.kinoticket-blog.de

wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: David Kross

Trautmann

™_a1_3mm_ohne_schnittmarken

© 2019 SquareOne Entertainment GmbH

Bei Trautmann ist es schwierig, etwas über den Film zu sagen, ohne maßgebliche Dinge zu spoilern: Allein das nicht gewisse “Genre” dieses Films ist für mich ein wundervoller Wendepunkt gewesen, der hier eben eine plastische, durchweg ins Leben integrierte und spannende Story zum Besten gibt, die man anfangs nicht wirklich einsortieren kann, die – ohne dieses Vorwissen – aber auch extrem viel Sehvergnügen bereitet und demnach von euch auch völlig unvoreingenommen konsumiert werden sollte.

Wichtig ist: Vertraut darauf, dass der Film euch gefallen wird, denn mit dem .trailer oder anderem Vorwissen haut man sich schon so extrem viel wieder “kaputt”, dass das Maß an Langeweile definitiv aufkommen könnte, weil man einfach schon zu viel weiß.

Genauso spannend ist, bis zum Schluss nicht zu wissen, ob das nun Fiktion oder Wirklichkeit ist – wer sich hier mit der Materie nicht auskennt, sollte auch sehr aufpassen, vor dem Gang in den Saal nicht mit zu vielen Infos gespoilert zu werden, sondern die Show genießen und erst hinterher anfangen, mit Freunden drüber zu sprechen: Es lohnt sich.

David Kross ist in meinen Augen definitiv ein Grund, ins Kino zu gehen – er hat bei Krabat schon eine sagenhafte Rolle gehabt, diese dann mit Der Vorleser getoppt und in Ballon (außer dem Bart) eine extrem gute Darstellung abgeliefert – all das führt er in Trautmann zu einem neuen Höhepunkt.

Grundsätzlich ist für mich wahnsinnig faszinierend und ergreifend gewesen, was hier abgeliefert wurde – und Material war so unglaublich viel da, dass man dem Film durch gewisse “schnelle Schnitte” ein bisschen das Zeitproblem entgegen gestellt hat, was die Erzählung aber nicht minder spannend macht, sondern viel mehr für noch extremere Kurzweil sorgt.

Wo immer ihr es könnt: Nehmt diesen hervorragenden Film mit, ihr würdet euch ärgern, wenn ihr gerade den nicht gesehen hättet.

.kinoticket-Empfehlung: Super spannend, klasse gespielt und frei von allen deutschen Makeln, die man so kennt: Hier lohnt sich der Gang ins Kino auf jeden Fall!

Wichtig: Lasst euch davor so wenig wie möglich davon erzählen, schaut weder .trailer noch andere Infos und hört weg, wenn jemand drüber spricht: Versprecht euch selbst aber gleichzeitig, dass ihr so schnell als möglich rein geht – dieser Titel ist Bombe!

Nachspann
✅ Nicht viel, aber sehr authentisch und wichtig – also bleibt gerne sitzen!

Kinostart: 14. März 2019

Original Title: Trautmann
Length: 120 Min.
Rated: FSK 12

Ballon (inkl. Gewinnspiel)

Unter dem Beitrag gibt’s Freikarten für den Film zu gewinnen!
Michael Bully Herbig wird ernst – und viele kaufen ihm das schon im Vorfeld seines ersten Films in diesem Metier nicht ab. Warum?
Vielleicht, weil ein Großteil der Presse schon immer nicht genau hingeschaut hat. Wie oft ist es damals passiert, dass man beim Zappen hängen geblieben ist, wenn die Bullyparade auf ProSieben gelaufen ist? Wie sehr hab ich bedauert, als diese Sendung schlussendlich abgesetzt wurde, einfach nur, weil Bully etwas ganz eigenes war. Klar gab es viele Showoriginale, die aber in vielen Fällen eine pragmatische Weichgespültheit besaßen, um die für Allgemeinheit tauglich zu bleiben und dem Tod aller Shows – zu wenig Einschaltquoten – nicht anheim zu fallen.
Mein Gefühl war immer: Bully interessiert sich nicht für so etwas. Und tatsächlich habe ich ihn als Person gegenüber der Presse und dem ganzen Medienrummel schon ganz abgeneigt erlebt und hatte das Gefühl, er selbst fühlt sich von den Vertretern der Presse gänzlich missverstanden. Diese Sprache haben auch schon seine früheren Filme gesprochen: Was grade “in” ist, interessiert ihn nicht, er macht einfach sein eigenes Ding und versucht so, seinen Blick auf die Welt an andere weiterzugeben. Seine Filme sind Originale, die sich nicht dem Zeitgeist angepasst haben und jeder – egal, ob Freund oder Feind – kennt sie.
Nun hat er nach dem abschließenden Bullyparade – Der Film einen Schlussstrich unter den Komödienstadl gezogen und möchte fortan nur noch ernste Geschichten drehen. Der erste Fakt: Er hält sich dran: Ballon ist durch und durch ernst und zeigt so gar nichts von dem früheren Filmemacher, den damals schon sehr viele total unterschätzt haben.
Eine Sache fällt den Kritikern nämlich immer nicht ganz so blühend ins Auge: Er hat unfassbar viel Können und Filmwissen, er weiß mit und vor der Kamera umzugehen und kennt daher Schachzüge, die man als Regisseur tätigen kann, aus dem FF. Ich glaube, viele Leute unterschätzen ihn vollkommen als Filmtalent, weil viele ihn salopp als “Spinner” abtun – und das ist in meinen Augen ein großer Fehler.
Diese Tatsache bekräftigt sich schon allein dadurch, dass sein Erstlingswerk im neuen Genrebereich kein Alleingängerfilm ist, sondern er sich an bereits gezeigtem Material orientiert und es auf seine Weise neu interpretiert, einfach, um sich in der Richtung auszutesten und damit anzufangen, neue Wege zu beschreiten. Man merkt an vielen Stellen des Films, wie er vor Potenzial und Schöpferkraft strotzt und dass da noch einiges kommen wird, was aus ihm rausplatzen möchte – und ehrlich gesagt freue ich mich riesig darauf.
Ballon als solches ist bereits eine Geschichte, der durch ihn als Berühmtheit zu Aufmerksamkeit verholfen wird, denn ehrlich gesagt kenne ich kein einziges dieser vorher schon “zig mal verfilmten” Werke über diese Story, und ich komme aus dem Reich der DDR und sollte es daher eigentlich wissen.
Was hier an geballter Spannung, unfassbar gutem Schauspiel und Filmästhetik auf der Leinwand zu sehen ist, erinnert mit gar nichts an das, was man von ihm als Person vorher kannte: Ballon macht riesigen Spaß anzuschauen und unterhält auf bestem Wege.
 
G E W I N N S P I E L
_SN21676_2030_FINA

© 2018 StudioCanal

Und wer sich diesen Film gerne auf Kosten von StudioCanal ansehen möchte, für den ist vielleicht folgendes interessant: Mir wurden vom Verleiher zwei Freikarten für den Film zur Verfügung gestellt, die ich hiermit an euch als meine Leserschaft verlosen darf.
Kommentiert unter diesem Beitrag, welcher Film euch von Bully bislang am meisten oder am schlechtesten gefallen hat und ihr landet im Lostopf. Unter allen Kommentatoren bis einschließlich 30. September 2018 wird anschließend per Zufall der Gewinner oder die Gewinnerin ausgelost und von mir via E-Mail benachrichtigt. Bitte gebt dazu also eine gültige E-Mail Adresse an, unter der ich euch schnell erreichen kann, damit euch die Freikarten zugeschickt werden können.
Und nun wünsche ich allen viel Glück und natürlich viel Spaß im Kino – dieser Film ist es wert, ihn dort anzuschauen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Bully beschreitet neue Wege und zeigt, dass wesentlich mehr in ihm steckt, als manch einer ihm vorher zugetraut hätte.
Dieser Film erzählt eine unglaublich spannende Story und wartet mit filmischem Potenzial auf, das vor Energie und Stärke nur so strotzt: Es lohnt sich, diese bereits erzählte Story neu interpretiert im Kino zu besehen, allein schon, weil die Impressionen gewaltig beeindrucken.
Diese neu gefundene Ernsthaftigkeit, der sich ein ehemaliger Comedy-Garant verschrieben hat, ist grandios und ich wünsche Ballon einen wahnsinnig erfolgreichen Kinostart, den ihr alle ihm durch einen Besuch in den Lichtspielhäusern verschaffen könnt.

 
Nachspann
❌ braucht man nicht zwingend aussitzen, hier folgen keine weiteren Sequenzen mehr.
Kinostart: 27. September 2018
Original Title: Ballon
Length: 120 Min.
Rate: FSK 12

Simpel

Wenn man nüchtern auf die Sache blickt, ist es eigentlich nur ein storyschwacher Plot aus deutscher Produktion, die sowieso nicht so wirklich mit etwas auftrumpfen kann. Frage: Wieso kam der Film dann bei den Sneakern so hervorragend an und wurde vorwiegend positiv bewertet?
Weil darin doch etwas steckt, dass so einfach in Worte zu fassen nicht möglich ist. Und damit meine ich nicht mal unbedingt das Schauspiel von Frederick Lau oder Emilia Schüle – wenn davon einer lobend erwähnt werden sollte, dann David Kross, dessen Mimik und Gestik in diesem Werk tatsächlich an Höchstleistungen grenzt, die so durchzuhalten sicher nicht einfach waren.
Ebenfalls lobend erwähnen muss man die Intention des Films, der sich wieder um ein unbekanntes Bild kümmert und es in die Redseligkeit seiner Nation pflanzt, um auch hier wieder unterschwellige Bildung zu leisten, die ich TV und anderen Medien schon länger abgesprochen habe und seit jeher eher auf dem Big Screen suche.
Und finde. Simpel ist nämlich ein herausragendes Beispiel für hochwertiges Kino mit Prädikat besonders wertvoll-Qualitäten, die man durch zahlreiche Besuche in den Sälen belohnen sollte.
 

.kinoticket-Empfehlung: Großartige Schauspielleistung von David Kross in einem Film, der sowohl unterhält, als auch seinen Beitrag zur Bildung und Kenntnisnahme leistet.
Zwar sind die Elemente durch und durch deutsch und sondern sich damit auch nicht von anderen (schlechten) Produktionen ab, dennoch hat der Film das gewisse Etwas, um seine Zuschauerschaft zu begeistern und sich damit vom restlichen Sud unserer Movieversuche abzusondern und dennoch als sehenswert abgestempelt zu werden.

 
Nachspann
braucht man nicht auszusitzen, diese Anstrengungen werden auch hier wieder mal nicht belohnt.
Kinostart: 9. November 2017

Zeit für Legenden

Bei der dieswöchentlichen Sneak Preview haben wir wieder mal ein klassisches Beispiel verloren gegangener Übersetzertiefgründigkeit, denn der Film heißt im Original Race, was gleichbedeutend mit dem Rennen als auch der Rasse ist.
Beides wird im Film thematisiert anhand eines vergangenen Beispiels, das zurück in unliebsame Jahrzehnte unserer Geschichte wirft und Dinge beleuchtet, die demnächst wohl noch öfters das Filmlicht der Welt erblicken dürften.
Stephan James und Jason Sudeikis geben hier ein Hauptdarstellerpärchen ab, das sich auf vorzügliche Weise den Dialogball zuspielt und somit hochkarätig unterhält. Überhaupt stellt das Werk eine besondere Form von geschichtlicher Aufarbeitung dar, das Phasen unserer Zeitgeschichte beleuchtet, die aktuell immer noch nicht ausgestanden sind und offensichtlich noch weiterer Zuwendung bedürfen.
Dass mit dem Thema so offen umgegangen werden kann, liegt wohl auch an den herausragenden Leistungen der farbigen Mitspieler, die allesamt im Film mehr als überzeugende Arbeit abliefern und somit auf voller Länge begeistern.
Nicht nur die ausführliche Beleuchtung der privaten Umstände, sondern auch die unliebsame Verflochtenheit von Politik und Sport wird hier offen diskutiert und unterschiedlich angegangen. Dass die Umstände in den Jahren, die im Film thematisiert werden, noch wesentlich einfacher waren, als das heute der Fall ist, macht die Gesamtlage nicht weniger verzwickt.
Alles in allem ist Zeit für Legenden ein Film, der ein wunderbares Biopic eines Sportlers liefert, den unsere Generationen sicherlich noch nicht mal kennen dürften, der jedoch eine maßgebliche Geschichte zu erzählen hat, die auch heute noch nichts von ihrer Aktualität eingebüßt hat – wenn auch auf etwas andere Art und Weise.
 

.kinoticket-Empfehlung: Im Vergleich zum üblichen CGI-Geschrei bietet dieser Film eine Plattform für Nachdenklichkeit, Humanität, Sportlichkeit und Ehrgefühl und liefert damit vier Gründe, weshalb man sich das Machwerk anschauen sollte.
Es werden nicht nur Ungerechtigkeiten vergangener Tage thematisiert, sondern auch Themen diskutiert, die auch heute höchst aktuell sind und ins Gewissen vieler eingebracht werden sollten.
Die schauspielerischen Leistungen sind durch die Bank weg top und die Kulisse und das Bühnenbild runden den Look ab, der authentisch wirkt und somit ein solides Grundgerüst für eine wichtige Lektion im Leben liefert, die dieser Film in aller Deutlichkeit aufzeigt.

 
Nachspann
kommt nichts mehr, was von Bedeutung wäre – man darf den Saal also guten Gewissens verlassen.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein

So farbenfroh das Plakat an den Wänden prangt, so sommerlich frisch mutet der neuste Streich der beiden Kid-Agenten auf der großen Leinwand an, über deren letztes Spektakel ich mich ja auch schon äußerst positiv ausgelassen hatte.

Kaum zu glauben, aber ich habe mich auf diesen Titel irgendwie gefreut. Zwar ist dieses Genre nicht unbedingt auf der Top 5 meiner Filmvorlieben anzutreffen, jedoch überwiegen hier erneut die Punkte, die auch schon beim zweiten Teil maßgeblich waren: Man hat ganz große Mühen investiert, um nicht nur kindgerechte Unterhaltung zu liefern, sondern diese auch noch mit Unversehrtheit und extrem hohem Bildungswert auszustatten.

So erlebt man als Zuschauer eben nicht nur die spannende Reise der beiden durch die durchaus kurzweiligen Abenteuer, sondern erntet auch als Erwachsener eine Portion absoluter Filmgesundheit, wenn man spürt, wie normal, unbefangen, ehrlich und nicht-zerstörerisch die gezeigten Szenen hier liebevoll ineinander spielen.

Die Boshaftigkeit, der kaputte Humor, das Kundenfischen durch Ausrichtung auf Fäkalhumor und Billigwitze bleibt hier völlig aus und liefert genügend Spielraum, um dem Werk zu Recht das “Prädikat besonders wertvoll” zu verpassen.

So fies man als Erwachsener über Kinderfilme urteilen kann, so unmöglich erscheint es mir, über Werke wie dieses etwas negatives zu sagen, denn unter Anbetracht der Tatsache, dass das Zielpublikum hier tatsächlich unterhalb der Jugendlichkeit angesprochen werden soll, hat man meines Erachtens an dieser Stelle absolut alles richtig gemacht, um ein Finalprodukt abzuliefern, an dem sich große TV-Anstalten und öffentlich-rechtliche Sender ein Vorbild nehmen sollten.

 

.kinoticket-Empfehlung: Als Familienfilm absolut empfehlenswert und frei von jedweder geisteszerstörender Bosheit, ohne dabei ins Dutschi-Dutschi-Baby-Getue abzurutschen.

Würde man mich dazu zwingen, mir einen Kinderfilm rauszusuchen, den ich mir ansehen müsste, würde ich ohne zu zögern zur “Rico, Oscar und…“-Reihe greifen und hätte beim Schauen sogar meinen Spaß dabei.

Daumen hoch, so wird perfekte Unterhaltung für jüngere Kinobesucher gemacht!

 

Nachspann
belebt durch animierte Bildchen, zeigt aber keine weiterführende Szenen.

Kinostart: 28. April 2016

Social: www.facebook.com/RicoOskar.Filme

Boy 7

David Kross ist längst eine Showgröße im deutschen Kino, das mit Boy 7 eine neue Buchverfilmung in den Ring wirft, die sich in den dystopischen Tiefen der Literatur einen Namen gemacht hat.
Die Umsetzung trägt signifikante Merkmale deutscher Produktionen, wartet hier aber mit sehr viel Eigenständigkeit, Einfallsreichtum und vor allem dem Griff nach Unerwartetem auf. Gerade am Anfang bringt man einen Plot zum Laufen, der Lust auf mehr macht und somit für Langeweile absolut nichts übrig hat.
Die Erzählung trägt sich durch Unwissenheit von einer Szene zur nächsten und enthüllt dabei immer ein paar mehr Fetzen von dem, was im Untergrund gespielt wird. Ob diese Geschichte nun plausibel ist oder sich mit ihrer Tendenz eher auf Fiktion ausrichtet, ist fast schon gar nicht mehr von belang.
Der Gang ans ganz große Rednerpult der Unterhaltungen mag hier wohl noch ein paar mehr Anläufe benötigen, jedoch zeigt man, dass auch unser Land dazu fähig ist, wunderbare Geschichten zu erzählen, die unterhaltsam, spannend und mit Gefühl durch das Gezeigte führen.
 

.kinoticket-Empfehlung: Wer schon an Krabat seine Freude hatte, darf sich hier auf ein weniger düsteres Abenteuer freuen, dass jedoch mit gleich viel Empathie und Strukturfreude aufwartet.
Die Spannung wird bis zum Schluss gehalten und die Geschichte solide auf den Punkt gebracht. Ob nun realistisch oder nicht – unterhalten wird der geneigte Thriller-Fan auf jeden Fall.

 
Nachspann
gibt’s keinen, der ist aber auch gar nicht notwendig.

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén