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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Brian Tyler

Escape Room

© 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

„Escape Room“ – seit dieses Wortgeflecht aufgekommen ist, warte ich förmlich darauf, dass sich jemand dessen annimmt und einen Film darüber dreht, denn es schreit förmlich danach! Billiger Horror, die übliche Mache, gequetschte Körperteile, schreiende Frauengesichter – all die Klischees … einfach abhaken, aber machen, damit wir‘s hinter uns haben.

Und dann flattert auf einmal die Pressemeldung in den Mailkasten: Er kommt – Escape Room – der Film!

WHOUM!

Und nun fangen die Geister der Klischeekleingeistigkeit an, zu feiern! Logisch, denn das komplette Konstrukt besteht quasi aus Steilvorlagen für schlechte Comedy, miesen Horror, langweilige Unterhaltung, 0815-Movie. Und es hat meiner Meinung nach auch viel zu lang gedauert, bis endlich mal jemand filmische Interpretationen dazu liefert. Ich meine, selbst in meiner ländlichen Ödnis irgendwie im Nirgendwo gibt es einen Escape Room. Aber keinen Film. Bis jetzt.

Und nun denken alle, die hier nicht lesen, sondern nur drüber fliegen: „Naja, ist nichts“, weil überall negative Worte rumliegen, also lass uns das ändern:

GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL GEIL!!!!

Wie zur Hölle kann man bitte etwas so perfektes und grandioses aus so einer Steilvorlage an Scheiße-geworden machen?

Das beginnt schon mit dem Anfang des Films vorm Vorspann: Wahnsinnsunterhaltung par excellence und Stimmung im Saal, dass man keine Boxen mehr bräuchte, um für Gänsehaut zu sorgen: Hier geht‘s ab! (Vorausgesetzt, das Kino hat Boxen und diese auf laut gestellt!)

Während dann irgendwann endlich der Titel des Films eingeschreddert wird, ist man schon voll in Feierlaune und absolut dabei!

Und dann bricht die Chose nicht etwa ab, was man erwarten würde (Einstand, Ruhe, Aufreger, Ruhe, angehender Höhepunkt, Enttäuschung, Abspann), sondern man fährt mit immer neuen „What the Fuck“-Momenten auf, die den Sehspaß in keinster Weise mindern, sondern dafür sorgen, dass permanent Zuschauervergnügen garantiert ist und die Arme sich dabei nie entkrampfen.

Und was mich daran noch mehr fasziniert hat: Sooooo viele Steilvorlagen, dass man das Ding endlich in den Mittelklassebereich oder die Unterschicht entlassen könnte und KEINE wird ausgenutzt, sondern galant und mit Modernität und Intelligenz umschifft, auf dass das Niveau niemals sinke! WHOUM!

Die Einfälle: Geil!

Die Darstellerriege: Geil! Frisches Blut, tolle Gesichter und Wahnsinnsdarstellungen!

Der Soundtrack (Brian Tyler): Der Hammer!

Die Optik und das Genie-Flair dahinter: Großartig!

Die Kulisse – das Bühnenset… Leute, hier kriegt ihr richtig was aufgefahren, was immens Spaß macht und es kommen keine dummen Ideen oder Einfälle, bei denen ihr Kopfschmerzen vom Facepalmen bekommt, sondern ihr sitzt im Saal und denkt euch „Ooooouuuuukkkaaaaayyyyyyyyyyy – wham!“

Selbst der Twist des Films war in meinen Augen großartig und sorgt am Schluss nochmal für richtig Haudraufstimmung und ich FREUE mich +zappel zappel+ richtig auf den hoffentlich kommenden zweiten Teil!

Und solange: Abfeiern! Rein und keine Widerrede. Und sollte eure Freundin anfangen mit „Bäh, Horrorfilm, mag nicht, Blabla“ >> Küssen, dann ist sie ruhig und währenddessen die Kohle auf den Tresen legen und .kinotickets mitnehmen, damit’s endlich in den Saal gehen kann. Klar soweit?

Prima!

.kinoticket-Empfehlung: WHOUM!

Wie kann man ein so nach Versagen schreiendes Thema in so einen geilen Film packen?

„Richtig geiler „Horror“ im Kino?“ „Escape Room!“ – es gibt also endlich wieder eine aktuelle Antwort auf diese Frage! Also rein da! Ohne Widerrede!

Nachspann
✅ Am Anfang kommt nochmal eine Sequenz, dann darf man raus spazieren – vorausgesetzt, man mag den Soundtrack nicht (was ich mir an dieser Stelle kaum vorstellen kann)!

Kinostart: 28. Februar 2019

Original Title: Escape Room
Length: 99 Min.
Rated: FSK 16

Score – Eine Geschichte der Filmmusik

An alle meine Leser, Freunde, Begleiter und Unterstützer:

Ein FROHES NEUES JAHR 2018!

Nachdem ich euch zwischen den Jahren ein wenig mit Beitragszukleisterei verschont habe, gibt es frisch und munter zum Jahresstart gleich eine hochwertige Perle des Kinos für alle von euch: Score – Eine Geschichte der Filmmusik
Wenn mich – schon zu Schulzeiten – jemand gefragt hat, was ich gerne höre, dann kam als Antwort von mir stets “Filmmusik”. “Hä? Was ist denn das?”
Macht dazu doch einfach mal einen Test: Lass einen Spielfilm eurer Wahl laufen und dreht dabei den Ton ab und schaut euch das Ding mal komplett an. Was fühlt ihr?
Jetzt dreht ihr den Spieß um und lasst einen Film laufen, verdeckt aber das Bild und hört euch nur den Ton an. Schon viel spannender, oder?
Aus diesem Grund gibt es in jedem gut sortierten Multimedia-Laden auch eine reichhaltige Auswahl an Filmscores und Soundtracks zu erwerben, aber ich habe noch nirgendwo gesehen, dass man die Bilder ohne den Ton zum Verkauf anbietet.
Daran sieht man, wie enorm wichtig und essentiell Soundtracks und musikalische Untermalungen in Filmen überhaupt sind, denn sie hauchen dem Streifen erst Leben ein und machen ihn zu dem, was er am Schluss ist.
So mancher Kultklassiker wäre nicht das, was er ist, wenn man ihn seiner Töne beraubt hätte. Und wenn man sich ein klein wenig dafür interessiert (oder auch gar nicht, aber bei den Abspännen nicht sofort rausgerannt ist), dann kennt man wohl den ein oder anderen Namen dann doch:
Marco Beltrami, Max Steiner, Christopher Young, David Newman, Trevor Rabin, Bear McCreary, Mervin Warren, Mychael Danna, Hans Zimmer, Rachel Portman, Christophe Beck, Joseph Trapanese, John Debney, Howard Shore, Buck Sanders, Alex North, John Barry, David Arnold, Ennio Morricone, Tom Holkenborg, Bernard Herrmann, Tyler Bates, Heitor Peireira, Mark Mothersbaugh, Joshua Ralph, Dario Marinelli, Patrick Doyle, Moby, Quincy Jones, Jerry Goldsmith, John Williams, Brian Tyler, Alexandre Desplat, Deborah Lurie, Harry Gregson-Williams, Elliot Bruce Goldenthal, Danny Elfman, Christopher Lennertz, Thomas Newman, Michael Trent Reznor, Atticus Ross, Henry Jackman, Steve Jablonsky
Für musikalische Verhältnisse liest sich das runter wie die Creme de la Creme aus Hollywood, das who is who der musischen Szene in allen Facetten, Varianten und Zeitaltern der Filmmusik. Und genau das liefert Score – Eine Geschichte der Filmmusik den Zuschauern auch auf die Leinwand: Die geballte Power von:
Scream
Todeszug nach Yuma
Tödliches Kommando – The Hurt Locker
Vom Winde verweht
King Kong und die weiße Frau
Casablanca
Hellbound – Hellraiser II
Verlockende Falle
Password: Swordfish
Der Fluch – The Grudge
Anastasia
Die Flintstones
Armageddon
Con Air
Duell der Magier
Battlestar Galactica
The Walking Dead
Outlander
Honey
Little Miss Sunshine
Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger
Blade Runner 2049
Der König der Löwen
Buffy – Im Bann der Dämonen
Straight Outta Compton
Oblivion
Tron: Legacy
Die Passion Christi
Der Herr der Ringe
Aviator
Resident Evil
I, Robot
Knowing
Warm Bodies
World War Z
Spartacus
Endstation Sehnsucht
Cleopatra
Wer hat Angst vor Virginia Woolf?
Jenseits von Afrika
Der mit dem Wolf tanzt
Independence Day
Stargate
Alle James Bond von 1997 bis 2008
Zwei glorreiche Halunken
Spiel mir das Lied vom Tod
The Hateful Eight
Mad Max: Fury Road
Deadpool
Psycho
Final Destination Reihe
Minions
Ich, einfach unverbesserlich I & II & III
Thor: Ragnarok
Lucky Number Slevin
Stolz und Vorurteil
V wie Vendetta
Harry Potter-Reihe
Der Schakal
Heat
Die Farbe Lila
Get Rich or die Tryin’
Poltergeist
Total Recall
Basic Instinct
Schindlers Liste
Sieben Jahre in Tibet
E.T. – Der Außerirdische
Der Weiße Hai
Krieg der Sterne
The Fast and the Furious-Reihe
Alien vs. Predator 2
Die Unfassbaren I & II
Die Queen
Der seltsame Fall des Benjamin Button
Florence Foster Jenkins
The Danish Girl
Valerian
Hellboy – Die goldene Armee
Spider Man 2
Wanted
Shrek-Reihe
Die Chroniken von Narnia
X-Men Origins: Wolverine
Friedhof der Kuscheltiere
Alien 3
Interview mit einem Vampir
Frida
Edward mit den Scherenhänden
Alice im Wunderland
Batman
Good Will Hunting
Men in Black
Alvin und die Chipmunks
Kill the Boss
Passengers
Die Verurteilten
Skyfall
The Social Network
Verblendung
Fear the Walking Dead
The Da Vinci Code – Sakrileg
Fluch der Karibik
The Dark Knight
Monsters vs. Aliens
Michael Bays Texas Chainsaw Massacre
Die Insel
Transformers-Reihe
Deepwater Horizon
The Last Witch Hunter
Battleship
Desperate Housewives
… könnt ihr noch?
Das waren jetzt aber nur Auszüge … denn hier sind die Leute am Start, die in 100% aller Fälle ihre Finger mit im Spiel eines jeden je gemachten Films (selbst Stummfilmen) hatten: Komponisten.
Score – Eine Geschichte der Filmmusik entführt hinter die Kulissen des Filmemachens und erzählt die Geschichte, Abenteuer, das familiäre Zusammenspiel einer in sich geschlossenen Welt innerhalb der Faszination Hollywoods und ist nicht nur für Musikbegeisterte eine wahre Bereicherung.
Allein das Gefühl, in einem Kino zu sitzen und wieder die echten “aus der guten, alten Zeit”-Dinos aus Jurassic Park über die Leinwand springen und brüllen zu sehen – gefolgt von den geilsten Szenen aus Mad Max: Fury Road und einem Tom Holkenborg, der aus dem Nähkästchen seiner Produktion plaudert, um alsgleich von einem schwertschwingenden Transformer hinweggebasht zu werden … und es sind gerade einmal 48 Sekunden vergangen … der Wahnsinn!
Und dabei wird wirklich nichts ausgelassen, was sich im Laufe der Geschichte Hollywoods alles so getan hat: Von den frühen Anfängen über verschiedene Epochen (wusstet ihr, dass Star Wars musikalisch eine entscheidende, prägende Rolle im Filmbusiness gespielt hat?) bis hin zur Moderne bekommen diejenigen das Wort, die einem jeden Film Leben einhauchen und ihn erst zu etwas besonderem machen.
Score läd euch ein dazu, in die Kathedralen der Tonmacher abzutauchen, ihre Arbeitsweise kennenzulernen und so vieles über Filme zu erfahren, das man als Zuschauer oft gar nicht mitkriegt, denn: Der beste Soundtrack in einem Film ist der, den der Zuschauer gar nicht bemerkt.
Wie könnte man besser in ein Jahr starten, als mit solch einem Meisterwerk, dass die geballte Ladung Kino an den Ort zurückträgt, aus dem sie entstammt?
 

.kinoticket-Empfehlung: Matt Schrader läd ein zum Tag der Offenen Tür in Hollywoods Filmschmieden und lässt den Zuschauer auf eine gewaltige Produktion los, die alle ereignisreichen und bedeutenden Filme in 93 Minuten verpackt und dem Zuschauer als monströs-kompaktes Spektakel-Extrakt vor die Füße wirft!
Wer hier nicht zuschlägt, hat von Filmen keine Ahnung – und sei es nur, um alte Ereignisse erneut auf dem Big Screen zu bewundern.
Heimkino, TV-Publikation und alle anderen Veröffentlichungen zählen hier nicht: Der einzige Ort, an dem man dieses Wunderwerk bestaunen darf, sollte ausschließlich Kino sein – auch wenn ich mir persönlich das Ding sofort zu Verkaufsstart in die eigene Sammlung stellen werde… – aber ich war ja auch bereits schon im Kino und anschließend megamäßig geflasht.
Rein!

 
Nachspann
Sitzen bleiben, oder ihr verpasst eine wahnsinnig spannende Geschichte zu Titanic.
Kinostart: 4. Januar 2018

Die Mumie (3D)

Ich weiß noch, was es für eine Sensation war, als sich in meiner Kindheit erstmalig zwei große Filmhelden miteinander verbanden und man filmübergreifende Jokes einarbeitete, die zeigten, dass eine Figur nicht mehr nur einem Film allein gehörte, sondern man themenübergreifend damit arbeiten konnte.
Was anfangs in spektakulären Gegenüberstellungen begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu großartigen Universen, in denen man sämtliche Kolosse gegeneinander antreten bzw. sie miteinander das Böse bekämpfen ließ.
Heute – im Jahr 2017 – haben viele Studios ihre eigenen Universen gegründet, innerhalb derer jetzt fröhlich publiziert und das Volk mit immer neuen Einfällen versorgt wird, die filmische Unterhaltung generieren.
Dem schließt sich Universal Pictures an und startet dieses Jahr mit der Neuauflage des 1932 erschienenen Die Mumie sein eigenes Dark Universe und beginnt damit gleich mal mit einem CGI-Vollkracher, der seine Fans mit offenen Mündern dastehen und garantiert keine Langeweile aufkommen lässt. Was hat sich im Laufe von fast 100 Filmjahren alles getan!
Klar, die nostalgischen Momente kreuzen bei Menschen wie mir auch immer wieder auf und man ertappt sich öfters dabei, wie man sehnsüchtig in Richtung der vergangenen Jahrzehnte und deren Errungenschaften blickt, jedoch müssen wir alle wohl langsam begreifen, dass diese Zeiten vorbei sind und man bewusst einen Schritt in die Zukunft getan hat, bei dem Digitalismus und Rechenpower genauso als “Cast” dazugehören wie die echten Schauspieler. Dass ersteres oftmals sogar höhere Gagen bekommt und damit der Mensch hier und da zur abgewerteten Spezies innerhalb eines Stücks verkommt, ist in der Vergangenheit ja nicht nur einmal passiert.
Fakt ist: Die Mumie versucht sich daran, den Fans nicht die Suppe zu verderben, sondern eine völlig neue, moderne und trotzdem unterhaltsame und spaßige Variante auf die Leinwand zu projizieren, die auch Genrefans des vergangenen Jahrhunderts erreicht.
Was mir dabei aufgefallen ist: Tom Cruise ist alt geworden, wirkt abgespannt, müde und wie ein Schatten seiner selbst, während er über die Leinwand tobt und der einstige Glanz seiner Persönlichkeit eher zur Action-Ikone verkommt, die den Film nicht mehr so einzigartig trägt, wie er es in seinen vergangenen Werken getan hat. Für mich die absolute Bombe war vielmehr Sofia Boutella, die auf Wunsch des Regisseurs als Ahmanet gecastet wurde und ihre Sache mehr als herausragend meistert.
Dass längst nicht mehr der altägyptische Charme der alten Mumie-Trilogie aufgefahren wird, sondern man sich bewusst für moderne Zeitalter mit neuartigen Interpretationen dieser Story entschieden hat, soll Liebhaber nicht davon abschrecken, dennoch in die neue Vorführung zu gehen und sich das Werk anzusehen.
Mit Effekten wird hier nicht gespart, jedoch hält man sich den ganzen Film über treu die Waage und verschandelt die Show nicht mit der Überglorifizierung digitaler Errungenschaften, sondern lässt den Menschen dazwischen immer noch genügend Spielraum, um ihr Können und ihre Existenzberechtigung unter Beweis zu stellen.
Dabei werden nicht nur alte Methoden mit neuem Anstrich versehen, sondern auch in Sachen Gigantismus völlig neue Geschütze aufgefahren, die eben nicht das traurige Bild einer nochmals aufgekochten Geschichte präsentieren, sondern als Startschuss für eine neue Ära von Monsterfilmen durchaus spürbare Eindrücke hinterlassen. Im Zuge der Idee, die alten Horrorfilme alle einem Reboot zu unterziehen, sehe ich diesen Film als einen gelungenen Startschuss, der einstiges B-Movie-Niveau nun auf massentaugliche Blockbuster-Ebene hievt und den Zuschauern so jede Menge Zündstoff für Diskussionen bietet, da sicher nicht jeder automatisch mit der Modernität einverstanden sein wird.
Als Zuschauer sollte man auf keinen Fall den Fehler machen und hier die tiefgründige, dialogschwere Besonderheit erwarten, sondern sich einfach auf ein kolossal-schwarzes Event einstellen, dass frühere Abarten des Bösen durchaus in seine Schranken verweist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mit Russell Crowe und Sofia Boutella im Gepäck entsteht hier eine völlig neue Dimension des Schreckens, die sich an den heutigen Standards der Filmindustrie orientiert und dabei selbst digitale Maßstäbe auf absolut höchstem Action-Niveau setzt.
Der Film ist nicht vergleichbar mit seinen Vorläufern, sondern liefert aus Randdaten eine völlig neuinterpretierte Erzählung, die zwar nicht unbedingt mit Tiefgang und Eleganz, dafür aber mit extrem viel Style und wuchtiger Action punktet und somit dem Popcornkino wieder einen Grund zum Besuch abstatten liefert.
Wer Fan von Die Mumie ist und Horrorfilme liebt, den schreckt wohl als erstes die FSK-12-Freigabe, die ich – wie übrigens damals auch schon – für zu niedrig angesetzt halte. Nichtsdestotrotz macht die brachiale Düsternis im Kino bei aufgedrehter Lautstärke mal wieder richtig Spaß und sorgt ab heute garantiert für gelungene Kinoabende.

 
Nachspann
liefert keine weiterführenden Elemente, jedoch ist klar, dass das als Auftakt einer Reboot-Reihe genutzt wird, die sich um die Horrorfilme der 30er bis 50er Jahre von Universal Pictures dreht.

Fast & Furious 8

Zeit für Superlativen! Regisseur F. Gary Gray geht mit dem Fast & Furious-Franchise morgen in die legendäre 8. Runde und läutet damit ein neues Kinozeitalter ein.
Man lasse sich die Fakten auf der Zunge zergehen:
Teil 1 ist bereits 16 Jahre alt und zog damals mit erfrischend neuen Ideen um die Ecke, begeisterte Fans, Autoschrauber und eine komplett neue Community im Kino, woraufhin dann ein “üblicher zweiter Teil” gefolgt von einem abstürzenden dritten Teil folgte. Soweit, so gewöhnlich.
Mit der Neuauferstehung Dominic Torettos in Teil 4 kam die eingeschworene Fangemeinde zurück und was dann folgte, ist bislang einzigartig in der Filmgeschichte: Die Macher und Konstrukteure dieser Reihe haben es geschafft, ein Filmepos aus einem vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich auf ein höheres Level zu heben und ihre Anhängerschaft bis hin ins aktuelle Jahrzehnt mehr und mehr zu begeistern.
Während man im fünften Teil böser wurde und sukzessive neue Charaktere einführte, die die Familie der Filme zunehmend bereicherten, landete man in Fast & Furious 7 dann an einem Punkt, an dem man langsam damit anfing, seine Glaubwürdigkeit für immer neue Größe zu opfern. Selbst Fans begannen, sich langsam vom Geschehen abzuwenden und sahen das Ende der Serie kommen.
Nun kehrt die Truppe auf die Leinwand zurück und leistet mit Fast & Furious 8 das Unmögliche: Man begibt sich mit der Glaubwürdigkeit wieder absolut down to earth und zieht dabei die Actionschrauben nochmal gewaltig an.
Leute? Morgen bricht ein neues Kinozeitalter an, das selbst außerhalb der Lichtspielhäuser Maßstäbe setzt und Dinge vollzogen hat, die bis dato ungeschehen waren.
Allein schon mit der Veröffentlichung des Trailers hat man globale Rekorde aufgestellt und der Vorläufer entpuppte sich zum heutigen Zeitpunkt als sechsterfolgreichster Film aller Zeiten! Ich glaube, dass diese Zahl mit dem aktuellen Film nochmal nach oben korrigiert werden kann. Also mal ein paar kleine Einsichten hinter die Kulissen.
 
Kuba
Das erste Mal überhaupt in der Geschichte von Hollywood durfte so eine Megablockbusterfraktion innerhalb Kubas drehen. Dank den entspannteren Verhältnissen zur Zeit von Obama wurden Verhandlungen zwischen den Regierungen geführt, die ermöglichten, dass ein sensationeller Part des Films sich innerhalb dieses wunderschönen Landes abspielt.
Die Produzenten berichten von einem mega herzlichen Aufgenommen werden und Willkommen sein auf der Insel und erlebten dort einfach Unfassbares. Selbst das Verladen von Set-Autos wurde von den Inselbewohnern beklatscht sowie das Auftreten von Toretto & Co. bejubelt. Überall erfuhren sie Hilfe und konnten damit einen fulminanten Start der Beziehungen zwischen den USA und Kuba aufbauen.
Problematisch beim Dreh war, dass sie alle Teile, Autos, Werkstattequipment und Co. selbst mitbringen mussten, da auf dieser Insel keinerlei Vorräte waren oder man nicht einfach so leicht an neue Teile oder zusätzliche Karren zum Verschrotten kam. Und das Ergebnis kann sich mal sowas von sehen lassen. Dieser Geist, den Kuba innehat, trifft quasi genau den Kern dessen, wofür die Fast & Furious-Reihe steht.
 
Über 17 Millionen Dollar
für eine Szene, an der weltweit Menschen ihren Teil dazu beigetragen haben, um die Schönheit, Eleganz, den Prunk und den Flair zu erhalten und zu erweitern: Ich sage jetzt bewusst nicht, um was es sich handelt und welche Szene gemeint ist, aber sobald man im Film sitzt, spürt man es – man merkt es – allein schon anhand des Raunens in der Menge.
Jungs, Mädels, wer auch immer – das, was euch da geboten wird, ist einfach einen verdammten Blick wert! Allein schon deshalb, weil sich die Macher so immens viel Mühe gemacht haben und das Ergebnis einfach ATEMBERAUBEND ist!!!
 
Die Familie
Dazu der Plot, dazu das Händchen, dass man beim Cast auch hier wieder bewiesen hat – wie Charaktere eingearbeitet werden, die verschiedenen Teilnehmern auf irgendwelchen Parties gegenüberstanden und ihre Sympathie für Autos bekundeten – ich denke, genau das macht diese Reihe aus: Dass die Menschen nicht nur etwas spielen, sondern es tatsächlich sind.
Sie SIND diese Familie, die sie auf der Leinwand konzipieren wollen. Sie haben die Brüderlichkeit untereinander, sie leben es und tun nicht nur so, als ob. Roman Pierce hat am Set eine Lounge eingerichtet, in der sich die Darsteller zwischendurch ausruhen konnten, Parties feiern, den Feierabend genießen und dergleichen – diese innige Liebe und Beziehung zwischen den einzelnen Darstellern ging auch weiter, wenn die Kameras längst wieder aus waren und es sozusagen keinen mehr interessierte.
An dieses Maß an Authentizität heranzureichen ist gestellt absolut nicht möglich – und durchbricht hier Mauern, die man vorher nicht ansatzweise wackeln sah. Und damit lässt der 8. Teil als Auftakt der finalen Trilogie ein Bauwerk in sich zusammenstürzen und präsentiert sich mit einem derartig mächtigen Knall, dass einem permanent nur die Gänsehaut steht – ob durch die rasante Action oder die emotionale Tiefe, die man hier zwischen all den Motoren, Autos und dem Öl und Benzin niemals außer Acht lässt.
Gerade der Fakt, dass jeder Einzelne bereits in den Vorgängerfilmen seinen Part zugesprochen bekommen hat und man jetzt mit dieser explosiven Mischung arbeiten kann, macht einem als Kinojünger das Leben echt schwer…
Aber ich möchte euch gar nicht länger hinhalten, sondern hoffe inständig, ihr habt während dem Lesen bereits Karten reserviert, denn …
 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film wurde nicht fürs Kino gemacht, sondern die Kinos wurden gebaut, um Filme wie diesen zu würdigen!
Geht in diesem Film – geht einfach in diesen Film und scheißt drauf, ob euch der 7. Teil zu heavy oder unglaubwürdig war oder nicht, hiermit machen sie alles – einfach alles (!!!) wieder gut!
Leute, ich hab keine Ahnung, wie man das in noch zwei weiteren Filmen toppen will – ich weiß es echt nicht! Mich hat es übelst vom Hocker gehauen und ich werde ihn mir diese Woche nicht nur zum 3. Mal ansehen!
Mögen die Jeans gut genäht sein, damit sie während der Vorstellung vor Geilheit nicht reißen! 😉

 
Nachspann
hält diesmal keine Nachszenen mehr bereit, aber wir wissen ja, dass Teil 9 und 10 noch folgen werden.

xXx: Die Rückkehr des Xander Cage (3D)

Wir sind in einem Kinozeitalter angekommen, in dem die Technik das Bewusstsein des Menschen längst überholt hat. Smartphones, die weit über den Standards dessen sind, was damals angeblich zur Mondlandung verwendet wurde, und CGI-Animationen sowie technische Täuschungen, die erst auf Nachfrage hin enttarnt werden, gehören heute fast schon zum guten Ton.
In so einem Zeitalter ist xXx: Die Rückkehr des Xander Cage entstanden und triumphiert mit einem 3D, das nicht nur sensationelle Raumtiefe aufweist, sondern durchaus wieder Maßstäbe setzt respektive beweist, dass wir tatsächlich in dieser Moderne leben.
Vin Diesels Auftritte gehören aber nicht zur abgeflacht-mauen Form dieses Jahrzehnts, sondern er brilliert hier mit imposanten Stunts und lässt das Action-Kino des Millennium wieder aufleben, aus dessen Jahrzehnt auch die Vorgängerteile von Triple X stammen.
Eben jene, die damals richtig Spaß dabei hatten, ihren Titelhelden dabei zuzusehen, wie sie die Welt um sich herum für irgendeinen simplen Sinn in Schutt und Asche gelegt haben, werden mit der aktuellen Fortsetzung erneut in den Kinosessel gefesselt und nicht nur mit altbewährter Action überhäuft, sondern auch mit Stunt-Szenen, die Maßstäbe in Detail, Dreidimensionalität sowie Ästhetik setzen und sich damit fast schon zur Kunstform emporheben.
Ganz im Ernst: Die Dialoge, die “Bösewichte” im Film gehören zurück in die 90er, ihre stupiden und teilweise lächerlichen Darstellungen passen genau in das gewollte Actionkino dieses Jahrzehnts, was auch einen sehr genauen Eindruck des Zielpublikums vermittelt – die Actionmomente selbst jedoch steigen in eine ganz andere Liga auf.
Man spürt deutlich, dass man hier mehr als stumpfes Rumballern zeigen wollte und mit Kamera-Choreografien um sich wirft, die mich tatsächlich an liebevolle Kunstszenen erinnern statt an stupide Gewehrsalven und Haudrauf-Szenen.
Damit trifft man den Kern der Aussage und holt tatsächlich all jene, die ihre einstigen Helden wieder im Kino erleben möchten und liefert ihnen alte Geschichten in modernster Form auf der Leinwand.
Zur Jahrhundert-Umwälzung wird diese Fortsetzung wohl kaum mutieren, und sich extrem lange im Kino halten wohl auch nicht, allerdings reicht das Aufgebot bei weitem aus, um wieder mal einen so richtig abgefahrenen Action-Abend zu genießen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Also: Popcorneimer voll machen, Hirn leer, hinsetzen und die Show genießen.
Die Sinnhaftigkeit gleicht derselben aus vergangenen Jahrzehnten aus diesem Genre, hier wird nicht viel modernisiert, die Grafik hat sich aber abartig verbessert und die Choreografien der ästethischen Kameraführung sind ein Augenschmauß sondersgleichen.
Und noch ein Pluspunkt zum Schluss: Diesel ist nicht austauschbar und sympathisiert hier wieder als ein Unikat vergangener Jahrzehnte.

 
Nachspann
Abgesehen vom Soundtrack passiert hier nichts sehenswertes mehr.

Die Unfassbaren 2

Now You See Me – wie der Titel im Original heißt – war einer der bahnbrechendsten Magierfilme schlichtweg. Die Imposanz, mit der man die Tricks, Persönlichkeiten und Idee auf den Markt brachte, sucht bis heute seinesgleichen und verblüfft auch beim fünften Mal ansehen immer noch mit überzeugendem Wahrnehmungsrausch.
Der Speed, den man im ersten Teil generierte, das Vorzeigen, Verblüffen, Ablenken und Erstaunen funktionierte auf einer Ebene, die bis dato noch kein anderer Film in dieser Form auf der Leinwand präsentiert hat. Schaut man sich den Streifen im Heimkino an (und regelt die Anlage entsprechend hoch), hat man immer wieder eine gigantische Show, die jeden Zuschauer mitreißt und hinterher erstaunt zurücklässt.
All dies bringt immense Erwartungen, Vorfreude und den Rausch auf Fortführung herbei, der dieses Jahr mit Now You See Me 2 in den Kinos zelebriert werden will.
Dabei knüpft die Vorstellung keineswegs an die Genialität des ersten Teils an, sondern offenbart sich eher als eine bittere Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der Fragen, die sich der Zuschauer beim ersten Mal stellte, wie man aus dem Nichts heraus etwas so geniales erschaffen konnte.
Die durch die überragende Meisterleistung im ersten Teil hervorgerufene Stimmung konnte in der Fortsetzung irgendwie nur enttäuschend werden, denn man geht als selig-vergnügter Magiebegeisterter nun voller Erwartungen in den Saal und wird mit den dunklen Seiten der Zauberei betraut gemacht, die eben alles andere als prickelnde Stimmung hinterlässt, sondern – angestachelt durch das Anlernen darauf, tatsächlich hinzusehen – fast schon vorhersehbar und dadurch langweilig wird.
Man hat nicht mehr das Gefühl, dass man hier nun von absoluten Profis heimgesucht wird, die so talentiert sind, dass einem als Zuschauer förmlich die Luft wegbleibt und man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt, sondern fühlt sich ihnen teils schon überlegen und beginnt sich zu fragen, ob das Ganze nicht umgekehrt ist und man sich nun auf die Jagd nach den Reitern macht, die mit ihren Shows dem Gros der Gesamtveranstaltung ständig hinterher hinken.
Auch das andeutungsweise polemische Hinweisen auf mögliche Mängel im Leben von uns allen erscheint dann eher als misslungener Versuch, aus allem doch noch etwas positives zu schlagen und wenigstens mit einer guten Moral von der Bühne zu treten, doch die scheitert irgendwie an Belanglosigkeit und einer Inszenierung, die weder verblüfft noch begeistert, sondern eben einfach da ist und in sich funktioniert.
Problematisch war unter anderem auch, dass die Tricks hier nicht mehr die feinfühlige Größe aufwiesen wie im ersten Teil, sondern man sich mehr und mehr Optionen bediente, die eben nichts mehr mit wahrem Können zu tun haben, sondern zeitweilig eher ins Lächerliche rutschen und somit als Gesamtkonstruktion eher fragwürdig sind. Vergleicht man hier das Gesehene allerdings mit den üblichen YouTube-Tricks, wird schnell klar, dass das Niveau eben doch sehr hoch ist und man viel Aufwand in die Präsentation der einzelnen Kunststücke investiert hat, die in sich geschlossen aber in einem Rahmen gezeigt werden, der nicht nur bröckelt, sondern sich in seine Einzelteile aufzulösen scheint.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ob ich den Film wirklich empfehlen kann, weiß ich nicht. Meine Bewertung war bei Mittel mit Tendenz zu schlecht, weil mir einfach die spritzige Energie des Magischen gefehlt hat und man als Kenner des Vorteils höchstwahrscheinlich bitter enttäuscht aus der Show hervortreten dürfte.
Dennoch hat man viel Mühen investiert, um mit hohem Aufwand Tricks zu präsentieren, die teils schon beeindruckend waren, allerdings durch geschulten Blick vorhersehbar und beim Hinterfragen auch die Grundfrage offen lassen, wieso man das Ganze jetzt veranstaltet. Und damit geht eben einfach ganz viel Sympathie verloren, die man im ersten Teil noch hingebungsvoll spendete.

 
Nachspann
läuft wie üblich ohne weitere Szenen oder Fortsetzungen.

Avengers – Age of Ultron (3D)

Ist schon eine Weile her, dass ich den Film gesehen habe. Warum erst jetzt rezensieren?

Ganz einfach: Es rennt ja doch jeder rein, ohne vorher darüber nachzudenken. Etwas, das bei Marvel Filmen zu funktionieren scheint: Das Marketing. Avengers ist überall so heiß und hoch gelobt, dass man einfach reingehen muss, egal, was einen erwartet.

Und genau da entpuppt sich eines der größten Probleme, die ich mit diesem Film habe: Immense Erwartungen, die prinzipiell nur enttäuscht werden können. Würde man sagen: “Okay, ist halt einfach ein etwas teureres Machwerk, schau mal rein” wäre man vielleicht viel begeisterter als in dem Fall, wenn Presse, Medien, Rezensenten und Marvel-Fans ihre heißgeliebten Animationen in den Himmel loben und Leute wie mich damit ansprechen wollen. Die werden nämlich irgendwo vom Film enttäuscht, wenn auch auf höherem Niveau.

Aber fangen wir mal von unten an: Dem 3D. Leute – wenn ich 14.50 € für ein (1!!) .kinoticket berappen muss, dann möchte ich etwas geboten kriegen. Überlänge, 3D-Zuschuss und was der Otto-Normalbürger sonst noch löhnen muss, das diesen Eintrittspreis derart in die Höhe schießen lässt, ist schon eine Frechheit, wenn im ganzen Film dann sagenhafte 3 Sekunden tatsächlich 3D-Effekte zum Tragen kommen – und das in einem Streifen, der vorwiegend aus CGI-Effekten besteht und daher prädestiniert für derartigen Optik-Schwachsinn wäre. Und was kommt? Das enttäuschende Gefühl, dass man die 3D-Brille auch ruhig vergessen hätte können, verändert hätte dies nichts.

Da waren Transformers – Ära des Untergangs oder sogar Kinderfilme wie Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest 3Dmäßig bei weitem überlegen. Und das sollte einem Werk, dass Milliarden an Produktionskosten verschlingt und – Backgroundinfo – kleine Kinos in den Ruin treibt, weil man viel zu viel vom großen Kuchen seitens der Studios wieder einfordert, zusätzlich zu denken geben.

Aber der Plan geht auf: Die Großen gewinnen, die Kleinen zahlen und die Kinder rennen scharenweise rein. Ich war ehrlich gesagt froh darüber, diesen Film innerhalb meiner Kino-Jahresflatrate schauen zu können, denn ich hätte mich darüber geärgert, so viel Geld dafür rausgehauen zu haben um etwas derart “mittelmäßiges” auf dieser Schiene geboten zu kriegen.

Man nehme vielleicht wieder die Erwartungen als Sündenbock daher, die mir dieses Filmerlebnis derart vermiest haben. Oder die Tatsache, dass dieses Ding mit einer FSK 12-Freigabe gesegnet ist, die actionmäßig nicht mehr zulässt, als klinisch sauberen Metall-Plastik-Sex zwischen überdimensionalen Spielzeugfiguren. Auch da gebe ich der Transformers-Saga wieder gebührend den Vorrang. Hier kriegt man wenigstens Haudrauf-Action erster Güte, gute Animationen und: brillantes 3D. Die Story mag bei Avengers etwas gehobener daherkommen, auch wenn das “Problem” eher kindischer Natur ist und von Größe im Drehbuch hier keine Rede sein kann.

Wer weiß, vielleicht will man ja auch wirklich nur die 12-14jährigen beeindrucken – und das wiederum schafft man mit den gebotenen Action-Ideen dann durchaus. Die gesamte Laufzeit über wirkte das Werk auf mich wie eine eingeschworene Truppe, der nichts mehr einfällt, das sie noch zu erledigen hat und die deshalb irgendwo irgendwas unternimmt, um wieder etwas mehr Spannung ins Leben zu kriegen. Der Saft ist raus und daher beeindruckt man mal mit viel zu viel Mainstream, damit auch ja keiner der abzumelkenden Kühe grummelig rummault, denn man möchte ja möglichst viel Kohle scheffeln und da darf Story oder anderes Anstößiges ruhig drunter leiden.

Klassischer Verfall von Kunst zugunsten eines Systems, das keine Individuen mehr zulässt und nur noch den Einheitsbrei bedient. Schade eigentlich. Hätte man mit der Kohle und dieser Bekanntheit nicht wesentlich mehr machen können? Anspruch? Mehr inhaltliche Ausgereifheit und tiefergehende Profile, die die einzelnen Superhelden darstellen?

Nunja, gesehen hat ihn eh schon jeder und ich glaube auch kaum, dass ich mit meinen kritikreichen Worten hier jemanden davon abbringe.

.kinoticket-Empfehlung: Klinisch-steriles Plastik-Mainstreamkino, das auf sehr hohem Niveau versagt.

Einzelne Szenen sind zwar ganz nett anzuschauen, reißen aber nicht unbedingt vom Hocker oder bohren tief im Schädel mit frischen Ideen und anderen geistigen Reichtümern.

Avengers ist das aktuellste Paradebeispiel, wie man es richtig macht, wenn man Unmengen an Kohle scheffeln möchte und dabei über Kunstleichen geht.

Nachspann
✅ ist optisch aufbereitet und cliffhangert am Schluss natürlich – wie sollte es anders sein…

Kinostart: 23. April 2015

Original Title: The Avengers: Age of Ultron
Length: 141 Min.
Rate: FSK 12

Fast & Furious 7

Ich glaube, dieses Jahr gab es keinen Film, auf den ich so sehr hingefiebert habe, wie Fast & Furious 7. Als das Startdatum näher rückte, war für mich klar, dass irgendwas in Richtung Kino laufen musste.

Also habe ich mich passend zum Car-Samstag geschlagene 16 ½ Stunden ins Kino gehockt und mir alle Teile dieses Franchise-Spektakels am Stück auf der großen Leinwand gegeben.

The Fast & The Furious
Die Idee, die an Genialität und Straßenlage kaum zu toppen ist und alle bisherigen Renn- & Straßenfilme von der Bühne verweist.

2 Fast 2 Furious
Ein üblicher Nachfolger, basierend auf dem Erfolg des ersten Teils, in dem auch Vin Diesel nicht mitspielt. Solide, witzig und die beiden Hauptcharaktere machen eine gute Figur.

The Fast & The Furious: Tokyo Drift
Völlig von Laien vereinnahmt bildet dieser Teil für mich den absoluten Tiefpunkt der Reihe. Das stümperhafte Zurschaustellen von Möchtegernmachos umhüllt mit billigen Dialogen, die die Geschichte kein Stück weiter tragen.

Der Cameo-Auftritt am Ende hat insgesamt mit seinen drei Minuten weit mehr Stil als der komplette restliche Film zusammen.

Fast & Furious: Neues Modell. Originalteile.
Back to the roots. Mit der Original-Crew und einer Düsterness, die einem wahrlich zu denken gibt. Grandios den Aufschwung nach oben gemeistert und somit spektakulär zurück im Spiel.

Fast & Furious 5
Es fängt an zu krachen, ein neuer Player kommt auf den Plan und beide Showgrößen liefern hier exzellente Action, die Teil 4 weit in den Schatten stellt. Es wird immer mächtiger.

Fast & Furious 6
Unfassbar: man steigert sich tatsächlich wieder und rutscht kein Stück in Übertreibung oder Schmach ab. Es knallt immer heftiger und auch hier landet man einen grandiosen Sieg, der nahezu nach Fortsetzung schreit.
Und die kam dieses Jahr dann endlich in die Kinos und feiert seitdem einen Mega-Erfolg nach dem anderen. Zurecht!

Fast & Furious 7
Aufgrund des tragischen Tods von Paul Walker, der seinerzeit ja durch die Medien ging und weltweit nicht nur die Fangemeinde von Fast & Furious aufgeschreckt hat, war klar, dass es in diesem Film sehr emotional zugehen würde.

Wer jetzt erwartet, dass man hier die übliche Klischeekiste auspackt und mit allem punktet, was man als Zuschauer erwarten würde, der liegt gehörig falsch.

Die Geschichte bringt erneut einen Teil-6-Cameo-Auftritt-Player ins Spiel, der sich mit den bereits aus den Vorteilen aufgebauten Teams wacker durch die Geschichte kämpft, die diesmal von Coolness und scheiß geilen Sprüchen kaum zu überbieten ist.

Wer meint, dass es jetzt langsam anfängt, lächerlich zu werden, der irrt gewaltig. Auch wenn ein neuer Regisseur im Spiel ist, dessen teils gewöhnungsbedürftige Drehweise man sehr deutlich zu spüren bekommt, so verliert die Fast & Furious-Reihe dadurch absolut nichts von ihrem Charme, sondern gewinnt im Gegenteil zusätzlich an frischem Geist und einer Lebendigkeit, die sich in Form von noch größerer Wut und noch viel mehr Action äußert.

Leute, wenn ihr die Qualität eures Kinos austesten wollt, dann geht in Fast & Furious 7. Die Rivalitäten werden nicht mehr nur hinter ganz normalen Steuern ausgetragen, sondern gleichen epischen Schlachten, wie man sie von Heldenfilmen erwarten würde, dort aber nicht in der Größe und Wucht bekommt, wie im 7. Teil dieser Saga.

Es ist verblüffend, wie viel Munition man abfeuern kann und welche Kaliber da aufgefahren werden ohne dass dabei auch nur irgendjemand an das Wörtchen ‘Übertreibung’ denkt. Du hockst da und es kracht, dass dir Hören und Sehen vergeht während dein Hirn permanent nur eines schreit: “Wow – mehr!”

Wo andere Filme kläglich scheitern führt Fast & Furious 7 hier einen Siegeszug, der an Feingefühl und Sensibilität für Richtiges nicht zu überbieten ist. Man spürt allgegenwärtig die Präsenz einer nicht greifbaren Professionalität, die in Würde und Ehre die Unantastbarkeit dieser Serie ausmacht und dessen Erhabenheit nicht zur Debatte steht. In diesem Schaffen steckt so viel Können, das jederzeit aus allen Ecken und Enden hervor greift und aus dem Film ein Meisterwerk macht, das zurecht einem Thema gewidmet ist, dem sich nicht nur Dominic Toretto als Anführer der Autogang verschrieben hat, sondern auch von der real dahinterstehenden Person leibhaftig vertreten wird.

Man spürte bereits in seinen Facebook-Posts, welche Wichtigkeit hier die Familie einnimmt. Diesel gehört zu den Schauspielern, denen ihr Publikum nicht egal ist und ich glaube, dass der Wert der Familie ein ganz zentraler Punkt ist, der dieses Franchise überhaupt derart funktionieren lässt. Du bist als Zuschauer mit ihnen aufgewachsen. Du sitzt mit am Tisch. Du erlebst Leid und Trauer, Freude und Siege, Partys und Alleinsein hautnah mit und gehörst einfach dazu.

Vor dieser Fan-Verbundenheit schreckt Teil 7 auf keinen Fall zurück, sondern prescht mit einer emotionalen Flutwelle über dich herein, die es mit einem Fingerschnippen schafft, dass 400 Kinozuschauer Tränen in den Augen haben.

Mächtig mächtig großes Kino, das einen ganz großen Schauspieler mit einer Pietät entlässt, die ich den Machern in dieser Form nicht zugetraut hätte.
Vielleicht war das auch der Grund, weshalb ich mir den Film als Event gleich ein zweites Mal im Kino angeschaut habe. Und ganz ehrlich? Es könnte passieren, dass ich noch ein drittes und viertes Mal im Kino lande, denn dieser Streifen wurde nicht für kleine Fernseher und billige Anlagen erschaffen, sondern verlangt nach ebenbürtiger Technik, die dem Gezeigten die ihm gebührende Größe erweist.

Die Endgültigkeit, mit der die einzelnen Schauspielgrößen hier ihre Rolle zum Besten geben, fasziniert. Die brachiale Wucht von Effekten und Sound gepaart mit der muskelprotzenden Kraft der tragenden Elemente überzeugt. Die Story driftet kein einziges Mal in Richtung Langeweile. Die Aufgaben werden härter, die Zeit knapper, die Lösungsansätze irrer. Die Grenzen verschwimmen nicht nur, sondern lösen sich völlig auf. Und all das, ohne zu übertreiben, ohne den Kunden zu verarschen und in seinem Intellekt zu beleidigen.

Diesmal geht es eben nicht nur um Geschwindigkeit, sondern um das wichtigste, das dem Menschen jemals geschenkt wurde: Die Familie.

.kinoticket-Empfehlung: Spätestens bei der Veröffentlichung der Blu-ray wirst du dich verfluchen, wenn du nicht im Kino warst.

“Kino. Dafür werden Filme gemacht.” bewahrheitet sich hier in einem bisher noch nie dagewesenen Ausmaß, das kaum Spielraum nach oben zulässt.

Geht rein, erweist Paul die letzte Ehre und erhaltet im Gegenzug dazu einen Film, der definitiv jeden abholt und auf den blanken Asphalt schmeißt.

Action, Kracher, Dialoge, Ideen und Extravaganz feiern hier nicht nur Party, sondern beleben das Ganze in einer Form, die alles andere grinsend in den Schatten stellt.

Wer hier nicht rein geht, der ist selber schuld.

Nachspann
✅ ist in diesem Teil Pflicht. Bleibt einfach sitzen.

Kinostart: 1. April 2015

Original Title: Furious 7
Length: 137 Min.
Rated: FSK 12

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