BELLEVILLE_COP_Hauptplakat_1400

© 2019 Constantin Film Verleih GmbH

Omar Sy ist seit spätestens Ziemlich beste Freunde als Schauspieler bekannt und in aller Munde: Damit steht er für qualitatives, hochwertiges Kino und sollte eigentlich ein Garant für den Erfolg eines Filmes sein, in dem er mitspielt.

Belleville Cop versucht, Miami Vice in die Neuzeit zu portieren und damit den Generationswechsel, der inzwischen stattgefunden hat, zu übertünchen und den Frischlingen das zu bieten, was unsere Eltern und Großeltern damals gefeiert haben.

Doch irgendwie geht die Rechnung nicht ganz auf. Der Plot hat zwar ansatzweise Reißer drin, aus denen man etwas Berührendes erschaffen hätte können, die Art und Weise der Umsetzung kommt – zumindest in der deutschen Synchronfassung – aber nicht wirklich beim Publikum an: Irgendwas fehlt, um die Story generell ernstnehmen zu können. Man driftet leicht in die Belanglosigkeit ab und reiht sich damit eher in die Kategorie “Filme, die keiner braucht und die mit allen Mitteln versuchen, witzig zu sein” ein. Damit schaufelt man sich selbst gewissermaßen sein eigenes Grab, obwohl eine gewisse nostalgische Note im Bezug auf Miami Vice unverkennbar ist.

Vielleicht hat man sich aber auch verkalkuliert und verkannt, dass Sy einen Film allein nicht tragen kann, sondern eben “nur” als Sidekick bestens funktioniert und es eben bei Ziemlich beste Freunde nicht sein Schauspiel allein, sondern die Kombination der Konstellationen gewesen ist, die den Erfolg ausmachten. Das fehlt hier und wird allein durch wenige Lacher etwas entschärft und aufgelockert. Dies reicht jedoch nicht, um den Film als Gesamtes rauszureißen und das Publikum mit einem Wohlgefühl zurück nach Hause zu schicken.

.kinoticket-Empfehlung: In Ansätzen gut gemacht, der gewünschte Knalleffekt bleibt aber aus: Der Generationenwechsel von Miami Vice in die Neuzeit funktioniert nicht so recht, dafür sind die Charaktere evtl. auch etwas zu überzeichnet.

Der Film hat seine Momente, das Gesamtkonstrukt krankt aber an mangelhafter Umsetzung und persifliert sich damit eher selbst, als in die würdigen Fußstapfen vergangener Tage zu treten. Schade, denn die Idee ist sicherlich nicht von schlechten Eltern.

Nachspann
❌ enthält keine weiteren Szenen, rausgehen erlaubt.

Kinostart: 31. Januar 2019

Original Title: Le Flic de Belleville
Length: 111 Min.
Rated: FSK 12