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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: David Bredin

Sweethearts

Sweethearts

© 2019 Warner Bros. Ent.

Karoline Herfurth – manchen bekannt aus Türkisch für Anfänger – den meisten spätestens durch die Fack Ju Göhte-Trilogie, hat nun ihre zweite Regiearbeit angenommen und uns im Rahmen der Ladies Night im CinemaxX München gebeichtet, dass dies gar nicht so einfach war, da sie zeitgleich auch noch die Hauptrolle in ihrem eigenen Film spielte und beide Persönlichkeiten unterschiedlicher nicht sein könnten: Hauptdarstellerin und Regisseurin.

Tatsächlich erwägt der .trailer auch beim Publikum nicht so großes Interesse, sondern sorgte teils sogar für verhaltene Reaktionen, was wohl auch der Grund dafür ist, dass sich die Meute nicht zwingend auf den Film stürzt und die Säle aus allen Nähten platzen lässt. Großer Fehler!

Ihr kennt meine Affinität zu deutscher Kultur, was Filme angeht und wisst, dass ich regelmäßigen Brechreizen erliege, wenn ich die Klientel da drin so “sprechen” höre. Dazu kommt dann noch der “Blödplot” bekannt aus Sat.1 und fertig ist das Fremdschämprodukt… WAS?

NEIN! Herfurth zeigt endlich, wie man es richtig macht und sorgt im Saal für dermaßen Humor, wie ich es in meiner Karriere in deutschen Filmen bislang noch nie erlebt habe! ENDLICH hat’s jemand verstanden und bringt einen Plot, ausgereifte Charaktere und empfehlenswerten Witz auf die Leinwand, bei dem der Spaß im Saal mal sicher ist. Ganz ehrlich? Beste Unterhaltung ist hier garantiert!

Frederic Linkemann (ganz links) und Karoline Herfurth (ganz rechts) in der Ladies Night im CinemaxX München

© Petra Schönberger

Die beschwingte Leichtigkeit, die präsenten Darsteller, der exquisite Humor und ein Drehbuch, das am Ende leicht melancholisch wird und vielleicht etwas an Geschwindigkeit einbüßt, formen hier einen Film, den man sich definitiv mit Freundesschaft und Familie im Kino besehen sollte – denn auch das Publikum tut sein übriges und zählt an dieser Stelle für mich mit zum Film dazu.

Herfurth selbst sorgte nach dem Film zusätzlich mit Frederic Linkemann nochmal für bombastische Stimmung im Kino und stand anschließend Rede und Antwort auf die Fragen zum Film … und bewies einmal mehr, dass ihr schauspielerisches Talent tatsächlich auch außerhalb von Kamera und Set perfekt zur Unterhaltung taugt und sie die “müden Deutschen” trotzdem dazu animieren kann, Spaß zu haben und einen tollen Abend zu erleben.

Vielen Dank an dieser Stelle für die sensationelle Show – und danke, dass es nun endlich wieder eine deutsche Regisseurin gibt, deren Arbeit man anderen empfehlen kann – besucht ihren Film und habt viel Vergnügen!

.kinoticket-Empfehlung: Deutsches Kino mit Lachern und einem vergnüglichen Plot, dass tatsächlich empfehlenswert ist?

Karoline Herfurth hat genau dies geschafft und den Monster-Zweifler überzeugt: Dieser Film taugt bestens für eine absolut lustige, unterhaltsame und erfrischende Show – besser könnte man einen Tag nicht ausklingen lassen.

Also besorgt euch .kinotickets, schnappt ein paar Jungs und Mädels von der Straße dazu und geht gemeinsam in diesem Film – ihr werdet es hinterher nicht bereuen!

Nachspann
❌ muss nicht ausgesessen werden, hier folgt nichts weiter.

Kinostart: 14. Februar 2019

Original Title: Sweethearts
Length: 107 Min.
Rated: FSK 12

Zwei im falschen Film

Zwei im falschen Film verlangt dem Zuschauer tatsächlich einiges ab, da man zu mancher Zeit der Meinung ist, man wäre wahrhaftig im falschen Film. Idee und Script mögen zwar interessante Ansätze verfolgen, allerdings ist das Umfeld und die Umsetzung derart laienhaft, dass der Sehspaß schon bald genervter Langeweile und endlosen Szenen ohne wirkliches Weiterkommen weicht. Würde man die Laufzeit nochmals drastisch kürzen, käme man wesentlich schneller auf den Punkt und die Ausfallzeiten würden wegfallen, was daraus dann tatsächlich ein künstlerisches Werk mit Augenmerkverdienst generieren würde.
So aber bewegt man sich stellenweise überhaupt nicht, sondern braucht einfach nur gefühlte Ewigkeiten, um an die Stelle des Plots zu gelangen, die man sich im Verlaufe der Erzählung schon bald denken kann, was hieraus ziemlich zähe Masse werden lässt und nichts mehr von florierender Erzählwirkung beinhaltet.
Wer allerdings einen wirklich schrägen Film sehen will und auch vor unorthodoxen Methoden nicht zurückschreckt, der ist hiermit bestens bedient: Man befreit sich wirklich von allen Konventionen und macht komplett sein eigenes Ding, was eine Vergleichbarkeit nahezu ausschließt. Nur ob dieses Potpourri dann auch jedem schmeckt, sei dahingestellt.
 

.kinoticket-Empfehlung: Sehr sehr langatmig, aber auch sehr eigen und stellenweise kreativ: Man spürt einfach, dass hier keine Profis am Werk waren, sondern man es mit Laien zu tun hat, wenn man so möchte.
Grundideen sind toll, Dialogansätze spitze, jedoch zieht sich alles nur durch teilweise Verirrtheit derart in die Länge, dass der Sehspaß dadurch sehr getrübt wird.
Wer auf richtig schräge Dinge steht, ist hier genau richtig.

 
Nachspann
✅ wenn auch nicht optischer Natur, die Kommentare beim Abspann sind mir lustigerweise schon oft im Kopf rumgegeistert.
Kinostart: 31. Mai 2018

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