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wenn aus filmen leidenschaft wird

Tag: Detlev Buck

Rocca verändert die Welt

DE_Hauptplakat_ROCCA

© 2019 Warner Bros. Ent.

Tja, was soll ich sagen? Es ist der Film, auf den die Welt gewissermaßen gewartet hat, der so vieles so grundlegend anders macht, der sich endlich gegen bestehende Regeln auflehnt und ein meisterliches Beispiel dafür liefert, wie es funktionieren kann – und der dennoch dabei an einigen Dingen scheitert.

Scheitert? Da gibt’s nicht viel. Eigentlich nur ein paar winzige Punkte, die mir im Kino aufgefallen sind: Zum Beispiel die Sprechweise der Kinder und das “typische Verhalten” einiger Erwachsener in solchen Kinderfilmen, das mir immer noch bitter aufstößt und wo ich mir so oft etwas mehr Realismus wünsche.

Sei’s drum: Hier wird ansonsten mit so viel erfrischender Andersartigkeit aufgefahren, die jede Regel, jedes Klischee, jedes Eingefahren sein und jedes Vorurteil mit einer so modernen, klugen, selbstbewussten und gleichberechtigten Weise kontert, dass der Titel bereits jetzt zu Recht mit dem Prädikat “wertvoll” ausgezeichnet wurde.

Und dabei steht Rocca im Vordergrund, deren löbliche Einstellung und tolles Verhalten zwar manchmal die Affinität zur Nerverei aufweist, die aber ständig wieder durch erstaunliche Reaktionen verblüfft und zeigt, dass der Kampf ums Gesehen werden eben auch anders geführt werden kann und dafür nicht zwingend Hass und wilde Raserei von Nöten ist.

So hier wird’s richtig gemacht, meiner Meinung nach.

Nicht selten schafft man es, den Zuschauer an die Grenzen der Rührseligkeit zu bringen und sorgt für mächtig Stimmung im Gefühlsbad der Emotionen, denn, was hier gezeigt wird, ändert einige Ansichten und bringt völlig neue Ideen auf den Tisch.

Aber auch hier ein paar wenige Kritikpunkte: Natürlich mag in der Moral gute Absicht versteckt sein, gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass teils zu unreflektierte “Wahrheiten” wiedergegeben sein wollen, die man nicht zwingend voraussetzen muss, um in der Welt Gutes zu tun: Stichwort: “Fame”. Natürlich ist es herrlich gewesen, endlich mal solch ein Beispiel zu sehen, dieses Verhalten stufe ich jedoch wieder als etwas zu gutgläubig ein, denn es dürfte sich in der Praxis wohl eher als heuchlerisch erweisen und auf lange Zeit nicht durchführbar sein.

Dass wir an manchen Stellen nicht von Realismus sprechen müssen, der glaubhaft und ernst genommen werden kann, bedarf keiner Erwähnung, all dies ändert nichts an der tollen Message und der hervorragenden Intention, die hier durchgezogen wird und mit kindlicher Frische und einer unfassbar energiegeladenen Positivität in die Welt geströmt wird.

.kinoticket-Empfehlung: Mehr davon!

Ein unangefochten einzigartiges Beispiel für selbstbewusstes Gesehen werden im Kampf des Heranwachsens und der Geschlechterdiskriminierung: Hier werden so tolle Chancen und Möglichkeiten aufgezeigt, wie man dem alltäglichen Mobbing entgegen treten kann ohne dabei in Depression und Selbstmitleid oder gar Hass zu versinken.

Dass dies von Kindern dargestellt wird, verstärkt den Effekt und sorgt für ein unvergleichbares Kinoerlebnis, das ihr schnellstmöglich aufgreifen solltet, solange der Titel noch auf den Leinwänden ist.

Nachspann
✅ Rennt nicht gleich raus, hier werden zu Beginn noch Sequenzen gezeigt, die ihr auf jeden Fall mitnehmen dürft. Die Gute Laune macht auch im Nachspann keinen Halt.

Kinostart: 14. März 2019

Original Title: Rocca verändert die Welt
Length: 101 Min.
Rated: FSK 0

Ostwind – Aris Ankunft

© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Das altbekannte Phänomen: Bei Tanzfilmen, bei Pferdefilmen, bei „Kinder-Genre-Filmen“: Kennst du einen, kennst du alle.

Dennoch hat sich Ostwind als Saga aus der ganzen Masse etwas durch seine unglaublich hohen Ansprüche und Professionalität herauskristallisiert und meiner Meinung nach mit Ostwind – Aufbruch nach Ora einen Film geschaffen, der sich schon fast aus dem Kinder-Genre freigekämpft und zum Erwachsenen-Epos aufgestiegen ist.

Und das liegt meiner Meinung nach an Mika, gespielt von Hanna Binke, in die ich mich verlieben könnte! Ihre erwachsene, defensive, eigene, roughe Art gibt diesem Mysterium, das man um die Ostwind-Filme gelegt hat, noch den letzten Schliff und stellt etwas ganz besonderes dar.

Und es liegt an Annette Focks, die einen Soundtrack abliefert, vor dem ich heute immer noch knie!

Beide finden sich auch in der aktuellen Verfilmung der Kinderbücher wieder, die jetzt – natürlich – wieder darauf abzielen, verjüngt zu werden, um die Zielgruppe nicht aus den Augen zu verlieren und am Ende wirklich Harry Potter Konkurrenz machen zu müssen. Man spürt dennoch, dass hier extrem viel Budget, Potenzial und Schaffenskunst drinsteckt, auch wenn der Plot wieder etwas kränkelt und man sich von der Magie wieder abwendet und den kindlichen Neuzugängen mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Luna Paiano, die Mika im Film nun zur Seite gestellt wird, hat meiner Meinung nach aber nicht das notwendige Talent, um auf diesem Niveau, das wir in Aufbruch nach Ora bekommen haben, mitzuhalten. Ergo landet die Aufmerksamkeit wieder beim Plot und damit versemmelt man sich den Aufstieg in neue Sphären, den ich mir leidenschaftlich gewünscht hätte.

Dadurch wurde Aufbruch nach Ora nicht als bester Teil dieser Reihe abgelöst, der Abstand zu anderen Pferdefilmen aber dennoch weiter eingehalten. Wer also einen tollen Kinderfilm sucht, braucht in der Wühlkiste nicht weit nach unten graben, sondern ist mit diesem hier bestens bedient.

.kinoticket-Empfehlung: Mika ist und bleibt der heimliche Held dieser Filme – je weniger Screentime man ihr zugesteht, umso schlechter werden die Teile.

Ist einfach so. Teil 3 wird nicht übertroffen, man schlägt alles andere, was in Richtung Pferdefilmen geht, aber dennoch noch, auch wenn durch die angesetzte Verjüngung auch wieder viel mehr Kinderklischee reingebracht wird. Sehenswert ist der Film deshalb aber trotz alledem.

Nachspann
❌ müsst ihr auch diesmal wieder nicht bis zum Schluss abwarten, hier folgt nichts mehr.

Kinostart: 28. Februar 2019

Original Title: Ostwind 4 – Aris Ankunft
Length: 102 Min.
Rated: FSK 0

WUFF

Wuff

© 2018 DCM Filmdistribution

 

Buck – manch einer mag vielleicht mit den Augen rollen, wenn er seinen Namen auf dem Regie-Platz liest sich und sich seinen Teil dabei denken. Er hat in jüngster Vergangenheit einige Werke rausgebracht, die nicht überall für Applaus sorgten und einfach seinen eigenen Ruf. Seinen eigenen Stil. Er macht, was er denkt und haut es so an die Bevölkerung raus.

In diesem Rahmen kann man nun über den Titel denken, was man will – fest steht: Der Film ist für Hundeliebhaber.

Und genau die werden wohl auch ins Kino gehen und ihn sich anschauen, denn für sie ist er gemacht. Für niemanden sonst.

Klar, Tierchen haben in Bucks Filmen schon immer eine Rolle gespielt, dieses Mal erhält man jedoch eine völlig andere Story, als man auf den ersten Blick erwartet, die plottechnisch aber auch nicht sonderlich vom Hocker reißt. Man wollte eben was mit Hunden machen und spricht somit einen millionengroße Schar an Menschen an, die Hundebesitzer sind und sich den Film möglicherweise schon allein deshalb ansehen werden.

Das ist wohl genauso wie mit Kindern: Solange man keine hat, steht man eiskalt über den Dingen, sobald das eigene da ist, fängt man selbst mit “Butzi Butzi” an und kann nicht mehr anders, als sich an den kleinen Süßen zu erfreuen. Same with dogs.

Demnach schätze ich, dass hier der Grat ist, an dem die Meinungen sich scheiden werden: “Betroffene” finden es herzallerliebst, die “Eiskalten” stehen über den Dingen und sagen sich: “Naja”.

Das einzige, über das sich alle einig sein dürften ist der Nachspann: Verrückt, skurril, dümmlich und zum Knutschen geil! Also bitte bis ganz zum Schluss sitzen bleiben.

 

.kinoticket-Empfehlung: Man sollte Hundeliebhaber sein, das erhöht die Bonuspunkte für diesen Film immens!

Alle anderen finden ihren Spaß dran, wenn sie “Hundetypen” sind, die bei so einem Filmtitel klar favorisiert bespaßt werden. Und wer reingeht: Auf jeden Fall den Nachspann mitnehmen, der ist meiner Meinung nach das allerbeste am ganzen Film!

 

Nachspann
✅ sollte man mitnehmen, das Gebotene ist herzallerliebst 😉

Kinostart: 25. Oktober 2018

Original Title: WUFF – Folge dem Hund
Length: 114 Min.
Rate: FSK 6

Das Pubertier – Der Film

Jan Josef Liefers, Heike Makatsch – was sagt uns das?
Ein deutscher Film, der auf dem Plakat schon wieder den Anschein einer schlechten Komödie macht und sich damit in die Reihen der ganzen deutschen Versagerfilme einreiht, die es auf dem Markt bereits gibt.
Und jetzt zieht los, kauft euch ein .kinoticket und überzeugt euch selbst davon, dass dem nicht so ist.
In Das Pubertier – Der Film beweist Heike Makatsch, dass sie auch ohne Stock im Arsch schauspielern kann und neben Monika Gruber eine unglaublich gute Figur abliefert. Die Lässigkeit, derer man sich der bereits vielerzählten Thematik annimmt, ist bewundernswert und erstaunlich freigiebig. Alle Kritikpunkte, die ich dem deutschen Kino oft genug anlaste, finden hier keinen Nährboden und offenbaren, dass man in unserem Land den jüngsten Beispielen nach zu urteilen wohl doch endlich begriffen hat, dass es cineastisch einen Platz gibt, auf dem man sich erfolgreich austoben und auch international Anerkennung gewinnen kann.
Das Pubertier – Der Film greift dabei nicht nur auf hervorragendes Ausgangsmaterial zurück, sondern etabliert dieses auch sehenswert auf dem Screen. Die Umstände, derer sich Liefers im Film ausgesetzt sieht, schmücken in vielen Haushalten wohl auch den Alltag und kommunizieren somit Verständnis, Gemeinschaft und realitätsnahe Unterhaltung, die ich als absolut positiv empfunden habe.
 

.kinoticket-Empfehlung: Ein Stück zeitlose Geschichte, die jede Familie im Verlaufe ihres Lebens mindestens einmal selbst betrifft und hier herrlich komödiantisch und mit viel Liebe zum Detail gepflegt wird.

 
Nachspann
braucht nicht abgewartet zu werden, hier kommt nichts mehr.
Kinostart: 6. Juli 2017

Bibi & Tina: Tohuwabohu Total

Wir gehen mittlerweile schon in die 4. Runde dieser Filmreihe und widmen uns diesmal einem Thema, dass in Deutschland derartig die Meinungen spaltet, dass mir Gespräche darüber fast schon leidig sind.
Bibi & Tina: Tohuwabohu Total greift dabei so immens schmerzhaft in die Wunde vieler alteingesessener Meinungen und mischt diese mit einer zerberstenden Ehrlichkeit und Hingabe auf, dass einem beim Schauen durchaus die Augen geöffnet werden könnten.
Auch wenn hier die Dialoge, der Umgang und das Miteinander wieder komplett auf die Kinderriege ausgerichtet sind, zehrt die Message dennoch auch an älterer Menschen Gehirne und fördert hierbei erneut eine politische Message an den Tag, die den Jüngsten beibringt, tolerant und erwachsen mit diesen Themen umzugehen.
Der politische Botschafter-Teil hat mich derartig von den Socken gehauen, dass man auch als Erwachsener gerne über etwaige sprachliche Mankos hinwegsieht und sich darüber freut, dass Detlev Buck seiner Linie treu bleibt und sich kein Stück weit von dem Ziel abbringen lässt, den Kindern nachahmenswerte Tugenden zu vermitteln.
So werden nicht nur aktuelle Thematiken aufschlussreich und vor allem weitüberblickend umrissen, sondern auch Konfrontationen beantwortet und teils widerlegt. Genau dieses Maß an Vermögen, über den Tellerrand hinaus zu schauen, vermisse ich persönlich so schmerzhaft bei so vielen Erwachsenen, wenn es um solche Themen geht.
In punkto Spannung legt man ebenfalls wieder ordentlich auf und feiert nicht nur klassische Erwartungen ab, sondern legt nochmal ordentlich nach und macht den mittlerweile 4. Teil dieser Saga zu einem der besten dieser Reihe.
 

.kinoticket-Empfehlung: Mir hat es wieder tierisch gefallen, zu erleben, dass es tatsächlich Kinderkost gibt, die nicht nur unterhaltsam, spannend, sondern auch lehrreich und informativ ist und den Kindern beibringt, dass man auch mit schwierigen Themen leicht umgehen kann.
Und all das im Rahmen eines flügelleichten Sommerprogramms abzuziehen, dass die spielende Tänzelei von Kindern in ihrer Unbeschwertheit nicht außer Acht lässt, zeugt für mich von großartigem Verständnis für die Essenz guten Kinos.
Also geht definitiv rein und genießt auch diesen Teil, der hoffentlich mit seiner Botschaft Wellen schlägt und viele Menschen dahingehend erzieht, sich genauso zu verhalten, wie Bibi und Tina es tun.
Großartig!

 
Nachspann
Auf jeden Fall sitzen bleiben, denn man wird getreu den alten Filmen auch hier wieder mit weiterführendem Material belohnt.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein

So farbenfroh das Plakat an den Wänden prangt, so sommerlich frisch mutet der neuste Streich der beiden Kid-Agenten auf der großen Leinwand an, über deren letztes Spektakel ich mich ja auch schon äußerst positiv ausgelassen hatte.

Kaum zu glauben, aber ich habe mich auf diesen Titel irgendwie gefreut. Zwar ist dieses Genre nicht unbedingt auf der Top 5 meiner Filmvorlieben anzutreffen, jedoch überwiegen hier erneut die Punkte, die auch schon beim zweiten Teil maßgeblich waren: Man hat ganz große Mühen investiert, um nicht nur kindgerechte Unterhaltung zu liefern, sondern diese auch noch mit Unversehrtheit und extrem hohem Bildungswert auszustatten.

So erlebt man als Zuschauer eben nicht nur die spannende Reise der beiden durch die durchaus kurzweiligen Abenteuer, sondern erntet auch als Erwachsener eine Portion absoluter Filmgesundheit, wenn man spürt, wie normal, unbefangen, ehrlich und nicht-zerstörerisch die gezeigten Szenen hier liebevoll ineinander spielen.

Die Boshaftigkeit, der kaputte Humor, das Kundenfischen durch Ausrichtung auf Fäkalhumor und Billigwitze bleibt hier völlig aus und liefert genügend Spielraum, um dem Werk zu Recht das “Prädikat besonders wertvoll” zu verpassen.

So fies man als Erwachsener über Kinderfilme urteilen kann, so unmöglich erscheint es mir, über Werke wie dieses etwas negatives zu sagen, denn unter Anbetracht der Tatsache, dass das Zielpublikum hier tatsächlich unterhalb der Jugendlichkeit angesprochen werden soll, hat man meines Erachtens an dieser Stelle absolut alles richtig gemacht, um ein Finalprodukt abzuliefern, an dem sich große TV-Anstalten und öffentlich-rechtliche Sender ein Vorbild nehmen sollten.

 

.kinoticket-Empfehlung: Als Familienfilm absolut empfehlenswert und frei von jedweder geisteszerstörender Bosheit, ohne dabei ins Dutschi-Dutschi-Baby-Getue abzurutschen.

Würde man mich dazu zwingen, mir einen Kinderfilm rauszusuchen, den ich mir ansehen müsste, würde ich ohne zu zögern zur “Rico, Oscar und…“-Reihe greifen und hätte beim Schauen sogar meinen Spaß dabei.

Daumen hoch, so wird perfekte Unterhaltung für jüngere Kinobesucher gemacht!

 

Nachspann
belebt durch animierte Bildchen, zeigt aber keine weiterführende Szenen.

Kinostart: 28. April 2016

Social: www.facebook.com/RicoOskar.Filme

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