Dass er provozieren kann, weiß der gemeine Kinogänger spätestens nach Aus dem Nichts und dass ihn mächtige Stoffe reizen, genauso. Also darf man sich nicht wundern, wenn das „blaue Siegel“ auf einmal rot wird. Das muss man wissen und sich damit auseinandersetzen. Welche Filme haben es heute denn bitte schon ins Kino geschafft, die FSK-18 waren? Genau.

Ebenso kann man sich mit Grundsatzfragen auseinandersetzen: Darf eine Gesellschaft sich von so etwas im Kino „berieseln“ lassen? Muss man darüber jetzt auch noch Filme drehen? Wer braucht so etwas? Muss das echt wieder aufgewärmt und gezeigt werden? Was hat man davon, wenn man hierfür auch noch Geld ausgibt?

Und die Antworten von euch auf diese Fragen interessieren mich brennend. Dazu müsst ihr den Film halt „leider“ sehen. Aber bitte ohne Kinder. Und ohne Freundin, wenn die kein Horrorliebhaber ist und ohne Magen in den Saal geht.

Und euren lasst ihr besser auch lieber leer … und vor der Tür. Dann habt ihr Chancen.

.kinoticket-Empfehlung: Kontrovers, krass, provokativ, ehrlich, adjektivös: Der Goldene Handschuh provoziert mit der Wahrheit und setzt sich mit Fragen auseinander, die eine Gesellschaft sich nicht stellen will – und das ist gut so.

Fatih Akin stellt eine Milieu-Studie aufs Tableau und verlangt den Zuschauern extreme Härte ab, liefert dabei aber Einblicke und einen – in meinen Augen – super guten Film ab, den man sich aber mit leerem Magen und Kotztüte in der Hand ansehen sollte.

Nachspann
✅ Ich hab auch überlegt: Ja, es ist eine „wahre Geschichte“ und hier sind die Bilder davon…

Kinostart: 21. Februar 2019

Original Title: Der Goldene Handschuh
Length: 110 Min.
Rated: FSK 18

Anna und die Apokalypse

Anna und die Apokalypse

© 2018 Splendid Film GmbH

 

Ernsthaft? Die Idee ist großartig! Alljährlich wird man zugemüllt mit Weihnachtsmovies der immer gleichen Sorte und ertrinkt fast in Romantik und Kitsch! Anna und die Apokalypse wartet als Musical mit einer total verblödeten Story auf, die aber zusätzlich ein Genre ins Spiel bringt und damit als “Zombie-Weihnachts-Musical” auf dem Plan steht.

Dafür? Chapeu!

Zombiefilme sind inzwischen genauso Massen-Mainstream, den niemand mehr sehen will und kann und jetzt mit Konstrukten wie “Rom-Zom-Com” um sich werfen zu können ist derart verrückt, dass es fast schon wieder Spaß machen könnte.

Für meinen Teil dauerte es ein wenig zu lange, bis der Titel den roten Kleister ausgepackt hat und den letzten ernsthaften Zombie-Movie habe ich vor meiner Reinkarnation gesehen, ergo sollten die Erwartungen ebenfalls in Grabesnähe dümpeln und keineswegs emporsteigen.

Tatsache: Das Ding ist so dämlich, dass man tatsächlich mehrfach damit beschäftig ist, ob der Dummheit zu lachen und sich insgeheim richtig geil unterhalten fühlt. Dabei wartet man mit typischen La La Land-Manieren auf und bringt dabei den obskuren Witz eines 90er Jahre Zombieslashers mit ins Spiel, was absolut absurd wirkt und der Geschichte ein wenig Würze verleiht.

Dazu entwickelt der Streifen in den ersten Folgeminuten einen tiefschwarzen Humor, der förmliche Lachsalven in den Kinosaal wehte und sowohl jung als auch alt dazu zwang, Zwerchfelltraining zu betreiben! Diesen Humor hätte ich mir ausgebaut gewünscht und dabei noch ein zwei Spitzen mehr in den Plot eingebaut. Jedoch merkt man sehr schnell, dass die Luft ziemlich dünn wird und anschließend nicht mehr viel zu erwarten ist.

Damit pendelt sich das Niveau im ersten Teil schon ziemlich ein, was sich dann bis zum Schluss durchträgt und weder besser noch schlechter wird. Wer damit kein Problem hat, darf sich dieses Jahr zu Weihnachten mal über einen abnormalen Film freuen, der von Weihnachtskitsch nicht viel übrig lässt und eine völlig neue Humbug-Variante ins Spiel bringt, die als Idee – wie anfangs schon erwähnt – echt grandios ist.

 

.kinoticket-Empfehlung: Tolle Idee mit teils grandiosen Gags, die aber relativ schnell absacken und gegen Ende des Films nichts mehr wirklich vorhalten.

Man könnte meinen, es handelt sich um ein wahnsinnig professionell gestaltetes Studentenprojekt, zumindest, was das Plotniveau angeht, auch wenn die Optik dazu viel zu geil aussieht. Die Jokes sind neu und die Idee ist zum Abfeiern, jedoch hätte ich mir wesentlich mehr zynischen Humor gewünscht und vor allem zum Ende viel mehr Biss.

Als Weihnachts-Alternative auf jeden Fall zu gebrauchen, schraubt eure Erwartungen aber nicht höher als die Leichen in den Gräbern.

 

Nachspann
✅ ist animiert, man braucht also nicht gleich raus rennen.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Anna and The Apocalypse
Length: 92 Min.
Rate: FSK 16 | R

Game Night

Stell dir vor, es gibt einen Comedy-Film, der an der FSK 18 Schiene kratzt, du willst nicht lachen – und alles, was aus deinem Mund kommt, sind Schreie vor Glück, da du nicht aufhören kannst, zu lachen 😂
Im Ernst: Niemals im Leben hätte ich Warner Bros. eine derart geballte Portion Humor diesen Ausmaßes zugetraut. Und niemals hätte ich erwartet, dass ich (und der komplette Rest des Kinos) deswegen am Boden liegt vor Lachen 😂
Es ist unfassbar, dass man gerade mit Jason Bateman in der Hauptrolle (der zuletzt für das Drama Office Christmas Party verantwortlich war) einen so dermaßen gelungenen Coup gelandet hat, der garantiert kein Zwerchfell unberührt lässt: Mit einer beschwingten, twistreichen und absolut unterhaltsamen Kurzweil lädt man hier den Zuschauer auf ein Spiel ein, dass er so garantiert noch nie gespielt hat.
Und ich schwöre: Es wird für jeden der witzigste Kinoabend des Jahres!
Wenns um Humor geht und ihr wissen wollte, worauf ich zu 100% stehe: Das hier! Unglaublich pointenreich, absolut nicht unter der Gürtellinie, Situationskomik zum Niederknien und ein Ende, dass geiler nicht sein könnte: Zieht euch … versprecht mir das … definitiv Game Night rein, sobald er in den Kinos anläuft!
 

.kinoticket-Empfehlung: So witzig, humorvoll und durchgeknallt habt ihr Jason Bateman definitiv noch nicht erlebt!
Dieser Film toppt alles, was dieser Kerl bisher gemacht hat – und hebt sich von der sonst so peinlichen Comedy durch exzellente Pointen und absolut nicht vorhandene Unter-der-Gürtellinie-Witze von allen Genrekollegen ab und sorgt für die spaßigste Runde beim Zocken dieses Jahr.
Haut rein und versprecht mir, dass ihr euch diesen Titel definitiv ansehen werdet!!!

 
Nachspann
Sitzen bleiben – und bis ganz zum Schluss spielen… denn nach dem Abspann kommt noch eine längere Sequenz!
Kinostart: 1. März 2018

The Killing of a Sacred Deer

So ungewöhnlich der Titel, so abstrakt das Plakat zum Film, so verwirrend die Story: Viele kamen mit diesem Werk überhaupt nicht klar, ich feiere es bis zur letzten Minute.
The Killing of a Sacred Deer beschäftigt sich wieder einmal mit dem Wesen des Menschen und erzeugt dabei einen Bilderrausch aus Momenten, die alle in sich faszinierend sind. Dabei ist besonders die starke Ausstrahlung der Hauptcharaktere zu beleuchten: Hier wird endlich mal nicht mit Banalitäten gearbeitet, sondern durch sich zusammenziehende Fühlfäden im Körper eine Stimmung erzeugt, die gleichermaßen faszinierend wie unheimlich ist.
Und es macht Spaß, sich erst in den Plot reinfinden zu müssen. Es macht mehr Spaß, diese Unveränderlichkeit und stoisch-widernatürliche Gesetzgebung durchleiden zu müssen um anschließend vom Film eine Watschn nach der anderen zu kriegen, die einen nach dem Abspann förmlich aus dem Kino rausschleudern und definitiv für Gesprächsstoff sorgen.
Und da kann ich den allgemeinen Aufschrei der Gesamtbevölkerung durchaus verstehen, die für so etwas kaum etwas übrig hat: Nischenkino in seiner besten Form – ich liebe es!
Diese spannende Reise durch die Abgründe menschlichen Seins entfesselt sich selbst und prasselt in virtuosen Bildern auf die Allgemeinheit nieder, um Abscheu, Ekel, Hass oder andere Reaktionen hervorzurufen und es ist fast schon egal, was es wirklich ist: Dieser Film provoziert auf seine eigene Weise – und das mit einer perversen Ruhe und Gelassenheit, was The Killing of a Sacred Deer für mich zu einem faszinierenden und sehenswürdigen Spektakel macht, dass man sich unter keinen Umständen entgehen lassen sollte!
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer dafür nicht zwingend zusätzlich Geld ausgeben möchte, sollte sich unbedingt nach einer TV-Ausstrahlung umsehen, wobei die Intensität und das mächtige Gebaren meiner Meinung nach erst auf dem Big Screen seine eigentliche Wirkung entfaltet.
Eine interessante und verwirrende Studie über Gefühle und Familie in einer bislang nicht dagewesenen Konstruktion, virtuos für die Leinwand inszeniert.
Anschauen!

 
Nachspann
Auch dieser Film ist nicht auf eine Zugabe angewiesen und hört deshalb mit der Schwarzblende auf. Warten sinnlos.
Kinostart: 28. Dezember 2017

ES

Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie es mir vor zwei Jahren mit Mad Max: Fury Road ergangen ist?
Dieser durchschlagende Film war für mich der absolut unerreichbare und Oscar-gekrönte Höhepunkt des Jahres. Bereits im Mai!
2017 geht es mir genauso – und der Titel diesmal lautet: ES.
Ich habe den Film bereits im Rahmen des Fantasy Film Fest auf der Pressevorführung sehen können und danach fieberhaft die ersten Reaktionen aus den USA abgewartet, die ja bekanntermaßen durchschlagend sind. Und das zu Recht!
ES in der Neuverfilmung ist das erste Mal ein Film, der die Bezeichnung “Horror” wirklich verdient! Und ich schaue viel Horror und rege mich schon gar nicht mehr über die weichgespülte Seichtheits-Scheiße auf, die uns in den Kinos ständig als “Horror” verkauft werden will. Man hat sich irgendwann einfach daran gewöhnt, dass man eben nicht mehr zusammenschreckt, keine Angst mehr hat, alles in üblichen Mustern abläuft. Von Anmut und Stil ganz zu schweigen.
Andy Muschietti ändert einfach alles! Dieses Mal landest du nicht in einem Film, bei dem die ganzen “Na, wer hat Angst vorm bösen schwarzen Mann”-Versprechen auf den Plakaten und in den Facebook-Posts eher wie zerplatzende Luftballons auf einem Kinderspielplatz wirken, sondern das Grauen kommt von ganz unten, setzt sich nistend in dein Gehirn und spielt da frei und fröhlich einfach mal extrem mit dir rum.
Und du zitterst im Kino – als absolut ausgetrockneter Horrorfilmfetischist – und hast Angst. Und zwar richtig.
Dieses Mal läuft die Gänsehaut nicht den Rücken runter, sondern schüttelt dich komplett konstant durch – und zwar nicht durch aufregende Szenen, die an Spannungsmoment kaum zu überbieten sind, sondern vor allem mit dem, was sich in deinem Kopf manifestiert und eigentlich der wahre Horror ist: Das nicht Sichtbare, das Unerwartete, das Unvorhersehbare. Und da werden keine billigen C-Movie-Tricks mit aufklappenden Spiegeln oder sonstigen billigen Taschenspieler-Filmtricks verwendet, sondern man fährt eine grausame Würde auf, die im Zuge der ganzen grausamen Rahmenbedingung das eigentlich Furchtbare ist: Wenn diese eine Erkenntnis sich langsam, unnahbar und unaufhörlich in dein Gewissen gräbt und kein Entrinnen mehr zulässt. Du mit Dingen konfrontiert wirst, die du nicht sehen willst. Die du nicht erträgst.
Und gleichzeitig kannst du nicht wegsehen. Du musst. Weil du mit ihnen sympathisierst. Sie sind dir wichtig. Du magst sie. Und hasst sie. Und hast eigentlich gar keine Ahnung.
Hinter all dem steckt eine technische Meisterarbeit, die an Professionalität und Können kaum zu überbieten ist. Allein schon die Kameraführung an den Anfängen des Films spricht hier deutlich davon, dass ES keineswegs mit früheren King-Verfilmungen verglichen werden kann und darf. Und auch das Budget der Effekte, der ganze Look, die kristallscharfe und unfassbar durchcolorierte Variante dieser Coming-of-Age-Welt zeugt deutlich davon, dass dieser Film seine Konkurrenz weit abgeschlagen hinter sich lässt – egal, aus welchem Genre.
Und dabei zittern die Gemüter bereits allein bei der Vorstellung davon, sich diesen Film im Kino zu besehen – zu recht!
Was wir hier vor uns haben, ist ein grandioses Meisterwerk, dass es endlich wieder einmal versteht, der Angst einen Namen zu geben und ihn ungezähmt auf die Besucher loszulassen. Diese erhalten seit langem wieder einen nennenswerten Gegenwert für ihr .kinoticket und erleben etwas im Kino, das lebensverändernde Auswirkungen hat! Danach im Wald übernachten ist einfach erstmal ein paar Wochen lang nicht mehr!
Und um nochmal auf die Klischee-Sparte “King-Verfilmung” sprechen zu kommen:
Man kann ES absolut nicht vergleichen. Nicht mit dem “Horror”, den man aus alten King-Filmen gewohnt ist. Nicht mit dem Maß an Technik, dass man hier aufgeboten hat, um den Zuschauer nicht zu unterfordern. Nicht mit der Professionalität, die man in Specials und Effekte gesteckt hat, um über die Borden des Blockbuster-Movies der Generation A hinauszuklettern.
Generell haben King-Filme einen unfassbar schlechten Ruf, weil es bislang noch nie jemand geschafft hat, eines seiner Werke auch nur annähernd ansehnlich in ein Bewegtbild-Kunstwerk zu stecken und den Leuten als das zu präsentieren, das die Bücher in den Köpfen der Menschen hervorrufen.
Der generelle Buch-Film-Buch-Vergleich sollte also auch hier nicht angestrebt werden. Ein Autor schreibt SEINE Welt. Der Leser interpretiert seine eigene und somit ist jeder zu 100% zufrieden.
Der Film beschneidet dieses Recht der Eigeninterpretation und bricht 1 Million Varianten und Vorstellungen auf die einzige des Regisseurs runter und muss daher Milliarden enttäuschen.
Und jetzt geht ins Internet und lest Rezensionen zu ES aus Amerika, aus demnächst Deutschland, aus aller Welt. Wie krass gut muss ein Werk sein, wenn es trotz dieser fatalen Tatsache, dass eine Buchverfilmung eigentlich nur in die Hose gehen kann, dennoch so unfassbare Kritiken bekommt? Wenn man es trotzdem schafft völlig unabhängig von Vorkenntnissen sowohl Lesern des Buches als auch absoluten Neueinsteigern ein Werk vorzusetzen, dass weltweit bereits jetzt applaudierend gefeiert wird und schon jetzt auf einige Rekorde blicken darf? Und das mit einer quasi “Neuverfilmung”, die in meinen Augen das Original sang- und klanglos absaufen lässt?
Die Fortsetzung mit der im Buch vermischen Ko-Relation zur fortgeschritteneren Variante ist bereits für 2019 angekündigt und ich kann es derzeit kaum erwarten, dieses Werk möglichst bald in meinen Händen zu halten, weil ich sonst in irgendeinem Kino einziehen und die Theaterleitung bestechen müsste, damit dieser Film auch noch nach Betriebsschluss weitergezeigt wird, denn:
 

.kinoticket-Empfehlung: Es ist das krasseste, härteste, ernsthafteste, erbarmungsloseste, Seelen zerfetzendste, brachialste und furchterregendste Werk, dass ich jemals in diesem Genre gesehen habe!
King-Fan oder nicht: Das hier ist ein epischer Meilenstein, der alles andere konkurrenzlos hinter sich lässt und Maßstäbe etabliert, die nicht von dieser Welt sind!
Grandioses Meisterkino, zurecht von aller Welt gefeiert – und seit gestern auch bei uns in den Kinos zu bestaunen. Also zieht euch warm an und dann ab in die Dunkelheit!

 
Nachspann
Sitzenbleiben! Draußen ist es eh dunkel.
Kinostart: 28. September 2017

Das Belko Experiment

Endlich mal wieder ein Film, der mit seinen Meinungen polarisiert und kein Allgemeinheitsgemansche erzeugt, sondern den Leute entweder die Tränen vor Glück in die Augen oder die Wut ins Gesicht treibt. Man fühlt sich direkt zurück in die 90er versetzt, wo man es auch in Hollywood teilweise noch so handhabte, dass man hier und da ein paar Genrefreunde befriedigte und einem die große breite Masse noch relativ egal war.
Blockbuster hin oder her – wir sind hier im Independent-Kino zu Hause und hauen da auch richtig auf die Zwölf. Freigabe ab 18? Läuft. Deshalb braucht jetzt aber niemand erwarten, dass wieder die klassischen Gore-Momente abgefeiert werden, in denen zermatschte Gehirne und möglichst brutale Schüsse mit Gekröse in 3D durch die Säle fliegen, sondern das erste Mal hat man ein so derbes Thema derart kunstvoll und intelligent inszeniert, dass mir immer noch der Schauer über den Rücken läuft.
Man spürt, dass hier eben nicht die barbusige Blondine neben zehn weiteren Klischees durchs Bild springt, bis auf einmal der Vorhang fällt und das fröhliche Gemetzel mit Killcount gestartet wird, sondern allein schon das “Intro” (wenn man so will) arbeitet sich mit extrem viel Fingerspitzengefühl und Charakterausarbeitung immer weiter durchs Geschehen, dass der Zuschauer zwar in der Achterbahn der Gefühle mitgerissen wird und auch irgendwie noch mit einem Arm am Gurt hängt, jedoch längst nicht mehr mit seinem Arsch im Sitz verankert ist, sondern wild durch die Luft schleudert und sich dabei immer wieder am Gestänge der Achterbahn anschlägt.
Die Voraussetzungen, mit denen man hier sowohl auf als auch vor der Leinwand konfrontiert wird, lassen jemanden wie mich innerlich frohlocken, denn endlich wird alles anders und Chaos bricht aus. Chaos reinigt die Welt von ihren aufgesetzten Zwängen und offenbart das wahre Wesen der Menschen. Ich höre schon die entnervten Enthusiasten aufstöhnen, weil hier gleich wieder die Klischeemoralkeule ausgepackt wird, um ein weiteres Mal zu zeigen, dass … und wer … und wieso …… Nein.
The Belko Experiment begleitet dich durch ein wahres Schauspiel, für das ich keine andere Bezeichnung finde, als stilvoll-perverse Kunst. Man spürt den Machern an, dass sie unglaublich intelligent waren, sowohl beim Schreiben der Dialoge, als auch bei den Überlegungen, wer weshalb wie handeln würde. Das typische Blabla, das man aus spanischen Horrorfilmen beispielsweise kennt, hat hier keinen Platz und selbst Abschlachtungen finden in gewisser Weise unglaublich elegant und absolut durchgestylt statt, was einem zwar vordergründig den Tod eines Menschen zeigt, ihm unterschwellig aber dennoch Respekt und Ehre erweist und somit kein sinnloses Töten bedeutet. Demnach sollte man sich nicht im Pollunder mit abgehalfterten Jeans, sondern eher im Opern-Dress in die Vorstellung hocken, weil spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem die Musik einsetzt, klar wird, dass es sich hier keineswegs um Trash oder einen B-Movie handelt, sondern der Intellekt des Films auf weitaus höherem Niveau avanciert.
Dies spürt man bei Szenen, in denen das gesamte Kino vergnüglich im Takt der höchst anspruchsvollen Klänge mitschwingt, während auf der Leinwand das Unaussprechliche gnadenlos durchgezogen und dem Zuschauer mit aller Brutalität ins Hirn gemeißelt wird.
Und genau da beginnt die Diskussion, bei der sich so viele so unglaublich aufregen, ob der gefühlten Sinnlosigkeit der Taten in Verbindung mit der nicht wegzudiskutierenden Intelligenz und brillanten Inszenierung der dargestellten Abstrusitäten.
Und genau das feiere ich: Endlich mal ein Film, der nicht “Yoah, war ganz ok” aus den Mündern holt und ihn dann in Vergessenheit geraten lässt, sondern der für wilde Diskussionen sorgt und damit genau das erreicht, was man eigentlich im Kino erreichen sollte: Geteilte Meinungen und das Herausfordern des Geistes, damit sich der Zuschauer auch danach noch damit beschäftigen muss, um irgendwie damit klar zu kommen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich hab’s gefeiert – in allen Punkten: Dem Aufbau, der Entwicklung, der abartigen Perversion, der philosophischen Tiefgründigkeit, der Darstellung, dem Score, der essentiellen Verbindung zwischen Optik und Akustik.
Ich habe keine Ahnung, womit die Macher diese perfide Konstruktion so elegant in den Raum zeichnen konnten, aber der Coup hat funktioniert und in meinem Fall voll eingeschlagen. Entweder man liebt es, oder hasst es – dazwischen gibt’s nichts.
Achja: Jeder, den ich danach gefragt hat, meinte, dass die Musik und der Soundtrack einsame spitze sind. Da waren sich komischerweise alle einig.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet werden, da folgt nichts mehr.
Kinostart: 15. Juni 2017

Alien: Covenant (mit Gewinnspiel)

Achtung: Gewinnspiel weiter unten – wer keine Kritik lesen möchte, sondern nur am Gewinnspiel teilnehmen, bitte einfach runter scrollen!

Gott, was kribbelt es mich in den Fingern, wenn ich nur daran denke, dass Alien endlich wieder auf den großen Screen kommt. Als Fanatiker der alten Schule und Anbeter der klassischen Filme gab es für mich keine bessere Meldung, als endlich wieder meine Lieblingsbösewichter über die Leinwand huschen zu sehen und den Kult im modernen Zeitalter erneut zu feiern bzw. frenetisch in historischen Erinnerungen zu schwelgen.

Ja, ich bin wirklich Fan erster Stunde und habe eine galante Geschichte hinter mir, die meine Kindheit mit dem Urvater des Weltallhorrors verbindet: “Im Weltall hört dich niemand schreien.” steht auch für mich heute noch als Synonym für perfekten Horror, der einfach alles mitbringt, was benötigt wird, um sich mal wieder richtig zu gruseln.

Und ich LIEBE die Aliens, ihre Art, ihre Denkweise, ihre Brutalität, ihren Verstand, ihre genetische Beschaffenheit und das Durchtriebene, wobei man als Mensch nur hilflos davor steht und zusehen kann, wie man per Definition verliert.

Der Aufstieg und Fall, die Geschichte der Crew, der Raumschiffe, das ganze Leben im All rund um das Alien-Universum haben mich von Anfang an bis heute begeistert. Und ich kann die klassischen Filme fehlerfrei mitsprechen und habe sie bis heute unzählige Male gesehen. Die DVD-Veröffentlichungen gekauft, die Neuerscheinungen, Legacy, Quadrilogy und wie sie alle hießen. Ja, Alien war der erste Film in meiner Sammlung, wo ich wirklich jede Version besaß und es mir auch nichts ausgemacht hat, dass die Inhalte doppelt, drei- und später vielfach vorhanden waren. Die Chronologie war es einfach wert.

Für mich sind diese Filme (Alien, Aliens, Alien 3 und Alien Resurrection) auch irgendwie das allumfassende Synonym des perfekten Kinos meiner Kindheit. Ganz klar, dass man da selbst auf die Pressevorführung hinfiebert und es kaum erwarten kann, wenn der Godfather himself Ridley Scott wieder seine Finger ins Spiel bringt und erneut die böse Brut über den Boden tanzen lässt.

Und genau an dieser Stelle muss man als alteingefleischter Alien-Fan ein paar kleine Abstriche machen, die man wahrscheinlich schon von Prometheus her kennt: Die Klassik innerhalb der Filme hat in unserer Zeit irgendwie keinen Boden mehr gefunden (obwohl ich mir relativ sicher bin, dass man damit genauso punkten könnte, es sich nur aus unerfindlichen Gründen keiner mehr wirklich traut), sondern man ist mehr in Richtung Alien vs. Predator oder aber eben Prometheus gegangen, auch wenn die Geschichte nun wieder im Original-Alienverse spielt.

Mir zumindest rannte die Gänsehaut überall hoch und runter, als endlich die bekannten Klänge und Themes der traditionellen Filme zu hören waren – wenn auch diesmal soundtechnisch designed by Jed Kurzel, der gemeinsam mit Michael Fassbender ja schon in Assassin’s Creed hervorragende Zusammenarbeit bewiesen hat.

Muss man erwähnen, dass in Sachen Brutalität und Horror eins oben drauf gepackt wurde und man hier wesentlich mehr in die Tiefe des Alls vordringt, ohne Rücksicht auf Verluste? Ich möchte nichts spoilern um niemandem den Spaß am Schauen zu verderben und frage mich darum, wie ich es sagen soll, dass mir an manchen Stellen der totalitäre Einfluss des mittlerweile leider von uns gegangenen H.R. Giger etwas gefehlt hat. Dieser innere Verlust wird zwar im Mittelteil des Films durchweg durch viele Szenen getragen, aber andererseits durch bekannte Charaktere wieder wettgemacht, die das Weltraumgemetzel auch heute noch überzeugend und absolut spannend rüberbringen.

Stellenweise fühlte mich mich ob der blitzschnellen Schlagfertigkeit mancher Momente eher an Resident Evil denn an Alien erinnert, was dem Sehspaß aber keinerlei Abbruch tut und auch im Jahr 2017 noch dafür sorgt, dass man sich im Kino gruseln darf und dabei auch hin und wieder angeekelt den Kopf wegdreht.

 

.kinoticket-Empfehlung: Fans alter Schule haben wohl hier und da ein wenig Ziepen im Nacken, wenn man die Modernisierungsmethoden veranschaulicht kriegt, werden jedoch durch jede Menge Traditionalität und hervorragende Schauspieler entschädigt, die – allen voran Michael Fassbender – eine unglaubliche Geschichte aus einer unglaublichen Welt erzählen, die man gesehen haben muss!

Also packt eure Freunde ein, krallt euch in die Armlehnen und lasst euch von dem noch brutaleren Schocker des Urvaters des Sci-Fi-Horrors erneut überraschen!

 

Nachspann
bleibt aus, genau so wie man es auch aus den traditionellen Filmen kennt.

GROSSES GEWINNSPIEL sponsored by Twentieth Century Fox

Sodale, zur Feier des Tages gibt es zu diesem geilen Film auch wieder mal ein Gewinnspiel bei mir im Blog – und zwar gleich mit mehreren Preisen, damit nicht einer gewinnt und andere leer ausgehen.

Twentieth Century Fox hat für euch ein paar extrem coole T-Shirts und megacoole Poster locker gemacht, die ich hiermit an euch weiterverlosen möchte.

Alles, was ihr dafür tun müsst, ist folgendes:

Postet unter diesen Eintrag (hier direkt im Blog oder auch auf Facebook in den Kommentaren) einfach euren Lieblingsalien rein … Auswahl gibt’s ja viel:

Xenomorph, Chestbuster, Facehugger, Neomorph usw. und schickt diesen Kommentar bis zum 31. Mai 2017 ab. Am 1. Juni werde ich dann unter allen Kommentatoren die Gewinner auslosen, welche entweder ein T-Shirt oder ein Poster zugeschickt bekommen. Die Gewinner werden dann auf gleiche Weise informiert (entweder hier im Blog oder auf Facebook) und um Mitteilung ihrer Adresse gebeten, um euch die Ware zuschicken zu können.

Das ganze gesetzliche Blabla lass ich an dieser Stelle einfach mal unerwähnt stehen, denn wir alle sollten erwachsen genug und bei ausreichend Verstand sein, um zu akzeptieren, dass die üblichen Regeln aus Gewinnspielen auch hier gelten: Keine Barauszahlung der Gewinne, keine doppelte Teilnahme, keine Bevorteilung und kein Zwang zur Teilnahme auf Facebook – darum geht auch die Möglichkeit, hier im Blog zu kommentieren.

Wer kein Lieblingsalien hat oder die alten und neuen Filme nicht gesehen hat, der darf dies auch gerne drunter schreiben und dessen Beitrag fließt genauso mit in die Auswertung ein.

Die Preise wurden von Twentieth Century Fox bereitgestellt – vielen Dank an dieser Stelle nochmal an das Studio. Und zum Schluss noch eine kurze Notiz für Facebook: Facebook, deren angeschlossene Tochtergesellschaften oder sonstige Gesellschaften stehen in keinerlei Verbindung zu diesem Gewinnspiel: Dies wird ausschließlich durch kinoticket-blog.de veranstaltet und die Preise wurden von Twentieth Century Fox gestellt.

So, und nun wünsche ich vergnügtes Kommentieren, wünsche euch allen viel Glück und hoffe auf rege Teilnahme, damit ich die wahnsinnig coolen Sachen endlich weiter verschicken kann.

Euer Ben von kinoticket-blog.de

In der Kürze liegt die Würze – Anleitung für’s Gewinnspiel:

  1. Lieblingsalien posten
  2. Kommentar bis zum 31. Mai 2017 abschicken (hier im Blog oder auf Facebook)
  3. Glück haben und entweder ein T-Shirt oder Poster von Alien: Covenant  zugeschickt kriegen

 
Nachtrag: Alle Gewinner wurden benachrichtigt und die Gewinne verschickt. Viel Spaß damit! 🙂

The Bye Bye Man

Carrie-Anne Moss in einem Film auf der Leinwand sehen – lange her. Fast jeder kennt sie aus der Matrix Trilogie und dort hat sie für mich persönlich nicht nur Maßstäbe gesetzt, sondern sich auch zu einer Filmikone aufgeschwungen.
Aufgrund der Pressevorführung zu Fast & Furious 8 habe ich den Anfang des Films nicht gesehen, mir jedoch sagen lassen, dass ich nichts verpasst habe und der Geist des Films sich währenddessen auch nicht geändert hat.
Der große Mankopunkt von Bye Bye Man liegt meiner Meinung nach beim Drehbuch. Alles andere passt nämlich soweit. Die Darsteller machen ihre Sache angesichts der Anweisungen aus dem Drehbuch nämlich richtig gut. Douglas Smith als Hauptdarsteller agiert souverän, nicht dämlich und hebt damit diesen Film aus dem Sumpf zweitklassiger B-Horror-Streifen auf ein Niveau, das ich nicht zu bezeichnen vermag.
Denn genau das kreide ich dem Drehbuchautor an: Sich hier nicht richtig entscheiden zu können, was man eigentlich will. Für Horror passiert entschieden zu wenig Schockendes. Für Suspense ist der Film viel zu kalt, zu leblos, zu vorhersehbar, zu langweilig.
Für eine selbstironische Selbstzerstückelung (die ja durchaus gerne gesehen ist), fehlen einfach die entscheidenden Dialoge und Passagen, die diese unfreiwillige Komik unterstreichen und gewollt machen. Damit driftet man immer zwischen “Meint ihr das wirklich ernst?” und “Nein, das ist ‘ne Verarsche” und das lässt einen als Zuschauer am Schluss ziemlich im Regen dastehen.
Soundtrack – das Fehlen von billiger Synthesizer-Musik aus den 90ern – die Effekte, Kameraführung und einfach alles drumrum, selbst solche billigen Animationen dieser Low-Budget-Produktion, sind für mich hinnehmbar und offenbaren sich eher als eine Studentenproduktion, bei der einer keine Lust hatte, seinen Part mit Hingabe und Fleiß zu erledigen: Der Drehbuchschreiber.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mit dem richtigen Publikum im Saal, dass über die selten dämlichen Momente miteinander lachen kann, macht dieser Film richtig Laune und sorgt sogar für Applaus am Ende.
Der geschulte Kinogänger mit Anspruch oder Erwartungen an einen Horrorfilm wird hier eher enttäuscht und auf das SchleFaZ-Niveau geschmissen, für das mir dann aber auch noch eine Prise mehr Selbstironie fehlte, um tatsächlich sicher zu gehen, dass die das nicht ernst meinen.

 
Nachspann
folgt keiner mehr, rausgehen und das Tageslicht genießen. Und nicht dran denken oder drüber reden 😉

Underworld: Blood Wars (3D)

Schwelgen wir doch mal ein wenig in alten Zeiten. Damals. Als Vampire und Werwölfe sich noch zeitgemäß stritten und viel Blut floss. Als Glitzer noch nicht das Hauptaugenmerk eines Eposhelden ausmachte und es tatsächlich cool war, wenn sich die flinken Viecher blitzschnell immer tiefer ins dunkle Erdreich verkrochen, um ihre Anmut und Unentdecktheit klammheimlich auf den heimischen Fernsehern zu feiern.
Keiner in der Schule wusste um die geilen Vampirstreifen, denn irgendwie kam keiner ran. Alle sprachen nur von ihren Ballerspielen und man selbst entfleuchte in eine Welt, die der realen um einen herum so fremd wie nur irgend möglich war.
Als Kind erfasst man die Dynamik eines Films noch viel mehr und weiß um die Merkwürdigkeit, wenn sich alles in einem hölzernen Gebälk irgendwo tief im Wald abspielte und so ganz und gar auf die Nische anspielte. Irgendwo fehlte der Epos. Es fehlte eine vorzeigbare Persönlichkeit, mit der man als Vampir-Fan in der Öffentlichkeit angeben konnte. Etwas, das brutal genug, durchgestylt genug, brachial genug war, um damit vor seinen Schulfreunden angeben zu können. “Ich hab es als erster entdeckt, diese Welt gehört mir und ihr alle seid erst viel später dazu gestoßen.”
Und mitten rein in diesen Wunsch platzte Underworld. Auf einmal war alles da. Der perfekte Style. Düsterness, die sogar den Alten die Schuhe auszog. Die perfekte Storyline, der vollkommene Kampf, ein Highlight jagt das nächste. Neue Ideen, eine Heldin zum Niederknien mit einer Mission, der sich so ziemlich jeder Jugendliche freiwillig anschließen würde und das erbitterte Böse auf der Gegenseite, dem man mit Vorliebe den Garaus macht. Ich war der absolute Fan!
Und bin es bis heute.
Von Teil 1.
Seit dem zweiten tauchte man nämlich ebenfalls wieder in diese hölzerne Gebälkwelt ab, die sich so sehr am Mittelalter und dem dahinsiechenden Leben von Bedeutungslosigkeit bemisst, mit der man in punkto Durchgestyltheit nichts mehr erreichen kann. Wie auch? Die Story war bekannt, die Fähigkeiten offenbart, der Plot ausgekostet. Also suchte man sich – wie bei Resident Evil übrigens auch – einfach einen derart überzogenen neuen Bösewicht, den man dann völlig überspitzt und overleaked dem Alten gegenüberstellte und durch die “Erweiterung” den Film selbst vorantreiben wollte.
Die Einspielzahlen haben’s mitgemacht, der Fan wurde vernichtend geschlagen. Die Story wurde lächerlich, man begann sich zusehends mit fortschreitenden Wiederholungen der alten Geschichte mehr und mehr dafür zu schämen, früher mal Botschafter dieser Ideen gewesen zu sein und nahm immer mehr Abstand.
Mit Teil 4 (bei Resident Evil übrigens auch O_O) wagte man dann den Schritt hin zum 3D, was bei solchen Massenblockbusterwunschvorstellungsfilmen ja oft das Vernichtungsurteil schlechthin ist. Nun flogen die Wurfsterne also nicht mehr nur verbal angereichert mit dem unbändigen Hass, dem man als Jugendlicher eh schon kaum Ausdruck verleihen konnte, ohne gleich Amok zu laufen, sondern die Teile schlitterten auch noch ins Wohnzimmer rein und machten ihrem nicht endenden Unmut Luft.
Nur, dass selbige schon längst raus war. Und da “brachial böse” eines der stärksten Argumente des Ursprungsfilms war, musste in den Fortsetzungen natürlich penibelst darauf geachtet werden, dass die Darsteller auch möglichst immer böse Miene zum Spiel machen und laut schreien.
Genau dieser Fakt beerdigt nun mit Underworld: Blood Wars das Erbe dieser einst so fortschrittlichen Idee, aus dieser Welt noch viel mehr rauszuholen. Irgendwo wirkt alles so derart aufgesetzt, gekünstelt und lieblos, dass man schreiend aus dem Saal rennen möchte.
Was ist das Problem?
Ich denke, es liegt teils an den austauschbaren Schauspielern, mit denen man die einzelnen Charaktere besetzt. Mangels Alternativen? Oder weil in Hollywood einfach fast alles austauschbar geworden ist?
Die wuchtigen Hunde, die knallenden Schreie der Pistolen, die einzigartige Selene aus dem ersten Teil gemeinsam mit dieser hervorragend inszenierten Welt ist zwar scheinbar bis zum Schluss geblieben, aber spätestens nach den ersten misslungenen Verwandlungsversuchen der Lykaner und den derart an den Haaren herbeigezogenen, unglaubwürdigen Ehrgefühlsbekundungen eines Vampirclans zweifelt man auch als Zuschauer daran, dass das alles hier ernst gemeint sein könnte.
Und in diese Blöße tauchen jetzt noch Leute, die irgendwo beliebig austauschbar sind und somit keine eigene Stilblüte mehr mitbringen, sondern eben einfach nur noch als Füllmuster fungieren, um dem Film “Bewegung” einzuhauchen und ihn damit künstlich zum Leben zu erwecken.
Und dieser Schuss ging gewaltig vor den Bug. Die mächtige Gegenseite hat in Blood Wars absolut keinen Charme mehr, was man von Corvinus im ersten Teil nicht behaupten konnte. Das Gezeter nervt eher, als dass es unterhaltsam wirkt und nicht nur ich bin der Meinung, dass man zum Schluss froh war, endlich den Saal wieder verlassen zu dürfen.
Noch nicht mal beim Soundtrack hat man sich die Mühe gemacht, ein Theme zu finden, dass wieder ehrwürdig die Boxen zum Beben bringt und zumindest für die Ohren Grund zum Schauern liefert, sondern hier spielt man – ich möchte fast sagen – schon mit synthetischem Gedudel auf, das selbst mir beim Nachspann (wo man sich außer der Musik auf nichts anderes weiter konzentrieren kann) eher die Nerven platzen ließ als auch nur fünkchenweise Spaß zu machen.
Was ist aus euch geworden?
Allein eine streitlüsterne Selene in den Raum zu stellen und ihr zahlreiche Oberflächlichkeiten angedeihen zu lassen reicht nicht, um ein Werk so voranzutreiben, dass es die Kritiker lieben. Und den Zuschauern geht es ähnlich.
Der einzige Unterschied: Resident Evil kündigt sich schon im Trailer an, mit dem kommenden Teil Schluss zu machen, während Underworld hier gänzlich andere Töne anschlägt.
Ganz ehrlich?
 

.kinoticket-Empfehlung: Ich hab Angst.
Angst, dass das so weiter geht und der Abwärtstrend, den man bereits im zweiten Teil deutlich zu spüren bekam, im sechsten dann seinen Höhepunkt erfährt und man diese Art Film gar nicht mehr anzusehen braucht.
Irgendwie sind alle Regler dieses Films so derart verzerrt, dass nichts davon mehr in irgendeiner Harmonie schwingt. Die Effekte sind zu brachial, die Persönlichkeiten ohne jegliches Profil. Der Plot abgehackt und lieblos und die Musik zum Schreien.
Alles andere ist besser als diese bitterste Enttäuschung des ganzen Jahres. Und das schreibt ein ehemaliger Fan!

 
Nachspann
wie schon erwähnt folgt hier nichts weiter außer grausige Musik. Also Abflug, sofern ihr euch doch in diese Vorstellung verirrt habt. Der Trailer funktioniert ja, denn die Massen scheinen rein zu rennen, aber gefallen hat es (in meinem Kinosaal) keinem so wirklich.

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