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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Charlotte Gainsbourg

Frühes Versprechen

© 2019 Camino Filmverleih

Romain Gary mag für viele ein völlig neuer Name sein, mit dem man erstmal nichts weiter verbindet. Ich kannte ihn auch nicht … saß aber völlig gebannt im Kino und habe den Film, der das autobiografische Werk seines Lebens nacherzählt, mit Erstaunen und Entsetzen betrachtet! Eric Barbier hat sich der Aufgabe angenommen, sein Meisterwerk zu verfilmen und ihm damit die würdige Ehre zu erweisen, die er durchaus verdient hat!

Frühes Versprechen tischt also französische Eloquenz, Durchsetzungsvermögen, Lebensstärke, Gerissenheit, Witz und Humor, Tragik und viel Erzählkraft auf und versetzt so den Zuschauer mit wahren Tatsachen in Erstaunen. Und die Verfilmung wurde von der Presse vorwiegend positiv aufgenommen und hat auch bei mir seine Spuren hinterlassen.

Selbst, wenn man kein so historischer Mensch ist, einem die Schnörkel an Schlössern egal sind und man dem nostalgischen Touch französischer Romantik nichts abgewinnen möchte: Frühes Versprechen schafft es trotzdem, die Kritiker gefangen zu nehmen und ihnen Kurzweil zu bieten. Dies liegt nicht zuletzt an den Schauspielern, die es auch hier wieder einmal schaffen, in ihren Rollen völlig aufzugehen und glaubhaft dazustellen, was sich damals abgespielt hat. Man zeichnet auch ein sehr authentisches Bild von damals und liefert eine Arbeit ab, die in sich vollkommen stimmig ist und keine nennenswerten Mängel aufweist.

Doch nicht nur die Technik und Kulisse stimmt, sondern die Inhalte reißen so sehr in seinen Bann, dass man den Rest geflissentlich ignorieren könnte, um ein wunderschönes Kinoerlebnis zu genießen … und wenn der dann auch noch stimmt, dann ist der Abend quasi fast schon perfekt.

.kinoticket-Empfehlung: Ansehen, Ansehen, Ansehen!

Eine wunderschön erzählte, mitreißende Geschichte eines Jungen, dessen Leben so bewegt ist, dass nicht nur seine Biografie ein voller Erfolg wurde, sondern die Verfilmung derselben ebenfalls höchste Aufmerksamkeit verdient hat.

Hier ist Bild, Zeitalter, Kulisse, Klamotten und Plot in sich stimmig und vereint zu einem Ensemble, dass Kurzweil garantiert und zumindest auf der Leinwand schonmal für einen gelungenen Abend sorgt.

Daumen hoch!

Nachspann
❌ muss man nicht abwarten, es kommt nichts weiter.

Kinostart: 7. Februar 2019

Original Title: La Promesse de l’aube
Length: 131 Min.
Rated: FSK 6

Schneemann

Der .trailer sorgte im Vorfeld ja schon bei einigen für Furore und kündigte sich als bildgewaltiges Horrorspektakel an, was in Verbindung mit dem immer genannten Michael Fassbender bei vielen für hohe Erwartungen gesorgt hat.
Um eins vorweg zu nehmen: Die werden nicht erfüllt.
Allen, bei denen jetzt der Gute-Laune-Zeiger mit Hochgeschwindigkeit zu Boden sinkt, sei gesagt: Ganz so schlimm ist es nicht. Das Problem am Film ist meines Erachtens einfach das Drehbuch.
Im großen Ganzen lässt sich nämlich sagen: Der Rest ist wirklich gut, nur der Plot krankt an allen Ecken und Enden, wo immer man ihn kranken lassen kann. Es wirkt fast, als hätten die Macher in diesem Punkt einfach keinen Bock gehabt und sich daher auf die billigste Standard-Variante aller Optionen eingelassen aus Mangel an Kreativität oder unzulänglicher Einflussnahme.
Klar, Buchverfilmung hin oder her, Vorgaben … blabla … im Endeffekt kann man sich mit dem “basierend auf …” auch davon lösen und einfach den besseren beider Filme gestalten, was hier aber nicht getan wurde.
Dies sagt keineswegs etwas über das Schauspiel von Fassbender oder seiner Kollegen aus, noch über die Kulisse und die Optik des Films, die zusammen mit der Kameraführung und der restlichen Technik wirklich herausragend gut sind.
Wer also einfach einen der besten Schauspieler unseres Jahrzehnts wieder vor sich hin professionalisieren sehen will, sollte sich durchaus ein .kinoticket zulegen und die Show einfach genießen, auch wenn der große Showdown in Wirklichkeit gar keiner ist und die Auflösung nicht nur schwelend vor sich hin bruddelt, sondern irgendwie auch gar nicht da ist.
Das große “Häh”-Fragezeichen stand auf jeden Fall nicht nur den Presseleuten auf der Stirn, sondern auch bei vielen Sneakern, die den Film bereits vor Kinostart sichten durften und auch nur mäßig begeistert waren.
 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte entweder ganz ohne Erwartungen in den Film gehen oder sich dessen bewusst sein, dass hier nicht so pompös aufgetragen wird, wie man es im .trailer verspricht.
Dem Film fehlt einfach ein würdiges Ende. Zu sagen, er wäre ein guter TV-Krimi ist ungerecht, dafür ist er viel zu gut, ihn aber im Kino als den Erfolg anzupreisen, ist auch nicht ganz richtig, denn dafür krankt er zu sehr am Drehbuch und den Vorgaben darin.
Alles andere spielt sich auf hohem Niveau ab.

 
Nachspann
gibt’s keinen, man darf also raus gehen und darauf warten, dass es anfängt zu schneien.
Kinostart: 19. Oktober 2017

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