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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Brian D’Arcy James

Trouble

Trouble

© 2018 Kinostar Filmverleih GmbH

Anjelica Huston – diese Frau ist mir persönlich zuletzt von Die Nebel von Avalon in Erinnerung, ein Werk, das kaum jemand kennt und das man definitiv gesehen haben darf. Und auch, wenn diese Dame einen beeindruckenden Lebenslauf vorzuweisen und für ihr Schaffen inzwischen erkenntlich viele Preise bekommen hat … so wirklich “präsent” auf der Leinwand hab ich sie nie empfunden.

Ein wenig anders ist es schon mit Bill Pullman, der in meinem Leben erstmalig in Spaceballs in Erscheinung trat und dessen wohl prominenteste und in meiner Kindheit auch prägendste Rolle als Präsident in Independence Day sowie dessen Nachfolger war und damit sein Konterfei in mein Gehirn einbrannte.

Beide gemeinsam treten nun in Trouble gegeneinander an und brüsten sich mit verbaler Schlagkräftigkeit und dramatischer Lethargie. Die Aufschlüsselung, die man dem Plot angedeihen ließ, reißt mich zwar nicht sonderlich vom Hocker, die Rollenverteilung – bei der Huston definitiv die besseren Karten zugeschanzt bekommen hat – ist aber amüsant und sorgt grade zu Beginn des Films für unglaublich viel Kurzweil.

Dennoch hat mir – um hier eine uneingeschränkte Empfehlung aussprechen zu können – einfach zu sehr das gewisse Extra gefehlt. Man stellt sich eher die rollkragenpullovertragende Oma-Armada vor, die glückselig die Kinosäle bereist und wahnsinnig empört wieder nach draußen kommt, was heutzutage alles fürn Mist gedreht wird – auch wenn das jetzt unfassbar klischeehaft und vorurteilsbehaftet klingt … aber genau so ging’s mir: Es ist eben fast alles Heiter-Sonnenschein und damit einer dieser “American Moms”-Filme, die zwar herzallerliebste Szenen beinhalten, jedoch die Masse nicht beeindrucken und für die coole Gefolgschaft an Peinlichkeit kaum zu überbieten sind.

Damit muss man klar kommen, dann hat man mit diesem Film auch seine helle Freude.

.kinoticket-Empfehlung: Nicht zwingend für jüngeres Publikum geeignet, dafür aber bissig, scharf und genau so, wie sich “Oma” den Verlauf einer Story wünscht.

Kann man sich sehr wohl anschauen, sollte aber bedenken, dass dies eher für die gesetzteren Altersklassen geschaffen ist und nicht zwingend Schulfhoflektüre.

Nachspann
❌ muss man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 20. Dezember 2018

Original Title: Trouble
Length: 100 Min.
Rate: FSK 12

Molly's Game – Alles auf eine Karte

Ante, Bad Beat, Fifth Street, Fish, Kicker, Heads Up, Muck, Re-buy, Satellite, Side Pot, Tilt, Whale, Showdown … ein Film, der mit Begriffen wie diesem dealt, wird vermutlich einiges an Kopfarbeit abverlangen und definitiv nicht in die Riege der seichten Popcornunterhaltung gehören.
Vermutlich kennt auch nicht jeder aus dem Stehgreif die Bedeutung dieser Begriffe und man wird erst hellhörig, wenn dann Worte wie “Blind”, “Call”, “Raise” und “All in” dazu kommen.
So richtig spannend wird’s allerdings erst, wenn dann bekannt wird, dass hier keine findigen Drehbuchautoren am Werk waren, die sich in ihrer kreativen Phase keinerlei Einschränkungen hingegeben haben, sondern man sich extrem nah an die unglaublichen Details dieser wahren Geschichte gehalten hat. Also ja: Die Protagonisten sind alle echt und das, was hier von der Leinwand runtersegelt, ist so tatsächlich passiert.
Und damit sage ich: Willkommen in der Kategorie: Das Leben schreibt die besten Geschichten!
Mich hatte man bereits zu dem Zeitpunkt gecatcht, als ich Jessica Chastain auf dem Plakat gelesen habe: Diese Frau …. AHH! Ich erinnere mich an jeden einzelnen Film mit ihr und jeder einzelne davon war ein seelischer Hochgenuss! Was also soll mit ihr in der Hauptrolle schon schief gehen?
Was euch bei Molly’s Game auf der Leinwand erwartet, ist tatsächlich eine enorme Dichte und Fülle an Informationen aus einer Welt, die man entweder kennt und lebt oder von der man weit entfernt ist. Dabei schafft dieser Film auf einzigartige Weise, die klaffende Kluft zu überbrücken und mit verständlichen Aufklärungen und Informationen zu füllen, die einerseits diese unglaubliche Geschichte erneut zum Leben erwecken, andererseits aber auch das urgewaltige Potenzial von Informationsdichte und -erschaffung in kürzester Zeit auf unterhaltsame Weise an den Zuschauer zu vermitteln.
 

.kinoticket-Empfehlung: Molly’s Game ist eine filmische Herausforderung, die einerseits mehrfach gesehen werden kann und dabei die wahre Geschichte einer Frau erzählt, die sich ihren Prinzipien verschrieben und auf dieser Welt Unglaubliches getan hat.
Es macht tierisch viel Freude, verlangt einem viel Aufmerksamkeit ab und trägt aber genauso den totalen Unterhaltungskick in sich – diese Erfahrung wirst du nicht so schnell vergessen!

 
Nachspann
hält keine weiteren Szenen parat – man darf sich also gemütlich wieder aus dem Sessel pulen und nach draußen spazieren.
Kinostart: 8. März 2018

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