Buchverfilmung

All posts tagged Buchverfilmung

© 2018 Twentieth Century Fox

 

Twentieth Century Fox hat für euch wieder fette Gewinne klargemacht, die unter diesem Beitrag verlost werden!

Agatha Christie dürfte selbst modernen Leuten ein Begriff sein: Mit über zwei Milliarden verkauften Werken im letzten Jahrhundert hat sie Maßstäbe gesetzt und zählt seither zu den erfolgreichsten Bestseller-Autorinnen aller Zeiten.

Bislang wurde ihr Können in TV und Theater sowie auf dem Buchmarkt frenetisch gefeiert, doch komischerweise hat ihre Brillanz jüngst nicht mehr den Weg ins Kino gefunden. Also haben sich Produzent Joe Abrams und Produktionspartnerin Sally Wood hingesetzt und alle 66 Romane durchpflügt, die noch nie verfilmt wurden. Beide schrieben ihren Favoriten auf ein Stück Papier und zeigten es sich gegenseitig: Es war… Das Krumme Haus.

Was dann kam, kann sich jeder denken und gleichzeitig ab sofort in Deutschland auf den Leinwänden ansehen.

Und das Ergebnis kann sich sehr wohl sehen lassen: Man spürt, dass hier ein professionelles Verständnis guter Geschichten im Hintergrund wirkt und der Film auch überdeutliche Anzeichen der typischen Agatha Christie-Merkmale hat, die man aus ihren früheren Verfilmungen so kennt. Das Krumme Haus bringt aber nicht nur die jüngst neu verfilmte Nostalgie-Modernitätssymbiose wieder auf den Plan, die viele schon bei Mord im Orient Express geliebt haben, sondern führt tatsächlich auch beim Erzählstrang mal neue Blüten aus, die traditionelle Leser ebenfalls etwas fordern und somit eben nicht den typischen Baustein klassischer Literatur in sich tragen, sondern mit trickreichen Wendungen punkten und somit ein Spannungselement auf die Leinwand schießen, das viele in solchen Filmen oft vermisst haben.

Dies stieß bei einigen Presse-Vertretern sauer auf und war einer der Punkte, der mir besonders gefallen hat, weil man ein Überraschungsmoment erlebt, das in so einer klassischen Tradition nahezu ausgeschlossen erscheint. Womöglich wurde aus diesem Grund dieser Stoff bislang filmisch nicht angetastet.

Man begeht auf jeden Fall einen Fehler, wenn man sich das Ergebnis nicht auf der großen Leinwand besieht. Und damit das für einige noch etwas leichter wird, gibt‘s hier und heute nun das große…

 

G E W I N N S P I E L

Twentieth Century Fox hat mir nämlich 5×2 Freikarten sowie 5 Kinoplakate für Das Krumme Haus zur Verfügung gestellt, die ich unter allen Kommentatoren dieses Beitrags verlose.

Um teilzunehmen, beantwortet bis einschließlich Freitag, 7. Dezember 2018 die folgende Frage in den Kommentaren und gebt dabei eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ihr erreichbar seid, damit ich im Gewinnfalle eure Adressdaten abfragen kann, um euch den Gewinn postalisch zukommen lassen zu können.

Welche Werke von Agatha Christie kennt ihr, habt ihr gelesen, im Theater gesehen oder im Fernsehen geschaut und gibt es evtl. sogar Bücher, die ihr gerne in den kommenden Jahren verfilmt sehen möchtet?

Unter allen Kommentaren entscheidet das Los über die Gewinner/innen. Eure Daten werden nur von mir persönlich ausgewertet und zur Sendungsübermittlung verwendet und anschließend wieder gelöscht.

Ich drücke jedem die Daumen und wünsche viel Glück und natürlich: Viel Spaß und gute Unterhaltung im Kino!

 

.kinoticket-Empfehlung: Sollte man gesehen haben, da selbst die nostalgisch-moderne Symbiose, die man derzeit mit Agatha Christie im Kino vollzieht, hier völlig neue Wege geht.

Die Story enthält alle typischen Merkmale ihres Schreibkönnens, punktet aber mit einem grandiosen Twist und vollzieht bis zum Schluss perfekte Filmkunst, die den Gang ins Kino sehr wohl rechtfertigt.

 

Nachspann
❌ muss man nicht zwingend aussitzen, hier folgen keine weiteren Szenen mehr.

Kinostart: 29. November 2018

Original Title: Crooked House
Length: 115 Min.
Rate: FSK 12

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . 5 comments

GB2_Hauptplakat_A3+300dpi_1400
© 2018 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

 

Von Gänsehaut war ich seinerzeit ja schon sehr begeistert und der tristen Enttäuschungsmanier, die sich pressetechnisch bei den meisten in der Fortsetzung eingenistet hat, kann ich dennoch wenig abgewinnen: Für mich besteht dieser Film nicht ausschließlich aus Jack Black (der zugegeben viel zu wenig Screentime hat), sondern immer noch aus diesem grenzgenialen Humor, der für Sony fast schon außergewöhnlich gut ist, auch wenn man nun Nuancen eines “Zweit-Teilers” spürt und hier nicht mehr mit der spritzigen Frische und dem “Neugeruch” aufgefahren wird, den man im ersten Teil noch hatte – aber das ist irgendwo auch selbstverständlich.

Dennoch ist Gänsehaut 2: Gruseliges Halloween jetzt nicht der Totalabsturz, als der er von vielen dargestellt wird, sondern durchaus wert, sein .kinoticket zu lösen. Und beachtet man, was sich derzeit sonst noch so auf den Leinwänden tummelt, sollte man womöglich seinen Terminkalender ausleeren und schnellstmöglich noch eine der bestehenden Vorstellungen aufgreifen, um nicht gänzlich im Sumpf der Trostlosigkeit an Alternativen zu versinken. Da sieht es nämlich vergleichsweise tatsächlich mau aus.

Ich finde, für eine Fortsetzung eines Teenie-Films ist dieses Werk mehr als gelungen und man hat sich im Hintergrund genügend Mühe gemacht, um die Einzigartigkeit dieses Filmdoubles in seinen Wurzeln zu erhalten und das, wofür er sich bekannt gemacht hat, weiter mit kreativen Ideen zu füttern – und das ist dem Werk durchaus gelungen.

Auch der sonst so vielbeklagte Wiederkehrmoment erlebt hier eher einen erneuten Einschlag als einen Revival-Moment: Man sprüht durchaus noch mit frischen Ideen und hat auch designtechnisch wieder einiges aufgefahren, was es durchaus wert macht, den Film anzusehen.

Lasst euch also von den bösen Botschaften der unkindischen Erwachsenen nicht abschrecken, sondern lieber von dem einzigartigen Flair verzaubern, für das die Goosebumps-Reihe steht: In freudiger Erwartung, dass hier noch einiges kommen möge.

 

.kinoticket-Empfehlung: Bin mit unterirdischen Erwartungen in die Vorstellung rein und super positiv überrascht worden: Ich finde, man hält seiner Linie Treue und führt auch die Fortsetzung wieder gewohnt spritzig und mit diesem tollen Humor weiter, der schon im Vorgänger verzaubert hat.

Design, Sprüche, Vorantrieb und Optik sehen nach wie vor großartig aus – nur Jack Black hätte es etwas mehr sein dürfen. Ansonsten passt aber soweit alles.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 25. Oktober 2018

Original Title: Goosebumps 2: Haunted Halloween
Length: 90 Min.
Rate: FSK 12

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Wildhexe

© 2018 MFA+ FilmDistribution

 

Großbritannien hat Harry Potter und da haben sie irgendwann gemerkt: Hoppla, ist ja gar nichts für Kids, ist eigentlich für Erwachsene … und mal schön in den Folgeteilen die FSK 12 auf FSK 16 geschraubt. Und ja, die Teile werden mit zunehmendem Alter immer geiler und erwachsenentauglicher.

Wildhexe ist Dänemarks Antwort darauf, entstanden aus einem Buch für Kinder, verfilmt für … naja: Sagen wir mal so: Es ist düster. Richtig geil und richtig fett anzuschauen für Erwachsene, auch wenn der Fokus vom Filmtreiber her klar auf der Kindheit liegt. Die Presse war sich hinterher mal echt uneins darüber, weil es halt wirklich ein KinderfilmFSKErwachsenen-Misch-Masch ist, den man da vorgelegt kriegt und über den ich gemeint habe: Macht daraus eine richtig fette Filmreihe und lasst es gehörig krachen.

Ich hab mir kürzlich erst wieder mal den .trailer dazu angeschaut und festgestellt, dass die .trailer-Cutter zur Zeit echt richtig schlechte Arbeit abliefern, weil sie dem Film nicht gerecht werden, was

a) gut ist, denn so wird der Film nicht kaputt gemacht und weniger gespoilert und
b) scheiße ist, denn so wird ein falsches Bild vom Film vermittelt, was potenzielles (erwachsenes) Publikum vertreibt.

Ein Dilemma. Tatsache ist, dass das Verhalten der Kids im Film unweigerliche Anspielungen auf junges Publikum hinterlässt, was für Erwachsene fast zu kindisch rüberkommt, zumindest an einigen Stellen und Tatsache ist, dass sich jeder einig darüber war, dass der Film Stellen enthält, die unter eine FSK 16 eigentlich nicht drunterrutschen dürfen. Und hier sehe ich großartiges Potenzial, um eine etwas nischenlastigere dänische Potter-Variante vom Hof zu stoßen, ich mein: Dänen, Schweden, Finnen: Die sind gut in sowas!

Ich würde den Film in der 20:00 Uhr und höchstens noch in der 16:00 Uhr Schiene platzieren und die Eltern da rein schicken mit Option, dass die Kinder eventuell mitdürfen. Und ich freue mich dann auf Teil 5-7 davon, wo definitiv keine Kids mehr mit sollten. Schickt eure Kinder definitiv nicht alleine rein.

Wir haben jüngere gefragt, die den Film gesehen haben, ob sie Angst hatten zwischendrin und die Antwort lautete “Ja”.

Ergo sage ich: Werdet erwachsen und genießt die Show – und appelliere an die Filmerschaffer, weiter zu machen und noch düsterer zu werden, denn so etwas fehlt der Erwachsenenwelt: Monster ohne Glitzer, dunkle Kreaturen, die zubeißen und schreien und nicht verliebt im Schulhof rumrennen, einfach Magie und Mystery ohne den ganzen weichgespülten Quatsch. Dafür ist Hollywood zur Zeit zuständig.

 

.kinoticket-Empfehlung: Gibt es Kinder, denen dieser Film Angst macht?

Ja.

Die Antwort darauf sollte etwaigen FSK-Entscheidungen Bedenkzeit verschaffen und die Erwachsenen dazu animieren, lieber selbst ins Kino zu gehen, denn das Ding ist viel zu gut, um nicht gesehen zu werden – allerdings nicht von Kids.

Was man hier geliefert bekommt, ist die Düsternis des Nordens gepaart mit einer (noch) jungen Geschichte für Kids, aber Harry Potter ist ja auch irgendwann erwachsen geworden und jeder hat’s geliebt!

 

Nachspann
❌ braucht nicht abgewartet zu werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 25. Oktober 2018

Original Title: Vildheks
Length: 96 Min.
Rate: FSK 6

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

5182_Artworkposter_Adaption_AS_DinA3_DinA1_DinA0_k1.indd
© 2018 Warner Bros. Ent.

 

Deutsches Kino, trotzdem steckt Warner Bros. da irgendwie mit drin … also irgendwas muss in Richtung Hollywood deuten und ja: Dieser Film ist hollywoodreif vom Allerfeinsten!

Moritz Bleibtreu ist in den letzten Jahren sowieso schon ein Garant für gelungenes Genre-Kino gewesen. Mit Abgeschnitten fährt man jetzt aber zu Hochtouren auf, die ich deutschen Filmkünstlern sonst nicht zugetraut hätte: Dieser Film fesselt, zerreißt einen förmlich vor Spannung und Härte und lässt einen Sturm auf die Zuschauerschaft los, den ich aus deutschen Landen bislang so nicht vernommen habe.

Das Ensemble ist großartig und es ist wurscht, auf wen der Finger dabei zeigt: Lars Eidinger, Moritz Bleibtreu oder der heimliche Star des Films: Jasna Fritzi Bauer – alle meistern ihre Rollen so abartig glaubhaft und eindrücklich, dass man diesen Film so schnell nicht vergisst.

Und ich erinnere noch mal daran: Wir reden hier vom filmprüden Deutschland, dass sich nichts traut, nicht aus sich raus kommt, kein Geld für Filme in die Hände nimmt und möglichst seriös und gediegen erscheinen will. Pustekuchen => Abgeschnitten ist überragend und sprengt die konservativen Fesseln für ein Thriller-Gewitter, nach dem nichts mehr so ist, wie es vorher war.

Ich verspreche euch, dass euch mit Szenen um die Ohren geflegelt wird, die ihr nicht sehen wollt, nicht sehen könnt, aber trotzdem hinsehen werdet, weil der Film es einfach verlangt und man trotz der komplett angespannten Muskeln im Körper nicht mehr die Kraft hat, wegzusehen: Der Bann, den dieses Härtefondue an einem ausrichtet, ist magisch und von würdig-grausamer Natur!

So etwas düster-faszinierendes hab ich schon lange nicht mehr erlebt. Damit zählt dieses Werk ab sofort zu den empfehlenswerten Stücken deutscher Filmgeschichte, die man bedenkenlos weiterzeigen und auch international auf den Leinwänden spielen kann: Dieses Land braucht sich nicht mehr zu schämen, sondern wirft einen Film in den Ring, der bei allen Zuschauern sehr lange Nachwirkungen haben wird.

 

.kinoticket-Empfehlung: Grausam, brutal und mit einer magischen Anziehung, die einem verbietet, wegzusehen: Abgeschnitten trumpft mit ungekannter Härte und einem fesselnden Plot auf, der das Niveau deutscher Filmkunst weit nach oben hebt.

Nach diesem Film ist man geflasht, geschockt und gleichzeitig fasziniert – und vor allem eines: Mega gut unterhalten! Wenn das so weiter geht, werde ich noch Fan von Christian Alvart.

 

Nachspann
❌ braucht man nicht abzuwarten, der Schock dürfte tief genug sitzen.

Kinostart: 11. Oktober 2018

Original Title: Abgeschnitten
Length: 132 Min.
Rate: FSK 16

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . 2 comments

SMLFT_Teaser_4c.indd
© 2018 Warner Bros. Ent.

 
Ganz ohne Spaß: Smallfoot zählt zu den besten Kinderfilmen, die ich je in meinem Leben gesehen habe. Und das hat viele Gründe.
Ich schaue ja sehr viel und habe mich zuweilen auch sehr tief in die Sphären des Kids-Cinema eingegraben und hier schon sehr viel Blödsinn und Mittelmäßiges vor die Augen gekriegt. Es gibt hier und da ein paar Ausnahmen, aber selbst von Disney gefällt mir vieles überhaupt nicht, was Kinderfilme angeht.
Smallfoot hat schon im .trailer gewissermaßen anklingen lassen, dass hier jetzt einiges anders läuft und der Film selbst ist einfach nur Bombe!
Der Humor ist erstklassig, zügig umgesetzt und triumphiert in vielen Szenen durch so ein Gagbombardement, dass die Kinder sich vor Lachen fast in die Hosen machen – und man selbst als zorniger Erwachsener langsam anfängt, seine Mundwinkel nach oben zu reißen und letztendlich einfach lachen muss. Diese Version, für die man sich hier entschieden hat, die Art Humor, ist megamäßig und geht einem zu keinem Zeitpunkt des Films in irgendeiner Form auf die Nerven oder langweilt durch Wiederholung oder Ausreizen verschiedener Gags. Wirklich erste Sahne!
Die Charakterzeichnung wurde hervorragend gemeistert. Die Männer sind nicht “männlich ohne Gnade” und die weiblichen Figuren nicht überweiblicht, sondern alles hat einen derartig realistischen Zusammenhang, dass man meinen könnte, alles wäre echt so. Hier braucht nicht von Inklusion, Genderneutralität oder dem ganzen Quatsch geredet werden, der Film ist in seiner “Gendersprache” einfach in Ordnung, weil er sich nicht drum schert, sondern einfach völlig normale Figuren nebeneinander stellt und sie ihre Geschichte spielen lässt.
Versteht das also nicht falsch: Der Film ist nicht “politisch korrekt” und achtet penibel auf möglichst unverletzliche Aussprache, im Gegenteil: Er ist einfach völlig normal. Alte Schule. Das ist ein riesiger Unterschied! Er schert sich nicht um diesen Mist, tritt dabei gleichzeitig aber niemandem auf die Schuhe, sondern umwärmt einen mit einer Portion Normalität, dass man sich wünscht, die restliche Welt wäre genauso.
Die Moral – wobei: Moral ist hier das falsche Wort, das hört sich schon wieder so geschichtsbuchmäßig an – also das “Lerneffekt-Dings” tut gut und rührt durch seinen unbescholtenen Defensivismus in der Unterschwelligen-Liga fast schon zu Tränen: Nicht, weil hier rührselige Komponenten in den Plot eingeflochten wurden, sondern weil das Teil so herrlich unterschwellig ist und man auch da – in einem Kinderfilm (!) – zeigt, wie es richtig gehen kann: Damit leistet der Streifen perfekte Erziehungsarbeit und flößt unterschwellig gute Werte, ethisches Verhalten und Normalität in die Kinderköpfe, die sich in 1-2 Generationen dann evtl. wieder zu normalen Menschen entwickeln und dem ganzen Wahnsinn da draußen ein Ende setzen.
Smallfoot ist also gewissermaßen das Venom für Kinder, in natürlicher FSK-Freigabe und ohne irgendjemandem Schaden zuzufügen. Weder visuell, noch sprachlich, noch zeichnerisch, noch irgendwelche Bio-Fanatiker unterstützend – das Ding ist einfach gesund und normal, heil und heilsam und pure Energie und Leben für groß und klein.
Und je länger ich darüber nachdenke, umso fester steht mein Entschluss: Das ist der beste Kinderfilm, den ich je in meinem Leben gesehen habe.
 

.kinoticket-Empfehlung: Einer der besten Kinderfilme, die es gibt – wenn nicht sogar DER beste schlechthin.
Der Humor ist großartig, die Charakterzeichnung perfekt, der ganze kranke Mist wurde außen vor gelassen und trotz seines absurden Themas glänzt dieser Film durch eine natürliche Normalität, die man fast überall da draußen grad nur vermisst.
Dieser stechende Dorn, der einem bei anderen Filmen oftmals begegnet, ist hier einfach nicht zu finden, obwohl ich die ganze Zeit danach gesucht habe: Das Ding hat mich vollkommen überzeugt und vom Hocker gerissen und ich werde sehen, dass ich es noch in die ein oder andere Wiederholungsvorstellung schaffe.

 
Nachspann
✅ voll süß gemacht und schön bis zum Ende hin durchanimiert, man braucht also nicht gleich aufspringen.
Kinostart: 11. Oktober 2018
Original Title: Smallfoot
Length: 96 Min.
Rate: FSK 0

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Ich sag mal gleich vorweg, dass ich schon mit den beiden Vorgängerfilmen große Schwierigkeiten in Sachen Sympathie hatte und darum sehr vorurteilslastig an dieses Abschlusswerk der Trilogie herangetreten bin. Meine Meinung ist da stark beeinflusst und meine Kritik sollte daher für Menschen, die mit Pettersson und Findus-Filmen groß geworden sind, nicht allzu ernst genommen werden.
Zielpublikum ist hier ganz klar die frühe Kindheit. Man erzählt die Dinge, mit denen Erwachsene zum Teil große Schwierigkeiten haben, in einer (für mich) absolut nervigen Variante, um die Kleinsten der Kleinen ruhig zu stellen und ihnen genügend Futter zu verabreichen, damit man selbst mal 10 Minuten Auszeit vom Geschrei und Generve hat.
Dafür nervt dann der Film. Oder lullt einen ein. Wie man möchte. Womit ich halt nicht klar komme, ist, wie es Erwachsene Menschen immer wieder schaffen, in dieser selten-dämlichen Sprechvariante an Kinder heranzutreten und sie zu behandeln, als wären alle geistig zurückgeblieben. Diese Dinge könnte man doch auch normaler oder zumindest bodenständiger erklären, das würden die Kleinen genauso verstehen.
Über Animation und Co. brauch ich nicht groß zu lamentieren, hier hat’s ZDF seine Finger im Spiel und dieser angehauchte Konservativismus ist genauso leidvoll im Plot zu finden. Und das hat mich dann tatsächlich gestört.
Man mag sich noch öffnen für Filme der Kinder zu liebe, man mag darüber wegsehen, wie unnatürlich und seltsam Erwachsene da reagieren, aber diese heimliche, unterschwellige Erziehung hin zu konservativen Weltansichten, die prinzipiell alles ausschließen, was irgendwie weltoffen, modern oder freigeistig ist, empfinde ich schon ein wenig als “Propaganda” wenn man so möchte.
Der Punkt ist: Kinder hören manchmal zu und prägen sich in diesen jungen Jahren sehr stark für ihr kommendes Leben. Und wenn ihnen dann dank solcher Filme Fragmente vorgesetzt werden, die im Prinzip eigentlich damit zu tun haben, dass die Eltern Schwierigkeiten mit der Entwicklung haben und nicht loslassen können, und das dann so hingestellt wird, dass es in der Pflicht der Kinder liegt, sich diesem konservativen Gedankengut zu beugen, dann ist dies bestenfalls fragwürdig. Und in meinen Augen verurteilungswürdig.
Wie bescheuert muss man eigentlich sein, um den Kids beizubringen, dass sie nicht aus dem Haus sollen? Sie nicht ihr eigenes Leben entdecken, ihren Charakter entwickeln und sich langsam dahingehend erörtern sollen, dass sie eines Tages allein auf der Weltoberfläche stehen und dann auch tatsächlich existieren können?
Diese unerzogenen, untalentierten und unfähigen Menschen siechen dann so vor sich hin und sind quasi immer auf Mama und Papa angewiesen, wie in der heilen christlichen Welt, in der das “Kind” auch noch im Elternhaus stirbt und andere Orte bestenfalls im Fernsehen gesehen hat.
Sorry – zu viel Konservativismus, zu viel “falsche Moral”, zu seltsame Ansichten und zu fragwürdige Ansätze, die meiner Meinung nach nichts mehr in der Erziehung der heutigen Jungschar zu suchen haben. Was einem da nur bleibt, ist, zu hoffen, dass die Zuschauer tatsächlich zu jung sind und zu wenig zwischen den Zeilen lesen und damit diese Dinge schlussendlich erst gar nicht kapieren. Doch wozu sollte man dann diesen Film ins Kino jagen?
 

.kinoticket-Empfehlung: Für mich absolut fragwürdige Ansätze, die man hier auf spielerische Weise versucht, den Kindern beizubringen.
Der Einstand ist klasse, die Ideen mögen auch kindgerecht und alles sein, worauf man hier aber abzielt, sind Werte, die es vor Jahrzehnten mal gegeben hat, die in einem modernen und weltoffenen Weltbild aber nichts mehr verloren haben, sondern eher mit gegenteiligen Ansichten ersetzt werden sollten.
Persönliche Meinung, andere können anders denken, ich jedoch würde meinen Kindern so etwas nicht vorsetzen wollen. Sorry.

 
Nachspann
✅ wartet mit einigen Animationen auf, die zwar nicht plotbereichernd sind, aber trotzdem bis zum Schluss abgewartet werden können. Free Choice.
Kinostart: 13. September 2018
Original Title: Pettersson und Findus – Findus zieht um
Length: 81 Min.
Rate: FSK 0

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Oscarpreisträgerin Emma Thompson, Oscar-Nominierter Stanley Tucci, Weltbestseller … normalerweise mag ich solche Promo-Superlativen überhaupt nicht. Emma Thompson hat für ihre Darbietungen auf dem Filmfest München sogar noch den CineMerit-Award verliehen bekommen. Und keiner hat bisher etwas von dem Film gehört. Zumindest mal nicht in meinem Umfeld.
Zeit, das dringend zu ändern.
Ja, ich liebe Tucci in jedem einzelnen Film, den ich mit ihm auftreiben kann. Und damit meine ich nicht bloß den vielzitierten Der Teufel trägt Prada! Der Mann kann schauspielern – und zwar richtig gut!
Und Emma Thompson? Der Award ist verdient – den hätte der Regisseur dieses Werks genauso verdient. Kindeswohl haut euch nämlich endlich wieder mal so richtig derbe psychisch in die Fresse – und betreibt dabei gleich vielschichtige Aufklärung, indem er Blicke hinter die Kulissen verschiedener Schaffensarten bietet und den Menschen somit Einblicke und Verständnisse gewährt, die man durch schnelllebige Nachrichten-Titelzeilen eben nicht mehr vermitteln kann.
Dieser Blick von der anderen Seite des Tisches aus ist sehr erfrischend und anders und tut auf der Leinwand einfach mal ungemein gut. Und was gleichermaßen fasziniert, ist die Auseinandersetzung mit strittigen Themen, die auf eine definitiv bleibende, rührende und ergreifende Weise verarbeitet werden, dass man a) versteht und b) emotional völlig auflöst und dahingebasht ist. Hier geht niemand (!) unverändert wieder aus dem Saal, was den Film für mich zu einer der wertvollsten Perlen dieses Filmjahres macht.
Und ja, ich habe ihn bereits vor Kinostart drei mal (!) gesehen und nehme jede weitere Möglichkeit dankend in Anspruch, denn DAS ist wahre Filmerhabenheit. Man könnte sagen, Thompson ist die seriös-elegante Variante von Meryl Streep, der man komödienhaftes Verhalten eher abkauft. Die Eloquenz und das Verhalten dieser Frau schreit förmlich nach einer Auszeichnung, denn ihr Talent wertet den Film so dermaßen auf, dass es fast schon weh tut!
Und nicht nur das, die Kombination mit Tucci und dem Neuankömmling Fionn Whitehead, den viele durch Dunkirk kennengelernt haben, läuft in diesem Fall so rund, dass man sich vollends in die Story fallen lassen kann und auch von nichts abgelenkt wird. Keine subtilen Kamerafahrten, keine rührseligen Computereffekte, sondern der reine Tiefgang, der sich selbst den Weg IN die Knochen rein bahnt. Und das hier ist kein Horrorfilm!
Glaubt mir, wenn ich euch darum anflehe: Nehmt euch die Zeit und geht in’s Kino, um diesen Film zu sehen – diesmal gibt es wirklich keine Ausreden, noch nicht mal die “Ich hab kein Geld für sowas” – denn:
 
G E W I N N S P I E L
Concorde Filmverleih GmbH hat für euch als meine treue Leserschar ein paar Freitickets locker gemacht, die ich an euch weiterverlosen darf. Das Prozedere kennt ihr: Schreibt mir in die Kommentare, mit wem ihr diesen Film sehen wollt und tut dies bis einschließlich 30. August 2018. Gebt hierbei eine gültige E-Mail Adresse an, damit ich euch im Gewinnfall benachrichtigen und eure Adressdaten abfragen kann, um euch die Freitickets zuzuschicken.
Diese könnt ihr dann – wie gewohnt – in einem beliebigen Kino einlösen, das diesen Film im regulären Programm zeigt und in der gewünschten Vorstellung noch freie Plätze zur Verfügung hat. Einfach an der Kinokasse abgeben und Freiticket dafür bekommen.
 
IMG_1280
 
Und glaubt mir, es lohnt sich!
 

.kinoticket-Empfehlung: Dieser Film schaffte es bei mir 3x nacheinander, Sprachlosigkeit und tiefe Betroffenheit zu erzeugen.
Es ist unglaublich, mit welch dramatischer Wucht man hier in die Gefilde der emotionalen Rechtsprechung vordringt und einen Fall schildert, der einem lange im Gedächtnis bleibt: Danach versteht man diese Welt ein Stück weit besser und ist innerlich ein anderer Mensch! Für mich zählt dieser Film schon jetzt zu den Top 10 des Jahres!

 
Nachspann
✅ Sitzen bleiben, hier kommt noch etwas.
Kinostart: 30. August 2018

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Zum Gewinnspiel (Poster, Freikarten, Pins, Rucksäcke) bitte nach unten scrollen!
The Darkest Minds – Die Überlebenden fristete in der PR-Phase ein sehr ruhiges, unterschwelliges Dasein und machte nicht viel Aufhebens von sich. Völlig zu Unrecht, wenn man sich den Film mal genauer unter die Lupe nimmt.
Erstens würde ich mal festhalten, dass die Glaubwürdigkeitszielgruppe hier eindeutig die untere Jugend ist, also 13-14jährige Teenager, die noch auf der Suche nach ihren Vorbildern sind und die gewisse Plot-Elemente dringend brauchen, um heil über den Tag zu kommen. An sie ist dieser Film gerichtet, alles was sich weiter davon entfernt, benötigt um so mehr Toleranzpotenzial, um mit der Geschichte wirklich warm zu werden.
Aber: Auch als Erwachsener hat man seine Freude am Geschehen, weil der Film nämlich mit irre geilen Ideen um die Ecke kommt. Die ausgearbeitete Apokalypse ist zwar auf kinderfreundlich getrimmt und erinnert in seiner Machart an einen Mix aus Die Tribute von Panem, Die Bestimmung und Maze Runner, fördert aber genügend Einfallsreichtum zu Tage, an dem man sich gerne gedanklich weiter fortbewegt und sich quasi fast schon eine “Adults only”-Version des Films wünscht.
Aufgrund der FSK 12-Freigabe sind vielen Ausartungen hier natürlich enorme Grenzen gesetzt, die man in einem anders bewerteten Film gänzlich anders hätte ausleben können, was für durchtriebene Erwachsene das Hitpotenzial am Film etwas schmälert, die Idee aber keineswegs langweilig macht.
Ich sehe hier Kreativität, an der man sich auch in Zukunft gerne bedienen und diese Welten weiter ausschmücken sollte, um sie in eine Filmreihe zu führen, die eines Tages der zukünftig neu aufgesetzten Darkness der X-Men Konkurrenz anbietet. Anhand der ausgewählten Darsteller merkt man sehr schnell, dass Erwachsene hier eben geduldet und nicht speziell angesprochen sind und auch enorme Teile des Plots weisen auf die geistige Unfähigkeit junger Teenager hin, die solche Dinge eben einfach brauchen und darin womöglich völlig aufgehen.
Die Frage ist, weshalb man sich als Großer nicht auch darauf einlassen sollte? Das Zelebrieren von Milchbubi-Idolen und jungen Schönheiten findet hier genauso Platz wie die Suche nach Liebe, Glück und einem höheren Sinn. Der Coolness-Faktor wird mit unglaublichen Einfällen bedient, die förmlich danach schreien, weiter ins Erwachsenenleben ausgefeilt zu werden. Ich wünsche mir einen Christopher Nolan, der mit der Batman‘schen düstren Profanität auf den Plan tritt und hier entartete Bühnenkunst à lá The Walking Dead auf den Plan ruft, nur dass der eben fürs Kino tauglich gemacht wird und nicht in endlosen Serien endet. Und man weniger auf Zombies und vielmehr auf die dunklen Endzeit-Apokalypsen zusteuert, wie es zuletzt Maze Runner exzellent vorgelebt hat: Im Kindergarten begonnen und als grandioser Film für Erwachsene geendet.
Mit diesem Potenzial legt The Darkest Minds einen fulminanten Start für ein Kinoabenteuer hin, dass ihr euch nicht entgehen lassen solltet.
 

.kinoticket-Empfehlung: Zielgerichtet an Jugendliche erbaut man hier ein Endzeit-Apokalypsen-Spektakel, dass sich viel um jugendliche Wünsche, Träume und Sehnsüchte kümmert und dabei die filmlogische Vernunft manchmal außer Acht lässt.
Die Einfälle und Ideen liefern aber unglaublich viel Stoff, um auch in Zukunft in eine Filmreihe ausgebaut zu werden, an der wir womöglich noch enorm viel Spaß haben könnten. Der Grundstein ist gelegt und dürfte in der jugendlichen Zielgruppe auch vollends überzeugen.

 
Nachspann
❌ braucht nicht ausgeharrt zu werden, hat aber einen immens geilen Soundtrack! (Benjamin Wallfisch!)
Kinostart: 16. August 2018
 
* * * GEWINNSPIEL * * *
Um euch den Kinostart etwas zu versüßen, hat Twentieth Century Fox wieder ein irres Paket für euch geschnürt und mir zur Verlosung an meine Leser überlassen!
 
IMG_1261
 
Mit von der Partie sind enorm coole Rucksäcke, Filmplakate, Ansteckpins und jede Menge Freikarten für den Film, die in einem Kino eurer Wahl eingelöst werden können.
Kommentiert einfach bis einschließlich Sonntag, 26. August 2018 unter diesem Beitrag, mit wem ihr gerne diesen Film sehen wollt und ihr seid bei der Verlosung dabei.
Hinterlasst dabei eine gültige E-Mail Adresse, unter der ich euch schnell erreichen kann, um zu wissen, wohin ich euch im Gewinnfall die coolen Gimmicks schicken darf. Die Gewinner werden am Sonntag dann per random.org gezogen und von mir benachrichtigt.
Sämtliche im Rahmen des Gewinnspiels erfassten Daten werden nur zum Versand der Artikel verwendet und anschließend wieder von mir gelöscht. Barauszahlung ist ausgeschlossen.
Nun wünsch ich euch viel Glück und natürlich enorm viel Spaß dann im Kino!

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Buchverfilmung: 98% derer, die das Originalwerk gelesen haben, fühlen sich also schon mal angepisst. Ich lese nichts, von dem ich glaube, dass es verfilmt werden könnte, um mir den Filmspaß nicht zu verderben, ergo hatte man mich spätestens nach 3 Minuten und dem ersten Song.
Ja, ich hab eine Schwäche für American Country Music und kann mich an unzählige Nächte erinnern, in denen ich eben jenen Klängen gelauscht habe und meine eigenen Vorstellungen davon hatte.
Und yes, die Umsetzung davon ist dermaßen bombastisch, dass einfach jeder davon begeistert sein muss – einfach, weil im Film dazu alles passt! Farben, Klänge, Publikum, Sound, Kamera, Technik im Hintergrund, Abmischung: Die Songs sind dermaßen geil, dass sie den Film fast allein schon retten.
Gleiches gilt für die Technisierung rund um den Film: Die Crew im Hintergrund hat großartige Arbeit geleistet – und zwar bis in die kleinsten Ecken: Selbst die Casting-Geschichte, die sich über Wochen hinzog, weil man tatsächlich sehr anspruchsvoll auswählen musste, hat hier erstklassige Arbeit geleistet und Leute auf die Bühne geholt, die man von außen vielleicht nicht gleich kennt, die aber in meinen Augen perfekt ausgewählt wurden, um ihren Rollen im Film zu entsprechen.
Mankos? Die Inhalte. Man mag sich über die Moral solcher Filme streiten und ich mag sie aufgrund meiner Spoilerfreiheit jetzt hier auch nicht einzeln zerpflücken und aufschlüsseln .. und meinetwegen, es ist okay, wenn man derart in eine Geschichte packen will und die Leute dazu “bekehren”, auch wenn alles in Love-Liebe und Schnulze ertrinkt.
(P.S: Don’t forget the songs: Die retten wirklich alles!!!)
Die Handlung an sich (Buchvorlage => Gebt also der Autorin die Schuld) ist allerdings derartig kitschig und unglaubwürdig, dass ich sehr gut verstehen kann, wenn dieser Film gemischte Kritiken vom Publikum erntet: Und die fielen in der Sneak Preview tatsächlich super ausgewogen aus – zu etwa gleichen Teilen gut / mittel / schlecht, was meiner Meinung nach absolut zu diesem Film passt, je nach Gewichtungsgrundlage.
Mein Kinobuddy meinte noch: “Warum verschleudert man so viel großartiges Potenzial an so einen mistigen Plot?” – und damit hat er den Nagel auf den Kopf getroffen. Wer sich wieder einmal richtig in einen Milchbubi verschießen will, oder die weibliche Riege voll auskosten, wer auf gemütlichen Südstaaten-Flair steht oder in Musikwelten abtauchen möchte ohne dabei den trockenen Knuspermüsli-Effekt einer Dokumentation ertragen zu müssen, wer abartig geile Songs genießen und in den erstklassigen Kinoboxen zum Besten gegeben haben möchte, der darf in den Film – und wird ihn lieben.
Wem’s um Story geht und wer da ein paar Ansprüche erhebt, wird gnadenlos enttäuscht und wer beides zu gleichen Teilen wertet, wählt am Ende eben “mittel”.
Ich bin gespannt, was ihr zu dem Titel sagen werdet, ich werde (ob der grandiosen Musik!!!) wohl noch einmal reingehen und mir die Show erneut antun … denn davon hätte ich gern unsäglich viel mehr!
 

.kinoticket-Empfehlung: Die Musik!!! So etwas großartiges, mitreißendes und absolut exzellent ausgeführtes gehört durch ein Kinobesuch belohnt!
Der Rest vom Film stimmt auch absolut, bis auf den tragenden Teil der Geschichte: Der ertrinkt im süffisanten Südstaaten-Heimatschmonzetten-Kleinbürgertum und kann von Plotversessenen wohl kaum wegignoriert werden.
Wer sich jedoch dafür entscheidet, den Film zu sehen, der sollte es solange tun, solange er im Kino läuft, danach ist auch der absolut rettende Teil der Musik “im Arsch”. Also sagt ja und geht ins Kino, oder lasst es ganz bleiben.

 
Nachspann
❌ abwarten lohnt nicht, man darf gerne rausspazieren.
Kinostart: 16. August 2018

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment

Die BBC ist bekannt für Film- und Dokumentarbeiträge, denen man eigentlich nie die Note “schlecht” attestieren kann. Auch wenn das Buch mit 182 Seiten nicht zu den Monster-Romanen gehört, ist der Inhalt doch von vielen als preisverdächtig ausgezeichnet worden. Immerhin hat Julian Barnes – der Autor – so viel Aufmerksamkeit erregt, dass sich die British Broadcasting Corporation dazu verpflichtet gefühlt hat, diesen Inhalt für die Leinwand zu inszenieren.
Und das Ergebnis darf sich sehr wohl sehen lassen. Jim Broadbent und Charlotte Rampling geben ein Schauspielerduo ab, dass sich den wirklich wichtigen Fragen des Lebens stellt und in einer gelungenen Performance verschiedensten Dingen auf den Grund geht. Die Themen dürften am heutigen Tag aktueller denn je sein. Dem Tag, nachdem Deutschland erstmalig in der Geschichte als Weltmeister bereits in der Vorrunde der Fußball-WM ausschied und in vielen Gesichtern auf der Straße, in Lokalen und Restaurants der Schock tief in den Gliedern sitzt.
Exakt solche Szenen durfte ich gestern Abend zu Hauf beobachten und habe daher beschlossen, mich in ein kleines, schnuckliges Kino zu verkrümeln und mir eben diesen Film anzusehen.
Und er liefert nicht nur Gedankenanstöße für die “Großen”, sondern ist selbst wie eine liebevolle Umarmung, die dich vollständig einhüllt, schützt und wärmt und das Gefühl von Sorglosigkeit und Lebensvertrauen vermittelt. Vielleicht habe ich deshalb das Durchschnittsalter im Saal drastisch nach unten korrigiert, weil eben dies eine Realität aufbaut, die sich wohl viele der älteren Generationen heute wünschen würden: Langsamkeit, Sinnieren, Reflexion, die Frage nach Eigenverantwortung und Erinnerungen an ein besseres Leben.
In Zeiten wie diesen, in denen alles so wahnsinnig schnell geht, in der Dinge bereits vorbei sind, bevor sie richtig angefangen haben, darf man gerne Werke wie dieses nutzen, sich zurücklehnen und die Zeit einfach für eine Weile mal etwas langsamer verstreichen lassen. Es fühlt sich unglaublich gut an. Versprochen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Buchverfilmung der besonderen Art, die viel Nähe, Liebe, Selbstkritik und reflektierendes Verhalten zulässt und damit zu den besonderen Werken unserer Zeit zählt.
Dass man sich dafür auf den Weg in die nischigen Independent-Kinos machen muss, sollte kein Hindernis darstellen, nutzt einfach gezielt die Kinosuche und schaut euch dann das Ende einer wunderbaren Geschichte an. Ihr werdet euch danach nicht schlechter fühlen als vorher – soviel garantiere ich euch.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht abzuwarten, hier folgen keine weiteren Szenen.
Kinostart: 14. Juni 2018

Posted in: .kinofilmrezensionen. Tagged: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , . Leave a Comment