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Tag: Dave Franco

The Lego® Ninjago® Movie (3D)

Dass die im fernen Osten nicht nur skurrile, schrillbunte Fernsehshows, sondern auch tiefgründige und lebensbejahende Filme für die Seele produzieren können, hat man hierzulande zumindest im Kino längst verstanden. Der Weisheit, die uns aus den asiatischen Legenden-Movies anstrahlt, ist jeder schonmal in irgendeiner Weise begegnet.

The Lego® Ninjago® Movie vereint hier gleich mehrere Aspekte in einem Film: Man setzt eine liebgewonnene Tradition fort, in der großartige Labels in den allseits bei Klein und Groß beliebten Lego®-Bausteinen nachgebildet und animiert werden, die parodistische Ansätze und viel Humor in einem unterhaltsamen Film vollziehen und baut gleichzeitig die Brücke vom westlichen Lebensleitsatz zum östlichen Verständnis für Werte und Gemeinschaft und bringt damit eine Hommage an die in Asien lebenden Kulturen auch auf die amerikanischen und europäischen Leinwände.

Das hört sich einerseits nach quietschendem Vergnügen und erstklassiger Unterhaltung für die jüngere Riege, aber auch nach Anspruch, Biss, Satire und viel Klamauk an, der die tiefgreifenden, durchdachten und ehrbaren Weisheiten der Asiaten nicht als Moralgrund voranstellt, sondern die Zuschauer viel eher liebevoll und geistreich dahin manövriert, wo am Schluss tatsächlich unfassbar großer Mehrwert liegt.

Der zynische Biss, den man in den teils dunklen Marotten des The Lego® Batman Movie erleben durfte, tritt hier wieder ein wenig beiseite und eröffnet das Spielfeld der etwas emotionaleren Bandbreite, die man sehr liebevoll und trotzdem erfrischend auslebt und damit – meiner Meinung nach – wieder eine sehr wichtige Botschaft in die Köpfe derer pflanzt, die sich auf dieses Movie einlassen.

.kinoticket-Empfehlung: Ein sehr erbaulicher Humorfilm mit ernsten Ansätzen, die ehrbare Grundsätze vom Wert des Lebens und der Gemeinschaft an die junge Generation weitergeben und damit sogar bildungstechnischen Mehrwert innehaben.

Als Fan der Lego®-Filme sowieso ein muss, auch wenn es diesmal wieder etwas ruhiger, dafür aber emotionaler zugeht.
Kinospaß ist definitiv garantiert.

Nachspann
✅ Wie aus den anderen Filmen bereits bekannt, lohnt sich auch hier wieder das voreilige Flüchten … nicht. Also schön bis zum Schluss sitzen bleiben.

Kinostart: 21. September 2017

Original Title: The LEGO® Ninjago® Movie
Length: 101 Min.
Rated: FSK 6

Nerve

Wir leben in einem Zeitalter, in dem die Technik unseren Verstand längst überholt hat. Früher wurde man gefeiert, wenn man sich 3 Sachen mehr als der Nachbar merken konnte, heute ist man der Star, wenn man an der richtigen Stelle auf dem Display drückt.
Längst gehören Errungenschaften wie das Internet zu unseren alltäglichen Gepflogenheiten und haben einen ganz eigenen Kosmos entwickelt, der sich mittlerweile so schnell dreht, dass selbst erfahrene User von den Füßen gerissen werden könnten, wenn sie auch nur daran denken, einen falschen Schritt zu setzen.
Nerve spielt mit dieser neu eingezogenen Mentalität und treibt es damit auf die Spitze.
Keine Angst, ich will den Film nicht in den Himmel loben – der ist gut für 12-14jährige und bietet eine Form von Nervenkitzel, bei der ich sogar zu zweifeln beginne, ob das tatsächlich die richtige Kost für unsere verwöhnten, gelangweilten Gesellschaftler ist, denen der Spaß langsam ausgeht, weil man nirgendwo mehr diese Form von Unterhaltung findet, die einen wirklich befriedigt.
Der Mensch ist übersättigt und unterfordert – hat den Anschluss an den Intellekt längst verloren und dümpelt in einer Welt vor sich hin, die ihm weder Abwechslung noch Perspektive bietet .. und genau da prescht Nerve vor und zieht erstaunlich beängstigende Parallelen zu tatsächlich existierenden Exemplaren dieser Ideen, die nicht weniger gefährlich denn lustbringend sind.
Und die Jugend stürzt sich darauf mit Begierde auf Abwechslung, neuen Adrenalinkicks und der Hoffnung auf irgendeine Form von Gesehen werden.
Die Art und Weise, wie man mit der vorherrschenden digitalen Wirtschaft hier um sich wirft, welche erstaunlichen Merkmale man in das Geschehen einpflanzt und somit nicht mehr ganz unterschwellig kritisiert, in welche Richtung sich all das unkontrolliert entwickelt, stößt bei mir bisweilen auf Bewunderung.
Würde ich so ein Spiel spielen?
Ich würde es sogar entwickeln wollen. Die Macht, die dahintersteht, wenn man durch etwas, das niemanden so richtig repräsentiert, aber alle irgendwo mitmachen, geleitet wird, zeugt nicht nur in jüngsten Tagen davon, welche Auswirkungen und Konsequenzen sich aus dieser Form von allgemeingültiger Verantwortungslosigkeit offenbaren.
Und ganz ehrlich? Ich würde es feiern, wenn die Welt so an die Grenzen ihres Untergangs geführt wird, nur damit die Massen endlich aufwachen und das tun, was Nerve mit sich selbst macht: Sich zugunsten einer richtigen Message selbst zugrunderichten, nur, weil man damit Millionen erreicht und ihnen das sagen kann, was heute keiner mehr tut: Die ehrliche, unverfrorene Wahrheit.
Und der volle Saal an Heranreifenden hat es sichtlich kapiert und war hörbar geschockt, als man am Schluss offenbarte, wozu das alles führt. Nun muss man nur noch intelligent genug sein um Parallelen zu diversen Alltäglichkeiten ziehen zu können, um zu verstehen, was genau die Macher hier gemeint haben.
Und da kann für mich die Story noch so schlecht sein, die schauspielerischen Leistungen noch so unterirdisch und anspruchslos, die Pointe und das Vorhersehbare noch so niedrig angelegt – Nerve setzt voraus, dass man hinter die Oberfläche schaut und tut somit wieder einmal etwas, das heute in viel mehr Einrichtungen getan werden müsste: Zu bilden im Umgang mit der neuen Form von Sozialverhalten, Medien, Onlinesein und der immerwährenden Suche nach Aufmerksamkeit und Beachtung.
 
 

.kinoticket-Empfehlung: Nerve ist keine Fiktion, sondern bittere Realität, wenn man betrachtet, welche Interessen und Ideen hier kritisiert werden, die man subtil der Gesellschaft unterjubelt und bei der es nur um das eine geht.
Und um diese hervorragende Kritik verstehen zu können, ist es bei diesem Film streckenweise nötig, sich nicht von den mangelnden Talenten herunterziehen zu lassen, sondern niemals den Blick vom Wesentlichen ablenken zu lassen: Dem Umgang mit der Genickstarre, die sich unsere Mitmenschen (und vielleicht auch wir?) tagtäglich aufbürden.
Wird es was daran ändern, wenn du auch vor der Wahl stündest: Watcher oder Player?

 
Nachspann
sollte man nicht gleich aufspringen, sondern die ersten Minuten noch ausharren, danach darf man raus. P.S: Der Soundtrack …. runterlad

Die Unfassbaren 2

Now You See Me – wie der Titel im Original heißt – war einer der bahnbrechendsten Magierfilme schlichtweg. Die Imposanz, mit der man die Tricks, Persönlichkeiten und Idee auf den Markt brachte, sucht bis heute seinesgleichen und verblüfft auch beim fünften Mal ansehen immer noch mit überzeugendem Wahrnehmungsrausch.
Der Speed, den man im ersten Teil generierte, das Vorzeigen, Verblüffen, Ablenken und Erstaunen funktionierte auf einer Ebene, die bis dato noch kein anderer Film in dieser Form auf der Leinwand präsentiert hat. Schaut man sich den Streifen im Heimkino an (und regelt die Anlage entsprechend hoch), hat man immer wieder eine gigantische Show, die jeden Zuschauer mitreißt und hinterher erstaunt zurücklässt.
All dies bringt immense Erwartungen, Vorfreude und den Rausch auf Fortführung herbei, der dieses Jahr mit Now You See Me 2 in den Kinos zelebriert werden will.
Dabei knüpft die Vorstellung keineswegs an die Genialität des ersten Teils an, sondern offenbart sich eher als eine bittere Auseinandersetzung mit den Konsequenzen der Fragen, die sich der Zuschauer beim ersten Mal stellte, wie man aus dem Nichts heraus etwas so geniales erschaffen konnte.
Die durch die überragende Meisterleistung im ersten Teil hervorgerufene Stimmung konnte in der Fortsetzung irgendwie nur enttäuschend werden, denn man geht als selig-vergnügter Magiebegeisterter nun voller Erwartungen in den Saal und wird mit den dunklen Seiten der Zauberei betraut gemacht, die eben alles andere als prickelnde Stimmung hinterlässt, sondern – angestachelt durch das Anlernen darauf, tatsächlich hinzusehen – fast schon vorhersehbar und dadurch langweilig wird.
Man hat nicht mehr das Gefühl, dass man hier nun von absoluten Profis heimgesucht wird, die so talentiert sind, dass einem als Zuschauer förmlich die Luft wegbleibt und man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt, sondern fühlt sich ihnen teils schon überlegen und beginnt sich zu fragen, ob das Ganze nicht umgekehrt ist und man sich nun auf die Jagd nach den Reitern macht, die mit ihren Shows dem Gros der Gesamtveranstaltung ständig hinterher hinken.
Auch das andeutungsweise polemische Hinweisen auf mögliche Mängel im Leben von uns allen erscheint dann eher als misslungener Versuch, aus allem doch noch etwas positives zu schlagen und wenigstens mit einer guten Moral von der Bühne zu treten, doch die scheitert irgendwie an Belanglosigkeit und einer Inszenierung, die weder verblüfft noch begeistert, sondern eben einfach da ist und in sich funktioniert.
Problematisch war unter anderem auch, dass die Tricks hier nicht mehr die feinfühlige Größe aufwiesen wie im ersten Teil, sondern man sich mehr und mehr Optionen bediente, die eben nichts mehr mit wahrem Können zu tun haben, sondern zeitweilig eher ins Lächerliche rutschen und somit als Gesamtkonstruktion eher fragwürdig sind. Vergleicht man hier das Gesehene allerdings mit den üblichen YouTube-Tricks, wird schnell klar, dass das Niveau eben doch sehr hoch ist und man viel Aufwand in die Präsentation der einzelnen Kunststücke investiert hat, die in sich geschlossen aber in einem Rahmen gezeigt werden, der nicht nur bröckelt, sondern sich in seine Einzelteile aufzulösen scheint.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ob ich den Film wirklich empfehlen kann, weiß ich nicht. Meine Bewertung war bei Mittel mit Tendenz zu schlecht, weil mir einfach die spritzige Energie des Magischen gefehlt hat und man als Kenner des Vorteils höchstwahrscheinlich bitter enttäuscht aus der Show hervortreten dürfte.
Dennoch hat man viel Mühen investiert, um mit hohem Aufwand Tricks zu präsentieren, die teils schon beeindruckend waren, allerdings durch geschulten Blick vorhersehbar und beim Hinterfragen auch die Grundfrage offen lassen, wieso man das Ganze jetzt veranstaltet. Und damit geht eben einfach ganz viel Sympathie verloren, die man im ersten Teil noch hingebungsvoll spendete.

 
Nachspann
läuft wie üblich ohne weitere Szenen oder Fortsetzungen.

Bad Neighbors 2

Ich hab mich erfolgreich um diese Vorstellung gedrückt. So lange. Erst nicht zur Pressevorführung gegangen, dann ein paar Sneak Previews versäumt in der Hoffnung, dass ich den überspringe und schlussendlich vor einem leeren Kinoprogramm gestanden und ihn doch mitnehmen müssen.
Und meine Vermutungen haben sich bestätigt. Wer den ersten Teil gesehen hat, hat das Beste aus dieser Art Geschichte schon intus und kann getrost auf die Fortsetzung verzichten.
Das, was hier verkauft wird, ist quasi aufgewärmter Brei einer erstmals eigentlich guten Idee, die jedoch so sehr vor amerikanischer Alltagsfilm-Manier trieft, dass einem als Zuschauer schon schlecht davon werden kann.
Es mag Leute geben, denen so etwas gefällt, mir so überhaupt nicht. Und es ist irgendwie auch genau wie bei American Pie, wo der erste Teil noch seinen Charme hatte und eben ein ganz bestimmtes Publikum angesprochen hat, während man mit den Folgefilmen dann einfach nur noch auf den Zug aufspringen und es mit der günstigeren Schauspieler-Riege erneut versuchen will. Und dieser Schachzug funktioniert in meinem Fall nicht, da die Ersatztruppe, die die Jungs aus dem ersten Teil ersetzt, hier keineswegs mithalten kann, sondern allerhöchstens als billige Kopie durchgeht, die verzweifelt versucht, genauso cool zu sein wie ihre Vorreiter.
Selbst bei den hoch dotierten Darstellern vermisst man hier die gut gemeinte Portion Coolness und findet eher Peinlichkeiten, die nichts mehr im Kino verloren haben, sondern allenfalls aufs Abstellgleis eines Ramsch-Fernsehsenders gestellt gehören. Ob das nun bewusst auf dämlich gebügelte Darstellerkunst war, oder schlichtweg einfach Nicht-Können, lass ich mal so dahingestellt.
Die einzige Szene, die sich meines Erachtens lohnte, war … achja, ich wollte ja nichts spoilern. Da hat es jemand wirklich drauf gehabt und das so gekonnt in Szene gesetzt, dass es sich dermaßen vom Rest des Films abhebt, dass die Szene in sich wiederum völlig ausgeklammert wirkte und so gar nicht zu dem Rest des Films passte.
Der Rest war langweilig, geschmacklos, intentionslos und ohne jede Würde und Moral und das ist einfach nicht mein Ding. Doch gottseidank sind Geschmäcker verschieden und es gibt mit Sicherheit Menschen, die jene Art Film gutheißen und im Kino begrüßen – und denen sei eine sporadisch besetzte Vorstellung auch von Herzen gegönnt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer sich mit Zac Efron nochmals durch die Welt der Plagenachbarn schlagen will, der sollte sich wohl eher erneut den Vorgänger zu Gemüte führen.
Die Show wird hier zwar weitergeführt, insofern aber doch nur billig kopiert und damit ohne geistigen Auftrieb nach vorne geprügelt. Und diesem Konzept merkt man seine intellektuelle Lustlosigkeit einfach an, was das Ganze zu einer banal-langweiligen Show des Vergessens werden lässt, der man nach der Vorstellung keinen einzigen Gedanken mehr nachreicht.
Und genau so etwas hatte ich auch erwartet.

 
Nachspann
darf abgekürzt werden, hier folgt nichts zusätzliches mehr.

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