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Tag: Colin Farrell

Widows – Tödliche Witwen (inkl. Gewinnspiel)

Widows

© 2018 Twentieth Century Fox

Twentieth Century Fox hat euch für diesen Film wieder ein Gewinnerpaket geschnürt bestehend aus 3×2 Freikarten sowie 3x Kinoplakaten, die ich unter dem Beitrag an meine Leser weiterverlosen darf!

Der Rachefeldzug gegen die männliche Dominanz im Kino geht weiter – und erbt inzwischen ertragreiche Früchte, die nichts mehr mit Gender-Gerede zu tun, sondern den Absprung zum ernsthaften und wahnsinnig unterhaltsamen Kino-Entertainment-Abenteuer längst vollzogen haben.

Widows – Tödliche Witwen ist das geistige Erbe eines Fans der TV-Serie von damals, der die geballte inhaltliche Power auf die neuzeitliche Gegenwart und damit eine völlig andere Gesellschaft projizieren wollte und in meinen Augen einen großartigen Coup gelandet hat.

Gleichzeitig berührt der Film abseits der Action auch sensible Parts des Lebens und liefert übersetzbare Vorbildpraktiken für ein gemeinschaftlicheres Ziele-Erreichen, das jeder auf seine Art in den Alltag interpretieren und (ohne Waffen & Gewalt) umsetzen kann.

Steve McQueens Werk steht dabei aber in keinem Schatten und muss sich durch irgendetwas behaupten, sondern er wartet mit starken, überzeugenden und inhaltlich tragbaren Elementen auf, die am Ende einen unglaublich sehenswerten Streifen auf die Leinwand gebracht haben, der für einen gemeinschaftlichen Kinoabend lässig taugt.

Das Metier, in dem man sich hier bewusst bewegt, grenzt an das Plot-Genre des Actionkinos heran und trumpft hier und da mit ein paar tollen Überraschungen auf, die aus dem Gesehenen definitiv keine Enttäuschung werden lassen.

Damit schafft McQueen ein vorzeigbares Neuzeitelement von Lynda La Plantes Miniserie und liefert als Oscar-Gewinner für 12 Years A Slave erneut einen Titel für die große Leinwand ab, den man sich definitiv nicht entgehen lassen sollte.

G E W I N N S P I E L

Twentieth Century Fox hat wieder zugeschlagen und euch ein Bundle geschnürt, bestehend aus 3×2 Freikarten für den Film sowie insgesamt 3 Kinoplakaten, die ich hiermit an euch weiterverlosen möchte.

Beantwortet diesmal einfach folgende Frage:

Welche Filme mit starken Frauenrollen habt ihr bereits im Kino gesehen und welcher hat euch davon am besten gefallen?

Unter allen Kommentaren, die bis einschließlich Sonntag, 16. Dezember 2018 unter diesem Beitrag im Blog eingehen, werden die Gewinne verlost. Bitte gebt hierfür bitte dringend eine gültige E-Mail-Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann.

Nach Abfrage eurer Adresse wird euch im Falle des Gewinns dieser postalisch zugeschickt und alle Daten anschließend wieder gelöscht.

Ich wünsche euch viel Glück und natürlich – wie gehabt – mega viel Spaß in den gemütlichen Sesseln der Kinos.

.kinoticket-Empfehlung: Starke Geschichte über extrem starke Frauen!

Steve McQueens Filmwerk ist eine Hommage an die Londoner TV-Serie und trägt deren Inhalte ins moderne Chicago, was an der kraftvollen Aussage dieses Werks rein gar nichts ändert und definitiv für einen gelungenen Kinoabend steht.

Nutzt die Chance auf die Freikarten und bevölkert die Kinos – dieser Titel lohnt sich definitiv.

Nachspann
❌ braucht man nicht aussitzen, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 6. Dezember 2018

Original Title: Widows
Length: 129 Min.
Rate: FSK 16 | R

Roman J. Israel, ESQ.

So schwierig der Titel, so komplex das Thema – und alles hat man kurz vor der Oscar®-Verleihung noch schnell in OV abgespult, damit die meisten einfach mal nichts verstanden haben, denn dieses Werk ist extrem textlastig und erfordert viel Aufmerksamkeit und Hingabe. So wie sich viele zwar vorstellen können, schnell mal Jura zu studieren und geil zu verdienen, so erwachen die meisten dann schon zu Beginn des Studiums und stellen fest: Der Preis, den man als Otto-Normalverbraucher oft als überhöht empfindet, ist tatsächlich gerechtfertigt, bedenkt man, was diese Person alles geleistet hat, um dorthin zu kommen, wo sie jetzt steht.
WAH – es erschlägt einen förmlich … und birgt darin doch eine wunderbar erzählte, von Kuriositäten durchzogene Geschichte, die sich um Moral, Menschlichkeit und diverse Abgründe dreht. Zwar kann nicht jeder etwas damit anfangen, Denzel Washington wurde jedoch zu Recht für den Oscar® nominiert. Man sollte als Zuschauer eben ausgeschlafen in die Vorstellung tippeln und keine Geistesvernebler geschluckt oder konsumiert haben.
Dieses Stück zeigt auf, mit welchen Methoden hinter dem Rücken der Gesellschaft gearbeitet wird, um Dinge zu erreichen, die sich Menschen von der Straße kaum vorstellen können. Wer sich ein wenig für das “Hinter den Kulissen des Lebens” interessiert, findet hier drin interessante Denkansätze und darf sich gerne durch den Wust an Informationen, Gesprächen und Machenschaften durchbuddeln, denn für diejenigen, die daran Spaß haben, ist Roman J. Israel, Esq. ein wahres Fest.
 

.kinoticket-Empfehlung: Sehr textlastig und nicht als Unterhaltung geeignet, aber sehr weise und strukturell intelligent aufgebaut.
Man sollte sich Zeit und Muße mitnehmen, ein wenig was von Juristerei verstehen oder zumindest den Willen mitbringen, die Dinge im laufenden Betrieb analysieren zu können. Dann macht dieser sehr hoch angelegte Streifen sehr viel Spaß!

 
Nachspann
braucht man nicht abzuwarten, hier folgen keine weiteren Eskapaden.
Kinostart: 19. April 2018

The Killing of a Sacred Deer

So ungewöhnlich der Titel, so abstrakt das Plakat zum Film, so verwirrend die Story: Viele kamen mit diesem Werk überhaupt nicht klar, ich feiere es bis zur letzten Minute.
The Killing of a Sacred Deer beschäftigt sich wieder einmal mit dem Wesen des Menschen und erzeugt dabei einen Bilderrausch aus Momenten, die alle in sich faszinierend sind. Dabei ist besonders die starke Ausstrahlung der Hauptcharaktere zu beleuchten: Hier wird endlich mal nicht mit Banalitäten gearbeitet, sondern durch sich zusammenziehende Fühlfäden im Körper eine Stimmung erzeugt, die gleichermaßen faszinierend wie unheimlich ist.
Und es macht Spaß, sich erst in den Plot reinfinden zu müssen. Es macht mehr Spaß, diese Unveränderlichkeit und stoisch-widernatürliche Gesetzgebung durchleiden zu müssen um anschließend vom Film eine Watschn nach der anderen zu kriegen, die einen nach dem Abspann förmlich aus dem Kino rausschleudern und definitiv für Gesprächsstoff sorgen.
Und da kann ich den allgemeinen Aufschrei der Gesamtbevölkerung durchaus verstehen, die für so etwas kaum etwas übrig hat: Nischenkino in seiner besten Form – ich liebe es!
Diese spannende Reise durch die Abgründe menschlichen Seins entfesselt sich selbst und prasselt in virtuosen Bildern auf die Allgemeinheit nieder, um Abscheu, Ekel, Hass oder andere Reaktionen hervorzurufen und es ist fast schon egal, was es wirklich ist: Dieser Film provoziert auf seine eigene Weise – und das mit einer perversen Ruhe und Gelassenheit, was The Killing of a Sacred Deer für mich zu einem faszinierenden und sehenswürdigen Spektakel macht, dass man sich unter keinen Umständen entgehen lassen sollte!
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer dafür nicht zwingend zusätzlich Geld ausgeben möchte, sollte sich unbedingt nach einer TV-Ausstrahlung umsehen, wobei die Intensität und das mächtige Gebaren meiner Meinung nach erst auf dem Big Screen seine eigentliche Wirkung entfaltet.
Eine interessante und verwirrende Studie über Gefühle und Familie in einer bislang nicht dagewesenen Konstruktion, virtuos für die Leinwand inszeniert.
Anschauen!

 
Nachspann
Auch dieser Film ist nicht auf eine Zugabe angewiesen und hört deshalb mit der Schwarzblende auf. Warten sinnlos.
Kinostart: 28. Dezember 2017

Die Verführten

Sofia Coppola auf dem Regiestuhl ist meist ein Garant dafür, dass ein Film einschlägt. Die Frau hat nicht nur einen anbetungswürdigen Vater als Regie-Vorbild, sondern ihren ganz eigenen Stil entwickelt, den sie mit Herzblut, Liebe und Hingabe jedes Mal auf die Leinwand zeichnet, ohne sich dabei von anderen beirren zu lassen.
Und so etwas ist selten. Schon in The Virgin Suicides habe ich ihre Arbeit bewundert und die Liebe zu ihrem Stil entdeckt. Umso erfreuter war ich, dass im Kino demnächst wieder ein Stück von ihr zu sehen sein wird und habe mit Freuden darauf hingefiebert.
Die Verführten lockt ja im Trailer schon mit einer außergewöhnlichen Story und kitzelt die Zuschauer bereits ein wenig in punkto Horroranflüge. Der Film selbst packt die Sache dann allerdings völlig anders an und löste nicht nur bei mir die Reaktion aus, etwas völlig anderes bekommen als erwartet zu haben. Sei’s drum.
Der prägende Stil, den sie sich für ihre neueste Schöpfung ausgesucht hat, orientiert sich natürlich auch wieder pedantisch an der gewählten Zeit und sorgt mit viel Detailreichtum und Aufmerksamkeit für ein authentisches Bild dieser Epoche. Die dadurch erzeugte Sphäre wird zusätzlich aufgeladen, da alle Schauspieler sich gemeinsam auch zwischen den Drehs in ihrer Rolle beschäftigten um somit mehr Glaubwürdigkeit zu erzielen.
Nicht nur beim Design der Klamotten und dem Ausschmücken der Szenen, sondern auch in den Erzählsträngen spürt man sofort, dass hier sehr viel Detailverliebtheit am Start war. Auch die Darsteller berichten darüber, dass die Arbeit mit Sofia sehr angenehm, verspielt und fachlich sicher gewesen ist. Das für die heutige Zeit eher ungewöhnliche Format des Films zeigt, dass ihre Entscheidungen wohl durchdacht und mit Sinn getroffen worden sind, denn sie wollte durch das 1:1,66 Bildformat mehr Ausdrucksmöglichkeiten für die Körpersprache erreichen.
Sich dann mit Thematiken zu beschäftigen, die in heutiger Zeit wohl kaum noch eine Rolle in der Öffentlichkeit spielen, diese aber so immens beeindruckend und von allen Dingen unterstützt auf die Leinwand zu konzipieren, ist großartige Regiearbeit, die sonst keiner so innig ausführt.
Der Film lebt quasi mehr oder weniger von der Kulisse, den Regeln, den Gemeinsamkeiten und Entwicklungen, die jede Generation für sich mit der Situation macht. Dadurch erzählt sie in ihrer Buchverfilmung eine Story, die nicht nur absolut realistisch wirkt, sondern auch dieses verlorene Bild der Protagonisten mitsamt ihren Schwierigkeiten vermittelt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Definitiv ein Stück sehenswerte Kinogeschichte, dass sich mit einer Zeit beschäftigt, die unsere heutigen Probleme um ein Vielfaches unterwandert.
Die Details, die Vorarbeit und das wohldurchdachte Konzept sprühen aus jeder Szene und vermitteln ein authentisches und beklemmendes Bild einer mehr als eigensinnigen Situation. Dies dann in 89 Minuten fesselnd auf die Leinwand zu bringen und etwas völlig Abstruses zu erzählen, schafft nur jemand in 26 Drehtagen, der sein Handwerk wirklich versteht.
Freunde alter Filme, die ganze “Damenkleider”-Fraktion und Menschen mit Liebe für eine außergewöhnliche Story finden hier sicherlich Gefallen dran.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden. Nach der letzten Klappe ist wirklich Schluss.
Kinostart: 29. Juni 2017

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind (3D)

Wir alle kennen Harry Potter und haben die Filme bis zum Erbrechen gezeigt bekommen. Alljährlich im Free-TV, ständig im Kino, in den DVD- und Blu-ray-Regalen… man kann es bald nicht mehr sehen.
Ja, das Universum, dass Rowling da erschaffen hat, hat durchaus seinen Reiz und definitiv ein Alleinstellungsmerkmal, jedoch habe ich es – Achtung: Blogbeichte! – immer noch nicht geschafft, mir tatsächlich alle bisher acht Harry Potter-Filme anzusehen.
Warum? Ich finde es irgendwie … kindisch. Klar, mag es Spaß machen, sich in diese Welt zu begeben, allerdings empfinde ich das “Gehabe” von Potter und seiner Hermine etwas zu laienhaft, schulisch, unprofessionell – wie auch immer. Warm geworden bin ich damit genauso wenig wie mit der Der Herr der Ringe-Trilogie, die als solches genauso ein Alleinstellungsmerkmal aufweist, mich jedoch in ihrer Weise genauso wenig abgeholt hat.
Ich weiß, dass ich mich filmisch damit etwas zu einem Außenseiter degradiere und hoffe inbrünstig, dass ich euch trotzdem die Message rüberbringen kann, die mir bei diesem Spin-Of extrem am Herzen liegt.
Aufgrund meiner extraordinären Abneigung gegen diesen ganzen Kinderhexen-Quatsch bin ich nämlich mit reichlich angefüllten Vorurteilen und höchst niedrigen Erwartungen in den Saal spaziert und dachte mir: Gleich die Vorpremiere abgreifen, bevor der ganze Pöbel dann ins Kino rennt und man wieder die Hype-Kinder um sich rum hat.
Hat sich’s gelohnt?
Äh … ich würde ohne Umschweife sämtliche Harry Potter-Filme ohne zu zögern für die Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind-Filmreihe opfern.
Filmreihe? Yes! Geplant sind fünf Teile, die die neuen Handlungsstränge miteinander verweben und innerhalb des Potter-Universums ausleben, ohne dabei zu sehr an die Original-Geschichte angehaftet zu sein.
Und damit kommen wir zu dem, was mich bei Phantastische Tierwesen extrem vom Hocker gehauen hat.
Die Magie ist endlich erwachsen geworden. Der Witz, dieser humorvolle, umspielende Charme ist geblieben und auf einer wundersamen Art in Eddie Redmaynes Schüchternheit verpflanzt, der sich als Hauptdarsteller hier nicht nur extrem nach oben spielt, sondern seine in meinen Augen beste Leistung überhaupt abgeliefert hat.
Dazu gesellen sich die neuen “Teammitglieder”, die nicht nur extreme Frische zurück in die magische Filmwelt katapultieren, sondern zwischen denen die Chemie derart stimmt, dass man sie allesamt direkt ins Herz schließt und sich mit ihnen auf Lebenszeit anfreunden möchte.
Gespickt mit kreativen Einfällen, die dann doch wieder etwas ans Potter-Universum anknüpfen, hier jedoch keinerlei Wettbewerbsvorteile herauskitzeln wollen, wird eine (neue) magische Welt geschaffen, in der man sich als Zuschauer nicht nur zu Hause fühlt, sondern die man sich sehnlichst in immer mehr Filme hineinwünscht.
Geplant sind derzeit fünf … sorgt dafür, dass es mehr werden, indem die Vorstellungen überrannt werden und ihr den Schöpfern damit zeigt, dass ihr genau so etwas sehen wollt.
Denn diese Welt macht nun nicht mehr nur 6jährigen Spaß, sondern erhebt sich fast schon zur Märchenerzählung, die ausschließlich an Erwachsene gerichtet ist und nur am Rande zulässt, dass auch Kinder in die Vorstellung dürfen. Und es geht nicht nur mir so, sondern auch anderen, die Potter in und auswendig kennen, die mir ebenfalls mitgeteilt haben, dass sie von diesem Einschlag als Bystander-Filmserie zutiefst beeindruckt sind und sie fast besser finden als das Original.
Und die Ideen sind grandios. Die Einführung neuer Figuren, die Eröffnung neuer Möglichkeiten, das sanfte Umweben verschiedener Erzählstränge, die allesamt in einem großen Ganzen münden wollen, eröffnen hier so viel Handlungsspielraum, dass es kaum auszuhalten ist, bis Ende 2018 dann Teil 2 auf die Bühne kommt…
…was mich schon wieder begeistert, denn dieser 1-Jahres-Zyklus, mit der die Filmreihen konzipiert und aus dem Fließband gezerrt werden, empfinde ich angesichts der Zeit, die man braucht, um etwas anständiges zu produzieren, als zu kurz. Phantastische Tierwesen gibt auch hier schon von Anfang an bekannt, dass im 2-Jahres-Zyklus veröffentlicht werden soll, wo dann genügend Zeit ist, um nicht nur irgendwas Geldbringendes zu verwursten, sondern man sich tatsächlich den Tiefen der Story annehmen und sie bis ins Exil hinaus zu einer erzählenswerten Story transformieren kann, die den Kinozuschauer nicht nur abholt und tief in eine andere Welt hineinreißt, sondern auch dafür sorgt, dass man sich im Alltag immer wieder zurück in diese Ebenen der Erzählung wünscht.
 

.kinoticket-Empfehlung: Kurzum: Der Text wird zu lang, wenn ich hier ins Schwärmen gerate, aber genau das sprießt nur so aus meiner Empfindung für diesen Titel in die Welt hinaus.
Geht rein! Flutet die Säle, kuckt euch den Film wieder und wieder an und beweist damit den Studios, dass ihr genau das wollt – wieder und wieder – immer mehr. So werden gute Geschichten erzählt. So geht man mit Effekten um. So produziert man sagenhaftes 3D. So vereint man unsägliche Raumtiefe mit tiefgründiger Story und unterhaltsamem Witz.
Und noch etwas: Dieser Film wurde für’s Kino erschaffen. Keine Heimkinoanlage kann diese Power aufbringen, die benötigt wird, um die zerberstenden Eindrücke so wiederzugeben, wie sie gedacht sind. Devise: Je größer der Saal, je lauter die Boxen, je näher an der Leinwand, desto größer das brachiale Filmerlebnis, in das man hier eingeladen wird.
Also würdigt den Film mit einem .kinoticket und besucht ihn an dem Ort, für den er geschaffen wurde: im Kino.
Rein! REIN REIN REIN REIN!

 
Nachspann
Endlich bricht der Song hervor, den man den ganzen Film über immer wieder im Ohr hat … aber auch sonst ist der Soundtrack einfach gelungen und meines Erachtens neben vielen Dingen einen Oscar wert. Wem das egal ist, der darf den Raum vorzeitig verlassen, denn weitere Szenen folgen keine mehr.

Die Vorsehung

Anthony Hopkins hat sich in der Vergangenheit ja öfters schon an Werken übersinnlicher Natur probiert und ist damit auch einige Male richtig auf die Schnauze gefallen.
Hier kommt ein weiterer Versuch, bei dem man diesmal vieles richtig gemacht hat, beginnend mit der Ernsthaftigkeit beider Seiten, die dem Ausgangsphänomen gegenüberstehen.
Was als seichte, unüberlegte Kost beginnt, gewinnt sehr schnell an Fahrt und Professionalität und liefert letztlich eine fantastische Jagd nach der Auflösung ab, die in einem großangelegten Finale gipfelt. Hierzu muss gesagt werden, dass dieser Film durchaus verdient, dass man vor ihm warnt, denn das Gezeigte ist nicht etwa massentauglich aufbereitet, sondern wütet manchmal ordentlich vor sich hin, so dass nicht nur von etwas Bösem gesprochen wird, sondern man tatsächlich hin und wieder mit Bildern um sich schlägt, die die Mägen zärterer Gemüter ordentlich aufwirbeln dürften.
Der Gedankengang hinter allem ist großartig und wird auch professionell entschlüsselt, so dass dem Filmspaß bis zum Finale auch kein Abbruch getan, indem bereits vorab Erkenntnisse verraten oder unnötigerweise auf etwas hingewiesen wird. Der Zuschauer darf selbst entwirren und sich von den Machern auf die Fährten führen lassen, die er meint, besteigen zu müssen.
Was gänzlich fehlt, ist die Rührseligkeit bekannter Klischees, in denen solche Filme meistens enden, um hier eine honigseifende Pointe aufs Moralbrot zu schmieren, die selbst die Zunge in Zucker verwandeln würde – ganz im Gegenteil. Man stellt sich Fragen, die im Leben einmal geklärt werden sollten und durchaus zum Nachdenken anregen – und liefert damit nicht nur erstklassige Unterhaltung, sondern auch ein Stück weit Anregung dazu, das Hirn einzuschalten und über gewisse Dinge zu sinnieren.
Allein beim Schluss hätte ich mir etwas mehr Struktur gewünscht, da man zuletzt dann schließlich zu sehr ausbüchst und somit die ansonsten wunderbar geführte Geradlinigkeit verlässt, die dem Film so viel Esprit verleiht.
Und Fragen wie diese, denen sich Hopkins stellen muss, sollten wir uns alle stellen, da sie nicht nur wahnsinnig viel über uns selbst verraten, sondern auch im Umgang mit nahestehenden Personen helfen, Situationen zu ertragen und besser zu verarbeiten.
 

.kinoticket-Empfehlung: In diesem Sinne sollte jeder einmal ab ins Kino und sich dieses Werk ins Hirn ziehen, auch wenn der Zeitpunkt merklich unpassend ist, sofern man grad auf rot-weiß-gold steht und andere Festlichkeiten im Sinn hat.
Dann bitte Ausschau auf TV-Sendern halten, die dieses Werk in ferner Zukunft streamen, denn das Anschauen lohnt sich definitiv – und das Auseinandersetzen mit den Fragen erst recht.

 
Nachspann
läuft keiner, jedoch wird hier noch einmal richtig klar, was für einen grandiosen Soundtrack dieser Film eigentlich genießt. BT hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet.

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