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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Chaos

Ben is Back

Ben is Back

© 2019 TOBIS Film GmbH

Dass ich erstmal mit dem Namen sympathisiere … logo.

Lucas Hedges – ein Gott von einem Darsteller, der mich bis jetzt kein einziges Mal auch nur ansatzweise enttäuscht hätte – im Gegenteil: Ich liege ihm zu Füßen! Und sein Dad führt Regie und bietet seinem Sohn einmal mehr eine Bühne in Hollywood, die er mit seinem Charme füllen und den Kinozuschauer begeistern kann.

Und glaubt mir: Es geht vielleicht um völlig andere Themen, aber eines hat sich dieser Film in blutroten Buchstaben auf alle Fahnen geschrieben: Megakrasse Spannung! Im Ernst: Du fieberst sowas von mit und spürst allgegenwärtig eine Anspannung, die Gänsehaut, Grusel, Erwartung und Adrenalin gleichzeitig hervorruft und auch von einem alten Kinohasen wie mir noch nicht so gesehen wurde.

Julia Roberts verbinde ich zumindest immer noch mit Pretty Woman, das war ihre Traumrolle, mit der sie sich in unser aller Herz gespielt hat und die sie auch nicht so leicht wieder los wird. Was diese Frau jedoch in Ben is Back leistet, drückt dermaßen auf die Tränenkanäle, dass Taschentücher gemeinsam zum .kinoticket gereicht werden sollten.

Überhaupt: Wie kriegt man ein derart krasses Skript hin, bei dem eigentlich gar nicht viel passiert, was den Zuschauer so bannt, dass der sich kaum bewegen kann? Schon lange habe ich die Wartezeit zwischen Pressevorführung und Kinostart nicht mehr so unerträglich lang empfunden wie hier. Und ich werde ihn mir definitiv noch so oft wie irgend möglich reinziehen, denn dieser Film löst unglaubliches in einem aus!

Tut euch selbst den Gefallen und flieht förmlich vor .trailern und allem, was euch irgendwie den Lauf der Geschichte spoilern könnte … vertraut mir und geht einfach da rein. Wirklich: Hier kommt niemand enttäuscht wieder raus! Promise.

.kinoticket-Empfehlung: Einfach nur krass … hier tobt es an Spannung und gebannter Fesselung, dass einem Hören und Sehen vergeht!

Selten hab ich einen Film so mitreißen sehen, wie es Ben is Back tut – und das bei einem so vergleichsweise lahmen Titel! Lasst euch das nicht entgehen und schaut oder lest vorher NICHTS darüber, sondern geht einfach rein! Vertraut mir!

Nachspann
❌ bringt keine weiteren Szenen oder Bilder, rausgehen erlaubt!

Kinostart: 10. Januar 2019

Original Title: Ben is Back
Length: 103 Min.
Rated: FSK 12

Hotel Artemis

Dieser Film ist eine Ode an die Stadt Los Angeles – und ja, der Titel heißt Hotel Artemis und nicht La La Land! Regisseur Drew Pearce vereint hier sowohl nostalgische als auch Sci-Fi-Elemente und bespielt die Leinwand mit einem martialischen Mix aus düsterer Zukunftsdystopie und einer Hommage an das Facettenreichtum der Stadt Los Angeles, in die er sich nach seiner Reise beim Dreh von Iron Man 3 sofort verliebt hat.
Jodie Foster dafür zu rekrutieren, war meines Erachtens einer der besten Schachzüge, da diese Frau einfach perfekt in die Rolle passt und sich für diesen Part auch extra eine “abgefuckte Stimme” zugelegt hat – man sollte sich den Film also definitiv im Original besehen, denn auch die anderen Darsteller kommen amerikanischer rüber und man zollt dem Distrikt viel mehr Respekt, als man dies in der abgesofteten Synchro-Version tut.
Eines der tragenden Elemente des Films ist neben seiner beschaulichen Düsternis und dem futuristischen Schein dreckiger Neonlampen definitiv sein Soundtrack. Die dunklen und unheilvollen Klänge sind wieder mal einen Blick auf das Soundtrack-Album wert, der auch gerne ohne Hintergrundwissen gehört werden kann und definitiv Stimmung aufkommen lässt. Eben jene Stimmung sorgt auch im deutschen Pendant für den richtigen Flair im Kinosaal und entführt in eine dunkle Welt spannender Technik und sarkastischen Humors.
Hierbei hat man sich bewusst für den Independent-Film entschieden und damit den Weg in eines der Studios vermieden, um auch wirklich aufs Ganze gehen zu können und die Story so zu erzählen, wie sie ursprünglich gedacht war. Dies verschafft dem Werk eine große Portion Glaubwürdigkeit und Eigencharme und zollt der größten Stadt der Filme mit seinem bescheiden-grandiosen Beitrag den größten Respekt ever.
 

.kinoticket-Empfehlung: Eine dreckige, futuristische und verneigungsträchtige Hommage an die größte Stadt des Films – mit einer großartigen Jodie Foster und anderen Filmgrößen.
Das Original ist hier der Synchronisation definitiv vorzuziehen, aber auch in der Deutschen Fassung kommt dank des Soundtracks Stimmung auf. Gepaart mit dem düstren Humor und der Eigenwilligkeit entfaltet sich hier die tiefe Liebe zum Film.

 
Nachspann
✅ Man sollte selbst entscheiden, ob sich das Warten lohnt: Ein kleines Gimmick gibt’s noch am Schluss, aber die Welt geht nicht davon unter, wenn man das verpasst.
Kinostart: 26. Juli 2018

Peter Hase

Schlagt mich, aber ich muss etwas loswerden: In letzter Zeit tauchen immer mehr Filme auf – und Peter Hase ist ein Paradebeispiel dafür – die kein klassisches Genre mehr bedienen, auf das man sich verlassen kann, sondern es vermischt sich – genauso wie auch schon in der Musik alles immer vielfältiger geworden ist.
Genau das passiert jetzt nicht mehr nur mit den Genres, sondern auch mit den Bewertungskriterien, in die man Filme klassischerweise kategorisieren kann. Was sich früher simpel in “mega”, “mittelmäßig” und “schlecht” einordnen ließ, bewegt sich jetzt immer differenzierter und dabei ist mir kürzlich ein besonderes Neugenre im Einordnungssystem aufgefallen: gutschlecht.
Gemeint sind Filme, die eigentlich schlecht sind und von den Kinogängern auch der Einfachheit halber als schlecht bezeichnet werden, aber gleichzeitig so viele grandiose Szenen, Jokes oder Momente haben, die eigentlich verhindern, den Film als schlecht zu markieren. Das bedeutet aber nicht: So schlecht, dass sie schon wieder gut sind, und auch nicht schlechtschlecht, also grottenschlecht, sondern eben grundsätzlich schlecht mit zu vielen geilen Momenten, die per Definition wieder einen mittelmäßigen Film draus machen würden, aber dafür wäre er zu schlecht.
Kommt ihr noch mit?
Genau da tu ich mich gerade besonders schwer, bei Peter Hase eine ehrliche, würdige und aufrichtige Einschätzung abzugeben, denn der Film ist einfach ein Paradewerk von Schrödingers Katze – gleichzeitig gut und schlecht.
Er hat genügend Momente, die durchaus witzig sind, er ist frisch, er trumpft mit inspirierenden Ideen auf und bereitet gleichzeitig Langeweile, verbreitet Klischees oder zündet an vielen Stellen nicht, so dass man oft darüber nachdenkt, warum das eigentlich alles. Und bevor man in depressive Gedanken abgleitet, kommen wieder Momente, die reich an Gefühlen oder Humor sind und einen aus dem Tal des Aufgebens herausreißen, es aber allgemein nicht schaffen, daraus einen Film zu machen, den man mit Freuden anderen weiterempfehlen würde.
Und genau das ist die Crux: Man kann weder sagen, er wäre schlecht, noch, er wäre gut. Er ist beides. Nur eben nicht mittelmäßig.
Deal with it.
 

.kinoticket-Empfehlung: Animierter Spaß mit Längen, merkwürdigen Momenten, grandiosen Einfällen und gleichzeitig klischeeüberladenen Humoreskapaden, die aus dem Film eine leibhaftige Schrödingerkatze machen: Gleichzeitig gut und schlecht.

 
Nachspann
Mitnehmen, der enthält noch einiges an Szenen.
Kinostart: 22. März 2018

Das unerwartete Glück der Familie Payan

Wer unentwegt lachen will, sollte nicht in den Keller, sondern nach Frankreich gehen – zumindest in Sachen Kino. Mit Das unerwartete Glück der Familie Payan wirft Regisseur Nadege Loiseau einen herzerwärmenden Film für die ganze Familie auf die Leinwand und fordert damit auch den mürrischsten Deutschen wieder zum Lachen auf.
Dabei erzählt er nicht etwa Geschichten aus fernen Welten oder dem Reich der Fantasie, sondern bewegt sich im natürlichen Areal des Alltags und lässt in seinem Regiedebüt wieder den Charme seiner Schauspieler spielen.
Wie aus dem klassischen französischen Kino bekannt begegnet man während dieser Reise jeder Menge Momente, die einem ein Lachen abringen und so so manche Alltäglichkeit zu einer skurrilen Angelegenheit machen.
Dabei wird nicht eine spezielle Zielgruppe bedient, sondern generationenübergreifend von den Schwierigkeiten, Problemen, der Familie aber auch glücklichen Momenten erzählt.
Dieser Film strotzt vor Unbeschwertheit, liefert aber gleichsam ein Erlebnis, welches in wunderschöne und wärmende Watte gepackt ist. Die Spannung ist dabei zeitweise kaum auszuhalten, und das, obwohl jeder solche Situationen kennt.
Für mich ist dieses Werk wieder ein Beleg dafür, dass man eigentlich bedenkenlos in jederlei Art von Erstlingswerk gehen kann ohne dabei eine Enttäuschung zu erleben.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer also mal wieder richtig lachen möchte und den ganzen Krampf der großen Produktionen leid ist, sollte sich zwingend mit diesem Film anfreunden und sich einen Kinobesuch schon jetzt im Terminkalender vormerken.
Enttäuscht wird hier glaube ich niemand.

 
Nachspann
folgt ohne weiter Szenen oder Material.
Kinostart: 20. Juli 2017

Mike and Dave need Wedding Dates

Wenn Zac Efron auf den Plakaten steht, hat man als Zuschauer schon fast die Garantie, dass es schräg wird, viel Party existiert und man jede Menge zu sehen und als weiblicher Fan zu schmachten hat.
Der einstige BRAVO-Bubi hat sich zum Body-Idol seiner Fangemeinde entwickelt und trägt in der Neuzeit immer wieder mit den körperlichen Errungenschaften seiner Arbeit dafür auf.
Wer ihn jüngst in Bad Neighbors 2 gesichtet hat, hätte meinen können, seine besten Tage sind gezählt und er rappelt sich jetzt nur noch von einem Film zum nächsten, während das Rampenlicht um ihn herum immer dunkler wird und schlussendlich im Nirgendwo verblasst.
Und genau das stoppt Mike and Dave Need Wedding Dates mit einer Vollbremsung: Hier geht es sprüchemäßig wieder richtig zur Sache und man bewegt sich nunmehr mit Stil unter der Gürtellinie und spricht dadurch auch die etwas erwachsenere Klientel an, da nicht mehr nur stupides Feiern an der Tagesordnung steht.
Und genau das versprüht einen gewissen Charme, der aus einem niedrigniveaulastigen Billigfilm etwas Sehenswertes kredenzt – wenngleich man sich den Film auch nur ein einziges Mal anschauen braucht, denn danach ist wirklich alles gesagt.
Soll heißen: Er ist phänomenal genug, um ihn im Kino zu besuchen, man sollte bei diesem Besuch aber alle Freunde dabei haben, denn das zweite Mal könnte dann langweiliger werden.
Im Sneak-Saal war zumindest mal Gelächter angesagt und das kam diesmal nicht nur von blöden Schnepfen, denen man auch auf der Straße davon gehen würde, sondern wir hatten Spaß bei der Sache, waren uns aber hinterher alle irgendwo einig, dass das ein Einmalding ist.
 

.kinoticket-Empfehlung: Fans von Zac Efron dürfen sich freuen: Der Junge läuft wieder in Höchstform auf und begeistert mit einer neuen Frische seine Fans und Zuschauer.
Die Story drumrum ist diesmal auch gar nicht so bescheuert und man hat durchaus Spaß, auch wenn das kein Film ist, den man unbedingt mehrere Male gesehen haben muss.

 
Nachspann
Auf jeden Fall sitzenbleiben!

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